Freitag, Juni 29, 2007

"Alte Türen schließen sich - Neue Türen öffnen sich"

Am heutigen Abend war Abi-Gottesdienst. "Abi-Gottesdienst? Was'n das? Wieso'n das?" fragten sich viele. Trotz allem stand für mich von Anfang an - seitdem der Ausschuss gebildet wurde - fest, dass ich auch als Atheistin daran teilnehmen werde. Frau Reuß hatte mir bereits während der Projektwoche zugesichert, dass man diesbezüglich keine Befürchtungen haben müsste.
Es ist ja auch nicht so, dass ich mich sonst weigere Kirchen zu betreten, schließlich war ich Weihnachten oder zum 100. Geburtstag auch anwesend. Dennoch fühle ich mich stets ein wenig unbehaglich. Nichtsdestotrotz nahm ich die gestrige Bitte, eine der sechs Fürbitten zu lesen an.
Ungewöhnlich pünktlich, nämlich kurz vor halb sechs, erreichte ich die katholische Kirche in Mellendorf. Zeitgleich mit Frau Reuß, die so lieb war, mich für die paar Meter unter ihren Regenschirm zu nehmen, obwohl ich meine Kapuze auf hatte.
In der Kirche begrüßte mich gleich Nils, rief mich zu sich und meinte: "Da du Atheistin bist, zeig ich dir mal wie das mit der Fürbitte nachher so ablaufen soll." War mir sehr recht, weil ich tatsächlich keinen Plan hatte. "[...] Und dann sprechen wir gemeinsam das Vater unser - kannst du das?" Stolz konnte ich ihm antworten: "Ich habe es heute auswendig gelernt". Noch im Auto hatte ich es vor mich hingesprochen, doch als ich auf der Bank saß, wies mein Gedächtnis plötzlich Lücken auf.
Mit zehnmütiger Verspätung begann um zehn nach sechs schließlich der Gottesdienst, der unter dem Motto "Abitur 2007 - Alte Türen schließen sich - Neue Türen öffnen sich" stattfand. Nach einem kurzen Saxophonstück, dargeboten von Jonas und Lukas, begrüßten uns der Pfarrer und Laura. Es folgte das erste Lied ["Sing mit mir ein Halleluja"]. Ich blieb stumm. Das übliche Unbehagen. Außerdem war ich damit beschäftigt, meine Füße auf dem Boden zu lassen, die sich immer wieder auf diese vordere Leiste verirren wollten, was jedoch untersagt war, wie Katrin S. mich erhobenen Fingers aufklärte. Als nächstes sprach Sascha das Gebet, worauf erneut ein Lied ["Wo Menschen sich vergessen"] folgte, welches ebenfalls nicht von meiner Stimme begleitet wurde.
Im Anschluss wurden Bilder vorgestellt. Türen, durch die wir in unserem Leben bereits gegangen sind. Obwohl ich zu der Mehrzahl der Türen keinen persönlichen Bezug hatte, hat es mich doch sehr bewegt. Kann das Gefühl nicht beschreiben, aber die Bilder, ihre Bedeutung dahinter, haben mich ganz und gar nicht kalt gelassen. Daran war die musikalische Untermalung sicher nicht ganz unschuldig. Franziska spielte am Klavier "One Moment in Time" und in meiner Phantasie hörte ich Franzis Stimme und hoffte, dass sie Realität werden würde. Aber dem war nicht so. Schade. Sie hat so eine unglaublich kraftvolle Stimme.
Kurz darauf traten nacheinander Jonas, Hanna, Ramon und Sarah durch eine Tür. Sie sollte die GM-Tür am morgigen Tag nach der Entlassung darstellen. Die Schüler beschrieben ihre Empfindungen. Die Jungs sorgten für Lacher, haben das sehr amüsant dargestellt. Bei Hanna hatte ich das Gefühl, sie würde gleich weinen und dafür hätte ich vollstes Verständnis gehabt. Sarah hat Stoff zum Nachdenken gegeben. Haben sie allesamt wirklich gut gemacht. Doro und Nicole trugen noch ein Gedicht vor ehe das nächste Lied angestimmt wurde. "Laudato si o mio signor" und diesmal verpasste ich meinen Einsatz nicht, von da an trällerte ich auch fröhlich bei "Von guten Mächten" und "Möge die Straße" mit. Gut, ich hab die Lippen bewegt und nur zaghafte Töne rausbekommen, aber immerhin. Hat mir sehr gut gefallen und langsam verlor ich das Unbehagen.
Doch dann war es Zeit für die Fürbitten. Nils, Konrad , Christina, Irene, Katrin S. und ich stellten uns in einer Reihe auf und mussten nacheinander nach vorne treten. Konrad sprach "Wir bitten dich erhöre uns", worauf mein Einsatz folgte. Ich hatte zittrige Knie und befürchtete, keinen Mucks rauszubekommen, aber es ging, auch wenn meine Mutter meinte, ich hätte anfangs zu schnell gesprochen. Das darauffolgende "Vater unser" wurde so langsam vorgetragen- zumindest langsamer als ich es den ganzen Tag über runtergerattert hatte - dass ich textsicher mitsprechen konnte und genug Zeit hatte über die jeweiligen nächsten Zeilen nachzudenken. Am Ende bekamen alle anweseneden Abiturienten noch einen Schlüsselanhänger mit dem Motto des Abi-Gottesdienstes.
Ich bin froh, dass ich daran teilgenommen habe. Auch wenn ich Atheist bin, finde ich solche Anlässe wirklich schön trotz des anfänglichen Unbehagens und der zittrigen Knie. Der Ausschuss, der das auf die Beine gestellt hat, hat wirklich Applaus verdient... nur dumm, dass wir uns in einer katholischen Kirche befanden und es niemanden interessierte, was dort (nicht) üblich ist. Vergib uns unsere Schuld...

Mit meiner Welt im Reinen

Der Penny-Markt, die Kassiererin, das strahlende Lächeln.
Kassiererin: "Sie strahlen ja so. [zum nächsten Kunden] Sie ist mit ihrer Welt im Reinen. Ist das nicht schön so angestrahlt zu werden? Soll sie ruhig öfter kommen - auch noch um 22 Uhr."

Donnerstag, Juni 28, 2007

Abi-Flop '07

Eine treffendere Bezeichnung fällt mir momentan nicht für den heutigen Abi-Gag ein. Seit Jahren versteckt sich dahinter ein Tag an dem Klassenräume verwüstet, Fenster und Türen mit Zeitungen abgeklebt, die Lehrer verarscht und die Schüler, die noch weitere Jahre leiden müssen, unterhalten werden. Die letzten zwei Jahre war das für mich immer ein sehr komisches Gefühl, denn jedes Mal dachte ich: "Oh nein! Nur noch ein [zwei] Jahr[e] und dann stehen wir da."
Und nun war es soweit. Ich dachte, es sei was Besonderes, wenn man selbst dann dort sitzt, aber das erwartete kribbelige Gefühl blieb aus. Aber fangen wir mal von vorne an:
Kurz nach halb sieben erreichte ich mit Kot-Ulla das Schulzentrum. Viel zu früh meiner Meinung nach, zumal wir noch mindestens zwanzig Minuten in der Kälte stehen mussten. Ich vertrieb mir die Zeit damit "Dein ist mein ganzes Herz" vor mich hinzuträllern ohne zu bemerken, dass die Tochter dieses legendären Liedermachers hinter mir lief - aber ich hatte nun mal diesen Ohrwurm, was sollt' ich denn machen.
Kurz vor sieben erbarmte sich der Hausmeister dann doch uns ins Schulgebäude zu lassen. Doch was tat er da?! Er riss unsere gestern mit Müh' und Not an die Fenster und Türen geklebten Zeitungen ab. Er war sauer. Das war offensichtlich. Aber wir auch. Wir verstanden einfach nicht, was das sollte.
Einige Minuten später fragten mit einem Mal diverse Leute rum, ob jemand Saft, Traubenzucker oder was Süßes bei hätte. Ich hatte keinen Schimmer, wozu, doch dann sah ich, dass Lukas auf dem Sofa lag, völlig grün angelaufen. Er war von der Leiter gefallen. Daraufhin fragte man natürlich den Hausmeister nach einer Kühlkompresse. Er verweigerte mit den Worten: "Pech." Schon einmal was von unterlassener Hilfeleistung gehört?
Und selbst wenn. Es scheint ziemlich zwecklos sich über das Verhalten des Hausmeisters zu beschweren, denn zunächst einmal sollten wir uns an die eigene Nase fassen. Wir wurden doch tatsächlich des "Hausfriedensbruchs" beschuldigt. Warum? Weil wir uns einem strengen Verbot widersetzt haben und uns unerlaubter Weise [illegal] Zutritt zu den abgeschlossenen Klassenräumen im ehemaligen Oberstufentrakt verschafft haben sowie zum Lehrerzimmer.
Unsere Direktorin war mindestens genauso verärgert wie der Hausmeister, suchte nach dem Schuldigen - glücklicherweise waren Kot-Ulla und ich zum "Tatzeitpunkt" nicht mehr anwesend. Wird noch einigen Ärger geben - Anzeige ist nicht ausgeschlossen. Hatten wir das nicht letztes Jahr schon mal?!
Die Stimmung war dann erstmal im Keller. Wir mussten oben "Ordnung" machen. Ich muss schon sagen: Haben gute Arbeit geleistet. Verwirrendes Tisch-Labyrinth sowie ein bemerkenswerter Stuhl-Haufen. Das aufzuräumen kann man den 5. und 6. Klässlern natürlich nicht antun... Im Grunde hätten wir nur die Agora in Beschlag nehmen können. Wieso wir? Warum wird uns untersagt die Tradition, die sich all die Jahre durchgesetzt hat, weiterzuführen?
Während wir allesamt den Kopf hängen ließen, kam mit Julia dann endlich wieder Sonnenschein in unsere Runde. Gemeinsam mit Jenny testete sie schon mal die Singstar-Mikrofone und musste sich eingestehen, dass sie im Keller bessere Leistungen vollbringt. Derweil schnappte ich mir ihr Kühlkissen, um "das traurige Schaf" zu mimen. Sind wir nicht knuffig?
10 vor 10 begann dann der Abi-Gag. Mathis und Günni sorgten für Stimmung und dafür, dass die Lehrer über den Catwalk zur Bühne kamen. Danach übergaben sie an die Moderatoren des Morgens: Julian & Jonas. War etwas enttäuscht, weil ich weiß, dass sie das besser können. Die Überleitungen sollten lustig sein, waren sie aber Null - meiner Meinung nach. "Die Glocken von Rom" können Matthias & mein Cousin besser, die eingespielten Videos waren ganz okay, die Lehrer-Spiele auch, aber so richtig hat mich mein eigener Abi-Gag nicht vom Hocker gerissen. Womöglich bin ich mit zu hohen Erwartungen an die Sache rangegangen.
Zum Abschluss wurde dann das in Lloret einstudierte "Follow the leader" getanzt, was bei einigen Begeisterung hervorrief, bei mir jedoch eher weniger. Nach der abschließenden Polonaise ging's wieder ans Aufräumen, Zeitungen abreissen, Müll wegtragen. Die Frühstücksmütter verteilten kostenlos belegte Brötchen. Haben wir uns nach sechs Jahren am GM aber auch wirklich verdient.
Gerade wollte ich gehen, da fragte mich Christina: "Gehst du morgen zum Gottesdienst?" Ich bejahte. Sie: "Würdest du eine Fürbitte lesen?" Ich blockte: "Ich habe doch aber gar nichts mit Kirche am Hut." Sie meinte, dass würde nichts ausmachen und da ich nicht "Nein" sagen kann, hatte ich eben die Fürbitte im Email-Briefkasten sowie die Information, dass anschließend gemeinsam das "Vater unser" aufgesagt werden würde... Soviel dazu, das es nichts macht, wenn man nichts mit Kirche zu tun hat. Aber ich werde diese "würdevolle" Aufgabe übernehmen, nach 20 Jahren das "Vater unser" endlich mal auswendig lernen - Katrin S. meint das gehört zum Allgemeinwissen - und hoffentlich keinen enttäuschen. Irgendwie habe ich die Befürchtung, dass etwas schief geht, allerdings freu ich mich, dass ich meinen Teil zur GeMeinschaft beitragen kann.
Nach der Schule bin ich dann noch zu Lena, weil wir die Fotos von Rom und Paris ansehen wollten. Auf dem Weg dorthin kam mir der "Klempner"-Transporter entgegen und ich konnte es nicht fassen, dass mich sowas vor wenigen Monaten noch völlig aus der Bahn geworfen hat. Lächerlich.

Mittwoch, Juni 27, 2007

Grundlos lachen

Hatte ich schon mal gesagt, dass ich manchmal grundlos anfange zu lachen? Gerade eben als ich Klaus zum Geburtstag gratulieren wollte.
Klaus: "Was lachsten du?"
Ich: "Ich weiß auch nich."
Klaus: "Freust dich, wa?"
Ich: "Joa..."
Ich weiß wirklich nicht warum. Vielleicht weil es so schön war die Nummer meiner Tante zu wählen und vom Herrn B. begrüßt zu werden. Oder weil ich seine Stimme so gern höre?! Leider wird er nicht zum Abiball kommen. Aber dafür sehen wir uns in 2,5 Wochen an der Ostsee. Konnte er gar nicht glauben, dass das schon so bald ist und widersprach mir erst, indem er meinte, es seien noch vier Wochen. Klaus ist ein Bernd, Mario Barth und Knuddelbär in einem. Irgendwie. Ich mag ihn. Schön, dass meine Tante auch endlich wieder wen gefunden hat.

Ausgetrickst

Carnegie hat mich ausgetrickst. Da rege ich mich den halben Tag darüber auf, dass der Bücher schreibt mit zig Ratschlägen, die man eh wieder vergisst nachdem man sich das nächste Buch geschnappt hat und dann liege ich abends im Bett und denk' noch ewig drüber nach.
Zum Beispiel stimmt es gar nicht, dass ich mir gleich das Nächste geschnappt habe. Na ja, eigentlich schon, aber ich hab gerade mal zwei Seiten geschafft.
Später fiel mir dann auf, dass so manche Sätze und Erfahrungsberichte doch sehr einprägsam sind. Vor allem für mein zukünftiges Berufsleben könnten die Ratschläge sehr nützlich sein. Dem Kunden Honig um den Mund schmieren, um seine Ziele zu erreichen. Den Anderen in den höchsten Tönen loben statt sich selbst. Im Grunde muss man einfach nur im Hinterkopf behalten, dass man im Umgang mit anderen Menschen, das "ich" und "mein" in den Hintergrund rückt.
Um so manches anzuwenden benötige ich aber nicht zwangsläufig den Umgang mit anderen Menschen. Schließlich habe ich meine Mutter noch nicht nach ihrer Meinung bezüglich eines Haustieres gefragt. Dennoch weiß ich, dass sie dagegen sein wird. Zwei sich widersprechende Meinungen. Ich könnte ihr meine Meinung aufdrücken und ihre Argumente herunterspielen.
Stattdessen bin ich bereits im letzten Eintrag folgendermaßen an die Sache herangegangen: "Ich möchte gerne ein Haustier. Aber sie hat die besseren Argumente. Es war eben eine Schnapsidee." Ich habe die ganze Sache aus beiden Perspektiven betrachtet, war bereit meinen Standpunkt zu ändern.
Das heißt aber noch lange nicht, dass ich aufgegeben habe. Ich habe meine beiden Bücher über Katzen und Zwergkaninchen aus dem Keller geholt und werde die nun in aller Ruhe durcharbeiten, mir das Wichtigste, vor allem was Mietvertrag und das Tier in der Wohnung angeht, rausschreiben und darauf dann meine Argumentation aufbauen. Vorausgesetzt dass ich nach dem Lesen nicht sowieso einsehe, dass das Ganze keinen Sinn macht.
Aber ich hab ja Zeit. Mit einem kleinen Kater könnte ich frühestens im Frühjahr rechnen, wie oft Zwergkaninchen gezüchtet werden, werde ich mal erfragen.

Gestern behauptete ich, dass die Menschen ihr Verhalten nicht von heut' auf morgen ändern, wenn sie so ein Buch gelesen haben. Aber nach längerem Überlegen wurde mir klar, dass das gar nicht nötig ist, weil - zumindest für mich - viele Sachen selbstverständlich sind. Nicht immer - auch ich verhalte mich manchmal sehr rücksichtslos und desinteressiert - aber speziell auf die Tankstelle bezogen, fiel mir heute auf, dass ich dort doch recht wenig an mich denke.
Wenn ich beispielsweise meinen Dienst kurzfristig ändern will, frage ich meine Chefin immer: "Wenn das für Sie in Ordnung ist" oder "Wenn Sie keinen Termin haben". Selbst wenn ich lernen musste, habe ich meine Bedürfnisse meist in den Hintergrund geschoben. Und sie tat es ebenso: "Wenn sie lernen müssen, sagen Sie nur Bescheid. Das ist kein Problem."
Oder gestern: Meine Chefin fragte mich, ob ich zehn Minuten länger bleiben könnte, weil sie noch das Mittag für die Kinder vorbereiten müsse, ich solle mir dann auch mehr Geld aus der Kasse nehmen. Ich tat das gerne, auf das Geld verzichtete ich jedoch. Heute morgen war sie deswegen ein wenig verärgert und meinte, ich solle mir bitte einen Stundenlohn mehr aus der Kasse nehmen. Ich spielte es wieder runter, aber sie bestand darauf.
Auch zu den Kunden bin ich stets freundlich - oder versuche es zumindest. Da ich seit Ende der schriftlichen Abiturprüfungen nun mehrmals wöchentlich arbeite, habe ich mir zum Beispiel inzwischen noch mehr Stammkundennamen eingeprägt.
Welche Wirkung dies hat, konnte ich heute mal wieder feststellen: Herr H. tankt relativ oft. Nie kam ich auf seinen Namen. Er guckte dann schon immer komisch, weil er sicher erwartete, dass ich langsam wissen müsste, welche Kundenkarte er besitzt. War mir immer sehr unangenehm, weil ich irgendwie spürte, dass dies keinen guten Eindruck auf ihn machte. Inzwischen habe ich dieses Problem nicht mehr. Er trat ein, ich begrüßte ihn und fragte ihn - nicht unsicher, sondern nickend: "Hxxxxxxx?" Und diesmal lächelte er zustimmend.
Und irgendwo habe ich ihm damit ja auch gezeigt, dass ich mich für ihn interessiere. Ich bin nicht der Typ, der fremden Menschen einen Small-Talk aufdrückt, daher muss ich eben andere Methoden wählen, um den Menschen zu zeigen, dass ich mich für sie bemühe und interessiere.
Und diese Freundlichkeit zahlt sich tatsächlich auch manchmal aus und zwar dann, wenn man es gar nicht erwartet, weil es so selbstverständlich ist. Eine Kundin hatte eines Tages ihr Geld vergessen. Ich meinte zu ihr, dass sie dies auch am nächsten Tag vorbeibringen könne. Einen Tag später bracht Sie das Geld und noch dazu eine Packung "Merci" für die freundliche Kassiererin. Sogar ein kleines Trinkgeld mit dem Zusatz "Für das freundliche Lächeln" habe ich in der Anfangszeit mal entgegen genommen. Damals...
Ich klinge doch jetzt nicht etwa glücklich?!

Ohne Zusammenhang

Diese Nacht habe ich von Philipp, Franzis Freund, geträumt. Die ganze Familie war in so einem großen Van/Galaxi/?. Ich saß mit Philipp hinten und wir haben uns total gut verstanden und uns soviel Scheiße zurecht gelabert. Irgendwann wusste ich dann nicht mehr wie er heißt: "Romeo? Nee, das war ja dein Sohn. Richard?" Er holte seinen Personalausweis raus. "Christian." Im Traum hieß er also Christian.
Dann hat er viele Fotos von seiner Schule gezeigt. Es war das GM! Da waren die Grafittiwände, die immer einer Klasse oder einem Jahrgang zuzuordnen sind (ist in der Realität leider nicht so) und plötzlich meinte er völlig aus dem Zusammenhang, dass im Keller sich ja eine einsperren hat lassen, um dem 11. September auf den Grund zu gehen. Zusammenhangloser geht's wohl wirklich nicht.
Zwischendurch sind wir dann zu Aldi. Ich wich ihm nicht von der Seite. Er packte seine Arme voll und dann gingen wir, in ein Gespräch vertieft, einfach - ohne zu bezahlen - in aller Ruhe raus. Keiner folgte uns, obwohl es so offensichtlich war.
War auf jeden Fall ein sehr lustiger Traum. Habe lange nicht mehr so viel Spaß in der Nacht gehabt. Vielleicht sollte ich mal wieder mein Rehlein besuchen und gucken, ob ich mich sonst auch so gut mit meinem zukünftigen "Schwager" verstehe - vorausgesetzt er ist nüchtern...

Apropos Familie: Habe gestern mit der anderen Franzi geskypt. Sie hat eine Webcam und das war so genial, sie gleichzeitig hören und sehen zu können [Ich weiß, dass ist heutzutage nichts Besonderes mehr, aber ich lebe halt hinter'm Mond]. Irgendwann fragte ich sie: "Sag mal, hast du wirklich so blaue Augen oder wirkt das nur so durch die Kamera?"
Sie: "Nein, ich hab schon immer blaue Augen."
Da brauch es tatsächlich ein Skype-Gespräch, um festzustellen, dass die Cousine, mit der man sogar mal fast ein Jahr zusammengelebt hat, wunderschöne blaue Augen hat. Mittwoch werde ich mich dann noch einmal davon überzeugen, dass es wirklich nicht an der Kamera lag, denn da besuche ich sie mal wieder. Gemeinsam Kochen & Fotos angucken. Freu mich schon :)

Dienstag, Juni 26, 2007

Freu dich des Lebens

Die letzten drei Tage quälte ich mich durch "Freu dich des Lebens" von Dale Carnegie. Vielleicht ist Quälen jetzt ein wenig übertrieben, aber ich frag mich einfach, wie viel die Leute, die solche Bücher lesen, für ihr zukünftiges Leben und Verhalten mitnehmen. Da sind zig Ratschläge, denen man sich annehmen soll (und ich habe nur die Auswahl (!) aus "Sorge dich nicht - lebe" und "Wie man Freunde gewinnt") und man denkt sich nach einem Kapitel: "Mensch da sollt ich in der Zukunft mal drauf achten" oder "Das muss ich demnächst mal ausprobieren" und ein, zwei Kapitel später hat man das vorherige schon wieder vergessen.
Für alle die so denken gibt es dann am Ende die Zusammenfassung. Zu jedem Kapitel ein Merksatz. "Stehen Sie zu sich selbst", "Machen Sie Ihre Arbeit mit Begeisterung", "Zählen Sie die Geschenke, nicht die Probleme", "Tun Sie ihr Bestes", "Interessieren Sie sich aufrichtig für die anderen", "Lassen Sie den anderen glauben, die Idee stamme von ihm", "Sprechen Sie zuerst von Ihren eigenen Fehlern, ehe Sie andere tadeln", "Machen Sie Vorschläge statt Befehle zu erteilen"...
Aber trotz vieler Erfahrungsberichte bezweifel ich, dass all diese Ratschläge wirklich von der Mehrheit der Leser befolgt werden. Denn die meisten machen es sicher so wie ich: Sie lesen das Buch. Ein Kapitel nach dem anderen. Und wenn sie damit fertig sind, schnappen sie sich das Nächste.
Würde Dale Carnegie das hier jetzt lesen, hätte er allen Grund zu behaupten, dass ich nichts von dem verstanden habe, was er geschrieben hat. Denn das, was ihr hier tue, ist nichts als kritisieren. Es ist nicht so, dass Carnegie keine Kritik wünscht, aber er zieht es vor, sie indirekt auszusprechen. Am Besten hier und da noch ein anerkennendes Lob.
Aber wie gesagt, ich zweifel an der Umsetzung. Sind außerdem zu viele Informationen auf einmal. Und nicht nur das: Mit 20 hat man auch seine Erfahrungen und Fehler gemacht. Aus den ein oder anderen hat man gelernt, aber manche Verhaltensmuster treten immer wieder auf und die kann man nicht von heut' auf morgen wegretuschieren. Natürlich kann man sich ändern, aber ... vermutlich habe ich gerade Lust einfach mal Sau zu sein. Vielleicht versuche ich durch meine Kritik aber auch darüber hinweg zu täuschen, dass ich unfähig bin, mich den Ratschläge anzunehmen und mich darauf einzulassen, einen besseren Umgang mit Menschen zu pflegen oder ähnliches.
Ich glaube, solche "Glückskärtchen", die man sich ab und zu, idealerweise Tag für Tag zur Hand nimmt, würden mehr bewirken als so ein Buch, das man sich einmal durchliest, um sich dann dem Nächsten zu widmen. Vielleicht geht es aber auch nur mir so, das Buch wird ja nicht umsonst fünf Mal fünf Sterne bei "amazon" eingeheimst haben.
Trotzdem kann ich das, was ich eigentlich gelernt haben sollte momentan einfach nicht auf eine Alltagssituation anwenden. Laut Carnegie soll man dem Gegenüber seine Vorteile, die er aus etwas schöpfen würde, aufzeigen, statt seine Argumention zum Beispiel mit "Ich will" zu beginnen. Aber ich will ein Zwergkaninchen und mir fallen ganz und gar keine Vorteile für meine Mama ein, mit denen ich sie überzeugen könnte. Bleibt also nur das "Ich will", aber wenn es nach Carnegie geht, erreicht man damit genau das Gegenteil. Somit kann ich mir das also gleich abschminken und mein "Moppel" muss weiter bei "Meister Lampe" verweilen.
"Die Kunst beliebt, erfolgreich und glücklich zu werden" lautet der Untertitel. Aber bei mir hat es nur bewirkt, dass ich gerade sehr demotiviert bin und schon ahne, dass meine Mama die besseren Argumente hat und ich einsehen muss, dass das doch mal wieder nichts als eine Schnapsidee war.

"Wir denken selten an das, was wir haben, sondern immer nur an das, was uns fehlt."
(Schopenhauer)

Sei doch einfach mal Sau

Gestern hatte Katrin S. Geburtstag. Vincent plante eine Überraschung. Fand ich total süß von ihm und erklärte mich bereit ihn dabei so gut es geht zu unterstützen, sprich rumzufragen, wer dabei sein will sowie Ausreden, Lügen und Ablenkungsmanöver zu erfinden. Denn natürlich durfte sie nichts davon erfahren. Das erwies sich schwerer als gedacht. Zig Vorwände - von "Ich kann nicht tanzen kommen - ich hab meine Beine verbrannt" (Stephan) bis "Ich hab Unterleibsschmerzen, komm also nicht zum Tanzen" (Patze) mussten gefunden werden, um unser Schnuffi vom Tanzen abzuhalten.
So traf sie (beinahe) nichts ahnend zehn nach acht bei Vincent ein als vier "Maulwürfe" aus ihren Löchern krabbelten, um "Happy Birthday" zu singen. "Das war so klar" war die Reaktion. Mit der Zeit wurde die Maulwurfschar durch Stephan, Anke (meine zukünftige Kollegin) & Nico erweitert. Ersterer - man glaubt es kaum - hatte sich tatsächlich die Beine verbrannt, was mich gleich zu der Frage veranlasste, ob all die Ausreden im Entschuldigungsheft etwa ebenfalls stets der Wahrheit entsprachen. "Neee, die habe ich mir alle ausgedacht", gestand er. Überrascht mich nicht.
Als es zu regnen anfing, verschwanden wir dann im Wohnzimmer. Zwischendurch kam Vincents Mama immer wieder mit feinen Leckereien herein, die uns ins Staunen versetzten. Eigentlich war mir schon von Haribo & den Schokoröllchen schlecht, aber dann gab's auch noch Würstchen. "Ketchup?", bat ich und ich bekam meinen Ketchup und sagte damit meinem Bauch, der meinte "Ich bin dicke satt", den Kampf an. Später gab's dann Cracker mit Dip, die man einen Meter entfernt von mir platzierte, während man mir Chips vorsetzte. "Warum stellt ihr immer das, was ich mag, von mir weg?!" beklagte ich mich und bekam meine Cracker. Zu späterer Stunde kam Vincent dann mit mindestens 5 Sorten Eis an. Ich: "Ist das alles?" Katrin: "Nein, das ist nur das erste Fach." Vincent beließ es jedoch dabei. Ich: "Und das Zweite Fach?! Ich will Schokolade..." nölte ich rum und bekam mein Schokoladen-Eis. Der arme Vincent. Immer diese Gäste mit ihren Extrawürsten. Hätte nur noch gefehlt, dass ich sage: "Meine Mama hat gesagt, ich bin heut' das Prinzääässchin."
Jenny hatte Spaß daran mich - den "Ossi" - gemeinsam mit Kot-Ulla aufzuziehen. Trotz Sekt [Igitt... aber wider Erwarten habe ich das halbe Glas (wieder eine Extrawurst als Reaktion auf mein: "Ich mag kein Sekt.") tatsächlich ausgetrunken - wenn auch mit stets angewidertem Gesichtsausdruck] gelang es ihnen jedoch nicht wirklich meine Aggressionen zu wecken - zumindest nicht so wie sie es von mir gewohnt sind. Von dem Spiel "Wieviel Weintrauben passen in Marias Mund" ließen sie zum Glück ab. Gab schließlich genug andere Spiele, "Antworte schnell" zum Beispiel! "Ein Buch", "Ein Lebensmittel", "Eine Gottheit", "Einen Kunststoff" - auf das Gefragte musste eine Antwort von A-Z gegeben werden, je nach dem, welcher Buchstabe gedreht wurde. "Stadt-Land-Fluss"-Alternative sozusagen.
Irgendwie kamen wir auch auf Hort zu sprechen. Nico: "Da schicken Eltern ihre Kinder hin, wenn sie kein Bock auf die haben." Kurze Zeit später ergänzte er ein beinahe mitfühlendes: "Oh! Du warst im Hort...?!" Ich kann ihn trotzdem ganz gut leiden.
Von allen (Stephan, Janine, Anke & Nico) verlassen, erbot sich uns dann die Möglichkeit ein "normales" Spiel zu spielen: "Maulwurf-Company"! Da konnte ich dann auch mal ordentlich die Sau rauslassen - oder auch nicht. Erinnere mich nicht mehr in welchem Zusammenhang, aber irgendwann meinte Kot-Ulla zu mir "Sei doch einfach mal Sau" und das wollte ich hier nicht unerwähnt lassen. Inspiriert von den, ein paar Stunden zuvor überflogenen, Antiwitz-Karten konnte sich Jenny den folgenden nicht verkneifen: "Treffen sich zwei Maulwürfe. Sagt der eine zum anderen: Darf ich dir ein Loch Graben?!" Die Doppeldeutigkeit bemerkte sie erst hinterher.
Das Geburtstagskind hat übrigens gewonnen, den Vorschlag, noch eine Runde zu spielen, schlugen wir ihr gähnend aus, und verließen gegen Zwölf das überaus gastliche Haus.

Montag, Juni 25, 2007

Wann gibt's Essen, Mutti?

Ich war keine halbe Stunde zu Hause, die Ruhe genießend, da klingelte es auch schon an der Tür. Sowie ich geöffnet hatte, war es mit der Ruh' vorbei. Ich fühlte mich wirklich wie so'ne Mutti, die von Vierjährigen umgeben ist. Wie lange noch?! Wann gibt's Essen?! Aua, sie hat mich gepiekst! Ich hab Hunger! Sie hat mich schon wieder gepiekst. Sag ihr, dass sie aufhören soll.
Verständlich, dass ich irgendwann nervlich am Ende war. Schließlich hatten die zwei Schreihälse ihr Mittag, sodass ich mich in aller Ruh' um meines kümmern konnte. Und was seh' ich da?! "Da hat die doch ihren Bananensaft nicht mit an den Tisch genommen!" Das kommt hier natürlich nicht so rüber wie vorhin. Julia und Kot-Ulla lagen fast am Boden vor Lachen. Ich glaub, ich klang wie meine meckernde Oma. Diese Tonlage... Schrecklich!
Bei Tisch, sortierte Julia ihre gelben Karotten aus, kämpfte Kot-Ulla mit dem Messer und dem "knackigen" Baguette und ließ ich mir meine "deut'tsche Ofenkartoffel" schmecken.
Mit der Gastfreundschaft übertrieb ich es letztendlich wohl doch ein bisschen. So schenkte ich Kot-Ulla noch ein Gläschen Wasser ein, obwohl sie zuvor gesagt hatte, sie würde nichts mehr wollen. Aber sie hat natürlich nachgegeben. Ist wohl auf meine gute Erziehung zurückzuführen. Braves Kind.
Julia dagegen wurde immer mehr "hyper" und redete von nichts anderem mehr als Weißheitszähnen, (Voll-)Narkose, Blut, Übelkeit - eben von all dem, was ihr der Kieferchirug möglicherweise antun könnte - oder andersrum. Halb zwei kehrte aber doch wieder Ruhe ein... total entspannend!

Kommentar Kot-Ulla: Dass wir uns wie Kinder aufgeführt haben, lag nur daran, dass du am Telefon gesagt hast, wir wären ja schon "groß"... Da wollten wir dir einfach mal das Gegenteil beweisen und dich ein bisschen nerven. ;) Hat ja scheinbar auch geklappt.

Ende gut, alles gut

Als wäre ich nicht schon genug gereizt gewesen, da ich unter enormen Schlafmangel litt nachdem mein Wecker mich um 07:10 Uhr aus dem tiefen Schlaf gerissen hatte, kam ich vorhin zu Rossmann, um meine Fototasche erneut nicht aufzufinden und mir folgenden "Witz" anzuhören: "Oh! Da gehören Sie wohl zu der Kundengruppe, deren Aufträge am Montag nicht angekommen sind." Lang nicht mehr so gelacht. Wirklich super.
Zurück in der Schule, dann doch noch eine sehr aufbauende Nachricht. Ich habe meine Abiturprüfung in Mathe zwei bis drei Punkte besser als die drei Besten Mädels aus dem Kurs absolviert. Ich bin besser als die! Frag mich wie ich das geschafft hab!
Nach über 40 Minuten Bangen kam Jenny dann endlich aus der Prüfung. Sie schwankte. Ich bekam Angst. Aber dann fing sie an zu schreien und ich stimmte sogleich mit ein! Sie hat es geschafft! Endlich!
Dann kam Rödiger: "Seid ihr jetzt eigentlich Hugo oder Boss?"
Ich: "Boss natürlich."
Rödiger: "Na ja, man muss ja differenzieren. Oberes, unteres Level."
Ich: "Wir haben Abi! Wir haben alle bestanden! Also sind wir alle oben! Wir sind alle Boss!"
Rödiger: "Aber man sollte Kritik vertragen."
Hallo? Was will er? Wir freuen uns, dass wir das Abitur bestanden haben und er macht uns alles mies, indem er von Differenzierung spricht? Ist nun alles, was schlechter als 1,9 ist Hugo? Wie kann er sich nur so unbeliebt bei mir machen...
Anschließend fuhren wir zu Jenny, um mit "Robby Bubble" anzustoßen. Ich frag mich, warum die Leute Sekt trinken, wenn es sowas gibt!
Bevor ich die Heimfahrt antrat, huschte ich doch nochmal bei Rossmann ein. Es galt den "Sofort-Fotoentwickler" zu testen. Tolle Erfindung! Jetzt mag ich den "Erzfeind" wieder.
Zu Hause angekommen, klingelte das Telefon. "Wachsmuth?!... Hallo?!... Mäh?!" Nochmal: "Ja..." Ein drittes Mal: "..." Beim vierten Mal dann endlich ein "Warum meldest du dich nicht mit Namen?" auf der Gegenseite. Entweder mein Telefon spinnt oder... Angst!!

Sonntag, Juni 24, 2007

Der Stich des Skorpion II

Er hat zugestochen - aus 200 Kilometer Entfernung. Und es tut so verdammt weh. Wieso tut das so weh, wenn ich mir doch ständig einrede, dass ich ihn hassen müsste und er mir egal sein könnte? Und warum verschweige ich meiner Oma etwas [Städtereisen], nur um zu verhindern, dass er es erfährt? Und bin dann enttäuscht, wenn mein Plan nicht aufgeht, weil meine Mitmenschen nicht weiter schweigen können?
Im Klartext: Meine Tante hat am Freitag zufällig meinen Vater getroffen. Er [seine Haare] sah scheiße aus wie immer und meinte arrogant, dass er momentan nichts machen würde, als sich nach Jahren hinter dem Tresen mal auf der anderen Seite umzugucken. Meine Tante war so angeekelt von seiner Arroganz, dass sie sich nicht zusammenreißen konnte: "Mensch, deine Tochter hat ja ein klasse Abitur gemacht!" "Ach ja...?! Das hat sie dir wohl erzählt?! Na da muss ich wohl mal ins Internet schauen, ob da was steht." Ich hoffe mal, damit spielte er auf eine E-Mail an.
Ich habe es vor etwa zwei Stunden erfahren. Noch heute nachmittag saß ich hier, öffnete mein Postfach und überlegte für einen Sekundenbruchteil, ob ich ihm schreiben sollte. Aber ich konnte nicht. Ich kann es einfach nicht. Und doch bin am Ende wieder ich die Dumme, die von einem schlechten Gewissen geplagt wird.
Die Tochter, die sich nicht meldet. Die Tochter, die ihrem Vater nicht vom bestandenen Abitur berichtet. Die Tochter, die ihm nicht oder nur mit zwei in eine SMS getippten Worten zum Geburtstag gratuliert. Die Tochter, die von ihrer Oma gesagt bekommt: "Na nun melde dich doch mal bei ihm." Die Tochter, die nachgibt nur um erneut einen Stich versetzt zu bekommen.
Dabei vergisst sie, dass er seit zwei Tagen weiß, dass seine Tochter das Abitur bestanden hat. Und er hat mich nicht beglückwünscht. Will ich das überhaupt?

Samstag, Juni 23, 2007

Was für'n Tag

Heute erwachte ich mit dem Gedanken: Ich liebe diese Tage, an denen man einfach grundlos glücklich zu sein scheint. Und tatsächlich grundlos, denn schließlich klingelte mein Wecker das erste Mal um halb acht und am liebsten hätte ich mich noch stundenlang unter meine Decke gekuschelt, doch darauf musste ich noch weitere sechs Stunden warten: Die Arbeit rief.
Mein Chef begann gleich erstmal von seinem Sohn zu erzählen, der gerade von der Klassenfahrt zurück gekommen sei. "Wo war er denn?", fragte ich interessiert. "Segeltörn in Holland." Meine Augen begannen zu leuchten! Die nächsten fünf Minuten konnte ich mich kaum mehr auf die Kunden konzentrieren, weil ich so damit beschäftigt war in Erinnerungen zu schwelgen. Peter...! Was für ein Mann! [Ironie!] Was würd' ich darum geben nochmal mit ihm über's Wasser zu schippern. Leute, wir müssen das doch irgendwann mal hinkriegen! Seit Ende der Neunten nehmen wir uns das schon vor. Wochenenden werden auch angeboten. Och, das wär so genial! Ich hab schon wieder das "inoffizielle Logbuch" rausgekramt!
Seit dieser erlebnisreichen Woche weiß ich, dass ich intro- und Steff extrovertiert ist. Der gute Nils hat ja keine Ahnung! Und Olli's Handynummer hab' ich letztes Jahr gelöscht. Sowas aber auch! Wie konnt' ich nur! Dabei sind wir damals nachts im Schlafanzug unerlaubterweise über zwei Schiffe [der reinen Jungenklasse] geklettert - nur um obige zu erhalten! Aber das Beste war wohl der letzte Abend. Als ich meinen vollen Film ins Wasser fallen ließ, vor Frau S. in die Knie ging, wir uns mit Jerome unterhielten und ich schließlich in Peters Kajüte (?) verschwand! Kaum zu glauben, dass mir an diesem Abend Rotwein schmeckte. Ach, ich könnt hier eigentlich, dass gesamte Logbuch zitieren, aber ich will euch ja nicht langweilen. "Besoffen?"
Viel mehr muss ich noch ein Paar Kunden-Sprüche loswerden, die an mich gerichtet waren und mich irgendwie zum Schmunzeln brachten:
Kunde 1: "Das gibt's doch nicht! Diese Frau ist sowas von clever!!!"
Kunde 2: "Haben Sie heute Lotto gespielt? [...] Nein? Schade! Sie hätten bestimmt gewonnen!"
Mein Chef kam zwischendurch dann auch vom "Kohlrouladen-Zubereiten" wieder. Ein Kunde hielt ihn auf und zwang ihm ein Gespräch auf. An sich ist das nichts besonderes, aber mir fiel auf, dass mein Chef immer wieder besorgt in den Laden blickte, ausweichen wollte, das Gespräch beenden wollte. Als er es geschafft hatte, klärte sich auf, warum. Er rannte sofort zum Telefon, wählte und richtete seiner Frau aus: "Kannst du bitte den Herd ausschalten?!" Männer... immer für eine Überraschung gut.
Ansonsten war heute nicht wirklich viel los. War mir ganz recht, da ich ganz gefesselt von Nicholas Sparks "Du bist nie allein" war. Nach "Zeit im Wind" ist es erst das Zweite, das ich von ihm lese, und es war vollkommen anders. Nicht so schnulzig, sondern eher spannend, sodass ich mich nach der Arbeit gleich in mein Bettchen verkrümmelte und weiterlas, aber zwischendurch nicht drum herum kam etwa zwei Stunden fehlenden Schlaf nachzuholen. Schon der dritte Mittagsschlaf in Folge. Merkwürdig. Aber bei dem scheußlichen Wetter draußen, wüsst' ich auch nichts Besseres mit meiner Zeit anzufangen.
Jedenfalls wage ich es jetzt mal die Behauptung aufzustellen, dass Männer besser schreiben können als Frauen. Stephen Chbosky, Wolfgang Welsch,... Nicholas Sparks reiht sich zwar noch nicht wirklich in die Reihe meiner Lieblingsautoren ein, aber gegenüber Cecelia Ahrens Schreibstil, der mich wirklich oft an den einer 12-Jährigen erinnerte, besteht ein himmelweiter Unterschied.
Und um die Erkenntnisse des heutigen Tages zu vervollständigen: Ich bin ein Herbsttyp, wie mir Julia gerade mitteilte. Denn ich habe mich bereit erklärt, mich für sie als Fotomodel anzubieten, vorausgesetzt das Styling ist inklusive. Das kann was werden. Immerhin hat sie schon von allein festgestellt, dass ich eher der brave Typ bin und für die gewagteren Posen nur Jenny in Frage kommt. Das beruhigt mich.

Freitag, Juni 22, 2007

Dreist und doch freundlich

Ist es nicht eine Dreistigkeit, zu einem kleinen, privaten Fotodienstleister zu gehen und ihn zu bitten Fotos aus dem Ordner mit dem Namen seines Erzfeindes von gegenüber entwickeln zu lassen?! Immerhin munterte ich ihn freundlich auf: "Aber letztendlich: Sie haben 'gewonnen'!"
So unangenehm es auch war, ich fands trotzdem lustig - trotz der Wut die ich auf den Erzfeind habe! Und wer hat drunter zu leiden: Zwei unschuldige Geburtstagskinder!

Nachtrag: Aus mehreren Nachfragen schließ' ich mal, dass es keiner verstanden hat. Das macht Situationskomik aus. Na gut, vielleicht hab ich mich auch einfach zu indirekt ausgedrückt. Mal gucken, ob der private Fotodienstleister beim Abiball nochmal einen Spruch bringt. Vermutlich nicht.

Donnerstag, Juni 21, 2007

Der Stich des Skorpion

Anfangs dachte ich, während ich das Buch über den erfolgreichsten Fluchthelfer und Staatsfeind Nr. 1, Wolfgang Welsch, zum Zweiten Mal in die Hände nahm, dass es sich in die Länge ziehen würde. Doch in den letzten beiden Tagen konnte ich es kaum noch aus der Hand legen. So unheimlich spannend, interessant, aufwühlend, dem Titel entsprechend Stiche versetzend und Fragen aufwerfend. Fragen über die DDR, die Stasi, meine Vergangenheit.

"Die Art der Anfrage und der berufliche Hintergrund des Klienten machten mich misstrauisch. Schließlich war seine Stellung an der Bar eines Interhotels für den Kenner eine ideale IM-Position [...]." (Wolfgang Welsch)

Mein Vater arbeitete an einer Bar - war es nicht auch ein Interhotel?! Er wurde bespitzelt. Ist das ein Beleg dafür, dass er selbst nicht zu den berüchtigten IM gehörte?! Ich fragte meine Mutter: "Wurden auch Personen bespitzelt, die selbst bespitzelten?" "Klar", lautete ihre Antwort.
Ich las die Stasi-Akten meines Vaters. Drei bis vier an der Zahl. Es ist unglaublich. Und erschreckend. Vielleicht hätte ich es nicht tun sollen, denn es kamen unvermutete Wahrheiten ans Licht: Zum Beispiel weiß ich seitdem, dass ich möglicherweise noch weitere, ältere Halbgeschwister habe. Ich habe es nie gewagt, meinen Vater darauf anzusprechen. Wozu?! Um mir Lügen und Ausreden anzuhören? Lügen. Das konnte er schon immer.

"Die Menschen müssen wachsam bleiben und dürfen die Geschichte nicht vergessen, die sich in der eigenenen Geschichte widerspiegelt." (Isabel Allende)

Ich habe ihn zu seinen Stasi-Akten, sowie den Jahren 1986 bis 1989, dem Jahr in dem wir ausreisten, befragt. Unvorstellbar, was uns alles hätte passieren können. Westdeutsche Mark wurden in meinen Windeln versteckt, Papiere das Klo runtergespült, mein Vater verhaftet, meine Mama musste darum bangen, dass ich in ein Heim gesteckt würde. All das, weil mein Vater, ein Wehrdienstverweigerer, einen Ausreiseantrag gestellt hatte, über Westkontakte verfügte und und und. Es war spannend ihm zu zuhören. Ich glaubte ihm. Warum auch nicht?!
Doch während des Lesens kamen plötzlich wieder Fragen in mir auf: War das die ganze Wahrheit? Noch heute erzählt er nur von den "anderen", die Fehler machen, die ihm sein Leben schwer machen. Wie damals.

"Trauer ist keine Schwäche, sie ist nur eine besonders schwere Arbeit. Ich musste deswegen keine Scham empfinden. Ich musste nur ein neues Verhältnis zur Welt herstellen, weil das alte zerbrochen war." (Wolfgang Welsch)

Heute weiß ich, dass vieles, was er erzählt, nur seine Darstellung der Dinge ist. Er vergisst dabei, dass er sich ebenfalls vieles zu Schulden kommen lässt. Dass er Fehler begeht, sich bei anderen unbeliebt macht. Nicht nur andersrum wie er es mir stets einzutrichtern versucht. Hat er - als Barkeeper - auch als IM gearbeitet? Hat er uns allen vielleicht dieses kleine Detail verheimlicht? Wäre nicht verwunderlich, oder?
Das Schlimme ist, dass es wirklich schwer ist, solchen Verdächtigungen nachzugehen. Zumal ich doch seinen Schilderungen stets mit so einer Neugierde und Glaubwürdigkeit lauschte. Nie kam in mir der Zweifel auf, dass auch er nicht ganz "sauber" war. Wieso sollte er auch andere bespitzelt haben, wo er selbst gegen das System war? Warum sollte er für dieses System gearbeitet haben? Um seine Ausreise zu beschleunigen - die letztendlich auch drei Jahre auf sich warten ließ?!

"Der Regen kehrt nicht nach oben zurück.
Wenn die Wunde nicht mehr schmerzt,
schmerzt die Narbe."

(Bertold Brecht)

Fragen über Fragen. Und doch keine Antworten. Selbst wenn ich welche bekommen würde, woher sollte ich wissen, ob diese außnahmsweise der Wahrheit entsprechen oder wie gewöhnlich erstunken und erlogen sind?
Damals, als ich von meinen möglichen Halbgeschwistern erfuhr, versuchte ich ihre Adressen herauszufinden, was jedoch daran scheiterte, dass ich dafür eine Gebühr hätte zahlen müssen ohne überhaupt zu wissen, ob diese Person wirklich die war, die ich suchte. Das war es mir zu dem Zeitpunkt nicht wert. Ich erinnere mich nicht mehr wie hoch die Gebühr war, doch nun wäre ich entschlossen, diese aufzubringen, um wenigstens einige Antworten zu finden. Dummerweise habe ich die Namen nicht mehr geschweige denn die Stasi-Akten. Einzig an ein, zwei Vornamen erinnere ich mich noch.
Ich hab von meinem Vater so viel über unsere Vergangenheit in der DDR erfahren. Doch nun kommen in mir Zweifel auf, ob das alles nur eine einzige Lüge war. Vermutlich dramatisier ich das hier jetzt, schließlich wurde mir manches von meiner Mama bestätigt. Dennoch habe ich ihm in meiner kindlichen Naivität sicherlich oft mehr vertraut als ich hätte sollen.

"Männer haben eindeutig zu viel Phantasie"

Nachdem ich bei Jenny meinen Titel als "Heldin des Tages" abgeholt hatte, fuhr ich zu noch schnell zu Penny. Ich kam an die Kasse und die Kassiererin von damals fing an zu kichern.
Kassiererin: "Tut mir leid, aber manches geht einem einfach nicht aus dem Kopf."
Ich dachte schon, sie erinnerte sich ebenfalls an mein "verhängnisvolles Husten", doch dann klärte sie mich auf: "Männer gucken zu viel Werbung. Der Kunde eben hat gerade AXE gekauft und da meinte ich so zu ihm: 'Sie wollen wohl auch, dass man Ihnen die Klamotten vom Leib reißt?' Und er: 'Ja, das wäre doch mal was anderes.' Der war bestimmt schon über 60! Männer haben eindeutig zu viel Phantasie."
Ich musste so grinsen als sie das erzählte, auf dem Weg zum Auto und auch noch als ich drin saß. Die Leuten guckten schon wieder komisch. Was fällt der auch ein ständig für Lachflashs bei mir zu sorgen?!

Gefühllosigkeit

Bezugnehmend auf diesen Eintrag meinte Lena vor etwa einem halben Jahr zu mir:"kann doch sein dass du so blockst,weil du angst hast, dass dir so'n scheiß passiert wie deiner mutter mit deinem vater...". "möglich... vielleicht im unterbewusstsein", lautete meine Antwort.
Vielleicht steckt da wirklich - auch wenn es ein bisschen übertrieben klingen mag - so ein "Vater-Trauma" dahinter. Diese Enttäuschung und das verletzte Vertrauen. Ich hab wirklich keine Ahnung. Alles Spekulation. Aber so langsam ist das doch nicht mehr normal. Es kotzt mich selbst an, aber ich hab das Gefühl, dass ich hilflos dagegen bin.
Es ist ja nicht so, dass ich immer blocke. Aber genau da liegt auch wieder das Problem. Ich habe ein, zwei Mal nicht geblockt. Für den Moment war es schön, weil ich nur an mich und nicht an die Konsequenzen dachte. Ich habe den Moment länger ausgekostet, als ich hätte sollen, weil es für diesen Augenblick so schön war, aber nicht weil ich den Menschen an meiner Seite nicht verlassen wollte. Denn ich spürte nichts. Nichts als die übliche Sympathie. Mehr nicht. Keine sonderbaren Gefühle.
[Um meine Denkblockade zu überbrücken, habe ich mich gerade im studivz eingeloggt. "Eine neue Nachricht" Antje M. oder Julia G.? Und dann die Überraschung: Er will mich kennenlernen. "Natürlich ganz unverbindlich". Wie (un-)passend zu diesem Eintrag hier...]
Diese Gefühllosigkeit ist wirklich das Schlimmste. Im Nachhinein zu wissen, dass man sowohl sich als auch dem Gegenüber nur was vorgemacht hat. Ernsthafte Konsequenzen hatte das bisher noch nicht (hoffe ich). Außer dass mir bewusst geworden ist, dass so ein schöner Augenblick im Endeffekt wohl nichts wert ist, wenn keine Gefühle im Spiel sind. Zumal man sich dadurch, dass man im Bekanntenkreis, in Büchern, in Filmen, immer wieder Beziehungen voller inniger Liebe und Vertrautheit vorgezeigt bekommt, doch auch irgendwie nach mehr sehnt als nur nach einem einzigen Augenblick.
Das Problem ist, dass sich Gefühle auch nicht einfach mit einem Schnips herzaubern lassen. Selbst wenn, würde mir das auch nicht helfen, da man sie dann genauso auch mit einem Schnips wieder verschwinden lassen könnte.
Ach, was muss das alles so kompliziert sein. Und nun auch noch so eine Anfrage im studivz, wo ich mir doch vorgenommen habe, mich mit niemandem mehr aus dem Internet zu treffen. Davon bin ich eigentlich immer noch überzeugt, doch dann kommt doch wieder die Frage auf: "Mit wem sonst?" Ich möchte mich weder auf ein Internet-Date einlassen noch mit irgendwelchen [Bayern] in Hannover [oder so] verkuppeln lassen.
Vermutlich ist das unterbewusst das naive Kleines-Mädchen-Denken: dass man irgendwann zufällig jemanden trifft und es auf der Stelle auf beiden Seiten funkt. Aber so langsam bin ich kein kleines Mädchen mehr...

Oh wie schön könnte die Welt sein,
wenn die Liebe stärker wär'
als das eige Bestreben,
dass die Maschinen uns vorgeben
Jede Nacht geht sie auf Reisen
und ihr Inhalt ist zerbrechlich
und was sie wirklich fühlt
ist meistens unaussprechlich.

Ich bin ein unsichtbarer Vogel
ich bin ein losgelöstes Tier.
Ich seh die ganze Welt im Fliegen
aus wunderschönen Perspektiven.

Ich sah dich gestern tanzen,
doch du standst' dir nur im Weg.
Also gingst du auf die Straße,
hast für dich überlegt
dass wir hassen, was wir lieben
und wir lieben, was wir hassen
und verlassen, was wir lieben
aus der Angst, was zu verpassen.
Doch wenn du wüsstest da ist jemand,
der ist die ganze Zeit bei dir,
würdest du nie wieder lügen
und anfangen dich selbst zu lieben.

Ich bin ein unsichtbarer Vogel
Ich bin ein losgelöstes Tier
Ich seh die ganze Welt im Fliegen
und ich bin so gern bei dir.
Oh wie gern würd' ich dir sagen,
was ich dir nicht sagen darf.
Du brauchst keine Angst zu haben,
an deiner Seite fliegt ein Spatz.

[Olli Schulz & der Hund Marie - "Unsichtbarer Vogel"]
(auch passend: "Der Moment")

Mittwoch, Juni 20, 2007

"Enten-Picknick"

Spontan entschieden Steff, Kot-Ulla und ich uns gestern das schöne Wetter auszunutzen und am Maschsee zu picknicken. Nachdem wir Salat, Schokopudding, Knoblauchbrotchips und "Haribo Phantasia" besorgt hatten, ging's auf die Vahrenwalder. An der Ampel grinste mich ein kleines Mädchen aus dem neben uns stehenden Wagen an, zeigte mir ihre Püppchen, winkte, lächelte wieder, drehte sich beim Vorbeifahren nochmal nach mir um. Soooooo niedlich! Ja, ich bin wirklich leicht zu begeistern.
Das stellte Kot-Ulla dann auch am See fest als ich mich wie ein kleines Kind über die Entchen freute. Es dauerte nicht lange und Kot-Ulla war auch angesteckt. Den kleinen Baby-Entchen kann einfach niemand widerstehen. Außer Steff, die sich lieber über die stöhnenden Tennisspielerin auf der Playsstation lustig machte.
Ach nee, die Enten waren schon toll. Die Eine ist doch tatsächlich mit ihrem Schnabel an meinen Zeh - und auch an Kot-Ulla wurde sich vergangen. Kein Wunder, denn diese hatte sich ja zur Entenfütterung bereit erklärt, da sie nicht wusste wohin mit dem Mais. Ja, das ist unsere Katrin wie sie leibt und lebt. Salat mit Tomate, Karotten & Mais kaufen und dann den Mais an die Enten verfüttern. [Stichwort Banana Split!!!]:
Steff: "Hat irgendwer vorne das Schild "Bitte nicht füttern" gesehen?"
Ich: "Nö. Das steht bestimmt nur zur Deko da."
Irgendwann waren wir von den Enten und Entchen umzingelt. Wollten wohl auf große Wanderschaft gehen. War wirklich ein schöner Nachmittag am See, trotz der Hitze. Das nächste Mal sollte ich mich lieber nicht ganz so warm anziehen. An Romée haben wir uns auch versucht, aber Kot-Ulla kannte doofe Regeln und außerdem war es einfach zu warm und viel spannender, die Enten zu beobachten wie sie untertauchten, sich stritten [Kot-Ulla zu mir: "Du bist auch so eine, die sich amüsiert, wenn andere sich prügeln, ne?!"] oder doch küssten?! :
Ich: "Die streiten sich gar nicht. Die küssen sich."
Kot-Ulla: "Ja klar... Die küssen sich doch nicht, die stoßen nur aus Versehen mit dem Schnabel aneinander."
Ich: "Achso - wenn du durch eine Menschenmasse läufst, stößt du also auch zufällig an den Mund eines anderen oder was?!"
Als es uns dann doch zu warm wurde, verschwanden wir gegen halb sieben ins "Spago". In dieser Lokalität wollte ich mich ja eigentlich nicht mehr blicken lassen, nachdem ich an meinem Bierglas Lippenstiftspuren entdeckt hatte. Doch als Steff meinte, dass es beim letzten Mal ganz toll gewesen sei, ließ ich mich doch zu einem "Cocobanana" überreden, der dann auch nach etwa einer halben Stunde kam... Nie wieder, Steff - hörst du?!
Völlig erschöpft vom ausruhen und paradoxerweise leicht angetüdelt vom alkoholfreien Cocktail machten wir uns dann wieder auf den Heimweg. Das nächste Mal sollten wir diese Tour dann aber mal mit dem Rad unternehmen. Irgendwelche Einwände?!

Es gibt so Sachen...

... die mich fürchterlich nerven, zum Beispiel, dass:
  • in unserem Briefkasten heute ein Brief von der Schule an Frau und Herrn M. und L. Wachsmuth lag. Ich bin so wütend über diesen verdammten zweiten Vornamen! Der hat dort einen Dreck drauf zu suchen! Bin gespannt, wann man(n) sich nach meinem Abitur erkundigt. Hoffentlich nie, denn dann muss ich mir wohl ein "2,6 nur? Ich hatte immer nur Einsen auf dem Zeugnis" anhören.
  • ich mir vorgestern ein "Hast dich ja gar nicht mehr gemeldet" anhören musste, während die andere Seite dies ebenfalls nicht tat. Wieso muss ich mich denn melden? Und ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn ich es nicht tu?!
... die mir aufgefallen sind, zum Beispiel, dass:
  • nicht alle blauen Augen eine anziehende Wirkung auf mich haben. Da war ich wohl etwas voreilig. Kommt also tatsächlich auf das ganze drum herum an. Die Person selbst, die Ausstrahlung und so weiter.
  • ich mir gar nicht alles merken kann, was mich so tagtäglich beschäftigt, mir bewusst wird...

Montag, Juni 18, 2007

Glücklich Bestanden!!!

Das war ein Nervenkitzel heute. Bin erstmal viel zu spät von zu Hause zum Bahnhof gelaufen, wo das Auto stand. Rasen konnte ich dann auch nicht, weil die Straßen total nass waren, sodass ich eine Minute zu spät ins Schulgebäude stürmte. Dort standen schon alle bangend vor dem Lehrsaal. "Foto! Foto!" wurde geschrien und so blickten wir, Katrin, Lena, Jenny, Kot-Ulla und ich, ängstlich in Julias Kamera.
Als Frau Klapper durch die Tür kam, veränderte sich unser Gesichtsausdruck von "um sich selbst bangend" in "mitfühlend", denn Jenny wurde zur Seite genommen. Kurze Zeit später wurden wir alle in den Lehrsahl gebeten. Lena, Jenny, Kot-Ulla, Katrin und ich in einer Reihe.
Zunächst wurde uns mitgeteilt, wer in die Nachprüfung muss. Katrin und ich strahlten uns einen Moment lang an, denn wir hatten es definitiv geschafft, da wir nicht aufgerufen worden. Dennoch war das Bangen nicht zu Ende. Ich war total fertig mit den Nerven, griff nach Katrins Hand und so saßen wir "Händchen haltend" da bis schließlich die 15 Einser aufgerufen worden, die natürlich ordentlich Applaus bekamen. Danach ging es nach dem Alphabet weiter. Ich zum Schluss, denn sowohl Max W. als auch Imke befanden sich unter den Einsern.
Auf den ersten Blick war ich enttäuscht. 2,6? Verdammt! Ich wollt unter fünf bleiben. Doch dann sah ich meine Punkte an. 10 Punkte in Mathe?! Wie geil ist das denn?! Ich hüpf hier immer noch durch die Gegend rum und hab seit halb 12 wieder mein Dauergrinsen drauf.
Bei Rossmann traf ich Frau Z., die nur so meinte: "Na du strahlst so, dann nehme ich mal an, dass du sehr zufrieden bist." Mit dem Ergebnis nicht hunderprozentig, aber ich habe mein Abitur bestanden, ich hab die Zwei vor dem Komma und das Genialste ist einfach Mathe! Es ist sowas von unglaublich! Könnte die ganze Zeit nur Freudensprünge machen. Ich freu mich so! Scheiß auf den Schnitt! Abi bestanden und das mit 7 (Englisch), 11 (Politik), 10 (Mathe) und 7 (Deutsch). Und ich dachte immer, mein Schwerpunkt würde im sprachlichen Bereich liegen...

Sonntag, Juni 17, 2007

Bella Italia - Giorno Quattro

Wie bereits am Freitag klingelte auch heute wieder um sechs der Wecker. Viel Zeit blieb uns schließlich nicht mehr. Duschen, Frühstück, Kofferpacken, Auschecken. Koffer ließen wir stehen, um erstmal zum Flohmarkt am "Porta Portese" zu fahren/gehen.
Riesiger Markt, Ramsch ohne Ende. Schöne Taschen, aber nicht die, die ich wollte. Unschöne Armbänder und nicht die, die ich wollte, womit ich mit meiner Tradition aus Barcelona und Paris brach, mir aus jeder Stadt ein Bändchen als Souvenir mitzubringen. Die Eisdiele vom vorherigen Tag hatte auch noch geschlossen. Also alles in allem bekam ich nichts, was ich gern bekommen hätte. Der letzte Anlaufpunkt für ein türkises Armband wurde mir zum Verhängnis. Aus welchen Gründen auch immer ließ ich meine Kamera fallen. Folglich lässt sich das Batteriefach nicht mehr schließen. Sowas kann echt wieder nur mir passieren...
Mit einem Mal rannte uns die Zeit davon. Bis zum Bahnhof zu laufen wäre utopisch gewesen, sodass wir uns den nächstbesten Bus schnappten, um dann doch wieder zehn Minuten auf den anschließenden 310er zu warten. Schnell die Koffer aus dem Hotel abgeholt, zur Bushaltestelle gerannt, dann zur Metro und erstmal entspannt.
In "Anagnina" mussten wir dann in den Bus nach "Ciampino" (Flughafen) umsteigen. Dank des hilfsbereiten Italieners war gesuchter Bus auch schnell gefunden. Problem war nur, dass dieser erst in 20 Minuten fahren würde, 30 Minuten zum Flughafen bräuchte und wir eigentlich schon in 20 Minuten einchecken sollten.
Letztendlich reichte das aber vollkommen aus, denn als wir zehn vor zwei am Flughafen waren, hatte das Einchecken noch lange nicht begonnen. Als es dann soweit war, kauften wir uns noch ein Ciabatta - und Katrin eine Cola. Hm... na ja, was soll ich sagen. Wir mussten dann ja mit dem Handgepäck einchecken. Wie war das nochmal mit den neuen Richtlinien, was Flüssigkeiten betrifft?! Lange Rede, kurzer Sinn. Vor der Kontrolle musste die Cola weg. Hab ich dummerweise auch nicht mehr dran gedacht.
Mit dem Shuttle-Bus wurden wir dann zum 50 Meter entfernten gelben Flugzeug gebracht, das aber noch ewig rumstand, wodurch ich ein "Oh mann, fahr mal los, ey!" nicht unterdrücken konnte, was einen erschrockenen Blick seitens Katrin mit sich brachte.
Zehn Minuten nach dem geplanten Start hebten wir dann ab, ab ins Meer! Das war soooo toll! Wir flogen bestimmt eine halbe Stunde über dieses wunderschöne türkis-blaue Wasser. Als wir dann über den Wolken waren, rebellierten jedoch meine Augen und ich nickte ein bis - ja bis es plötzlich zu Schaukeln begann. Katrin hatte ihre Flugangst bereits abgelegt - oder eher an mich abgegeben, denn ich schaute sie ängstlich an und meinte nur: "Katrin?! Katrin?! Was ist das?!" Und schon gingen die Lichter an, die uns zum Anschnallen aufforderten. Auch der Pilot informierte uns darüber, dass wir gerade in Windböen seien und es daher nötig sei, auf den Plätzen sitzen zu bleiben. Danach ging es dann aber auch wieder und wie kamen dem Boden nach und nach näher. Vorher mussten wir jedoch noch durch eine ziemlich dicke Nebelwand, die Zweifel zuließ, ob der Pilot wirklich wusste, wohin er gerade fliegen würde...
Wie dem auch sei. Wir sind gut wieder gelandet, diesmal ohne Ohrenschmerzen. War ein sehr schönes, erlebnisreiches, verlängertes Wochenende. Ich liebe es, wenn man abends noch im T-shirt durch die Stadt laufen kann. Das war uns bei diesen angenehmen Temperaturen möglich und allein diese Tatsache hat schon meine Sympathien für Rom geweckt.
Nun ist aber definitiv erst einmal Schluss mit Städtereisen. Geht schließlich ganz schön auf die Beine. Mit freudigen Erwartungen blicke ich nun ein paar Tagen in Ahlbeck entgegen.

Bella Italia - Giorno Tre

An diesem Morgen frühstückten wir in aller Ruh' und begaben uns gegen 9 Uhr zur Spanischen Treppe. Dort wurde ich dann wieder von so'nem Afro angelabert, dass ich ihm doch mal meinen kleinen Finger geben solle. Ich sah das bunte Bändchen und schon gingen die Alarmglocken an. Ich fall' doch nicht noch mal auf so'n Scheiß rein.
An der "Via dei Condotti" entlang, wo sich Gucci, Ferrari und was weiß ich noch was befand, fanden wir uns an einem Springbrunnen wieder, indem man mit viel Phantasie Pferde gallopieren sehen konnte. Mit noch mehr Phantasie sowohl schwarze, weiße als auch braune.
Weiter ging's zum Castel St. Angela, das wir dann aber doch nur von außen betrachteten, da wir von Historischem Hintergrundwissen immer noch genug hatten. Stattdessen liefen wir die Straße zum Petersdom runter, um noch ein Souvenir für die Großoma zu finden. Ich hoffe, sie freut sich über den Rosenkranz und noch so'n "Schnickschnack".
Als Nächstes stand die "Trastevere" an, wo wir uns gleich mal ein riesiges Stück Wassermelone besorgten, um diese auf einer, von Tauben umgebenen, Bank zu schlemmen. Sehr saftig und erfrischend. Hielten uns eine ganze Weile in diesem Viertel auf, aber viel mehr fällt mir dazu nun auch nicht mehr ein.
Danach wollten wir zum "Piazza Bocca della Verita", speziell zum "Lügendetektor". Auf dem Weg dorthin kamen wir an einer Insel vorbei, wo wir dem leckeren "Gelato" nicht widerstehen konnten. Konnte mich gar nicht richtig entscheiden, die Wahl fiel schließlich auf "Marone" und "Creme de Siciliana" oder so ähnlich. Lecker. Zum "Lügendetektor" bleibt mir nicht viel zu sagen, außer dass man seine Hand in den Mund der Figur stecken muss und diese - der Sage nach - abgebissen wird, sollte man lügen. Da ich hier ganz munter den dritten Rom-Eintrag schreibe, dürfte jawohl klar kam, was bei mir geschehen ist...
Total fertig begaben wir uns dann zum "Circo Massimo", na ja eher zur gleichnamigen Metro-Station, um zurück zum Hotel zu fahren. Dort erfrischten wir uns, fielen auf's Bett und nahmen uns Bett nach zehn Minuten Ruhe ins Studentenviertel zu laufen. Über eine Stunde später konnten wir uns gerade wieder so aufraffen.
"St. Lorenzo", das Universitätsviertel, klang vielversprechend. Aber hinter vielen Kneipen verbergen sich noch lange nicht viele preiswerte Restaurants und wenn doch, dann ist die Küche erst ab 20 Uhr geöffnet, also liefen wir hoch bis zum Bahnhof, um uns dort an der Straße beköstigen zu lassen. Wir wollten Pizza, obwohl Pizza ganz und gar nicht zu meinem Leibgericht gehört, aber Pasta hat man zu Hause oft genug und wir wollten am letzten Abend was typisch Italienisches. Ich las "Bresaola". Unwissend, worum es sich handelte, fragte ich den Kellner, der mir etwas von "Meat" und "Sehr sehr gut" erzählte. Letzteres überzeugte mich und so bekam ich eine ausgezeichnete Pizza mit luftgetrocknetem, italienischem Rinderschinken sowie Rucola und Parmesan. Also nichts mit Innereien, was ich zunächst befürchtet hatte.
Ziemlich gesättigt, entschieden wir uns für einen Verdauungsspaziergang zum "Colloseum", denn dies war unsere letzte Chance, es beleuchtet zu sehen. Hat sich in jedem Fall gelohnt. Unsere Münze hatten wir auch noch nicht in den "Fontana di Trevi" geworfen, was wir natürlich nicht verpassen durften. Mit der rechten Hand warfen wir also unsere Cent-Stücke in den Brunnen, in der Hoffnung Rom eines Tages wiederzusehen. Ich würd' mal sagen, die Chancen stehen ganz gut.

Bella Italia - Giorno Due

6 Uhr morgens wurden wir vom Wecker aus unseren Träumen gerissen. Eine Stunde später saßen wir bei Müsli und Nutellabrötchen, weitere 60 Minuten später begaben wir uns bereits auf den Weg zum Vatikan/Petersplatz. Vor dessen Toren schnell das halbe Langarmshirt übergezogen, AudioGuide geschnappt und den Petersdom hoch gestiegen. Super Aussicht übrigens. Von innen sahen wir uns das ganze natürlich auch noch an - an die historisch-künstlerisch-religiösen Informationen des AudioGuides konnten wir uns schon nach zwei Minuten nur noch dunkel erinnern.
12 Uhr waren wir fertig, obwohl man doch einen ganzen Tag im Vatikan einplanen sollte... aber da wir nicht anstehen mussten, ging das recht zügig, wobei man erwähnen muss, dass wir auf den Vatikan selbst dann doch verzichteten - die Informationen zum Petersdom hatten uns vorerst gereicht.
Stattdessen führte es uns wieder zum "Colloseum" oder viel mehr zum "Palatino". Historischer Hügel mit vielen Ausgrabungen ebenso wie das "Forum Romanum", das wir als nächstes erkundeten. "Capitol", "Pantheon", "St. Maria" schloßen wir dann auch ab, sodass wir bald unser Mittagbrot einnehmen konnten, nachdem wir uns am vorherigen Tag ausschließlich von einem Müsli, Apfel und viel zu wenig Wasser ernährt hatten. "Bruschetta" stand auf unserer Speisekarte. Sehr appetitlich. Und wie sollte es anders sein: Der dritte Italiener in einem italienischen Restaurant innerhalb von 10 Monaten wollte mich zur Toilette auf die Straße schicken. Und erneut warf ich einen zweifelnden Blick nach draußen. Jedes Mal falle ich darauf rein, dabei sollte ich es doch langsam begriffen haben. Scheint wohl ein "Running Gag" unter den Italienern zu sein.
Anschließend bannten wir uns den Weg zum "Hard Rock Café". Diesmal kam uns ein Italiener entgegen, der ständig "Oh my God! Oh my God" zu mir meinte, während er die Augen nicht von mir lassen konnte. Haben die Probleme?!
Wie es die Tradition will (Barcelona) nutzten wir unsere "Cola aus Kanal" dazu, Postkarten zu schreiben, während wir u.a. "California Dreaming" sowie den Gesangskünsten des hyperaktiven Kellners lauschten.
Ganz in der Nähe befand sich der Park "Villa Borghese", daher nutzten wir gleich die Gelegenheit, auch diesen zu erkunden. Eine sehr gute Idee, denn erstens handelte es sich um einen sehr schönen Park und zweitens hatten wir die Freude eine Bank neben dem ausgezeichneten Gitarrenspieler Platz zu nehmen, der u.a. "Love Generation" und "Stand by me" darbot.
Als dieser jedoch seine Sachen zusammenpackte, folgten wir der "Grease"-Musik und landeten am "Monte Pincio", wo so'n paar Cheerleader o.ä. auf einer Bühne rumhüpften. Von dort aus hatte man einen sehr schönen Blick über den "Piazza del Popolo", zu dem wir anschließend auch gingen, um dem Saxophonisten" vom Vortag zu lauschen und am Brunnen zu verweilen.
Eigentlich wollten wir dann schnurrstracks zum Bahnhof und schließlich zum Hotel. Dauerte aber eine Weile. Zudem kauften wir uns an so'nem Straßenstand zwei Heineken. Auf so ziemlich nüchternen Magen - mehr muss ich dazu ja nicht sagen, ne?! Ist jedenfalls ein lustiges Foto im Bus später entstanden, wobei das aber weniger mit dem Alkohol zu tun hatte - war einfach ein ungünstiger Moment.

Bella Italia - Giorno Uno

Pünktlich in die S4 gestiegen, kamen Katrin S. und ich am Donnerstag morgen gegen 8 Uhr mit Verspätung der S5 am Flughafen Langenhagen an. Kaum hatten wir unsere Koffer abgegeben, meinte Katrin: "Nein! Ich hab meine Schere im Handgepäck." Hatten wir das nicht vor knapp neun Monaten schon mal?! Wie dem auch sei. Briefumschlag gekauft und Brief an sich, "Trottel", selbst geschrieben. In aller Ruhe dann noch eine heiße Tasse Kakao getrunken und dann konnten wir auch schon einchecken. Katrin plötzlich: "Sag mal, Deospray darf man aber mit reinnehmen, oder?!" Durfte man natürlich nicht...
Diesmal hat es sogar gepiept. Demzufolge wurden wir abgetastet, dachte das hört gar nicht mehr auf als man mir dann doch ein "Schönen Urlaub" wünschte. In der Wartehalle testeten wir erstmalig die Massagestühle, vielleicht auch zum letzten Mal. Weiß nicht, war ganz in Ordnung, aber vom Hocker gerissen hat es mich nicht.
Kurz vor 10 Uhr, wir saßen bereits im pinken Flieger, wurde uns dann über Lautsprecher "Boarding completed" durchgesagt und so konnte es wenige Augenblicke später in die Luft gehen. Noch nicht mal die Rollbahn verlassen, stellte Katrin fest "Ich glaub, ich hab' gar keine Flugangst". Von da an war ich diejenige, die bei leichtem Ruckeln ängstlicher schien und sich durch ein "Das ist gaaaanz normal" seitens Katrin beruhigen lassen musste.
11:45 Uhr landeten wir auch schon, warteten anschließend auf die Koffer und ließen uns von dem 6-€uro-Shuttle-Service in einer halben Stunde zum Bahnhof Termini bringen. Dort angekommen suchten wir sicher eine halbe Stunde die Information, um uns zu erkundigen, wie wir denn zu unserem Hotel gelangen würden. Mit dem Bus 310 ging's nach "Ippocrato" und dort stellte sich erneut die Frage, wo unser Hotel sei. Umwege über Umwege auf uns genommen, fanden wir es dann endlich gegen halb drei, eines älteren, straßenkundigen Italieners sei Dank.
An der Rezeption wurde unser "Voucher" dann unter allen vier Mitarbeitern fragend und Stirn runzelnd rumgereicht, die sich gerade in der Nähe befanden. Das Schlimmste erwartend, erhielten wir dann aber auch den Schlüssel zum Zimmer Numéro "81".
Kurz ausgeruht, frisch gemacht, umgezogen und schon konnt's weitergehen. Ziel war zunächst irgendein "Supermercato", den wir jedoch nicht bis zur Métro-Station "Bologna" ausfindig machen konnten, also setzten wir unsere Suche vom Bahnhof Termini aus fort.
An Stelle eines "Supermercato" wurden wir jedoch auf eine Kirche aufmerksam. Schulterfrei liefen wir hinauf als uns der Türsteher (?) Handzeichen à la "Du kommst hier net rein" gab. Völlig fertig und total verdurstet ließen wir uns auf der Treppe nieder. Erneut abwehrende, weg scheuchende Handbewegungen. Da kam Katrin die Idee: Wir zogen uns unsere Shirts an - dazu setzte ich mich natürlich auch auf eine etwas untere Treppenstufe, worauf ich erneut bösen Blicken ausgesetzt war. Kaum hatten wir unsere T-Shirts an, traf uns ein Lächeln des eben noch vermeintlich unfreundlichen Mannes sowie eine einladende Handbewegung zur Kirche hin. Wir sind so gut! War übrigens sehr schön dort.
Anschließend ging die Suche weiter. An einem wunderschönen Park mit Palmen vorbei sowie an Straßengekritzel: "Buon Giorno Principessa"! Habe es gerade so geschafft, keine weichen Beine zu kriegen. Schön :) Wenn die Dame, dem Typen, der ihr das geschrieben hat, nicht um den Hals gefallen ist, weiß ich auch nicht.
Völlig orientierungslos vertrauten wir der Ampel, die gerade grün zeigte et voilà (ich hab das Französisch in den vier Tagen nicht aus dem Kopf bekommen): Da war er der "Supermercadot". Genüsslich in unsere Äpfel beißend und unsere kalte Cola hinterkippend schlenderten wir in Richtung "Colloseum", mit erneuten Zwischenstopp und Kleiderwechsel an einer Kirche.
Schließlich erreichten wir das "Colloseum". "Wow", dachten wir nur. Gigantisch irgendwie. Römer liefen dort auch rum. Außerdem Mitarbeiter, die einen zur Führung überreden wollten. Hatten sie fast geschafft bis ich dann fragte "Is it in English or German?". Ersteres war der Fall und so entschieden wir uns doch für den AudioGuide auf deutsch.
Ehe wir eintreten durften, mussten wir jedoch durch die Kontrolle - ähnlich der am Flughafen. Der Kontrolleur sah mich strahlend an und wiederholte immer und immer wieder "Beautiful Eyes. Beautiful Eyes." Angst?!
Nach dem "Colloseum" spazierten wir am "Konstantinbogen" vorbei zum "Palatin", der jedoch bereits geschlossen hatte. "Forum Romanum" und "Capitol" betrachteten wir dann noch von außen, ehe wir durch die Stadt schlenderten, um die wichtigsten Plätze abzulaufen. Die da wären: "Piazza Navona", "Piazza del Popolo", "Piazza di Spagna" (Spanische Treppe), "Fontana di Trevi", "Piazza del Quirinale" sowie "Piazza Republiqua". Auf diesem Spaziergang begegnete mir erneut ein lächelnder Italiener, der mir ein charmantes "Ciao" zurief, worauf mir Katrin vorwarf, ich würde allen Italienern schöne Augen machen und dass sie nie wieder mit mir wohin fahren würde. Mäh?! Ich hab doch gar nichts gemacht.
Nachdem wir den Bus um viertel elf erreicht hatten, fielen wir - zurück im Hotel - völlig erschöpft in unsere Betten. An einem halben Tag hatten wir schon fast unseren gesamten Plan abgehakt. Bereits an diesem Abend stellten wir einstimmig fest, dass Rom eine beeindruckende Stadt sei. Zudem wurde uns bewusst, dass die Ampelfarben keine wirkliche Bedeutung haben. Wichtig sei es entschlossen über die Straße zu gehen - Umfahren würde man uns schon nicht.

Süßes Grillen

Was für eine tolle Überraschung. Kaum hatte ich wieder deutschen Boden betreten, teilten mir meine Eltern mit, dass es was ganz Tolles zum Abendbrot geben würde. Wenn die Beiden "toll" meinen und zwar in diesem typisch ironischen Ton, dann ist klar, was mich erwarten: "Grillen."
Ich stürzte mich auf Kartoffeln und Salat, eben das, was nicht unter "Grillen" fällt. Dazu gab's das Heineken, das ich Matthias schon seit Monaten schuldig bin.
Nach dem Essen ging ich zum Kühlschrank, um mir einen Fruchtzwerg zu holen. Da entdeckte ich ein Blech und in den folgenden Sekunden stieß ich nur noch begeistert "Oooooh! Ahhhhhhhh! Oh mein Goooooooott!" aus, stürmte mitsamt Blech auf den Balkon und dort stürzten sich Matthias und ich wie zwei ausgehungerte Löwen auf dieses italienische Dessert. "Mmmhmmm... Mmmmhmmm... oh mein Gott, ist das lecker." Ein Bild für die Götter - oder die Wessis, die in der Nachbarschaft wohnen und sich vor dem Abendbrot ein lautstarkes "Boah diese Wessis - ich könnt sie alle - " meinerseits gefallen lassen mussten...

Mittwoch, Juni 13, 2007

Eindrücke von Paris

Ehe ich morgen früh die Reise nach Rom antrete und damit die Eindrücke von Paris mehr und mehr aus dem Gedächtnis schwinden, dachte ich, dass es ganz sinnvoll wäre, darauf nochmal einzugehen, auch wenn das nun auch schon über eine Woche her ist.
Das Highlight war wohl der Eiffelturm. Nicht nur das Highlight der Woche, sondern Tag für Tag, denn jeden Tag sahen wir ihn aus den verschiedensten Perspektiven. Samstag von unten, von oben, unmittelbar von vorn. Sonntag vom "Arc de Triomphe" aus, blinkend und leuchtend. Montag von der Mauer am "Palais de Chaillot" aus, ebenso blinkend und leuchtend wie am Vortag. Dienstag aus der Ferne auf der Plattform des "La Fayette". Und am Mittwoch wieder ganz nah vom "Champ de Mars" aus.
Ansonsten muss ich mir eingestehen, dass mich die Stadt nicht vollkommen umgehauen hat. So ein paar Kleinigkeiten, ja. Kurzzeitige Begeisterung als wir den Disney- und Virgin-Laden entdeckten. Das Wiedererkennen von Filmschauplätzen. Gässchen mit überteuerten, aber wohlduftenden Schokoladengeschäften. Die Wandmalerei im Sacré Coeur, weitere Kirchen, "Die Hochzeit zu Kana" (Veronese) im Louvre.
Aber abgesehen vom Eiffelturm bei Nacht hat ein i-Tüpfelchen gefehlt. Ich weiß nicht, was das hätte sein können. Ich würde nicht ausschließen, wieder nach Paris zu reisen. Aber das Typische "Nächstes Jahr fahr ich wieder hin", das ich verspüre, wenn ich wirklich hellauf begeistert bin, sprach ich diesmal nicht aus. Dafür erlebten wir auf dem Rückflug einen abschließenden Höhepunkt: den Sonnenuntergang von oben mitzuerleben. Magnifique!
Was ich jedoch vermisse, ist die Sprache. Französisch klingt so viel schöner als Englisch. Außerdem ist es interessanter und spannender, Bruchstücke zu verstehen, in der Schule gelernte Begriffe aufzuschnappen. Außerdem vermisse ich das höfliche "Pardon", das einem ständig, vor allem in der Métro, zu Gehör kam.
Alles in allem bin ich heilfroh, dass Lena mit war und ich nicht allein reisen musste, wobei es eh fraglich gewesen wäre, ob ich mich das wirklich getraut hätte. Es gab einige Touristen, die allein unterwegs waren, aber ich bin froh, dass ich mich dieser Minderheit nicht zuordnen musste. So völlig auf sich allein gestellt in einer fremden Weltstadt, alleine Métro fahren, sich von Souvenir-Verkäufern bequatschen lassen - Nein, allein hätte ich das nicht durchgestanden und hätte womöglich die fünf Tage im Hotel verbracht. Oder ich hätte Touristenorte gemieden und mich durch Parks im Abseits getummelt, aber dann hätte ich auch nicht die "Ich war in Paris"-Beweisfotos vorlegen können.

Nun steht Rom mit Katrin S. an! In Reisestimmung bin ich ganz und gar nicht. Ich habe das Gefühl, dass die Erkältung, die seit Februar/März in mir steckt, so langsam zum Ausbruch kommt. Außerdem plagen mich den ganzen Tag schon Kopfschmerzen, die sich weder von einer Paracetamol noch von zwei Stunden Mittagsruhe besänftigen ließen.
Trotzdem bin ich sehr gespannt, vor allem, ob es mit den Taschendieben dort wirklich so bedrohlich ist. Ein bisschen Bedenken habe ich schon, mein ganzes Bargeld mitzuschleppen. Ach, ich denke Katrin S. und ich werden schon alles in die Flucht schlagen, was uns an die Wäsche will [Ja, meine Mama meinte, es sei zu empfehlen, das Geld im BH zu verstecken - ich ziehe dann aber doch meine Tasche vor, denk ich].
Koffer ist übrigens so gut wie gepackt, Schuhe geputzt! Ich bin so stolz auf mich! Schuhe putzen tue ich eigentlich nur einmal im Jahr, am 5. Dezember, und dementsprechend sehen meine Drecksbotten auch aus. Und da ich mich so ja nicht beim Papst blicken lassen will, wurde ordentlich geschrubbt. Dreckig sind sie immer noch, aber das Ergebnis empfand ich dann doch mehr als zufrieden stellend. Tinas sind dennoch ungeschlagen. Sollte ich mir jemals wieder weiße Schuhe kaufen wollen, redet es mir bloß aus!
Grazie per loro attenzione [solamente il tentativo]! Arrivederci!

Begegnungen in Paris

1. Die Métro
Wackelt so wie man es aus einem bestimmten Film kennt. Man muss viel umsteigen und dabei oft durch unendliche unterirdische Gänge. Treppe hoch, Treppe runter. Sehr spaßig ist das, wenn man auch noch mehr oder weniger schwere Koffer bei sich hat.
Wenn man Pech hat, muss man stehen. Dicht an dicht gedrängt. Die Luft ist schlecht. So stickig, dass mir einmal der Vergleich mit einer Sauna sehr plausibel erschien. Passte sowohl vom Geruch als auch von der Wärme.
Es gibt eigentlich keine Schaffner. Um in die Métro zu gelangen, muss man sein gültiges Ticket durch so einen Automaten/eine Schranke schieben. Kennen vielleicht manche aus Museen, Schwimmbädern, Freizeitparks. Keine Chance für Schwarzfahrer, denkt man sich. Doch weit gefehlt. Da springt man eben über die Absperrung. Pech hat man dann aber, wenn man aus der Métro steigt und um der Ecke doch Kontrolleure stehen...
Mit etwas Glück kann man selbst in der Métro dem Klang eines Akkordeons lauschen. Da wäre man nicht selten gern bis zur Endstation gefahren.

2. Die Obdachlosen
Schlafen zu meist unter Brücken, am Canal St. Martin scheint sich ein ganzes Dorf zusammen gefunden zu haben, so hat es den Anschein. Zwischen den ganzen Zelten entdeckt man nicht selten auch eine Kommode und ähnliche wohnliche Einrichtungen. Etwas fernab vom "Dorf", lagen mitten am Tage zwei Männer schlafend auf dem Boden, oder hatten sie noch eine Matratze?! Paris hat also auch seine Schattenseiten.
Eines Tages begegnete uns ein Bettler in der Métro. Er erzählte seine Lebensgeschichte. In einem angenehmen, langsamen, verständlichen Französisch - was nicht heißt, dass ich ihn Wort für Wort verstanden habe, aber das Gröbste konnte ich aufschnappen.

3. Die Betten
Unseres war nicht viel größer, vielleicht genau so groß, wie meines. Die Bettdecke bestand aus einer Wolldecke und einem Laken. Alles in der Einzahl wohl gemerkt! Wir, Deutschen, zogen das Laken, das in den Bettrand gesteckt war, in der ersten Nacht raus. In dieser fror ich ein wenig, sodass ich auch noch die Überdecke benötigte. Die kommenden Nächte zog ich es vor in einem echten französischen Bett zu schlafen, ließ das Laken in der Nische, statt es vor dem zu Bett gehen mit Gewalt rauszuzerren. Problematisch wurde es dann als ich des Nachts für kleine Mädchen wollte, am Laken rüttelte und es einfach nicht rausbekam. So musste ich umständlich aus dem Laken klettern.

4. Die Kellner
Von den Italienischen, die mich zur Toilette auf die Straße schicken wollten, habe ich schon berichtet. Im "Le Tire Bouchon", dort wo jetzt mein Post-it an der Wand klebt, beobachte uns der Kellner mit einem Schmunzeln und klärte uns dann in einem schülerfreundlichen Französisch auf (nachdem wir ihn beim ersten Mal nicht richtig verstanden hatten): Wir würden am Tisch sitzen wie zwei brave Schulmädchen, geradeaus blickend, still, brav eben. Ist das jetzt eine Beleidigung?! Ich musste ja wenigstens brav tun, wo ich doch schon das Wasser über die Tischdecke verteilt hatte...

5. Die Französin
Am letzten Tag fiel mir in der Métro eine Frau ins Auge, von der ich kaum meinen Blick lassen konnte. Kein Model, dafür war sie nicht schlank geschweige denn groß genug. Aber schön. Natürlich schön. Spitzer, entzückender kleiner Mund - der mich jedoch nicht so ins innerliche Schwärmen brachte wie diese Augen. Diese Augen... Ich dachte Audrey Tautou höchstpersönlich steht neben mir, sowohl was Gesichtsform, Haare und eben die Augen betraf.

Dienstag, Juni 12, 2007

Abi, Urlaubsplanung, "Schlafen", Olli, Saugen, Wischen, Dorf

Der Titel beschreibt meinen Tag eigentlich perfekt. Kurz und Knapp.
Nun aber im Detail. 8:45 unfreiwillig aufgestanden, geduscht, gefrühstückt, Wäsche aufgehangen, auf's Rad geschwungen, zur Bank, zur Schule, Abikarten abgeholt, auf Katrin S. gewartet, mir von weiteren Damen, u.a. von meiner Mathelehrerin sagen lassen, wie gut mir die neue sommerliche Frisur doch stehen würde [irgendwie komisch einen Monat nach dem Friseurbesuch nun ständig drauf angesprochen zu werden], mit Katrin S. Rom-Reiseführer studiert, das Lustige zitiert, das Wichtige notiert.
Scheint so als würden wir eine Menge Spaß mit den Italienern haben, die aus dem Fotografieren angeblich ein öffentliches Ereignis machen. Wenn ich also aus Rom wiederkomme und ihr mich ständig umgeben von Italienern seht, die unbedingt mit auf's Bild wollten, wisst ihr Bescheid. Außerdem gehen sie davon aus, dass man jederzeit der Frau/dem Mann seines Lebens begegnen könne und dementsprechend soll man nie aus dem Haus gehen ohne sich (ein wenig) zurecht gemacht zu haben. Das scheint auch das Lebensmotto meiner Mama zu sein, obwohl sie ihren Traummann längst gefunden hat.
Und überhaupt sind die Italiener wohl sehr an Kommunikation interessiert, stehen drauf, wenn man sie öffentlich lobt ("Bravo!") und und und! Scheint auch die perfekte Reisezeit jetzt zu sein, da am Mitte Juni viele Open-Air-Veranstaltungen stattfinden. Ich bin wirklich sehr gespannt, was uns so erwarten wird!
Nach einem anschließenden Zwischenstopp bei Aldi und dem "netten" Bauern, fuhr ich dann schleunigst nach Hause, nahm die Wäsche ab, und machte mir den Pfannkuchen, von dem ich Lena gestern schon am Telefon vorschwärmte ohne überhaupt ein Rezept oder ähnliches zu besitzen. Endete eh darin, dass ich mit den Mengenangaben aus der Internetquelle nicht zufrieden war und meine eigene Création herstellte. Dabei rausgekommen ist ein nicht gerade dünner Zimt&Zucker-Pfannkuchen mit Banana-Split-Eis, Bananen, Billig-Yogurette und - das Beste: Schokoladensauce. Lecker, oder?!
Danach war ich so übersättigt, dass ich den Zweiten (Zimt&Zucker + Erdbeermarmelade) zur Seite schob, mich auf meinen orangen 100x60cm Teppich fallen ließ und da die nächsten zwei Stunden nicht mehr von runterkam. Für eine Sekunde vielleicht als ich mir nach einer Stunde eine Decke schnappte, weil es doch ein wenig frisch wurde. Währenddessen ließ ich mich von Olli, dem "Bettmensch", berieseln, immer noch. Hach, war das schön.
Hätte noch ewig so liegen bleiben können, auch wenn es ganz schön hart war, aber es warteten ja noch allerhand Aufgaben auf mich. Die da waren: den zweiten Pfannkuchen zu essen [kalt beinahe leckerer], nochmal Wäsche abzuhängen, Küche aufzuräumen, Müllsäcke zu packen, Wohnung zu saugen und zu wischen. Was für eine Qual bei der Wärme und dann war das Wohnzimmer auch noch so dreckig...
Halb sechs war ich dann mit allem soweit fertig, dass ich ins Dorf radeln konnte, um "mal eben schnell" meine Fahrkarte für Ahlbeck [vierte Jahr in Folge: Sommer, Strand & Meer :)] sowie Blattsalat zu kaufen. Doch eine verehrte Dame machte mir da einen Strich durch die Rechnung. Etwa dreiviertel sechs war ich am Reisebüro, lehnte mein Rad an die Mauer und entdeckte sogleich einen mir recht bekannten Drahtesel.
Mit einem übertrieben freundlichen "Guuuten Taaag!" betrat ich das Geschäft - ein überraschtes "Ooohhh!" kam mir entgegen. Da saßen wir nun beieinander. Sechs Uhr war eigentlich Feierabend. Eigentlich. Denn der Kunde ist bekanntlich König.
Die Verkäuferin ist mir jedenfalls sehr sympatisch. Sie hat mit so einer Begeisterung von einer bestimmten Veranstaltung erzählt, dass ich mich am liebsten gleich auf den Weg nach ... gemacht hätte.
Fünf nach sechs verließ die Dame neben mir den Laden - vorher bat ich sie natürlich noch darum, mir einen Blattsalat mitzubringen. Das war sie mir schuldig, schließlich hatte sie mir meinen ganzen Plan von "nur mal eben ins Dorf fahren" zu nichte gemacht.
Natürlich ohne jede Absicht und so bescherte ich der Dame zu Abend noch einen erstklassigen Salat. Mmmhm, lecker.

Montag, Juni 11, 2007

Diese Hitze...

Meine Mama: "Wie lief das Tanzen heut'?"
Ich: "Ging gar nicht. Diese Hitze...! [...] Bist du grad erst nach Hause gekomm?"
Meine Mama: "Nein. Ich war noch bei der Sparkasse."
Ich: "Ah. [...] Ach war die Wäsche den ganzen Tag nass in der Trommel?"
Meine Mama: "Nein, ich hab die angestellt als ich nach Hause kam."
Ich: "Wie? Du bist doch eben erst nach Hause gekommen."
Meine Mama: "Ich war bei der Sparkasse."
Ich: "Ach! Diese Hitze...!"

Die Drei von der Tankstelle II

Roller-Fahrer, Helm tragend: "Neu hier?"
Kassiererin: "Seit drei Jahren."
Roller-Fahrer, Helm tragend: "Hab dich hier noch nie gesehen. [...] Und musst noch den ganzen Tag arbeiten?"
Südländlischer Akzent, irgendwie sympatisch, aber: Ich werd' ihn wohl kaum wiedererkennen!

Junge, etwa drei Jahre alt, möchte Kaugummi.
Mutter, polnischer Akzent: "Nein, das ist viel zu viel für dich."
Er legt es auf den Kassentisch.
Kassiererin [zur zahlenden Mama]: "Das auch?"
Mutter, polnischer Akzent [lachend]: "Ja, immer dasselbe."
Kassiererin [schnappt sich Gummibärchen]: "Möchtest du..."
Strahlendes Kinderlächeln. "Danke. Tschüss."

Sanitäter [auf den Ventilator zeigend]: "Hier ist es angenehm kühl. [...] Ich glaub, ich bleibe hier noch ein bisschen. [...] Können Sie den nicht ein bisschen in meine Richtung dreh'n?"
Kassiererin: "Sie können auch gerne näher kommen." [Ist das jetzt doppeldeutig?!]

Ansonsten kam vorhin noch der Sohn meines Chefs. Er suchte seinen Vater. 10 Minuten später kam die Tochter. Sie suchte ihre Eltern. Fand ich sehr amüsant. Die Tochter ist übrigens sehr aufmerksam: "Schöne Frisur. Gefällt mir." Geht das nur mir so oder ist es motivierender von seinen weiblichen Mitmenschen (für sein Aussehen) gelobt zu werden?!

Sonntag, Juni 10, 2007

(Aus-)Schlaflos

Die dritte Nacht in Folge fiel ich kurz vor Sonnenaufgang ins Bett, um erneut schon kurz nach zehn aufzuwachen. Jedes Mal auf's Neue nehme ich mir vor, auszuschlafen, doch mehr als fünf, sieben Stunden erreiche ich nicht. Den Versuch wieder einzuschlafen schub ich zunächst auf, schnappte mir ein Buch über einen französischen Frauenheld [kein Kommentar], las es in zwei Stunden durch, machte das Licht aus, schlief zu meiner Überraschung wieder ein. Träumte totalen Unsinn, beispielsweise, dass ich icq 7.0 (gibt es das überhaupt?!) auf meinem PC hatte ohne es installiert zu haben und damit so rein gar nichts funktionierte.
Einen Traum später befand ich mich mit Steff und Kot-Ulla auf einem mir unbekannten Bahnhof. Doch wenn's am Schönsten [Interessantesten] ist, soll man bekanntlich aufhören. So wurde ich von einem SMS-Ton geweckt [Och nöö], einem weiteren [Mäh] und einem dritten [Alta! Nu is mal gut!]. Und das, wenn ich mein Handy einmal (!) nachts mittags anlasse. War mir also eine Lehre. Eine Weile blieb ich liegen, scheiterte kläglich am Versuch wieder einzuschlafen, stand dann auf, um meine Croissants aufzubacken. Es war viertel drei. Und ausgeschlafen bin ich immer noch nicht. Waren ja insgesamt auch wieder nur sieben Stunden. Und ich hab Kopfschmerzen und es ist warm und ich hab null Motivation die Wohnung wieder herzurichten ehe heut' abend meine Mama mit meiner Tante kommt.

Von einer Party, die im Gedankenstrom endete...

Während sich draußen die Kröten mit den Boxen auf dem Schützenplatz einen Wettstreit leisten, wem es wohl am besten gelingt in meine Ohren zu dröhnen, werde ich mal vom heutigen Abend berichten. Passend dazu, ertönt gerade "54, 74, 90, 2010" vom Balkon. Denn wie schon heute mittag, kleideten wir - Kot-Ulla, Julia und ich - uns zu Janines Geburtstagsfeier wieder mit unseren WM-Shirts! Der 9. Juni letzten Jahres darf schließlich nicht in Vergessenheit geraten.
Pünktlich um 20 Uhr kamen wir an. Mal wieder die ersten Gäste. Mit Steff stieß ich mit den aus Paris geschmuggelten 15 ml Heineken-Flaschen an. Anschließend saßen wir so rum. In Folge eines Schwanks aus meiner Kindheit, lagen Steff, Kot-Ulla und Julia fast am Boden vor Lachen. Erneut saßen wir rum und fragten uns, was wir noch so machen könnten. Julia schlug Prominenten-Raten vor. Ich hatte wie immer Post-its mit und so konnte das Raten beginnen. Sehr geil war als drei von uns vieren "Quasimodo" auf der Stirn kleben hatten. So kam es, dass Steff vorgab keine französische Figur zu kennen, während sie direkt auf Kot-Ullas Stirn starrte. Sehr lustig!
Zwischendurch kam so manch weiterer Gast an unseren Tisch und musterte unsere Zettel, wie zum Beispiel Andi, der heute mal wieder so gesprächig wie vor exakt einem Jahr war: "Was habt ihr denn da kleben? Briefmarken? Damit ihr endlich mal wertvoll seid?!" Wirklich sehr charmant.
[Ich korrigiere mich. Die Kröten bieten sich einen Wettstreit mit den Boxen, die hier irgendwo in der Nachbarschaft rumstehen. Hab mich schon gewundert, was ich die Musik heut' so deutlich und auf Anhieb erkenne, ohne großartig meine Ohren spitzen zu müssen. "Eins kann mir keiner... Eins kann mir keiner nehmen und das ist die pure Lust am Leben...]
Knapp zwei Stunden spielten wir "Wer bin ich?" und kurz nach Mitternacht entschieden wir uns langsam aufzubrechen. Bis wir an unseren Autos waren dauerte es aber noch so einige Minütchen und als ich mich grade reinsetzen wollte, hörte ich aus dem Garten, dass Kot-Ulla noch bleiben würde. Das kam sehr überraschend und motivierte uns zur Rückkehr.
Zurück im Garten erklang gerade "Wie schön, dass du geboren bist". Das Lied, das meine Cousine vor zwei Wochen mitten in der Nacht am Telefon ertragen musste. Ich kann halt nicht singen, schon gar nicht, wenn ich dabei anfangen muss zu lachen. Egal. Wir gröhlten mit und Julia stellte erneut fest, dass wir die perfekten Fussball-Fans wären. Na ja, ich weiß ja nicht. Nur weil man bei einem Kinderlied mitgröhlt?! Okay, in dem Moment musste ich ihr zustimmen, wir klangen wirklich wie alt eingesessene Fans.
Dann saßen wir wieder rum. Bis - ja bis der "Burger Dance" erklang. Da ließen sich alle von Sabrina anstecken und machten kräftig mit. Ich hatte die Ausrede Fotos machen zu müssen. Und als das keinen mehr interessierte, ja da wehrte ich auch ab. Ich mag Tanzen einfach nicht. Ist lustig zuzuschauen, aber das reicht mir dann auch. War schon immer so und wird auch so bleiben. Auch wenn ich mir wünschen würde, in dieser Hinsicht mal etwas lockerer zu sein.
So wie meine Eltern. Diesen Vergleich stellte nämlich Janines Vater an als er ankam und sich zu mir setzte. Er war ganz erstaunt, dass ich mich gar nicht mit auf der "Tanzfläche" tummelte, während mein Vater dort wohl immer total aufging, meine Mama ebenfalls.
Wo wir schon beim Thema waren, begann er mich nach meinen Eltern zu fragen. Eher nach meiner Mama. Danach äußerte er sich zu meinem Vater. Wie er sich verändert hätte. Vor sieben, acht Jahren sah Janines Vater ihn noch als jemanden an, mit dem er gut auskäme, auch zukünftig. Doch im Ice-House hätte er sich enorm verändert. Die Haare, der Charakter, der Drang jung zu sein, nach außen hin nicht zu zeigen, dass man schon die 40 überschritten hatte, sich wie ein 20-jähriger zu verhalten, zu kleiden.
Viel konnte ich dazu nicht sagen, sodass er schließlich auf meine Zukunft zu sprechen kam, was ich so vorhatte. Er war begeistert zu hören, dass ich zunächst eine Ausbildung beginnen würde. Riet mir aber eindringlichst, anschließend in jedem Falle zu studieren. Dass ich schon immer vorhatte, nach dem Abitur erst etwas Praktisches zu machen und Geld zu verdienen, hätte ich besser für mich behalten sollen. Letzteres weckte Missmut in ihm. Es sei die falsche Einstellung, etwas zu tun, nur um "Geld zu verdienen". Es gäbe Wichtigeres. Da hat er recht. Doch ich hatte nicht das Gefühl, dass er unter dem, was gegenüber Geld viel wichtiger sei, das verstand, was ich darunter verstand. Familie und Gesundheit. Er dagegen spielte erneut auf das Studium an. Dass ich diese Chance nicht verpassen solle und was weiß ich. Doch wozu schließt man ein Studium an die Ausbildung an? Für die persönliche Entwicklung? Ich denke eher, dass man nach besseren Karrierechancen strebt und hat man diese erreicht, so verdient man verglichen mit einem einfachen Industriekauffmann ohne Studium sicherlich mehr. Da haben wir es wieder: Das Geld.
Auf der Autofahrt dachte ich darüber nach, was nun der wahre Grund war, mich für eine Ausbildung zu entscheiden. Das Praktische? Oder nur das Geld? Schwierige Frage. Letztendlich stand für mich relativ früh fest, dass ich eine Ausbildung machen möchte. Ein direkt an das Abitur angeschlossenes Studium stand für mich nie zur Debatte. Ich nutze auch meine letzten beiden Sommerferien dafür, in die Berufswelt zu schnuppern - unentgeltlich. Es hätte auch Schnupperstudien gegeben, aber sowas interessierte mich nie.
Dennoch denke ich, dass das Geld auch eine enorme Rolle spielte. Nicht unbedingt um Reichtum anzuhäufen. Ich würde eher sagen, dass es mir um Unabhängigkeit ging. Auch wenn ich noch mindestens die nächsten 12 Monate insofern abhängig von meiner Mama sein werde, da ich mit ihr zusammen lebe, werde ich finanziell unabhängiger sein. Ein Studium käme finanziell gar nicht in Frage, zumindest nicht dort, wo Studiengebühren fällig sind wie in Niedersachsen. Das wäre eine enorme finanzielle Belastung für meine Mama und ich müsste nebenbei arbeiten. Nicht, weil ich neben dem Studium gerne etwas Praktisches machen wollte, sondern weil ich es müsste.
Für mich gibt es Wichtigeres als Geld. Doch ist es für meine und die Existenz meiner Mama, meiner Familie notwendig. Wir müssen arbeiten, um es zu verdienen. Gut, wer muss das nicht?! Hotelerben - oder besser: Hotelerbinnen - vielleicht.
Ich möchte an dieser Stelle wirklich niemanden verletzen, aber es ist nun mal so wie es ist: Für meinen Gesprächspartner war "Geld zu verdienen" kein Argument, eine Ausbildung zu beginnen. Weil er womöglich die besseren Möglichkeiten hat, seine Kinder zu fördern und nicht die Notwenigkeit vorhanden ist, dass die Kinder sofort nach dem Abitur einen Beruf ergreifen, um den Eltern nicht mehr auf der Tasche zu liegen. Das find ich gar nicht schlimm. Es ist in Ordnung. Wer die Möglichkeit hat, seine Kinder zu fördern, sollte dies auch tun. Vermutlich würde meine Mama es auch tun. Wenn ich sie davon überzeugen würde, dass ich es mein größter Wunsch wäre, ein privates Studium zu beginnen, welches jedoch 1.500 € pro Semester kosten würde, dann würde sie zunächst schlucken. Aber sie würde nach Möglichkeiten suchen.
Das ist natürlich nur ein Beispiel. Erstens würde ich kein privates Studium wollen - was zeigt, dass der Wunsch etwa Praktisches zu machen doch mit im Vordergrund steht. Zweitens würde ich nicht wollen, dass sie es auf sich nimmt. Mich würde ein schlechtes Gewissen plagen, weil sie für mich verzichten müsste. Und das fänd ich schlimmer als die andauernde (finanzielle) Abhängigkeit von ihr.
Ich hoffe, es war halbwegs verständlich, was ich ausdrücken wollte und es ist deutlich geworden, dass ich niemanden verurteile, der mehr finanziell besser bestückt ist. Und wenn ich mich geirrt habe und die Familie, die ich zum Vergleich genommen habe, doch kein so finanziell unbesorgteres Leben führt, dann nehme ich das zurück und stelle den Vergleich mit einer anderen fiktiven Familie an, auf die die Beschreibung eher zutrifft.
Ich möchte auch nochmal erwähnen, dass mir bewusst ist, dass es anderen schlechter geht. Ich bewundere meine Mama, wie sie das alles packt. Sie erhält keine Unterstützung von meinem Vater und schafft es dennoch mir ein doch recht angenehmes Leben zu ermöglichen. Wenn ich mir überlege, dass ich innerhalb von zwei Wochen zwei europäische Metropolen, teure Pflaster, bereisen werde, erscheint der Eintrag eigentlich beinahe sinnlos. Ich habe kein Geld, aber zwei Kurztrips in zwei der exklusivsten Städte Europas kann ich mir leisten? Ist das nicht ein Widerspruch? Das ist genau die Denkweise meines Vaters. Er kritisiert die Menschen, die darüber jammern, kein Geld zu haben, dass mit dem T€uro alles teurer geworden ist und die dennoch ein-, zweimal im Jahr in den Urlaub verreisen.
Ich kann darüber nur lachen. Er selbst führte ein Leben im Luxus. Seit 1998 ist er selten, womöglich nie, verreist. Doch vergnügte er sich jede Nacht bis in den frühen Morgen in Restaurants, Bar, Cafés, um danach sein Frühstück bei Vatter einzunehmen. So schlecht kann es ihm also auch nicht gegangen sein.
Es ist nicht so, dass ich plötzlich gesagt habe, so jetzt fahr ich mal nach Rom, dann mal nach Paris. Ich kann es mir ja leisten. Letztendlich kann ich das natürlich, sonst würde ich es kaum machen können. Doch dafür, dass ich diesen Sommer in vollen Zügen auskosten kann, habe auch ich etwas geleistet. Nicht viel, wenn man wieder den Vergleich zu anderen oder auch zu meiner Mutter zieht. Aber warum immer Vergleiche ziehen?! Ich bin es, die vor drei Jahren einen Nebenjob angenommen hat. Der erste kleine Schritt in die Unabhängigkeit, die Mutter wenigstens teilweise zu entlasten. Trotz dieser Entlastung hörte ihre Unterstützung nicht auf. Manchmal ärgere ich mich darüber, wenn sie mir Geld gibt. Einfach so, ohne dass ich sie darum gebeten hätte. Ich ärgere mich, weil ich weiß, dass es eigentlich nicht ihre Aufgabe ist, dass sie genug für mich tut, dass sie auch so viele Kosten (für mich) hat. Und doch steckt sie mir gelegentlich etwas zu, obwohl das eigentlich die Aufgabe eines anderen ist. Eines anderen, der seine Pflichten seit nun mehr fünf Jahren nicht mehr wahrgenommen hat.

Dies sollte ein Eintrag über eine lustige Geburtstagsfeier werden, bei der wir viel Spaß hatten und lachten. Nun strömten aber mit einem Male so viele Gedanken durch meinen Kopf und tun es immer noch. Aber irgendwann ist auch mal Schluss. Schließlich beginnen die Vögel schon wieder zu zwitschern. Skandal. Skandal im Sperrbezirk tönt durch meine Balkontür.