Sonntag, Dezember 02, 2007

Am Ende nichts.

In meinem Kopf ist eine Tür
Der Notausstieg für den Passagier.
Der in mir lebt, der in mir lacht.
Und bei Bedarf das Tor zumacht.
Am Ende nichts.
Nur Momente, die du nie vergisst.
(The Wohlstandskinder - Am Ende nichts)

Keine Antwort ist wohl auch eine Antwort. Ich könnt heulen. Ich möchte mich in mein Bett verkriechen. Wo ist meine Gefühlskälte?

Donnerstag, November 29, 2007

Der feine Unterschied.

Man kann "gemeinsam schweigen" oder man hat sich einfach nichts zu sagen. Das ist eben der feine Unterschied. Gestern fühlte es sicher eher wie letzteres an. Grausam. Schmerzvoll. Wieder dieses Gefühl, dass dies das letzte Wiedersehen war.
Nichtsdestotrotz war die vierstündige (!) Lesung ("Nagel mit Köpfen") im "Bei Chéz Heinz" gestern richtig toll. Der Tomte-Sänger (Thees Uhlmann) ist ja mal sowas von geil. Erinnert mich an Jürgen Vogel. Abgesehen vom Lesen und Geschichten erzählen, hat er auch gesungen. Auf seiner Gitarre gespielt und gesungen. Total schön. Vor allem "Ich sang die ganze Zeit von dir". Ne, Steff?!

Mit fester Stimme sag ich dir
"Hab keine Angst."
Und ich weiß nicht mehr
habe ich dir kürzlich gesagt,
dass bald etwas passiert, dass dir gefällt.
Und wir werden nicht vergessen
wie furchtbar es war.
[...]
Weißt du was du mir bedeutest?

Ich weiß es ja nicht mal selbst...

Dienstag, November 27, 2007

Was Besonderes

Ich weiß nicht, was es ist. Aber es scheint was besonderes zu sein. Vielleicht ist es alles nur rein "freundschaftlich". Momentan kann ich das nicht so deuten.
Jedenfalls ist es unglaublich. Wenn ich denke, er meldet sich eh nicht, hat er es längst getan. Wenn ich mich frage, ob er wohl gut zu Hause angekommen ist, erklingt mein SMS-Ton. Wenn ich mir heut' eine Frage stelle, spricht er sie morgen aus. Er sagt, was ich denke. Manchmal.
Übrigens: Dieser Tag, den ich mir im letzten Eintrag so herbeigesehnt habe, war heute. Meine Initivative.

Im Zufall rennst du in mich rein,
als hätten wir darauf gewartet.
Hab eben noch an dich gedacht,
jetzt nennst du mich beim Namen.
Wenn das heute nicht klappt,
das wär doch gelacht.

Ich glaube es passiert schon wieder
Sprung in der Platte, gegen den Strich
Als ob da etwas im Gange ist,
mit dem ich wieder mal nicht rechne
Hatte eben noch so einen Verdacht
Jetzt nur noch lose Fäden
Wann werde ich es verstehen
Will ich es je verstehen

[...]

Manchmal denk ich, kann nicht wahr sein,
Knick in der Optik, Riss in der Zeit
Nichts läuft nach Plan doch alles läuft,
als hätte ich darauf gewettet

[...]

Ich erinner mich und plötzlich fällt mir ein
das ist was ganz Besonderes, zu sein
ich bin hier und ich will nirgendwo anders hin
das scheint mir was Besonderes
Und bin ich mittendrin, da fällt's mir plötzlich ein
auch das scheint, was ganz Besonderes zu sein
die Lösung fällt mir gerade nicht ein,
doch scheint die Suche das Besondere dabei

Ich bin und plötzlich fällt mir ein
es ist was ganz Besonderes, zu sein
Ich brauche und brauch nirgendwer anders sein
grad das scheint mir was Besonderes
und steh ich neben mir dann fällts mir plötzlich ein
auch das scheint was ganz besonderes, zu sein
und bin ich glücklich und weiß nicht mal warum
dann ist das was ganz Besonderes.

(Mia. - Was Besonderes)

Sonntag, November 25, 2007

Die Perfektion

„Wo kommst du her? So was wie dich hab ich noch nie gesehen.“
(Madsen – Die Perfektion)

Er sieht gut aus, hört gute Musik, besitzt sympathische Macken. Wir schweigen, lauschen der Musik, die mir aus der Seele spricht. Wir wechseln Fragen, die an Smalltalk erinnern („Bist du eigentlich religiös? Hast du Geschwister? Spielst du ein Instrument?“) aber es ist in Ordnung, weil sie dazu dienen, den anderen besser kennen zu lernen.
Und wieder schweigen wir. Und ich denke mir: „Ich bin langweilig. Was will der mit mir. Er wird längst das Interesse verloren haben. Noch mal will er sich bestimmt nicht mit mir treffen.“
Und dann. Dann fragt er mich. Wann wir uns wieder sehen.
Und ich frag mich, was habe ich, was andere nicht haben? Warum ich? Sieht er in mir irgendwas, was ich nicht bin? Oder etwas, was nie jemand zuvor in mir gesehen hat? Ich hätte nie geglaubt, dass so jemand wie er sich für mich auf irgendeine Art und Weise interessieren könnte. Wie lange wird es noch dauern bis ein erneutes Treffen ausgeschlossen ist?
Gleichzeitig hoffe ich, dass es ewig dauern wird. Dass ich noch tausend Mal seine Stimme hören darf, in sein wunderschönes Gesicht blicken kann, mit ihm lachen kann. Und er mich eines Tages in den Arm nimmt. Oder ich ihn. Egal. Hauptsache dieser Tag lässt nicht mehr lange auf sich warten.

Alles richtig gemacht.

Von manch' einem wurde mir zwar am Wochenende die kalte Schulter gezeigt, aber dennoch bin ich froh, dass ich mir den Besuch in Leipzig nicht hab ausreden lassen. Es war deprimierend, ergreifend, rührend.
Am Freitag war ich froh, dass ich gekommen war, weil meine Angst bestätigt wurde, dass es jederzeit vorbei sein könnte. Ich sah sie so auf ihrem Bett liegen. Schwach. Vom Tod redend. Und ich glaubte, wenn die Zeit gekommen ist, dann schläft man eben irgendwann friedlich ein und wacht nicht mehr auf. Diesen Wunsch äußerte sie.
Völlig unerwartet kam sie am nächsten Tag ins Heim. Bei klarem Verstand. Erzählte den Pflegern, dass sie in zwei Monaten 103 Jahre alt werden würde. Ohne einen Anflug von Zweifeln. Sie überrascht einen immer wieder.
Am Frühstückstisch plapperte sie heute quietschfidel. Völlig zufrieden. Nannte mich "eine nahe Verwandte, die hoffentlich bald noch näher verwandt ist". Mir wären beinahe die Tränen gekommen. Vor Glück. Und weil es einfach so unfassbar ist. Diese Frau ist der absolute Wahnsinn!

Keinem kann ich's recht machen

Bin am Wochenende nach Leipzig gefahren. Obwohl man es mir ausreden wollte. Aber ich blieb stur. Wegen der Angst. Weil ich nicht den Fehler machen wollte, es weiter aufzuschieben bis es zu spät ist. Jedenfalls war ich nicht willkommen. Nächstes Wochenende wäre wohl besser gewesen.
Toll. Hätte ich es also verschoben, wären wieder meine Freunde von mir enttäuscht gewesen. Allen kann ich's wohl nie recht machen, oder?!

Donnerstag, November 22, 2007

Veränderungen

Vermutlich nur positive. Auch wenn ich heut' morgen schon den zweiten Tag in Folge den Tränen nah war. Ist aber nicht weiter schlimm. Momentan habe ich das Gefühl vor einer großen Herausforderung zu stehen. Es gibt Höhen und Tiefen, aber ich bin guter Hoffnung diese Zeit zu meistern.
Gedanken wie "Ich schaff' das alles nicht" werden entweder durch ein "Ich hab's drauf - das werd' ich den schon allen zeigen" oder durch ein paar nette, hilfsbereite, verständnisvolle und unterstützende Worte von Kollegen verdrängt.
Vielleicht ist es wirklich eine Prüfung. Und wenn nicht, sollte ich es dennoch als Prüfung für mich selbst ansehen, um zu erkennen, wann ich an meine (persönlichen) Grenzen stoße. Nichtsdestotrotz bin ich unheimlich froh über diesen momentanen Zustand. Mir wird das Gefühl gegeben, dass ich gebraucht werde und in gewisser Maßen für andere nützlich bin. Das hatte ich bitter nötig. Es tut gut gefordert und ab und zu auch mal gelobt zu werden.
So viel zu den "beruflichen" Veränderungen, die mich den Großteil des Tages beschäftigen. Privat ist letzte Woche nun ein neuer Mensch in mein Leben getreten (das klingt jetzt aber wirklich mehr als blöd), den ich heut' nachmittag erneut getroffen habe. Morgen folgt dann eine mindestens dreistündige gemeinsame Autofahrt.
Übrigens habe ich ihn heute zum Kaffee eingeladen. Ich hätte sonst ein total schlechtes Gewissen gehabt, wenn er schon wieder bezahlt hätte, wo er doch morgen auch die Spritkosten trägt. Außerdem find ich die Einstellung total bescheuert, dass immer der Mann zahlen muss. Liegt wohl daran, dass dies wieder zu einem Gefühl der Abhängigkeit führen würde. (Ist es eigentlich unhöflich nur 25 Cent Trinkgeld zu geben? Ich hab halt aufgerundet.)
Ich weiß nicht so recht, was ich von all dem halten soll. Also von der Person und den Treffen. Wir haben uns nicht immer etwas zu sagen. Dann entstehen schreckliche Gesprächspausen. Aber dann fällt irgendwem wieder eine Frage ein, um die Pause kurze Zeit zu überbrücken. Und wenn wir miteinander reden, einander zuhören, ist es wirklich angenehm.
Ich glaub, er ist der erste Mensch, den ich gerne umarmen würde, aber bei dem ich gerade mal ein Händeschütteln zustande kriege. Wahrscheinlich aus Angst, der Gegenüber könnte etwas missverstehen. Und ehe ich nicht weiß, was ich selbst von allem halten soll, möchte ich dieses Risiko besser nicht eingehen. Ach weiß auch nicht, warum. Irgendwas blockiert mich. Andererseits hat diese Distanz, die wir dadurch bestehen lassen, auch was.

Lebenszeichen

Das WM-Sofa lebt. Ich traf gestern den neuen Besitzer in der S-Bahn. War zunächst total erschrocken ihn zu sehen, aber dann haben wir uns ganz nett unterhalten. Small-Talk. In der S-Bahn. Schrecklich. Trotzdem war's irgendwie angenehm, weil ich (mal wieder) gemerkt hab, dass er total sympathisch ist.

Die Maschen der Frauen

Wir werden alt... Sonntag brachten mir Lena und Julia das Stricken bei. Zumindest haben sie es versucht. Meine Mama meinte nur "Das kannst du auch noch machen, wenn du alt bist." Passenderweise entdeckte ich einen Tag später das passende Buch für die fleißigen Stricklieseln: "Die Maschen der Frauen."

Weihnachtsstimmung?!

Beim Weihnachtsplätzchen backen ohne Weihnachtsmusik kommt keine Weihnachtsstimmung auf. Das musste mal gesagt werden.
Auch wenn mich diese ganze Deko in der Stadt zum Teil schon wieder aufregt (abgesehen von den vielen Lichtern), freu ich mich doch schon ein bissch'n. Montag dann der erste Weihnachtsmarktbesuch in diesem Jahr.

Samstag, November 17, 2007

Der Himmel über Berlin

Letzte Woche bin ich zufällig auf den Film "Der Himmel über Berlin" aufmerksam geworden und dachte mir, den müsste ich mir eines Tages mal anschauen. Gestern durchblätterte ich die Fernsehzeitung und siehe da: Dieser Tag sollte heute sein.
Warum ich den Film so gern sehen wollte? Bruno Ganz. Ich finde diesen Schauspieler so grandios. Wie er redet. Diese Ruhe, die er ausstrahlt. Diese Ruhe hat allerdings auch seine negativen Seiten. So war der Film zwar sicherlich ganz schön, aber ein wenig langatmig und in meine Bettdecke gekuschelt, kam ich nicht umhin, einzuschlafen. Zwanzig Minuten vor Ende. Jedes Mal, wenn ich einzunicken drohte, zwang ich mich wieder zuzugucken oder wenigstens zuzuhören.
Aufgewacht bin ich letzten Endes erst wieder beim Abspann. Was für ein Timing... Zum Glück hab' ich im Nachhinein die Schlussszene (?!) noch gefunden.

Freitag, November 16, 2007

"Be prepared"...

Es gibt einen Gedanken, den ich momentan versuche ganz weit weg zu schieben. Ich hab Angst. Dabei müssen wir alle damit rechnen, dass es früher oder später eintritt, denn "although life goes on and we are eternal, this existence will one day end. [...] And only those who accept this fact are prepared for life."
Indem ich den Tod verdränge, mache ich einen entscheidenden Fehler. "[I] put things off, and fail to notice important moments. [...] If [I] thought a little more about death, [I] would never forget to make that much-postponed phone call. [I] would be a little crazier. [I] would not be afraid of this incarnation coming to an end, because you cannot fear something that is going to happen anyway."
Ganz im Sinne von "Lebe jeden Tag als wäre es [ihr] letzter" müsste ich mich sobald wie möglich in den Zug nach Leipzig setzen. Und nun schieb ich es auf, in der Hoffnung, dass ich noch mindestens bis Weihnachten Zeit habe...
Dabei könnte es jeden Moment vorbei sein: "Today is as good a day as any to leave this world." Andererseits mag es vielleicht noch Wochen, Monate, Jahre so weitergehen. Wer weiß das schon...

Sowas von geil

Die Musik aus "Gegen jede Regel" ist so genial. Vom Film hab ich nichts mitbekommen, aber meine Mama war so begeistert, dass sie mich ansteckte und wir beide überwältigt auf dem Sofa saßen, während wir immer wieder folgendes wiederholten: "So geil. Der ist sooooo geil. Aber sowas von geil." Nicht so geil ist, dass sich bei mir gerade Halsschmerzen ankündigen...

Unerwartetes Treffen

In der Stadt setzte ich mich vorhin auf eine Bank vor "I.G. von der Linde", um den Nachmittag Revue passieren zu lassen und dem Akkordeonspieler zu lauschen ("Country Roads, take me home, to the place I belong..."), da klingelte mein Handy. Lena. Völlig unerwartet:
"Lenaaaa???"
"Maria?"
"Wo bist du?"
"In der Stadt. I.G. von der Linde."
Und da sprang "der Pilz" von der Bank auf, einen lauten Freudenschrei ausstoßend. Gut, dass Freitag nachmittags keine Menschenseele in der Stadt unterwegs ist...
Wir waren nur etwa 10 Meter voneinander entfernt. Und sie hatte mich sogar schon vorher in Begleitung gesehen, sich aber aus Rücksicht zurückgehalten. Auf die S-Bahn musste ich dann nicht mehr warten, denn Lena war mit ihrem Autochen in der Stadt. War eine höchst unterhaltsame Autofahrt. Viel zu kurz irgendwie.

"Nettes" Treffen

Am heutigen Tage habe ich mein Vorhaben, mich nicht mehr mit fremden Typen aus dem Internet zu treffen, gebrochen. Kam gleich erstmal eine Viertelstunde zu spät, hatte aber vorher Bescheid gesagt: Die Straßenbahn war schuld.
Dreiviertel (!) drei vor der Marktkirche getroffen, trotz Kurzsichtigkeit sofort aus der Ferne erkannt. Direkt drauf zu. Davor gestanden. Hände geschüttelt. Mehr hat die Situation irgendwie nicht hergegeben. Auch zum Abschied nicht.
Anschließend zunächst die Dresdner Bank gesucht - ist das ein Fluch?! Schon das zweite Mal, dass ich in männlicher Begleitung auf der Suche nach einer ganz bestimmten Bank durch die Stadt irre - und letztendlich bei der Deutschen Bank gelandet.
Wieder zurück in die Altstadt, in die Bar Celona. Schon vorher nett unterhalten, auch währenddessen, und hinterher. Nichtsdestotrotz Gesprächspausen. Aber ich hatte ihn schon vorgewarnt, dass meine Stärken nicht im Small Talk liegen würden.
Als er immer mehr gähnte, gingen wir dann an die frische Luft, um wieder wach zu werden. Er hat mich übrigens eingeladen. Es mag selbstverständlich sein. Aber irgendwie ist mir das auch unangenehm. Dagegen wäre es andersrum vermutlich noch viel unangenehmer, wenn die Frau bezahlen würde.
Er ist wirklich nett. Das heißt bei mir: unheimlich sympathisch. Ist also ein Kompliment. Und sein leicht sächsischer Akzent... von mir aus hätte er ununterbrochen reden können. Gut sieht er auch aus. Bisschen schüchtern (oder müde?) war er.
Nun aber Schluss mit diesem Rumgesülze. Sonst gewinnt man noch den falschen Eindruck. Es war nur ein Treffen. "Date" passt nicht. Meiner Meinung nach. Man kann sich also denken, dass das Herzklopfen ausblieb. Wer weiß, ob mein Herz zu sowas überhaupt in der Lage ist. In einer anderen (virtuellen) Unterhaltung hab ich vorhin eh schon festgestellt, dass ich meine rosarote Brille irgendwo verloren hab. Lang, lang ist's her...
Auch wenn ich nach der distanzierten Verabschiedung erleichtert war, wieder allein zu sein, fand ich es trotzdem gut. Wieder einen neuen Menschen mehr kennengelernt. Mehr erwarte ich gar nicht. Will ich momentan auch gar nicht.

Erfolgreicher Small-Talk?!

Bin Donnerstag mit unserem Praktikanten, 17 Jahre, Mittag essen gegangen. Und wir haben uns unterhalten. Fast ohne Gesprächspausen. Na gut, ein paar. Aber irgendwie war es sehr angenehm. Ging vorwiegend um Praktika und die Schule. Sein Jahrgang wurde auch ausgelagert, so wie wir Dreizehner letztes Jahr. Hatten wir also schon 'ne Gemeinsamkeit. Neben der Sympathie auf beiden Seiten.
Erklären durfte ich ihm auch ein bisschen was - etwas, was ich drei Tage zuvor selbst erst gelernt hatte. War schon ein gutes Gefühl, Wissen weitergeben zu können. Überhaupt bin ich hochzufrieden mit meiner derzeitigen Tätigkeit und den Kollegen.

Sonntag, November 11, 2007

3 Dinge, die ich loswerden möchte.

Kaum zu glauben, aber ich hab ein bisschen Sehnsucht nach den Tanzstunden. Hätte Lust mal wieder einen Langsamen Walzer zu tanzen. Oder Tango. Die Schritte kann ich zu meiner eigenen Überraschung sogar noch!

Ich finds übrigens beeindruckend, vielleicht aber auch eher erschreckend, dass ich nach nicht mal vier Stunden Schlaf quietschfidel in der Wohnung rumhüpfe, singe, aufräume und staubsauge. Sogar in der Stadt war ich heut' nachmittag schon. Warum?! Na, zum einen musste ich Brot, Müsli und Bananen kaufen. Zum anderen sind alle meine schwarzen Socken in der Wäsche. Sollte man die dann vielleicht mal waschen?! Nicht doch! Kauft man sich halt ein neues Pack - zu irgendwas muss der verkaufsoffene Sonntag ja gut sein.

Wie war das nochmal?!
"Wenn ein Mann mit dir nur einen Kaffee trinken gehen will, dann tut er das nie ohne Hintergedanken. Männer tun nichts aus reiner Freundschaft." (Lebensweisheiten am Mittagstisch)
Nichtsdestotrotz habe ich einer entsprechenden Anfrage eingewilligt. Ich weiß, ich habe mal geäußert, mich auf keine Internettreffen mehr einzulassen, aber was interessiert mich mein Geschwätz von gestern. Wenn man neue Leute kennenlernen will, macht sich das nun mal schlecht vom Sofa aus.

Irrfahrt ins Unbekannte

Wahrscheinlich klingt die Überschrift viel interessanter/spannender als das, worum es letztendlich geht. War heute zum 25. Geburtstag meine Lieblingsmitazubine Janna eingeladen. Zusammen mit Janina. Wir drei hängen eigentlich immer zusammen. Warum nur wir zwei?!
Janna meinte, wir würden da besser reinpassen beziehungsweise dass wir uns besser eingliedern könnten. Wie bitte?! Ich?! Leute! Das ist ein verdammt gutes Zeichen! Sie hat in den letzten zwei Monaten diesen Eindruck von mir gewonnen. Das bedeutet, dass ich auf einem guten Weg bin anderen Menschen offen zu begegnen. Es heißt jedoch nicht, dass ich meine Schüchternheit komplett verloren habe.
Ich kann Menschen freundlich begegnen, doch um offen und gesprächig zu sein, muss der Gegenüber mich auf irgendeine Art motivieren und von sich aus in ein Gespräch verwickeln. Von selbst fällt mir das sehr schwer. Small-Talk ist und bleibt mir ein Grauen, ich wehre mich zwar nicht massiv dagegen, wenn ich damit konfrontiert werde, aber wirklich begeistern tut es mich nicht und mir Fragen/Themen auszudenken, um Gesprächspausen zu überbrücken, fällt mir nachwievor schwer.
Jedenfalls fuhr ich gegen 21 Uhr hier los, Richtung Garbsen. Autobahn war kein Problem, aber als ich dann in dem Ort war, bekam ich Schwierigkeiten, düste ewig durch den falschen Ort ehe ich meinen Fehler bemerkte und kam dadurch mit mindestens zehn Minuten Verspätung an.
Die Rückfahrt sah ich nicht als wirkliche Herausforderung - ich weiß ja, wo ich wohne. Doch ich sollte eines Besseren belehrt werden: Ausfahrt verpasst, da angenommen danach kommt ja noch die Richtige. Kam sie aber nicht, also gewendet und wieder massig Zeit und Sprit verloren. Und das bei den jetzigen Preisen... Im Radio lief nur Müll, mein mp3-Player machte schlapp und erst fünf Minuten vor der Ankunft zu Hause konnte ich ihn wieder zum Leben erwecken.
Soviel zur Irrfahrt. Das Unbekannte waren neben einem Ort, namens Horst, den ich noch nie in meinem Leben durchquert hatte, die anderen Geburtstagsgäste.
Natürlich alle viel älter als ich, abgesehen von Janina und Jannas Schwester Neela, die ich zufälligerweise schon vom Bewerbungsgespräch bei Bahlsen kannte. Wie heißt es so schön?! "Die Welt ist klein." Der Name könnte "Merle" übrigens Konkurrenz machen.
"[Gab] auch was zum Angucken"
wie unser bayrischer Dozent sagen würde. Wunderhübsche, natürlich und sympathisch wirkende Mädels Frauen. Zwei davon bereits Mütter. Die Kerle waren jetzt auch nicht gerade hässlich, teilweise sogar recht knuffig, aber die Ausstrahlung der weiblichen Gäste zog mich dann doch mehr in den Bann.
War übrigens keine richtige Party in dem Sinne sondern ein sogenanntes "Sit-in" auch wenn die meiste Zeit in der Küche gestanden wurde. Getanzt wurde trotzdem vereinzelt. Ich hielt mich zurück, auch wenn mich Janna mehr als einmal drum bat - immerhin "gröhlte" ich bei dem ein oder anderem Lied mit.
Ich mag diese Art von "Party". Gute Freunde, (Party-)musik zu der man mitgröhlen, schunkeln, tanzen kann oder es einfach lässt, eine Lautstärke, die noch die Möglichkeit bietet sich zu unterhalten. Habe unheimliche Lust auch mal so ein "Sit-In" zu veranstalten.
Wirklich ins Gespräch gekommen, bin ich mit Jannas Freunden nicht. Das ein oder andere Mal konnte ich mich mit ein, zwei Sätzen einbringen oder man kommunizierte in Form eines Lächelns/Schmunzelns/Lachens oder eines zustimmenden Nickens miteinander.
Zumindest bin ich guter Dinge, dass ich nicht all zu sehr wie die "graue Maus" oder was auch immer rüberkam. Nach Small-Talk à la "Und was machst du beruflich?", "Wie lange kennst du Janna schon?" war mir nicht. Wäre sicherlich eine Möglichkeit gewesen ins Gespräch zu kommen, aber... das wäre zu gezwungen rübergekommen.
Dafür unterhielt ich mich mit Janina - wenn uns grad was einfiel, oder wir schwiegen und lachten eben gemeinsam. Kennt eigentlich jemand das Lied vom "roten Pferd"? Also wir beide kannten es nicht. Nachdem es dann aber zum Dritten Mal lief, wären wir wohl auch in der Lage gewesen mitzugröhlen. Bin der Meinung, dass mir das letztens schon mal wer vorgesungen hätte. Ich erinner mich nur nicht mehr, wer. Vermutlich Janna. Das wäre das naheliegendste. Aber wann?!
Als wir uns dann kurz vor 3 Uhr verabschiedeten, umarmte mich/uns der "Typ im rosa Hemd". War recht betrunken. Die Treppe runtergehend, hörte ich dann noch ein "Na los xxxxx, geh hinterher" und Janna meinte unten (zum Spaß), dass der Gute sich wohl (mal wieder) verliebt hätte. Ist nur die Frage in wen. Den ganzen Abend über hielt ich ihn für schwul. a) weil Janna ihn mir so vorgestellt hatte b) weil er ein rosa Hemd trug und c) weil er sich irgendwie so verhielt. Aber Punkt a) schien mir zum Ende hin eher ironisch gemeint gewesen zu sein.
Alles in allem, ein schöner Abend. Sehr verraucht - Mindestens 70% Raucher, aber neue Leute getroffen, die mir allesamt sympathisch waren. Es wäre schön, wenn wir einander im nächsten Jahr dann schon als "Freunde" vorstellen. Momentan ist das ja noch mehr auf Kollegenebene, aber sozusagen auf "erhöhtem Niveau".
Kennen uns letztendlich auch erst seit zwei Monaten - da kann man noch nicht viel erwarten. Aber Janna ist in jedem Fall ein toller, lebensfroher Mensch mit dem man unheimlich viel Spaß haben kann. Und Janina ist ein wenig so wie ich. Zurückhaltend, aber freundlich und gern lächelnd. Bin gespannt, was die Zukunft für unser Dreiergespann bereithält.

Freitag, November 09, 2007

4 Mädels unterwegs

Ich bin ja sowas von aufgedreht. Und das schon seit fast fünf Stunden. Da ging's nämlich mit den Mädels (Kot-Ulla, Lena) in die Stadt. Schon die S-Bahn-Fahrt war sehr amüsant. Weiter ging's dann in der Galeria Kaufhof, wo wir uns mit Steff mal wieder zur "Mützenanprobe" trafen. Haben so ziemlich alles anprobiert, was uns in die Finger kam und halbwegs bescheuert aussah ("Klein wie'n Pilz, sieht aus wie'n Pilz, is'n Pilz").
Um 20 Uhr wurden wir dann freundlich daraufhin gewiesen, dass das Geschäft gleich schließen würde, zahlten und machten uns auf den Weg zu unserem neuen Stammlokal (?) "Café Konrad". Da gab's auch viel zu lachen, sei es auch nur gewesen um die Zeit zu überbrücken.
Letzten Endes unterhielten wir wohl das halbe Café - zumindest aber die gesamte erste Etage. Wie das kam?! Es fing mit einem scheinbar toten Marienkäfer an, den Lena auf ihrem Platz entdeckte. Ein paar Minuten später schien er sich jedoch zu bewegen und somit galt unsere ganze Aufmerksamkeit nur noch ihm - dem Knut, Peddar oder auch Diedääär.
Lena wollte diese einmalige Gelegenheit zum Fotografieren nutzen. Und plötzlich - so schnell konnten wir gar nicht gucken - breitete er seine Flügelchen aus und machte sich aus dem Staub. Völlig erschrocken folgte ein Aufschrei unsererseits. Würde mich nicht wundern, wenn man das nicht noch bis ins Fire (nebenan) vernommen hätte. War jedenfalls sehr spannend zu beobachten, was der gute Käfer wohl als nächstes tun würde.
Hinterher ging's noch in den Irish Pub, wo Karaoke angesagt hat. Neben "Sweet Transvestit" und "Don't Stop Me Know" gab es zwar noch das ein oder andere tolle Lied, aber so wirklich lang hielt es uns dann doch nicht dort. Stimmung stimmte auch einfach nicht - von unserer "dunkelsten" Ecke abgesehen. Also verlegten wir unsere private "Karaoke-Party" auf Hannovers Straßen. "Wir" waren in diesem Fall Lena und ich, die entweder im nüchternen Zustand "Hey Jude" lallten, "The Look" schmetterten (und dazu "pogten" oder besser: pinguinähnliche Bewegungen machten) oder "Viva Colonia" gröhlten.
In der S-Bahn lieferten wir uns nach langer Zeit mal wieder einen "Gähn-Wettbewerb", was sich als äußerst schwierig erwies, da man einfach nicht gleichtzeitig lachen und gähnen kann. Erstere Tätigkeit behielt die Überhand und Kot-Ulla gelang es schließlich das "Gähnen" komplett einzustellen während Lena und ich weiterhin mit der Müdigkeit kämpften.
War einfach ein toller Abend, hatten so viel Spaß und meine Wangen tun immer noch vom Lachen weh.

Montag, November 05, 2007

Na das geht ja gut los.

Heut' morgen, kurz vor acht, konnten wir uns unsere Noten für den Test in "Marketing+Vertrieb" abholen. Haltet euch fest! Ich habe eine unglaubliche 1,3 geschafft! Der absolute Wahnsinn!
Lag aber sicherlich auch an dem besten (bayrischen, lispelnden) Dozenten der Welt! Sein Unterricht war mal wieder unheimlich interessant, er hat es wirklich drauf zu unterrichten. Da war es gar nicht so schlimm, dass ich erst Donnerstag abend mit dem Lernen angefangen habe, da man während des Unterrichts schon so vieles mitgenommen hat.
Er hat übrigens meine ausgezeichneten Antworten auf die offenen Fragen gelobt. Ja, ich heb' wohl grad ein bissch'n ab, aber ich glaub' das hab ich mir auch verdient!

Sonntag, November 04, 2007

Wohnungssuche...

... kann eigentlich noch (mindestens sechs Monate) warten, aber da ich heut' morgen schon um halb acht wach war, wusst ich nichts besseres mit meiner Zeit anzufangen als bei immobilienscout.de spaßeshalber nach Wohnungen zu gucken. Ganz blöde Idee.
Ich hab meine Traumwohnung gefunden! Sie ist zentral, schön, groß (45 m²) und: zu teuer natürlich! Mit gut 350 € warm wär ich dabei.
Vielleicht besser so. Wäre sie schön und preiswert würde ich mich nur noch mehr ärgern oder womöglich unüberlegt und vorschnell handeln wollen. Werde ab diesem Monat wieder Buch über meine Ausgaben führen, Haushaltskosten (Essen, Pflegeartikel, etc.) eingeschlossen. Damit ich in einem halben Jahr besser einschätzen kann, ob ich mir eine Wohnung im entsprechenden Preissegment vielleicht doch leisten könnte. Auch wenn die Traumwohnung bis dahin wohl längst vermietet sein wird. Kann man die nicht reservieren?! Wäre zu geil. Aber unmöglich. Wahrscheinlich würde das Geld sowieso von hinten bis vorne nicht reichen und ich werd' meine ganze Ausbildungszeit über weiterhin zu Hause wohnen. Schlimm?!
Ja! Es spricht viel dagegen, aber auch einiges dafür. Da mir momentan aber die passenden Formulierungen fehlen sowie die Lust alle Vor- und Nachteile aufzuzählen, brech' ich an dieser Stelle besser ab und trauer dieser genialen Wohnung nach...

Kleiner Spaß am Rande

Gestern hatten sich drei Ossis gefunden. Kommt ein Wessi an und fragt trocken: "Wollt ihr 'ne Banane?" Schön, wenn man gemeinsam - zu viert - drüber lachen kann.

Samstag, November 03, 2007

Spontane Aktionen...

... können sich sehr zum eigenen Nachteil herausstellen! Es sei denn, man weiß sie zum Positiven zu wenden. Nach einem geplatzten Mädelsnachmittag konnte ich gut auf vier Stunden Einsamkeit bis zum seit einem Jahr herbeigesehnten Gospelkonzert verzichten und entschied mich konsequent auch letzteres sausen zu lassen, um mit Steff die Stadt unsicher zu machen.
Zunächst ging's ins "Sausalitos". Happy Hour. Um Fünf Uhr nachmittags! Hallooo? Was soll's. Wir sind ja nur einmal jung, richtig?! Aufgrund von x-reservierten Tischen zog es uns ans Fenster. Der beste Platz letztendlich, da man schön die Leute draußen beobachten und sich über diverse lustig machen konnte. Sowohl die Rauchenden als auch die Einkaufenden.
Kaum hatten wir unsere bestellten Cocktails bekommen, bot uns der Nachbartisch schon seine zwei "Mai Tais" an. Frei nach dem Motto "Immer her damit" nahmen wir an. Ich erweiterte das Motto mit "Immer rinn damit" - nachdem Steff vom Geschmack nicht so begeistert war.
Weiter ging's dann ins Fire. Da gab's dann vorbildlich wie wir sind nur Mangosaft und Cola - mehr wäre ehrlich gesagt auch nicht mehr reingegangen. Ach und dann waren da noch putzige Typen. Na eigentlich waren sie ganz und gar nicht putzig. Aber irgendwie war es doch knuffig wie sie so taten als seien sie frisch verliebt. Warum eigentlich?! Da geht doch Hinz und Kunz hin - warum denken alle, das sei ausschließlich eine Schwulen(-und Lesben)-Bar?
Es folgte eine Fotografier- und Schlendertour durch die Stadt. Apropos Fotografieren. Die Dame im Sausalitos hat'n Bild von uns gemacht! Das will ich haben - verdammt! Denn das gemeinsame vom Fire möchten wir wohl niemandem gerne zeigen... Angelabert wurden wir auch von irgendwelchen Typen, die jedoch nicht weiter der Rede wert sind.
21:11 Uhr wollte ich dann die S-Bahn kriegen. Kein Problem. Etwa acht nach oder sogar noch früher war ich da. Die S-Bahn noch nicht an Platz und Stelle. Die Anzeige ignorierte ich gekonnt und stolzierte zu den Sitzplätzen, um auf die Bahn zu warten. Ich leugne nicht, dass ich "etwas" sehr angetrunken war, aber so angetrunken war ich dann doch nicht, dass ich es nicht mitbekommen hätte, dass die Bahn eingefuhr. Letztendlich bekam ich dummerweise nur noch die "Ausfahrt" mit. Die muss irgendwo anders gestanden haben. Jedenfalls fuhr plötzlich die S4 im Schneckentempo an mir vorbei und ich dachte nur "Halt an verdammt!"
So kann's geh'n. Also dem Rehlein eine Nachricht geschickt und zu guter Letzt beim Jungesellinnen-Abschied gelandet. Wahnsinn! Zum einen war es übelst lustig. Die Mädels waren einfach mal total geil (angetrunken). Zum anderen versetzte ich mich laufend in die Lage der überglücklichen Braut und fragte mich, was für ein Wahnsinnsgefühl es sein muss, sich vorzunehmen mit dem Menschen, den man derzeit über alles liebt, das ganze Leben zu verbringen. Ob es nun wirklich ewig hält oder nicht, ist an dieser Stelle nebensächlich.
Apropos. Franzi legte sich doch glatt noch mit einem älteren Herrn an, der bereits zum vierten Mal verheiratet war. "Das ist traurig" war ihr Kommentar und sie suchte sich Bestätigung bei einer der anderen "Junggesellinnen", dass man nur einmal im Leben heiraten sollte. Kann man geteilter Meinung drüber sein. Letztendlich hat sie recht - wenn man vom Idealzustand ausgeht, aber wer weiß schon wie wir in zehn, zwanzig Jahren denken?!
Nachdem die Braut noch über die Schwelle getragen wurde, ging's dann ins Brauhaus. War vor gut drei Jahren schon mal da und muss sagen, dass es mir dort doch recht gut gefällt. Nichtsdestotrotz nahm ich dann doch zwei Stunden nach der ursprünglich geplanten Abfahrtszeit die Bahn, da Franzi eh den Heimweg einschlagen wollte. Dabei wurden mir zwei Schlafplätze angeboten... aber neee. Dafür bin ich Dienstag beim Rehlein zum Essen & (in Kuhbettwäsche-) Schlafen eingeladen.
Wie geil ist es eigentlich, dass die Straßenmusiker auch um elf Uhr nachts noch Schicht haben?! Sogar der "Singende Gulli" war noch aktiv. Viel Zeit dies zu genießen hatte ich jedoch nicht, da ich in acht Minuten von der Altstadt zum Gleis 2 laufen musste.
Schon irgendwie cool, im "leicht" angetrunkenen Zustand Paulo Coelho auf Englisch zu lesen und sich einzubilden plötzlich viel mehr zu verstehen als sonst oder auf dem Bordsteinrand entlangzuspazieren - wobei das eher vom mäßigem Erfolg geprägt war. Lassen wir lieber ersteren nochmal zu Wort kommen:

"Thank him for making us think about how important friends are."

Letzte Nacht...

... hatte ich schon wieder fast aus meiner Erinnerung gelöscht. Aber eben erinnerte ich mich wieder. Ich legte mich ins Bett, schaltete den Fernseher an, lauschte Wolfgang Petry. Und irgendwann später vernahm ich "Heidi". Laut Fernsehzeitung müsste das gegen 6 Uhr gewesen sein.
Ich steh total drauf vor dem Fernseher einzuschlafen, wenn ich so richtig fertig bin.

Sich der Angst zu stellen...

... soll ja helfen. Also ging ich gestern zu Fuss von Vincents Geburtstag zurück nach Hause. Nachts um zwei. Bis zum Bahnhof war's kein Problem, da eine Marie (Warum bin ich in der zehnten eigentlich nicht darauf gekommen, mein normal anerkanntes Abi an einem Fachgymnasium zu machen?) mich begleitete. Als ich dann aber in die "Siedlung" kam, plagte mich doch durchgehend der Gedanke, gleich könnte jemand aus dem Busch spring. Und dann unsere "Hofeinfahrt"... Immerhin ging das Licht diesmal an. Um die Ecke zu gehen war nochmal Nervenkitzel und ab dann rannte ich nur noch. Schnell die Treppe hoch, Schlüssel rein, umgedreht, ins Haus, Tür sofort zu. Geschafft.
Letztendlich glaube ich nicht, dass das irgendwas bringt. Mit dieser Angst werd' ich mich sicherlich jedes Mal auf's Neue auseinandersetzen müssen. Abends nicht, aber nachts ist es wirklich ganz schlimm. Dabei ist Bissendorf so ein friedliches Dörf'chen...

Freitag, November 02, 2007

Meine Woche.

Montag.
Nach 48 Stunden war mal wieder Schluss mit DSL-Empfang. Ärgerlich.

Dienstag.
In der S-Bahn setz' ich mich schön in eine Bier-Lache und merke es natürlich erst beim Ausssteigen als sich die Flüssigkeit schon schön in die Jacke eingesogen hat. Verflucht.

Mittwoch.
Erfahren, dass es der Großoma schlecht geht. Mama legte mir ans Herz, mir - sollte "irgendwas" passieren - einen Tag freizunehmen. Beängstigend.

Donnerstag.
Zeitig Schluss. Kuchen backen. Über 2 Kilometer spazieren. Lernen. Viel zu spät ins Bett. Schlafraubend.

Freitag.
Verschlafen. 6 Minuten. Erste Klausur in Marketing & Vertrieb geschrieben. Für Kuchen gelobt worden. Rot geworden. Was auch noch von so ziemlich jedem kommentiert werden musste ("Och jetzt wird se ooch noch rot." "Süß.") Peinlich.

Montag, Oktober 29, 2007

Tierische Sehnsucht...

... nach meinem Rehlein. Darum schrieb ich ihr gestern wie sehr ich sie vermisse und dass ich den ganzen Tag an sie denken musste. An unsere gemeinsamen Abende, die von (deutscher) Urlaubsmusik erfüllt waren. Ich wünschte mir, solche Abende zu wiederholen, mal wieder um die Häuser zu ziehen, sich auf dem Weihnachtsmarkt zu verabreden.
Und nun hat sie geantwortet, dass sie auch so oft an Usedom, Kroatien und Bissendorf zurückdenken muss. Mir wurde gleich befohlen mal vorbeizukommen. Dürfte sogar unter der Kuhbettwäsche schlafen. Außerdem hat sie vorgeschlagen öfter zu telefonieren. Mein Rehlein... wäre schön, wenn wir das hinbekommen. Und vielleicht wieder so zusammenwachsen wie vor drei Jahren. Ihre lieben Zeilen haben mich wirklich gerührt.

(Schlechter) Humor & Sympathie

Manchmal find ich schwarzen Humor echt scheiße. Den zum Beispiel:
"Habt ihr schon mal eine Müllverbrennungsanlage besichtigt? Ihr Deutschen kennt euch doch gut aus mit dem Verbrennen. [...] Bergen-Belsen?!"
Wenn ich sowas höre... da könnt'sch bleeede werden! Janna fands amüsant zu beobachten wie ich mich immer mehr über diese und weitere dumme Kommentare aufregte und Mühe hatte mich zurückzuhalten.
Lustig dagegen find ich ja sowas hier - vorausgesetzt man bringt es trocken und beledigend rüber ohne es ernst zu meinen:
I. zu K.: "Hast mal 'n Deo?"
K.: "Ja."
J. zu K.: "Benutz' es mal."
Jemand, der vor wenigen Wochen aus (un-)erklärlichen Gründen mein Interesse geweckt hat (welches in der Zwischenzeit wieder abgeklungen ist/war), wird mir übrigens immer sympathischer. Wäre irgendwie schön, ihn besser kennenzulernen. Aber dazu bin ich zu schüchtern. Wobei ich heut' schon ein paar nette Worte mit ihm ausgetauscht hab und ihm bei so'ner blöden Arbeit als Einzige freiwillig meine Hilfe angeboten habe. Hab' da keine Hintergedanken (wirklich nicht!), schließlich hat er 'ne Freundin. Mag ihn halt irgendwie.

Sonntag, Oktober 28, 2007

"Auf und davon"

Die Nase läuft, die Augen tränen. Ist doch unnormal wie sensibel ich manchmal reagier.
Gucke grad zum ersten Mal "Auf und davon" auf Vox. Neuseeland, Brasilien, Irland. Ich bewundere so junge Menschen, die für mehrere Monate den Schritt in ein neues Land und eine neue Familie wagen. Ich hätte das nicht gekonnt. Schon gar nicht mit 16! Selbst heute nicht. Das ist wirklich eine enorme Herausforderung und ich hoffe, dass ich eines Tages auch mal den Mut besitze, diese anzunehmen.

Fehlgriff

Statt zur herkömmlichen Florena-Bodylotion griff ich gestern aus Versehen zu Mamas Garnier BodySommer-Lotion. Und nun hab ich das Malheur: Sehe 'ner braungefleckten Kuh zum Verwechseln ähnlich...

"Coming out"

Nicht missverstehen. Es geht nicht darum, dass ich mich in der gestrigen Mädelsrunde (gezwungenermaßen) als "schwul" geoutet habe. Viel mehr um mein ewiges Singledasein und einer plötzlichen, längst fälligen, positiven Wendung - oder besser "Erkenntnis".
Jahrelang grübelte ich vor mich hin: "Seit 20 Jahren Single. Sind meine Ansprüche zu hoch? Mit mir stimmt doch was nicht. Das ist doch nicht normal oder?" Oh doch! Und wie! Ich fühl mich besser denn je, seit mir endlich die richtige Diagnose gestellt wurde: "Quirkyalone", unverbesserliche Romantikerin und Flaneur.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Alles begann mit diesem Buch. Manchmal kann ein Schnäppchen das Leben verändern - zumindest die Lebenseinstellung. Mir kamen beinahe die Tränen - vor Lachen Glück. Es war so unglaublich, mich in den zig beschriebenen Charaktereigenschaften wiederzuerkennen. Sachen, die man glaubte, nur selbst zu empfinden oder zu tun, und dann stellt man fest, dass es so viele andere Menschen gibt, die all das mit einem teilen. Es ist tatsächlich so als würde "einem eine schwere Last genommen".
Übrigens: vor dem zweiten Buch, welches ich auf dem Wühltisch erworben habe, wird eindringlichst gewarnt - solche Ratgeber können die Gesundheit eines Quirkyalones massiv gefährden. Wird also noch eine Weile im Regal verstauben müssen - bis das Glücksgefühl ein wenig verflogen ist (hoffentlich dauert es noch eine Weile an) und ich es mir vielleicht doch mal zu Gemüte führe.

Die Erkenntnis
"Plötzlich erkennen wir, dass wir es uns lieber zu Hause mit einem Buch gemütlich machen, als mit einem Mann auszugehen, der nur zweite Wahl ist. Von dem Augenblick an hören wir auf, krampfhaft nach einem Partner zu suchen."
Die Suche wird sowieso für viele, und zu denen zähle ich mich auch, durch Introvertiertheit und Schüchternheit erschwert. Ich kann nicht gerade von mir behaupten, es würde mir leicht fallen, die Initiative zu ergreifen. Umso mehr freue ich mich darüber, diesen Erwartungsdruck zunächst einmal über Bord werfen zu können.

Die Schattenseiten
"Je länger wir allein sind, desto größer werden die Ansprüche, die wir an einen potentiellen Partner stellen".
Tja, sowas bezeichnet man wohl als die Schattenseiten des ewigen Single-Daseins. Genauso wie die musternden Blicke des Gegenübers, wenn man ihm mitteilt, (seit langem) keinen Freund zu haben oder wenn man sich zum hunderttausendsten Mal anhören muss: "Jeder Topf findet seinen Deckel.".

Das Paradoxon
Nur weil man gern allein ist und sich allmählich mit dem glücklichen Single-Status zufrieden gibt, heißt das noch lange nicht, dass man Beziehungen komplett abgeschworen hat.

"Einerseits ist man glücklich und zufrieden, allein zu sein, andererseits sehnt man sich nach einer festen Beziehung. [...] Quirkyalones sind manchmal wie hin- und hergerissen zwischen der Sehnsucht nach einem Partner und der Erkenntnis, dass sie eigentlich gar keinen brauchen."

Die romantische Seite
Romantik ist an dieser Stelle nicht mit dem üblichen Kitsch zu verwechseln. Gemeint ist niveauvolle Romantik.

"Quirkyalones haben keine Lust sich mit irgendeinem x-beliebigen zusammenzutun, nur um nicht alleine zu sein. Stattdessen warten wir auf ein Wunder. Wir wollen unter Millionen den einen finden, der uns wirklich versteht."

"Quirkyalones hassen den gesellschaftlich verordneten Liebeskitsch. Stattdessen treten wir für [...] die große, wahre Liebe ein."

"Wir sind so romantisch veranlagt, dass wir in Herzensdingen einfach keine Kompromisse eingehen wollen. Wir suchen nach intensiven Glückmomenten, die man nicht nur zu zweit sondern auch allein erleben kann."

Der (potenzielle) Partner
"Quirkyalones wollen von Anfang an das Gefühl haben , 'das ist der oder die Richtige!'. Nur dann bekommen sie Herzklopfen oder fühlen sich verstanden. Andererseits stellt sich häufig erst mit der Zeit heraus, wie jemand wirklich ist. [...] Die Herausforderung besteht darin, sicher auf eine Beziehung überhaupt einzulassen. [...] Man weiß nicht genau, woran man ist, und das können Quirkyalones nur schwer ertragen. Wir wollen die Sache sofort geklärt haben - ja oder nein! - und machen einen Rückzieher, wenn es nicht gleich auf Anhieb klappt."

"Manchmal ist es schon fast absurd, wie schnell wir potentielle Verehrer von unserer Liste streichen. Eine Freundin meinte unlängst, für sie sei ein Kandidat bereits gestorben, wenn er nach der ersten Verabredung sagt. 'Wir telefonieren'[...]"

Ich werd' das Gefühl nicht los, dass ich diese Freundin war. Das optimale Mittel mich (unbeabsichtigt) in die Flucht zu schlagen!

"Wenn wir uns zu etwas zwingen, was wir rein gefühlsmäßig gar nicht wollen, bekommen wir leicht das Gefühl, im falschen Film gelandet zu sein. [...] Wenn Sie Beziehungen nur eingegangen sind, um endlich "normal" zu sein, sollten Sie diese umgehend beenden." Das schreib ich mir hinter mein Ohrläppchen.

Die Internetbekanntschaft
"Wir haben Vorurteile gegen Online-Dating [...] Da warten wir lieber auf ein Geschenk des Himmels, auf eine schicksalhafte Begegnung [...]"

Diese Vorurteile sollte man jedoch besser ablegen. Man weiß ja nicht, was man so alles verpasst. Es ist nicht zu empfehlen über eine Woche zu warten, während man ausschließlich über Internet/Telefon kommuniziert, ehe man sich endlich zu einem Treffen entschließt. Stimmt ja irgendwie, wobei es wirklich schwer ist, sich so schnell zu überwinden. Aber letztendlich ist es wohl die beste Herangehensweise. Was aber nicht heißt, dass ich mir das jetzt auf der Stelle zu Herzen nehme. Momentan bin ich ganz zufrieden - so (allein) wie es ist.

"Betrachten Sie die Sache wie eine Tombola: Die Anzahl der Nieten ist immer größer als die Anzahl der Gewinnlose."

Der Flaneur
Gerade wenn ich an den spontanen Ausflug nach Timmendorf denke, an das Glücksgefühl nach der Strandbekanntschaft, oder schlicht und einfach an einsame Spaziergänge, fühle ich mich darin bestätigt, in gewisser Weise auch ein Flaneur zu sein. Vor allem in der letzten Zeit fand ich gefallen daran, neue Leute kennenzulernen, beispielsweise über die Mitfahrerzentrale. Auch wenn dies wohl leider nur einmalige Begegnungen waren. Um wirklich allein zu verreisen und auf diese Art Kontakte zu knüpfen, fehlt mir jedoch noch ein gewisses Maß an Offenheit.

Die Heimlichen Single-Laster (HSL)
Das Radio laut aufdrehen, Nenas größte Hits in Dauerschleife hören und lauthals mitsingen... das ist nur eines meiner Singlelaster. Es gibt noch zig andere und es ist herrlich, die ein oder andere beschriebene Marotte bei sich selbst wiederzuerkennen. Und es sind größtenteils Dinge, die ich wohl nur mit mir selbst teilen kann. Über die ich selbst lachen kann und mir denke: "Oh mann. Gut, dass ich allein bin und mich niemand sehen kann."

14. Februar - International Quirkyalone Day
Ich hab's ja immer gewusst. Nicht ohne Grund verbrachte ich dieses Jahr schon den dritten Valentinstag in einer gemütlichen Mädelsrunde, die zu mindestens 50 % aus Singles bestand.

Höllische Nachbarn II

Sitz hier noch in Schlafanzug und Joggenjacke. Dummerweise bin ich in diesem Aufzug eben in den Keller gegangen. Und wer kommt mir sowohl auf dem Weg nach oben als auch nach unten entgegen?! Der neue Nachbar. Aus unserer Wohnung, speziell meinem Zimmer dröhnt auch noch in voller Lautstärke Nena.
Aber ich steh dazu! Jawohl! Und außerdem hat der eh Frau und Kind an der Backe. Letzteres ist eigentlich ganz niedlich - wenn er nicht ständig das ganze Haus zusammenschreien würde. Da bleibt mir ja gar nichts anderes übrig, dieses Gequengel mit "Feuer und Flamme" zu übertönen.

Von kuschelbedürftigen Hunden und Süßholzrasplern

Vorhin kam ich zu Janine. Mädelsabend. Doch die erste halbe Stunde interessierte mich das recht wenig. Fuchur (ihr Hund) ließ mich gar nicht zu den anderen aufs Sofa kommen und so machte ich es mir mit ihm auf den Fliesen bequem, um sein Kuschelbedürfnis ein wenig zu stillen.
Schweren Herzens musste ich mich dann doch von ihm trennen. Die Mädels ließen mir keine Wahl. Mäh.
Das Beste was mir - abgesehen vom Hund kraulen - in Erinnerung bleiben wird, ist Kot-Ullas Kommentar zur Musik eines... ähm ja... sehr gefühlvollen Künstlers: "Süßholzraspler". Ich würde seine "Sanften Taten" ja gern mal live erleben. Nur zum Spaß natürlich!

Engel & Joe

Das Buch ist definitiv besser als der Film. Und warf beim dritten Lesen so einige neue Fragen auf. Das einem das zuvor nie aufgefallen ist... merkwürdig.

"Vielleicht hätte sie gerne kurz in seinem Arm gelegen. Nur so. [...] Aber der Junge muss wohl noch geboren werden, der einen nur so in den Arm nimmt. Es sei denn, man kennt ihn schon hundert Jahre. Oder er ist schwul."

Erst dachte ich, ich könnte dieser Aussage ohne groß zu überlegen zustimmen. Aber letztendlich kam ich zu der Erkenntnis: Doch, solche Typen gibts. Sie sind nicht schwul und man muss sie auch nicht hundert Jahre kennen... dreieinhalb reichen. Trotzdem nicht das Wahre. Alles Mist.

"Vielleicht gibt es Liebe ohne dass man sich megamäßig verknallt."

Samstag, Oktober 27, 2007

Geteile Faszination

Lena arbeitet seit etwa einer Woche an der Tankstelle. Ich war Montag eine Stunde dort, Freitag fast eineinhalb. Zu Besuch versteht sich. Es ist so schön. Ich vermisse den direkten Kontakt zu den Kunden. Was mir aber noch viel mehr gefällt: Mich mit Lena über die dortigen Erfahrungen auszutauschen sowie über die sypmathischen Macken unseres Chefs (ja, für mich ist er immer noch "mein Chef").
Und was mich richtig freut: Sie hat mir bestätigt, dass er das gewisse Etwas hat. Sogar sie meinte sowas in der Art wie "wären wir ein bisschen älter..." Da war ich wirklich verblüfft! Ich hab noch nie jemanden gefunden, der meine Faszination (nicht mehr und nicht weniger!) für einen älteren Mann teilt.

Höllische Nachbarn

Unsere Nachbarn mit den beiden Kindern sind ausgezogen. Verdammt. Ich mochte die. Auch wenn ich nicht viel mit ihnen zu tun hatte. Und ich bin jetzt schon von den Neuen genervt: Im ganzen Treppenhaus stinkt es nach Zigarettenrauch (wenn nicht gerade eine Flasche Bier mit meiner Hilfe zu Bruch geht). Aber der Typ sieht irgendwie verdammt g...ut aus.

Och nöööö...

... ich mag es nicht in einem Supermarkt ausschließlich Alkohol zu kaufen. Nicht mal für mich! Aber das weiß ja keiner. Wie sieht denn das aus, wenn ich mit einem Sixpack Bier und 2 Packen Boonekamp im Fahrradkorb durch's Dorf radel?! Und gleich darf ich nochmal los, um Wein zu holen. Och nööö...
Noch weniger mag ich es aber, nach Hause zu kommen. Das Sixpack aus dem Korb zu nehmen, einen Knall zu hören und sofort zu wissen: Das war eine Flasche Bier. Bier stinkt! Im ganzen Treppenhaus! Och nööö...

U-Bahnmusikanten

Kannte ich bisher nur aus Paris. Folglich war ich mehr als erstaunt als ich heut' morgen den Klang eines Akkordeons auf der U-Bahnstation in Hannover vernahm. Ich folgte meinen Ohren. Blickte mich um. Und konnte keinen Akkordeonspieler entdecken. Doch immer wieder erklang ganz kurz diese Melodie. Schließlich lüftete sich das Geheimnis: Es kam aus dem Kinderwagen neben mir -ein kleines Kind mit einer Mundharmonika. Und ich bin drauf reingefallen. Fand ich sehr amüsant.

Streuner

Heute früh brachte ich Karl-Heinz zum Reifenwechsel. Auf dem Weg zur Bahn begegnete ich einem Hund. Er sah mich, kam auf mich zu, folgte mir. Dann schnupperte er etwas, ich ging weiter. Und er kam mir wieder hinterhergerannt. Der war so knuffig! Ich wollt' ihn mitnehmen. Aber er wollte dann wohl doch nicht mehr. Bin der Überzeugung, dass ich ihn letztens schon Nähe Uhlenhorst gesehen hab. Ebenfalls ohne Herrchen. Schicksal?!

Begegnungen in Leipzig (19. bis 21. Oktober)

Sylvia
Eigentlich begegnete ich ihr bereits in Hannover. Sie war meine Mitfahrgelegenheit. Total sympathisch. Unterhaltung über Ost/West. Probleme, Dialekte und falsche Vorurteile. Sie vertritt die Meinung, dass es auf einen selbst ankommt wie andere Menschen einem selbst begegnen. Scheine sehr offen rüber gekommen zu sein, denn sie begegnete mir ebenso aufgeschlossen.
In ihrer Gegenwart fühlte ich mich nicht wie ein dummes Blondchen. Im Gegenteil. Es wurden schließlich Themen angesprochen, die mich interessieren. Da konnte ich mich einbringen. Nicht nur, was die Überbleibsel der DDR angeht - ich war zum Beispiel erstaunt darüber, dass ich noch wusste, um was es bei der ersten gestellten Millionenfrage bei Günther Jauch ging. Sie erinnerte sich sogar noch an die Frage.
Und ich steh’ total drauf, wenn man den östlichen Ursprung noch einen Tick heraushört. Da hat man bei mir automatisch ein Stein im Brett.

Ramid (oder so ähnlich)
Beifahrer von Sylvia. Marrokaner. Seit drei Jahren in Deutschland. Spricht (hoch-)deutsch mit französischem Akzent, was ihn stört. Mich aber nicht, gut verständlich. Im Gegensatz zu mir ist er auch noch der sächsischen Sprache mächtig. Das klang sowas von authentisch. "Fährst du nach Leipzig oder Leiiipsch?", "Fahr'n wa heeeeme", "Günddooar - die Kindoooar sind doooar." So geil! Wirklich! Ich dachte nur *mimimimimi*! Und tolle Augen hatte er. Und überhaupt. Hach! Ein Marrokaner, der sächseln kann... das erlebt man nicht alle Tage. Die Mitfahrerzentrale ist doch echt eine tolle Erfindung.

Freundliche Verkäuferinnen
Eines vorweg: Der erste Laden, den ich am Leipziger Bahnhof betrat, war auch der, in dem ich letztendlich - nach wochenlanger Suche - eine Winterjacke fand. Frieren tu’ ich trotzdem noch.
Ich freu mich ja wirklich immer über freundliche Verkäuferinnen. (Die es übrigens sowohl in Hannover auch in Leipzig gibt - nur begegnen sie mir in meiner Geburtsstadt öfter.) Aber: Ich kann nicht "Nein" sagen. Ich hab ein fürchterlich schlechtes Gewissen, wenn ich sagen muss: "Nein, die Jeans doch nicht." So zog ich diesen Satz ewig vor mir hin, probierte eine Jeans nach der anderen an, ließ mich beraten ohne Ende - um dann glücklicherweise doch "Nein" zu sagen.

Akkordeonspieler
Es ist so toll im Dunkeln durch Leipzig - oder eine beliebige andere Stadt - zu irren und dann Melodien eines Akkordeons zu vernehmen. Dann geht man noch ein Stückchen weiter und entdeckt Schokoäpfel. Würd' ich mir – meinen Zähnen zu Liebe - nicht unbedingt kaufen, aber trotzdem war es ein schönes Gefühl. Sowohl Freitag als auch am Samstag ging ich durch die Stadt und sehnte mich unheimlich nach Weihnachtsmarkt. Hat alles gepasst. Die Stimmung, die Temperatur... nur der Weihnachtsschmuck, die Musik, die Stände fehlten.

Buchläden
Eigentlich wollt ich Freitag abend noch weiter shoppen gehen, sprich nach Klamotten gucken - auch wenn ich meine gewünschte Winterjacke bereits "käuflich erworben" hatte. Doch der erste Buchladen machte mir einen Strich durch die Rechnung.
Ich steuerte direkt auf den Wühltisch zu und kam nicht umher, den Blick auf folgenden Titel fallen zu lassen: "Singles aus Leidenschaft". Der Klappentext passt exakt auf meine momentane Stimmung: "[...] Herzliche Absage an den Pärchenwahnsinn. [...] Singles genießen es, allein zu sein. Sie haben nichts gegen Liebe [...], nur brauchen sie zum Glück keine nervtötenden Beziehungen." Muss ich haben, dachte ich, wollte zur Kasse, als direkt darunter ein Buch mit folgendem Klappentext zum Vorschein kam: "Lang genug Single, Lust auf die große Liebe?[...]für bindungswillige Männer und Frauen." Dieser widersprüchlichen Kombination konnte ich nun wirklich nicht den Rücken kehren - bei je 1,99 € kann man ja auch nicht viel verkehrt machen. Ich kann mich immer noch drüber kaputtlachen.

Gitarristen
Neben dem Akkordeonspieler fanden auch noch andere Straßenmusiker mein Gehör. Wie zum Beispiel der Gitarrist der vor H&M unter anderem "Wonderwall" sang. Wunderschön. Ich liebe das. Nur leider finde ich in Hannover nie die Ruhe und Zeit, mich da wirklich mal ein paar Minuten hinzustellen, um zu lauschen. Selbst in Leipzig kommt man sich irgendwann dumm vor, wenn man da die ganze Zeit allein wie bestellt und nicht abgeholt rumsteht.
Genial war es damals mit Katrin S. auf der Bank in der Georgsstraße vor Deichmann. David Angelo. So einen Abend würd' ich gern nochmal erleben. Nächsten Sommer vielleicht...

Nummer Eins
Meine Nummer Eins war ja ganz stolz auf sich! Hatte nämlich ein Geschenk für mich. Ein Poloshirt mit Schafaufdruck. Als ich ihm sagte, er sei nicht der erste mit dieser Idee, wirkte er leicht bedrückt. Aber sein Shirt ist auch richtig toll! Das Schaf ist so knuffig! Er plant daraus eine Serie zu machen und bin die Erste, die es tragen (und dafür werben) darf - jaha, den ersten Interessenten gibt es schon: Klein Maria.

Klein Maria
Ist ja wirklich eine Liebe. Dann, wenn sie deine Hand nimmt, dich (überraschend) drückt, ein Küss'chen auf die Wange gibt, dir die halbe Portion Ketchup auf dein neues Fleeceshirt spritzt. Aber auf die Dauer... wirklich nervtötend. Wenn sie nicht ihren Willen kriegt, kann sie ziemlich bockig werden. Wahrscheinlich waren/sind wir alle so.

Ziege
Den Streichelzoo ließen sich Theresa und ich uns nicht nehmen. Auch wenn nur eine einzige Ziege zu streicheln war. Eine Gruppe Jugendlicher beobachtete uns amüsiert. Schließlich wollten wir wieder gehen, öffneten die erste Tür und was macht die Ziege! Sie rennt raus. Gab zum Glück noch eine zweite Tür, aber trotzdem... mussten wir sie halt erstmal wieder reinscheuchen. Das war - neben den Affen - das Erlebnisreichste am Zoobesuch.

Affen
Das Beste an jedem Zoobesuch. So menschlich. So unterhaltsam. Und so angriffslustig. Wollten gerade gehen als wir einen Affen entdeckten, der so vor der Glasscheibe saß. Andere fütterten ihn - ich blieb misstrauisch in sicherer Entfernung. Irgendwann kam zufällig ein Pfleger vorbei. Wollte ihn wieder zurücktreiben. Der Affe ist ihm beinahe ins Gesicht gesprungen und hat ihn böse angefaucht. Hilfe!

Junge Eltern
Wahnsinn wie viele junge Eltern mit im Zoo begegneten. Hielt es erst für ein Leipziger Phänomen, aber Lena meinte, dass sie in Hannover ähnliche Erfahrungen gemacht hätte.

Japaner
En masse.
Auf dem Leipziger Hauptbahnhof. Hübsch. Dünn. Top gestylt - wenn auch nicht meinen Geschmack treffend. Akzentfreies Deutsch sprechend.

Klofrau bei Mäcces
Ich hatte eine nette Unterhaltung mit der Klofrau von McDonalds. So erfuhr ich, was all die jugendlichen Japaner hier machten. War wohl so ein Treffen, zu dem viele Japaner aus ganz Deutschland angereist waren. Gab auch Ärger mit ein paar Deutschen, die die angemacht haben.

Deutsche
Weiß nicht, ob es (Möchtgern-)Nazis waren. Jedenfalls war es mit einem Mal ziemlich laut im Bahnhof. Gebrüll. "Raus hier." Polizisten schauten in einer Seelenruhe hinterher - dürfte also nichts dramatisches passiert sein. Vielleicht aber doch. Zumindest kam keine fünf Minuten später ein Krankenwagen in die Bahnhofshalle gefahren.

Lena
War zwar nicht direkt in Leipzig, aber am Telefon. Dreieinhalb Stunden lang. Wie wir das geschafft haben?! Hab ich mich auch erst gefragt, aber dank "Männer sind Schweine" war erstmal für Gesprächsstoff gesorgt. Tat mal wieder sehr gut, auch wenn ich immer müder und müder wurde.

Plain White T's
Hörte ich mindestens fünfzehn Mal an diesem Wochenende. Allein dreimal lief das Video während ich mit Lena telefonierte.

Daniela
Mitfahrgelegenheit auf dem Rückweg. Ganz sympathisch. Selbstständig. Ursprünglich aus Dresden. War auf dem Weg nach Emden, um dort ein Seminar zu geben. Zu welchem Thema?! Photoshop! Ihr Lieblingsprogramm! Schade eigentlich, dass sie Auto fahren musste...

Freitag, Oktober 26, 2007

Ich lebe noch.

Im Gegensatz zu meiner Fritzbox. Sitze hier grade im Internet-Café: 1,30 € für 39 Minuten.
Wollt eigentlich nur sagen, dass es mir gut geht. Der Eintrag über ein paar tolle Tage in Leipzig wird wohl irgendwann folgen... oder auch nicht. (Ja, Steff. Die Internetverbindung wurde getrennt ehe ich fertig war. Ärgerlich. Hab den Text aber noch auf dem PC gespeichert)

Donnerstag, Oktober 18, 2007

Der letzte Moment.

Manchmal, in Momenten, in denen ich wirklich glücklich bin, beschleichen mich komische Gedanken. Eben zum Beispiel. Ich fuhr mit Karl-Heinz auf der L190. Radio an. Pfeifend. Singend. Und dann: Was wäre, wenn... du in deinem Übermut mit zu hohem Tempo in die Todeskurve reinfährst? Oder ein anderer. Wenn du einfach nur wegrutschst...
Die Menschen, die dort oder an anderen Stellen umgekommen sind, haben in diesem Moment sicher auch nicht damit gerechnet. Vielleicht waren sie auch glücklich. Gerade auf dem Weg zu einem Freund oder einer Freundin. Lebensfroh. Und dann... wurde dem ganzen ein plötzliches Ende gesetzt.
Mit solchen Gedanken schafft man es das gute Gefühl zu vertreiben. Man wird nachdenklich. Den Tränen nah. Tritt automatisch auf die Bremse. Wird aufmerksamer. Und hofft, dass dieser Tag noch nicht der letzte war.

Feierabend

Ein langer Arbeitstag. Wenn auch nicht so lang wie sonst. Je mehr Arbeitstage ich hinter mich bringe, desto stärker machen sich die Rückenprobleme bemerkbar. Ich will auch so'ne Job-Masseuse wie Jenny hat!
Na jedenfalls bin ich fertig, will eigentlich nur noch auf's Sofa. Gehe mit sehr schnellen Schritten nach Hause. Erstens, weil es kalt ist. Und zweitens, weil ich weiß, dass zu Hause ein Paket auf mich wartet. Pustekuchen!
Im Briefkasten steckt ein netter oranger Zettel, der signalisiert: "Holen Sie ihr Paket doch bitte ab morgen um 9 Uhr in der Fililale in Mellendorf ab!" Mellendorf?! Ich bin total entsetzt, vermute mich verguckt zu haben, blicke nochmal drauf: Tatsächlich - Mellendorf. Klasse. Die Bissendorfer Filiale hat nun also endgültig geschlossen.
Glücklicherweise kam meine Mama gleich mit der nächsten S-Bahn. Ich schnappte mir das Auto. Fuhr mit leeren Händen Richtung Mellendorf. Kam mit leeren Händen zurück.
In Bissendorf wäre mir das nicht passiert. Da hätte das Paket, das ich erst morgen abholen soll, schon heute abend bereit gestanden. Mäh! Ich brauch doch ein neues Buch. Ich schaffe es doch niemals 140 Seiten bis Mittwoch hinzuziehen.
Auf dem Rückweg meinte man es auch nicht gut mit mir. Stucke-Kreuzung. Erst rot. Dann grün. Doch als fünftes Auto in der Linksabbiegerspur schaffe ich es natürlich nicht mehr rum: Wieder rot.
Bahnübergang Wennebostel. Rot. Etwa die Zwanzigste in der Schlange. Die S-Bahn kommt. Die Schranken gehen hoch. Die Autos kriechen im Schneckentempo vor sich hin. Und wieder rot. Regionalbahn. Ah! Ich hätte ausrasten können.
Dreiviertel Stunde meiner kostbaren Zeit verschenkt! Für nichts und wieder nichts! Na ja, nicht ganz: Ich habe für einen Igel gebremst. Und plötzlich war mir die Post egal. Es ist so ein tolles Gefühl mit dem Auto auf der Straße stehenzubleiben und darauf zu warten, dass der Igel endlich die andere Straßenseite erreicht hat.

Mittwoch, Oktober 17, 2007

Wie das [sonst nie] ist...

16:56 steige ich in Hannover-Laatzen in die Straßenbahn. 17 Minuten bis zum Hauptbahnhof. Mit der Tatsache, dass ich die 17:11er-Bahn nicht mehr kriege, habe ich mich längst abgefunden.
Vier Stationen vor dem Ausstieg. Meine Mama ruft an. Sie steht auf Gleis 2. 5 Minuten Verspätung.
Ich renne nicht zum Zug, gehe aber zügig und rege mich innerlich über die Leute auf, die sich mir in den Weg stellen. Die Rolltreppe zum Gleis 2 habe ich erreicht. Ich höre das S-Bahn-Geräusch. "Nein..." Doch. Aber es ist ein einfahrender Zug. Ich bin so aus dem Häus'chen. Kann keinen klaren Gedanken fassen. Die Bahn fährt ein und dennoch habe ich das Gefühl mich beeilen zu müssen.
Die Folge: Ich stolpere die Rolltreppe hoch. "Aua." Und lache. Denn sowas kann wirklich nur mir passieren.

Dienstag, Oktober 16, 2007

Wie so'n Kleinkind...

... quengelte ich grad rum. Warum? Ich wollte auf den Crosstrainer (ja, ihr habt richtig gelesen - Samstag habe ich mich endlich überwinden können), ging in mein Zimmer, an meinen Kleiderschr... ähm an dieses komische Gestell, fasste ins unterste Fach und fand: Nichts!!! Zumindest nicht das, wonach ich suchte. Ein schriller Schrei schoss durch alle Zimmer: "Mamaaaaaaaa!"
Sie hat es tatsächlich getan! Als wäre es nicht schon genug, dass sie sich weigert sie zu waschen! Aber nun hat sie zum letzten Mittel gegriffen: Sie hat meine liebste, meine herzallerliebste Jogginghose in den Altkleidermüll gepackt!
Sie war kaputt, ja. Sie war sogar sehr kaputt, okay. Sie war im Grunde reif dafür in den Müll gesteckt zu werden, ich geb's zu. Aber... Mäh... ich mochte das tennisballgroße Loch am Knie, den Fetzen, der herunterhing und den ich, wenn mir langweilig war, nur noch weiter einriss (tolles Geräusch!).
Nun habe ich nur noch meine schöne, "dorffeine", neue (vom letzten Weihnachten) Jogginghose. Die soll so bleiben. So makellos. Die hat das "Zum Kochen und Rumsauen nicht geeignet"-Siegel. Mäh... Ich will meine Schlabberhose zurück... aber das Einzige, was mir bleibt, ist die Erinnerung:

Hard-Boiled, Hard Luck II

Nachdem ich dieses Buch letztes Jahr geschenkt bekommen habe, habe ich es soeben zum zweiten Mal zu Ende gelesen - diesmal in gerade mal zwei Tagen (6x 20 Minuten). Und es ist schön. So wunderschön. Speziell die Geschichte "Hard Luck".
Ist es nicht verwunderlich? Dass dieses Buch meinen Geschmack getroffen hat, obwohl zwischen der, die es ausgesucht hat, und mir eine tiefe Abneigung herrscht?!

"Bei mir hat Liebe immer viel mit Unvorhersehbarkeit zu tun. Ich mag einfach Männer, die mir oft genug Anlass geben zu denken: Wie kommt er bloß ausgerechnet in einem derartigen Moment auf so was?"

Wie das immer so ist.

Letzte Woche.
Montag. 17:07 Uhr. U-Bahnstation Kröpcke. Ich renne. Zum Hauptbahnhof. Ich will die 17:11er-Bahn kriegen.
17:11 Uhr. Ich erreiche den Bahnsteig. Die Bahn fährt. Kreislaufkollapsgefahr.
Dienstag. 17:09 Uhr. U-Bahnstation Hauptbahnhof. Ich renne. Zum Gleis 2. Ich will die 17:11er-Bahn kriegen.
17:11 Uhr. Ich erreiche den Bahnsteig. Die Bahn fährt. Kreislaufkollapsgefahr.
Diese Woche.
Dienstag. 16:59 Uhr. U-Bahnstation Hauptbahnhof. Ich schlendere. Zum Gleis 2. Ich will die 17:11er-Bahn kriegen.
17:11 Uhr. Ich stehe seit fünf Minuten auf dem Gleis. Die Bahn fährt. Zehn Minuten später.

Sonntag, Oktober 14, 2007

Ich hab da so'n Problem...

Das kümmert mich extrem:
Samstag, 20. Oktober 2007, Leipzig: 8°C
Und ich ohne Winterjacke... im Zoo.

Glennkill (Leonie Swann)

Dank Glennkill habe ich nun endlich den Beweis: Ich bin ein Schaf. Durch und durch:
"Unmögliche und verwirrende Dinge sollte ein Schaf am besten so schnell wie möglich vergessen, bevor ihm die Welt unter den Hufen durcheinander geriet. [...] Schafe sind normalerweise kein geschwätziges Volk. [...] Aber alle Schafe schätzen gute Geschichten. Am liebsten hören sie nur zu und staunen - auch deshalb, weil man gleichzeitig zuhören und kauen kann."
Auch wenn es um Schafe geht, war ich während des Lesens gelegentlich geneigt, das Buch zur Seite zu legen. Der langatmige Schreibstil (meine Meinung) war Schuld, aber: "Alle Geschichten haben ein Ende! Es nützt nichts, das Buch in der Mitte wegzuwerfen, nur weil man etwas nicht versteht."
Und das war gut so! Denn die letzten hundert Seiten waren tatsächlich noch einen Tick unterhaltsamer, sodass ich gleich mal meinen Sonntag abend dafür opferte. Vielleicht legte ich dieses Tempo aber auch nur deshalb vor, weil ich es kaum erwarten konnte, dass es endlich ein Ende hat?!

"Die meisten Menschen zögern, bevor sie ihre Wege verlassen. Misstrauisch sind sie und zartpfotig, als wäre der Boden voller Stolperlöcher, und ihre ersten Schritte sind wie im Schlamm."

Vererbungssache

Um nochmal auf das gestrige Thema zurückzukommen: Das Einzige, was mir an meinem Vater fehlt, ist wohl sein Wissen. Ich würde behaupten, dass er ein breites (politisches und geschichtliches) Allgemeinwissen hatte.
Manchmal, als er noch in der Nähe wohnte, habe ich mich bei dem Gedanken erwischt, mich ab und zu mit ihm zu treffen, nur damit er mir ein bisschen was erzählen kann. Mir fällt es schwer, selbstständig ein (Lehr-)Buch in die Hand zu nehmen. Lieber lasse ich mich durch Zuhören belehren. Ich glaube, es war wirklich interessant ihm zuzuhören. Erstaunlich, was er alles wusste - wo er doch seit Jahren ausschließlich die Bild liest...
Jedenfalls ärgert es mich, dass ich all diese schlechten Sachen von ihm geerbt habe ("befleckten" Vorderzahn, Finger, hohe Stirn, komischer Gang) anstatt dass ich mal diesen Wissensspeicher in mir wiederfinden kann. Vielleicht ist es aber auch besser so. Denn neben enormem Wissen spukt es im Gehirn dieses Mannes nur so vor Unsinn und Lügen. Da ziehe ich wohl doch eher optische Mängel vor...

Samstag, Oktober 13, 2007

Ich will mich verändern

"Dummes kleines Blondchen." Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Beschreibung genau auf mich passt. Manchmal. Dann, wenn ich ein bisschen länger beim Nachdenken brauch. Dann, wenn man sich wieder über die "kleene Abiturientin" amüsiert.
Es gibt aber auch Situationen, wo ich mir an den Kopf fasse, wie dumm sich manche Leute anstellen. Dann bin ich froh, dies bemerkt zu haben und demzufolge offenbar nicht so dämlich zu sein.
Nichtsdestotrotz gibt es genügend Situationen in denen ich mich unglaublich blond fühle. Was könnte man dagegen tun?! Ich könnte endlich mal das "Coloeur Experte Hellbraun" auf meinen Schopf anwenden, das seit Wochen unter meinem Schreibtisch verstaubt. Werde ich demnächst wohl auch tun, aber von einer äußerlichen Farbveränderung allein verschwindet nicht die innere Blondheit. Vielleicht ist dieser Begriff aber auch ein bisschen unglücklich gewählt. Denn was ich darunter verstehe, ist viel mehr als nur "Dämlichkeit".
Beim Abigottesdienst teilte uns der Pastor mit, dass wir mit dem Abitur beziehungsweise nach dreizehn Jahren Schulbank nun das breiteste Allgemeinwissen vorweisen könnten. Ich hab alle möglichen Suchmaschinen in meinem Gehirn aktiviert, doch ich kann es nicht finden - könnte mir mal jemand den Link geben?!
Eigentlich soll es hier um mich gehen und nicht um das niedersächsische Schulsystem oder die Lernmethoden der GM-Lehrer. Ich möchte eigentlich nicht andere dafür beschuldigen, dass ich keinen Einser-Schnitt sondern eben nur einen 2,6er erzielt habe. "Jeder ist seines Glückes Schmied." Doch ich muss sagen, dass man in Sachsen-Anhalt eher auf das "für's Leben lernen" hingearbeitet hat.
Unangekündigte Leistungskontrollen. Was gibt es schlimmeres für einen Schüler? Am GM erlebte man sowas vielleicht in sieben Jahren maximal sieben Mal in Form von unangekündigten Vokabeltests. Manchmal wollten die Lehrer einen auch nur schocken und sammelten letztendlich eh nicht ein. Die Folge dessen: Man lernt nicht für das Leben sondern bestenfalls für die Klausuren.
Hat man aber jeden Tag auf's Neue zu erwarten, dass der Lehrer das gestern Gelernte abfragt, entwickelt man eine ganz andere Lernmethode. Man wiederholt die erhaltenen Informationen tagtäglich. Damit setzt sich das Wissen viel eher fest. Das ist nun meine Meinung und es gibt sicherlich auch Leute, die trotz Leistungskontrollen über Jahre hinweg fünf Minuten vor der Klausur lernten.
In der Sekundarstufe hatte ich durchweg nur Einser-Schnitte. Auf dem Gymnasium kam dann die Ernüchterung. Jahrelang habe ich um einen guten Schnitt gekämpft, musste mich am Ende mit 2,6 zufrieden geben. War ich letztendlich auch, aber momentan denk' ich mir halt wieder: "Das hätteste besser gekonnt." Wirklich?!
Allgemeinwissen war das Stichwort. Gestern liefen Radionachrichten. Und ich stellte mal wieder fest, dass ich momentan so gar keinen Schimmer vom aktuellen Weltgeschehen habe. Als Politik-LKlerin hab ich mich irgendwie so durchgeschummelt. Habe gelernt, was ich sollte. Für die Klausur eben. Hab mir Zeitungsartikel durchgelesen (oder auch nur ausgeschnitten), die für das Thema relevant waren. Nur das Nötigste, wenn überhaupt.
Und nun steh' ich da. Keine Ahnung. Von Nichts. Was wenn mich nun jemand nach der "politischen Lage in Lateinamerika" befragen würde?! Großes Loch in meinem Kopf. Gut, man muss auch nicht über alles Bescheid wissen.
Aber ich möchte mich nicht länger so ahnungslos fühlen wie ich es momentan tue. Ich möchte über das Allgemeinwissen verfügen, das man uns "versprochen" hat. Mir meine eigene Meinung bilden. Selbst wenn die keinen interessiert. Ich möchte einfach die Möglichkeit haben, mitreden zu können - ob ich es am Ende auch tu, ist vorerst zweitrangig.
Um meinem Ziel wenigstens ein Stückchen näher zu kommen, habe ich mir vorgenommen mir mindestens einmal die Woche die Frankfurter Rundschau zu holen - Gutscheine habe ich ja noch genug. Wäre zumindest schon mal ein Anfang.
Es geht mir jedoch nicht ausschließlich um das Allgemeinwissen oder vielmehr Interesse für aktuelle politische/gesellschaftliche/weltliche Themen. Mit dem Beginn der Ausbildung hatte ich mir vorgenommen, zu zeigen, dass ich es drauf habe. Für mein Abitur wird sich später niemand interessieren, umso mehr für den Abschluss meiner Ausbildung. Und was hab ich bisher dafür getan?! Nichts!
Wir hatten Seminare. Habe ich die Themen und Fachbegriffe zu Hause wiederholt?! Nein. Sitzen die englischen Redewendungen für Geschäftsbriefe? Nein. Bin ich in der Lage selten angewandte Kniffe aus Word oder Excel zu nutzen ohne nochmal nachzuschlagen?! Nein.
Ich mache also genau so weiter wie bisher. Das muss sich ändern. Ich möchte das Wissen speichern können wie ich es früher konnte, nur noch einen Tick langanhaltender. Ich möchte Neugier und Interesse zeigen, Fragen stellen.
Das Problem ist: Diese Unlust. Ich kann mir so viel vornehmen, aber scheitere an der Umsetzung. Beispielsweise nehme ich mir seit Montag (oder noch viel länger) vor nach der Arbeit auf den Crosstrainer zu gehen - wenn ich mich schon nicht für's Joggen motivieren kann. Hab ich bis jetzt noch nicht gemacht. Genauso geht es mir mit den Seminarunterlagen und überhaupt dem schon seit Wochen vorgenommenen Aktensortieren. Für heute habe ich mir zum Beispiel vorgenommen kaufmännische Begriffe durchzulesen und - idealerweise - zu lernen. Stattdessen sitz' ich hier und schreibe darüber, was ich alles machen müsste, statt es einfach zu tun!
Wie man sieht, liegt ein langer Weg vor mir und langsam sollte ich ihn erhobenen Hauptes betreten - ehe es (schon wieder) zu spät ist. Denn genau so wenig wie man die Zeit zurückdrehen kann, kann man sie auch nicht anhalten.

Gedächtnislücken

Zur Zeit ist es echt schlimm. Ich vergesse. Nicht vollkommen. Nur in Bruchstücken. Man erzählt mir was. Ich frag etwas nach, was mir nicht geläufig ist und indem man ins Detail geht, kommt die Erinnerung wieder zurück. Jedoch erst, wenn man mir auf die Sprünge hilft. Ist mir schon sehr unangenehm. Denn das, was man mir gerade berichtet, hat man mir schon mal erzählt. Vor ein paar Stunden, Tagen, Wochen. Das soll aufhören. Vielleicht sollte ich anfange, Ginseng zu nehmen?!

Wie ein Bauer

So charakterisierte meine Mama gerade mein Auftreten. Ja, tut mir leid. Aber warum sollt' ich mich großartig chick machen, wenn ich nur mal eben ins Dorf will?! Hab sogar meinen guten Jogginganzug gegen den absoluten "Schlabberlook" getauscht. Vorbildlich, oder?!

Freitag, Oktober 12, 2007

Männer sind wie Winterjacken...

Kam mir heute so in den Sinn als ich mich zum dritten Mal (mindestens) erfolglos auf die Suche begab. Die, die einem optisch positiv ins Auge fallen, wollen einfach nicht zu einem passen.
Ich seh' mich schon im tiefsten Winter wie so'n geschorenes Schaf (was besseres fiel mir grad nicht ein - aber passt ja) frieren.

Mittwoch, Oktober 10, 2007

Völlig durcheinander.

Was für'n Tag. Vorhin ging ich zu Karl-Heinz, der seit neun Stunden einsam und offen am Bahnhof stand. Ich bin unschuldig! Dann bin ich gefahren. Brillenlos. Führerscheinlos. Total vergesslich. Hab, glaube ich, einem die Vorfahrt genommen. Fuhr volle Kanne gegen den Bürgersteig. Total verplant. Rückwärts einparken ging auch voll nicht. Was aber auch an den zig Autos lag, die an mir vorbeifuhren. Die Gänge wollten nicht so wie ich. Ebenso wenig wollte der Einkaufswagen meinen Chip annehmen. Lenken ließ er sich schon gar nicht.
Das ist aber noch nicht alles. Ich wollte mir Züge für Leipzig raussuchen. Nächste Woche! Was gebe ich ein: 12.10.2007. Ich ging fest davon aus, dass es diese Woche endlich soweit wäre. Total durcheinander. Ist nun eh egal. Selbst nächste Woche kann ich den Super-Sparpreis vergessen. Muss wohl wieder die Mitfahrzentrale herhalten müssen. Bin doch ein armer Azubi...

Immerhin hatte ich an der Supermarkt-Kasse wieder was zu lachen:
Kassierer zum Kunden: "Ist das 'Birne Forelle'"?
Kunde [empört]: "Das ist eine Birne!"
Hätte auch von Loriot kommen können.

Sonntag, Oktober 07, 2007

"Liebe ist Scheiße"

Die Sendung mit der Maus klärt über die Liebe auf... Muss das sein?! Ich dachte, ich guck nicht richtig. Nicht mal in einer Kindersendung bleibt man von diesem deprimierenden Thema verschont. Auch wenn Klaus meinte, es sei Bildungsfernsehen für Erwachsene.
Damit hat er wohl gar nicht mal so unrecht. Jedenfalls fielen da so schlaue Sätze wie "Liebe ist wichtiger als eine Goldgrube" und mein Favourit: "Liebe ist scheiße."
Alles in allem wurde ich nach anfänglicher Kritik eines besseren belehrt: Das war wirklich ein gelungener Beitrag. Sogar auf gleichgeschlechtliche Beziehungen wurde eingegangen: "Auch Mädchen und Mädchen können sich lieben".

Danke, ich hab euch auch lieb.

Ich dachte wirklich, es geht mir gut. Ich war wirklich dabei, die Einstellung zu bekommen, dass Single sein gar nicht so schlecht sei und dass ich da drüber stehen kann. Kein Grund mehr sich weiter über die "Einsamkeit" zu beklagen. Drei Tagen bei meiner schrecklich netten Familie haben diese (positive) Entwicklung jedoch wieder zunichte gemacht.
Danke an die Neue meines Cousins, die sich noch vor der Frage nach meinem Alter erkundigte, ob ich einen Freund hätte. Ist das wichtig? Als wäre es ein Statussymbol mit dem man sich schmückt und nach dem man beurteilt wird.
Immerhin machte sie mir ein Kompliment: "Sieht man [dass du nicht rauchst] Weil du schöne Haut hast"... Okay, hab ich zwar noch nicht gemerkt, aber danke...
Nach diesen netten Worten erreichte meine Oma, dass mein Selbstwertgefühl gleich mal wieder in den Keller sank: "Streck deinen Po nicht so aus. [...] Ganz schön fetten Hintern hast du." Danke, sehr charmant. Ich musste mich wirklich zusammenreißen. Danach ging ich erstmal eine Runde spazieren und gab mir eine Überdosis Wohlstandskinder ("Für Recht und Ordnung" - perfektes Album bei aufgestauten Hassgefühlen), um meine Wut nicht an meinen Mitmenschen auszulassen.
Danke an meine Freundin aus Sekundarschulzeiten, mit der ich mich nach Jahren zum Eisessen verabredete. Das Entsetzen darüber, dass ich immer noch keinen Freund hatte, konnte sie auch nicht mit ein paar gut gemeinten, vermeintlich aufbauenden Worten vertuschen. Damit verschlimmern die Leute es nur noch.
Gestern wollten meine Tante und Klaus allein sein. Hätten sie mir auch direkt sagen können. Wäre ich freiwillig ins Bett oder zu Oma. Stattdessen beauftragten sie seinen Sohn, mich zu überreden mit ihm in die (Assi-)Disco zu kommen (Tante: "Wenn du es schaffst sie zu überreden, spendier ich dir den Abend.") Sorry, Argumente wie "Wenn man sich volllaufen lässt, macht es Spaß. [...] Alkohol ist doch nicht schlimm. [...] Ich zeig' dir heute mal ein paar alkoholische Getränke, die wirklich lecker schmecken." wirken nicht wirklich überzeugend auf mich.
Mit einem Mal gewann ich meine Blockkünste wieder zurück und so ließ ich ihn gehen. Brauch das echt nicht. Ich meine, ich kannte ihn grad mal zehn Minuten und soll schon mit ihm und seinen Freunden auf die Piste?! Und soll ihm zugucken wie er sich volllaufen lässt?! Nein, danke.
Danke auch an die ganze Familie, die beim heutigen Frühstück das Sahnehäuchen setzte. Als meine Oma erfuhr, dass ich gestern eigentlich mit Klaus' Sohn auf die Piste sollte, meinte sie [für mich Partei ergreifend]: "Och. Sie hat doch noch Zeit. Das ist doch noch zu früh." Was auch immer sie meinte...
Meine Cousine [entsetzt]: "Sie ist 20!"
Meine Oma: "Na ja, hat doch noch nichts versäumt."
Meine Cousine zweifelnd/abwertend/viel sagend: "Na ja..."
Danke, ich hab euch auch lieb.

"Es tut so weh dir zu zuschauen,
man versucht deinem Leben einen Sinn zu geben.
Und der Kalender hinter dir
ist schon 20 Jahre alt.
Es sieht so aus als rast die Zeit
Ohne Halt. [...]

Was du in deinem langen Leben schon erreicht hast,
ist nicht viel
Du hast Angst vor neuen Dingen,
weil du das Fremde nicht kapierst[...]

Ist es wirklich so spät
bist du denn schon so weit
musst du wirklich schon gehen -
ja ich hab doch noch Zeit
Und werd es besser tun als Du.

Was du verpasst und ignorierst,
holst du nie wieder ein.
Rennst mit Scheuklappen durchs Leben.
Deine Welt sie ist so klein.
Alle Triebe und Gefühle unterdrückst du wie den Schmerz,
der sich von innen langsam hoch frisst
bis zum Herz."

(The Wohlstandskinder - "Konservativ")

ZDF - Zahlen Daten Fakten

Wir Frauen sind doch wirklich komisch. Da hör ich mal zwei Tage nichts von ihm und schon beginne ich mir Sorgen zu machen und ihn (ein klitzekleines bisschen) zu vermissen. Aber das ist gut. Lieber nichts von ihm hören und fühlen als genervt von ihm zu sein.
Freitag hat man mich in der Firma über das ZDF-Prinzip aufgeklärt. Zahlen, Daten, Fakten. Es interessiert nicht das "Es könnte ja sein...". Hab das gleich mal auf mein Leben übertragen und mir vorgenommen, nicht irgendwelche Spekulationen anzustellen, ehe man mir direkt sagt, was Sache ist. Dann kann ich immer noch "Nein" sagen und einen Rückzieher machen. Wenn ich das dann noch will. Anne meinte im Sommer zu mir, dass sich Gefühle auch entwickeln können (Ja, ach...) selbst wenn man dies nicht vom ersten Augenblick an spürt.
Und selbst wenn das in diesem Fall nicht zutrifft, werde ich einfach die Zeit genießen. Solange bis er sagt, was er wirklich will. Frei nach dem Motto "Nimm alles was du kriegen kannst. Denn morgen ist es nicht mehr da"... wenn ich das wirklich durchzieh' ist er hinterher vielleicht wirklich nicht mehr da. Aber nein! Ich wollte mich ja an ZDF halten. Was vielleicht sein könnte, braucht mich jetzt noch nicht zu interessieren.

"Ich bin süchtig nach dem Schutz, den du mir gibst...
Zu oft bin ich allein geblieben
wir brauchen uns, ob wir uns lieben
steht im Buch der Idiotie..."
(The Wohlstandskinder - "Kleines Luder")

Der Stich des Skorpion III

Ich musste mich wirklich zusammenreißen Herrn W. nicht anzurufen, um ihm mitzuteilen, dass ich ja in der Nähe bin und man vielleicht einen Kaffee trinken gehen könnte. Und ich wär' fast gestorben bei dem Gedanken in der Straßenbahn an seinem Auto vorbeizufahren oder noch schlimmer: ihm in der Stadt zu begegnen. Hat er unbewusst wieder ganz schön in mir herumgestochen.

Was so passiert, wenn die Bahn mal (wieder) streikt

Freitag, 05. Oktober 2007, 06:55: Meine Mama biegt auf den Bissendorfer Bahnhofsparkplatz ein. Einige Menschen verlassen den Gleis. Stehen in Grüppchen am Fahrradständer. Die werden doch wohl nicht schon eine Stunde vor Ankündigung beginnen zu streiken?
Die Antwort kam von Katrin, die uns entgegenlief: "Die Bahn fällt aus." Also wieder rein ins Auto und los. Plötzlich bremst meine Mama. "Der Hübsche da - wollen wir den nicht mitnehmen." Rückwärtsgang. Katrin kurbelt das Fenster runter: "Sollen wir sie mit dem Auto mitnehmen?" Das lässt er sich nicht zweimal sagen und platziert sich hinten zu mir auf die Rückbank.
30 Minuten Autofahrt neben dem "Hübschen". Und ich hab natürlich so gut wie keinen Ton rausbekommen. Schade. Der ist bestimmt "nett".

Donnerstag, Oktober 04, 2007

Das Spiel ist aus

"Wir gehören zusammen [...]"
"Zusammen? Was haben wir denn gemeinsam?" [...]
"Unsere Liebe."
(Das Spiel ist aus, Jean-Paul Sartre, S. 97)

Sehr schön. Hilft ihnen aber auch nicht weiter. Da können sie noch so sehr für einander bestimmt sein.

Ally, die Einsame

Tut mir leid, wenn ich mich wiederhole, aber: Ich liebe diese Serie! Wie auf mich zugeschnitten. Heute sowas in der Art wie: "Du bist nur glücklich, wenn du einsam bist. [...] Den, den du willst, gibt es nicht."

Es gab da so ein Missverständnis...

Nachtrag zu "Traumberuf Schafscherer": Ich wollt nur nochmal klarstellen, dass mein richtiger Onkel erst ab der 44. Sekunde zu sehen ist und nicht etwa schon vorher unter den Schafen.
Aufgrund meiner allseits bekannten "Schafliebe" hat es da wohl so manches Missverständnis gegeben.

Überreaktion

Vielleicht habe ich gestern ein bisschen überreagiert. Nur wegen so'n paar (dank mir, nicht mal fünf Minuten dauernden) Anrufen?! Man kann sich auch anstellen. Sag ich jetzt. In ein bis zwei Stunden sieht das sicher wieder anders aus. Ich kann wirklich die Uhr danach stellen...
Das wird mir alles zu viel. Wenn ich nur wüsste, warum er anruft. Bitte lass es Langeweile sein. Bloß keine Sehnsucht oder... nicht weiter drüber nachdenken.

Mittwoch, Oktober 03, 2007

"Nicht-Blocken" macht auch nicht glücklicher...

"Smith hatte sie fest an sich gezogen und ließ sich von dem angenehmen Gefühl gemeinsamer Körperlichkeit überraschen; es war so lang, so verdammt lang her, seit er zum letztenmal den geringsten menschlichen Kontakt gehabt hatte. Er hatte vergessen, wie es sich anfühlte, die Arme ganz unbefangen um einen anderen Menschen zu legen, seine Wärme, seinen Körper zu spüren. [...] Sie hatten eine halbe Ewigkeit so dagestanden, die Arme umeinander geschlungen, Jems Kopf auf Smiths Brust, Smiths Kinn auf ihrem Kopf, wobei sie tief atmeten und seufzten und unausgesprochene Gefühle zwischen sich strömen ließen - eine stumme Verbindung zwischen zwei Menschen, die nach völlig verschiedenen Dingen suchten und sie am selben Ort fanden." (Ralphs Party von Lisa Jewell, S. 75 ff.)

Ich erkenn' mich grad selbst nicht wieder. Langsam beginne ich nachzuvollziehen, was Menschen dazu treibt andere zu belügen, zu betrügen und zu verletzen.
Kaum habe ich das gefunden, wonach ich eine halbe Ewigkeit gesucht habe, nämlich Nähe und Geborgenheit, werde ich dem Ganzen schon überdrüssig. Routine/Sehnsucht(?!) (zum Beispiel in Form von täglichen Anrufen) schreckt mich ab.

"Ich weiß, dass ist blöd jetzt, aber weiter so geht's nicht.
Und, ich sag dir: Da hilft auch kein Handkuss,
weil alles so gleich ist, sich alles verändern muss.
Ich glaub nicht, dass du nur der Grund bist,
aber ich dreh meine Runden bis das Fressen gefunden ist."
(Anajo - "Streuner")

Ich beginne das Single-Dasein zu schätzen wie nie zuvor und werde alles daran setzen, mir diesen Zustand von niemandem wegnehmen zu lassen.
Schluss mit dem Rumgeheule: Hiermit erkläre ich schriftlich, mich (zumindest in den nächsten sechs Monaten) nicht mehr über die Einsamkeit zu beschweren (Zitate o.ä. ausgeschlossen). Glücklicher werde ich dadurch sicher auch nicht - ich kann nur wiederholen "Bei [mir] ist Liebe Verschwendung, weil [ich] immer unglücklich [sein werde]" - aber es fehlt einfach das Entscheidende etwas:

"Oh wie schön könnte die Welt sein, wenn die Liebe stärker wär."
(Olli Schulz & Der Hund Maria - "Unsichtbarer Vogel")

Ist nur noch die Frage, wie ich da nun wieder rauskomme. Hätte ich von Anfang an geblockt - wie eh und je - stünde ich nun nicht vor diesem Problem. Letztendlich tat es auch mal gut, sich einfach mal in die Arme nehmen zu lassen. Aber ich konnte doch nicht ahnen, dass das nun u.a. in täglichen Anrufen ausartet.

"Ich bin's nicht wert. Du verschwendest deine Zeit.
[...] Erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt.
[...] Wenn ich anders könnte, würd' ich mit dir fliegen.
Wenn ich anders könnte, würd' ich dich lieben.
[...] Du sagst, ich geb' uns keine Chance
und ich mach's mir viel zu leicht.

Ich könnte kotzen, weil ich weiß,
dass alle Zeit der Welt nicht reicht.

Du hättest mir noch viel zu geben.
Das was uns beide heilt [...]"
(Juli - "Ich verschwinde")

Das Schlimme ist, dass ich ihn wirklich mag. Das macht es mir so schwer. Ich trau mich nicht die Karten auf den Tisch zu legen. Sage ihm, was er hören will. Trotz Zweifel habe ich kein einziges Mal so richtig geblockt. Aus Angst zu verletzen?! Um die Geborgenheit zu genießen?! Wie egoistisch von mir. Damit mach ich doch alles nur noch schlimmer...

"Lass mal lieber sein,
hab zu viel Respekt vor deinen Gefühlen."
(Annett Louisan - "Das Spiel")