Gleichnamiges Buch habe ich von Sandra&Tobi zum Geburtstag bekommen und aufgrund der großen Schrift auf 140 Seiten an 3 Tagen durchgelesen! 60 Seiten davon heute an der Tanke ;)
Ein Auszug beschrieb beinahe exakt meinen Zustand, den ich ständig verzweifelt zu beschreiben versuche:
"Ich weiß meine Gefühle verhältnismäßig leicht zu unterdrücken. Ich kann das so weit treiben, dass ich alles komplett verdränge und dass nicht einmal mehr Raum bleibt, um mich insgeheim am süßen Schmerz der Verliebtheit zu weiden oder beim Gespräch mit dem Objekt meiner Begierde Herzklopfen zu bekommen."
Die Schwester der Protagonisten meint dazu: "Das zeigt nur, dass du noch nie wirklich geliebt hast. Wenn man wirklich liebt, ist der Schmerz so groß und man leidet so sehr, dass man gar nicht fähig ist, seine Gefühle zu unterdrücken, dann will man es durchziehen, egal, ob dabei womöglich jemand draufgeht, man kann nicht anders - bisweilen ist man dabei seinen Mitmenschen gegenüber ganz schön rücksichtslos."
Womöglich hat sie recht. Kann ich noch nicht beurteilen, aber vielleicht werde ich es eines Tages rausfinden.
In dem Buch ging es vor allem um die Auseinandersetzung mit dem Tod. Als ich es zu Ende gelesen hatte, bekam ich mit einem Mal eine SMS. Ich erfuhr, dass meine Oma väterlicherseits im Krankenhaus liegt. War zunächst ein Schock. Aber der Verfasser (der nicht von sich aus schrieb, sondern weil er den Auftrag bekam), beruhigte mich gleich, indem er schrieb, dass es ihr wieder besser ginge. "Glück gehabt" - oder auch "Luck" ;)
Danach dachte ich ein wenig darüber nach, welche Menschen ich schon durch den Tod bzw. Krebs verloren habe. Zum einen ist da mein Opa. Das war wirklich schlimm für mich. Alle in der Familie wussten, dass es bald zu Ende sein würde - ich ahnte es vielleicht. Aber ich hatte die ganze Zeit so große Hoffnung. So kam es auch, dass ich voller Hoffnung in den Urlaub (nach Leipzig) fuhr. Dort erfuhr ich dann von seinem Tod und es war total schlimm für mich, nicht bei ihm gewesen zu sein. Dafür durften wir ihn allerdings in einem offenem Sarg bestatten lassen - inoffiziell! Mag vielleicht makaber klingen, aber ich bin so froh, dass ich ihn auf diese Weise noch ein letztes Mal mit diesem Lächeln auf den Lippen sehen durfte. Wenn ich nicht bei einem Unfall sterbe und mein Gesicht nicht total entstellt ist, will ich auch auf jeden Fall so eine "offene" Bestattung.
Die zweite und bisher letzte Beerdigung, auf der ich war, war von einem guten Bekannten aus Berlin. Das ist gar nicht so lange her, aber irgendwie kann ich mich kaum noch an Einzelheiten erinnern.
Das krasseste was ich bisher bzgl. dem "Tod" erlebt habe und woran ich an einer Stelle im Buch sofort erinnert wurde, war folgendes Erlebnis:
Meine Mutter liest das Wedemark-Echo. Plötzlich stößt sie einen Schrei aus. Und sofort weiß ich, was sie gelesen hat. Ich wusste, dass sie soeben auf der Seite mit den Todesanzeigen angekommen war und ich wusste auch welchen Namen sie gelesen hatte. Ohne dass wir vorher drüber gesprochen hatten. Wir hatten nicht einmal mehr Kontakt zu dieser Person. Ich hatte es einfach im Gefühl! Das ist schon ein wenig unheimlich.
Zu guter Letzt nochmal ein Zitat: "Man kann nie wissen, was einem im Leben als nächstes passiert!"
Dienstag, September 12, 2006
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)


1 Kommentar:
Schönes Buchzitat...
Kommentar veröffentlichen