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Mittwoch, Januar 23, 2008

Ungewohnte Gewohnheit.

Langsam beginne ich mich ans "Allein sein" zu gewöhnen. Es ist eine regelrechte Umstellung plötzlich wieder auf jemanden Rücksicht zu nehmen, Belehrungen und Anweisungen entgegen zu nehmen, die Launen und Macken des jeweils anderen zu ertragen, morgens vom Spiegel verdrängt zu werden, nicht mehr sein "eigener Herr" zu sein.
Anfangs dacht' ich, so eine einwöchige "Auszeit" tut unserer (Mutter-Tochter-)Beziehung mal ganz gut. Zweisamkeit hat auch seine guten Seiten: Es ist viel schöner andere zu bekochen als sich selbst. Lob und Bestätigung zu bekommen ("Das sieht aber lecker aus." [...] "Schmeckt sehr gut.")
Trotzdem sehn' ich mir schon ein wenig das Wochenende herbei. Allein sein. Erneut über eine Woche. Somit werde ich Ende Januar insgesamt neunzehn Tage des neuen Jahres allein verbracht haben. Das ist zwar nicht immer so, aber momentan kommt es mir vor als wäre es nie anders gewesen. Als wäre es normal. Dabei bin ich doch sozusagen die "Untermieterin" im eigentlichen Sinn.
Es ist ein bisschen so als hätten wir die Rollen getauscht. Zumindest wenn ich allein bin und den Haushalt selbst organisiere [so wie es mir passt]. Wenn sie da ist, sind die Rollen eigentlich klar. Aber es ist schwer sich wieder hineinzufinden. In die Rolle des "Untertan" zu schlüpfen. Der nichts zu sagen hat, tut, was getan werden muss und zu allem "Ja" und "Mami" sagt. Um dann fünf Abende später wieder die Hausfrau zu mimen. Ich weiß nicht, was ich will.

"Nur weil man sich so dran gewöhnt hat, ist es nicht normal.
Nur weil man es nicht besser kennt, ist es noch lange nicht egal."
(Kettcar - Deiche)

Nachtrag: Vergib' mir, mein Schatz! Ohne dich ist es nur halb so schön! Mit dir drei Minuten bevor die S-Bahn losfährt vor einem (von innen und außen) gefrorenen Karl-Heinz zu stehen, nach vergeblichen Entfrostungsmethoden blind (!) loszufahren, an der Hauptstraße anzukommen, um zu sehen wie die S-Bahn einfährt, hinaus zu rennen, die letzte Tür zu erwischen und für dich aufzuhalten bis du das Auto geparkt hast. Lachend einen Sitzplatz zu suchen und immer wieder darüber zu lachen während sich die anderen Fahrgäste mit ihren grimmigen Gesichtern nur fragen, warum die Bahn schon wieder mit zweiminütiger Verspätung losgefahren ist. Das sind Momente, an denen ich so glücklich bin, dich zu haben. Weil der Alltag mit dir (fast) nie langweilig wird. Für mich bist du: die Welt.

Freitag, Januar 18, 2008

Das war 2007.

Wie jedes Jahr gab es Höhen und Tiefen, aber rückblickend würd' ich sagen: So schlecht war's gar nicht. Ich habe einen alten Lebensabschnitt beendet, um einen Neuen zu beginnen. Und so wirklich habe ich den Übergang gar nicht bemerkt, weil meine wichtigsten Freunde immer noch bei mir sind (und das ist eine Menge wert, wenn man bedenkt wie viele Missverständnisse zu bewältigen waren).

Die Schulzeit mit dem Abitur als Höhepunkt (Kein Traumergebnis, aber dennoch zufriedenstellend) ist in weite Ferne gerückt. Im Mittelpunkt steht seit dem 01. September 2007 meine Ausbildung. Eine Herausforderung. In vielerlei Hinsicht. Denn was beim Abitur nicht geklappt hat, soll nun in Erfüllung gehen: Ein Einser-Schnitt gutes Ergebnis, das mir viele Türen öffnen könnte. Auch wenn ich momentan nicht weiß, wo ich mich in 5-10 Jahren sehe. Waschmaschinen verkaufend als Karrierefrau (weltweit) - oder doch als Hausfrau die Waschmaschine bedienend?!
Eine weitere Herausforderung waren die Menschen. Neue Menschen. Die Azubis, mit denen ich mich wirklich gut verstehe, darunter (mindestens) ein ganz besonderer Mensch, bei dem ich mir gut vorstellen könnte, dass sich die kollegiale Basis zu einer Freundschaft entwickelt.
Zudem gibt es noch die Kollegen und Vorgesetzten. Man muss - und möchte - einen guten Eindruck hinterlassen, eine Hilfe und Arbeitserleichterung statt Hindernis sein. Dabei hat man immer die Zukunft im Hinterkopf. In erster Linie den Beurteilungsbogen und in weiterer Ferne die damit verknüpften Übernahmechancen. Erstere sind in den ersten beiden Praxisphasen mehr als zufriedenstellend ausgefallen. Was die Ausbildung angeht, kann ich mich also (bisher) in keinster Weise beschweren. Auch wenn 2008 vermuten lässt, dass die Erreichung der Ziele aufgrund unerwartet hoher Anforderungen in der Berufsschule, nicht so ohne weiteres möglich erscheint.

Wenn ich an 2007 zurückdenke, beginnt das Jahr eigentlich im Sommer. Ein ganz besonderer Sommer. Denn ich begann endlich zu leben! Reisen. So viel, so oft und so weit wie möglich. Paris und Rom. Traumerfüllungen. Mit dem Beginn der Sommerferien verbrachte ich die meiste Zeit im Zug. Hamburg. Magdeburg. Lüneburg. Oldenburg. Potsdam. Leipzig. Chemnitz. Erfurt. Ahlbeck. Timmendorf.

2007 war das Jahr des (Wieder-)Kennernlernens. Noch eine Herausforderung. Die ich annahm - trotz gelegentlich aufkommender Zweifel - ohne es zu bereuen. Im Hinterkopf hatte ich das Ziel, anderen Menschen offen zu begegnen. Offen. Das ist so eine Sache. Interpretationssache. Es heißt nicht, sich anderen zu öffnen, über Gefühle zu reden. Davon bin ich weit entfernt. Für mich heißt es einfach sich nicht in seinem Schneckenhaus zu verkriechen, sondern hinaus zu gehen. Unter Leute. Andere kennenzulernen. Menschen, die man lange nicht mehr gesehen hat. Menschen, die man bisher nur virtuell zu kennen glaubte - oder gar völlig Fremde (Mitfahrgelegenheit). Wunderbare Menschen, die ich allesamt gern wiedersehen würde...
... und einen Menschen, der mich (wieder) glauben und hoffen ließ. An etwas, dass ich nicht mehr nie für möglich gehalten hätte. Der mir den Glauben gab, man(n) könne mich "mögen", um mich am Ende beinahe an meinen Selbstzweifeln zerbrechen zu lassen. Der es nicht wert ist, dass ich ihn hier erwähne, aber immer noch in meinem Kopf herumspukt.

Reden wir lieber über Kinder. Eine Spezies, mit der ich nie was anzufangen wusste. Dieses Jahr konnte ich mich ihnen nicht entziehen. Beruhte womöglich auf Gegenseitigkeit, sonst wäre es sicherlich gar nicht so weit gekommen. Eine schöne Erfahrung. Von einem kleinen Engel geweckt zu werden, etwas vorzulesen, gemeinsam die Zähne zu putzen, Händchen zu halten.

In diesem Jahr kam ich zu einer entscheidenden Erkenntnis. Single sein ist okay. Zwar hat niemand gesagt, es sei etwas Schlimmes daran. Doch wenn man nach 20 Jahren immer noch mit diesem Status rumläuft, bekommt man zu spüren, dass dies vor allem in der Familie mehr Verwunderung als Akzeptanz hervorruft. Offenbar auch in der Gesellschaft, zumindest lässt die immer wiederkehrende Frage "Hast du einen Freund?" und die Reaktion auf die verneinende Antwort darauf schließen. Trotz gelegentlicher Rückfälle sobald einem an besonders einsamen Tagen glückliche Pärchen die Wege kreuzen, beginne ich mich mit diesem Zustand anzufreunden und dahinter zu stehen. Frei nach dem Motto "Ich werde mich nicht dem Erstbesten an den Hals werfen, nur um nicht allein zu sein." (Zitat aus Irène) So sieht's aus. Und nicht anders.

Meine einzige Erwartung an 2008 lautete: Veränderungen. Nun muss ich feststellen, dass das vergangene Jahr bereits voller Veränderungen war. Mehr Spontanität, neue (und alte) wunderbare Menschen, Erkenntnisse, die längst fällig waren und für die Zukunft hoffentlich eine Erleichterung darstellen. 2008 kann sich gerne an 2007 orientieren. Irgendwas gibt es ja trotzdem immer zu verbessern - und selbst, wenn alles beim Alten bleiben sollte - auch das erfordert gewisse Bemühungen:

"Der Umgang mit Menschen ist die Kunst zu gehen, ohne zu treten."
(Herbert A. Frenzel)

Dienstag, Januar 15, 2008

I've been searching my soul tonight.

Oh meine Freude ist unbeschreiblich. Neue "Ally McBeal"-Folgen. D.h. Montag bis Donnerstag 21:15 Uhr Comedy Central einschalten. Diese Frau ist so unglaublich! Hach!

"Ally kann nur jemanden lieben, der sie unglücklich macht." (Ling)

Richard: "Hast du nicht gesagt, du brauchst keinen Mann?"
Ally: "Richtig. [...] Ich will einen!"

"Wenn ein Mädchen nicht Nein sagt, heißt das jar nicht aufgeben."

"Ein Freund von mir sagte, er würde sich niemals ein Haustier anschaffen, weil es irgendwann sterben würde. Vielleicht gilt für Beziehungen das Gleiche."
(Ally)

Freitag, Januar 11, 2008

"Nur" geträumt?!

Vorhin ging ich durch die Stadt. Zunächst unbewusst an Orten vorbei, die wir gemeinsam betraten. Als ich mir dessen bewusst wurde, musste ich kurz innehalten. Drehte mich um. Dresdner Bank. Extrablatt. Balzac Coffee. Ich dachte nach. Sah ihn. Sah uns. Wie wir dort standen, saßen, gingen. Und ich konnte nicht glauben, dass ich das wirklich erlebt habe. Als wäre es "nur" ein Traum gewesen. Der schönste Traum seit langem. Umso schmerzvoller war das Erwachen.

"Wie lange lag ich da?! Jetzt bin ich endlich wach.
Die Zeit mit dir war wie 'ne endloslange Nacht [...]
Du hast keine Macht. Nicht mehr.
Nicht über mich. Denn ich kann allein sein.
Ich greife zu den Sternen. Ich fass ins Nichts.
Dein Zauber ist verflogen. Was dunkel war ist jetzt im Licht.
(Christina Stürmer - Ohne dich)

Mittwoch, Januar 09, 2008

Das kommt davon...

... wenn man sich an einem Dienstagnachmittag, mit Schokolade und Tee bewaffnet, ins Bett kuschelt, um einen Film zu gucken, in dem man(n) das tut, was sich heut' vormittag dann in meiner Phantasie abspielte. Da konnte ich mir folgenden Spruch auf die Entschuldigung eines verspäteten Mitschülers ("Bei der Bahn ging' gar nix. Wohl eine Störung in der Leitung. Aber die Güterzüge fuhren.") nicht verkneifen: "Hätteste dich mal rangehang."

Sonntag, Januar 06, 2008

Schwere Zeit.

Am schwersten lernt man im Leben,
welche Brücken man benutzen
und welche man abbrechen soll.

Und hat man sich erstmal (für letzteres) entschieden, dann wird es einem noch schwerer gemacht. Höchste Zeit, an sich zu denken.

Samstag, Januar 05, 2008

Letting go doesn't happen easily

"When I see you now
Should I be
Holding on to what you did to me?

Yes I should. But forgive me.
Letting go doesn't happen easily.

And if it seems,
Like I care for you,
Memories are hard to see through.
And if it seems,
Like I need you,
That will just be deja vu.
And if it seems as if I miss you.
It's cos I do.

When did we fall apart?
When did we start living this lie?"

(Kaz Mills - I do)

Dienstag, Januar 01, 2008

Neujahr 2008

"Die Sonne scheint so oder so.
Die Wolken entscheiden, ob du sie siehst."
(Tomte - Warum ich hier stehe)

Montag, Dezember 31, 2007

Beschissenster Tag des Jahres

Kann mir irgendjemand sagen,
wie man alles richtig macht.
Davon blieb ich bisher verschont.
Das Alte Jahr hört scheiße auf.
Das Neue Jahr fängt prächtig an.
Doch jetzt ist alles wie gewohnt.

(Tomte - Reality TV)

Ich könnt' kotzen. Möchte schreien. Hab noch nie so oft am Stück Scheiße und Fuck ey am Stück geflucht. Grund? Madame hat es geschafft, ihr Portemonnaie, inklusive Geldkarte, Kontoauszügen, Führerschein, Perso, Fahrkarte für Januar etc. zu verlieren. Ich möchte sterben. Mäh. Dieser Tag hat es verdient als "Beschissenster des Jahres" bezeichnet zu werden.
(Die Reinigungskraft bei der Polizei meinte, sie hätte ihres auch letztens verloren und man hätte es ihr in den Briefkasten gelegt. Aber ich traue den Menschen nicht. Die legen maximal einen Böller in den Briefkasten.)

Sonntag, Dezember 30, 2007

Goodbye, my hopeless dream...

I cannot wake up in the morning
without you on my mind.
So you're gone and I'm haunted.
And I bet you are just fine.

Did I make it that easy
to walk
right in and out of my life?

Goodbye, my almost lover.
Goodbye, my hopeless dream.
I'm trying not to think about you
Can't you just let me be?
So long, my luckless romance,
my back is turned on you.
Should have known you'd bring me heartache.
Almost lovers always do."

(A Fine Frenzy - Almost lover)

Samstag, Dezember 29, 2007

Vorbei.

Auf der Rückfahrt gestern dacht ich einen Moment, was wäre, wenn er auch grad unterwegs ist. Eben hab ich erfahren, dass auch er gestern die Heimfahrt angetreten ist. Wäre also gar nicht so abwegig gewesen, beim Schulterblick plötzlich ein bekanntes Gesicht wiederzuerkennen. Komische Vorstellung irgendwie...
Aber das war Gestern. Braucht mich Heute nicht mehr interessieren. "Du möchtest die Freundschaft mit ... beenden?" Ja.

"Weine nicht, weil es vorbei ist.
Lache weil es überhaupt passiert ist."

Ich bin bereit.

Ungläubigkeit, Sehnsüchte und Träumerein ließen mich wieder hoffen. Zu Hause angekommen, die Ernüchterung. Keine Nachricht. Das war's. Immerhin kann ich mich über den großen weißen Umschlag erfreuen. Ich halte das neue Ton-Album in der Hand. Lege es ein. Kann nicht glauben, dass bereits das erste Lied wie die Faust auf's Auge passt.

"Ich fühl mich wie Altpapier
beschrieben und doch nicht mehr
für irgendetwas gut.
Und so zieht der Tag dahin
und ich stehe mittendrin
auf irgendeiner Restmülldeponie. [...]

Und so wie der Regen fällt,
fallen mir Sachen ein,
die ich besser für mich behalt' [...]

Dahinten wird es hell.
Hast du ihn gesehn?
Diesen Silberstreifen Hoffnung.
Er war wunderschön.
Dahinten wird es hell.
es ist nicht mehr weit
nur ein paar Momente und ich bin bereit.

Bereit für ein neues Leben.
Bereit für einen neuen Start.
Ich bin bereit zu fliegen.
Nur der Aufprall wird hart."

(Ton - Ich bin bereit)

Freitag, Dezember 28, 2007

Vince & Joy (Lisa Jewell)

Wundervolle Schnulze, um das Jahr ausklingen zu lassen.
"Let's say that life is a trip across town. Some people are cab drivers - their destination is dictated by their passengers. But other people are bus drivers. They set the course. People can get on and off the bus, but ultimately the bus is only going in one direction and there's nothing a passenger can do to change that. [...] at some point you'll get kicked off the bus. [...] There was still a small but powerful part of him that felt overwhelmingly like he was a passenger on the wrong bus, heading towards the wrong part of town.

Donnerstag, Dezember 20, 2007

Keinohrhasen

Ich will nur mal kurz loswerden: Schöner Film! Und es gibt tatsächlich ein weibliches Wesen, das Nora Tschirner (Anna) die Show stehlen kann: [Nein, ich rede nicht von Audrey Tautou...] Til Schweigers kleine Tochter (Cheyenne-Blue) ist sooooo knuffig! Ich glaub, Lena und ich hätten uns beinahe ein bisschen ihn sie verliebt, wäre da nicht... ja, wäre da nicht Jürgen Vogel gewesen. "Ich mag ihn. Er ist ein toller Mensch", um es mit Annas Worten zu sagen. Hätte er uns auf ein Eis eingeladen - wir hätten wohl keine Sekunde gezögert.

Dienstag, Dezember 18, 2007

Berechtigte Zweifel?!

"Lass uns niemals gute Freunde bleiben.
Einfach geh'n mit der Gewissheit,
dass wir uns jetzt grad verlier'n.
Ich will nie ein 'Wie geht's dir denn so?' schreiben [...]
Kein 'Wünsch dir Glück', kein Blick zurück,
kein Abschiedskuss, keiner hat's gewusst.
Nur einfach weg. Nur einfach fort.
Das ist die Beste Antwort. [...] Auf nichts."
(Ton - Die Beste Antwort)

Wenn ich sowas höre, bin ich drauf und dran Verständnis zu zeigen. Und dennoch versteh' ich wohl doch nichts. Gar nichts. Die ganze Zeit hatte ich Zweifel. Wunderte mich. Warum er doch auf ein Wiedersehen pochte. Was er an mir findet. Ich versuchte die Zweifel niederzulegen und mich stattdessen über mein Glück zu freuen. Zeigte Interesse. Nur um am Ende zu erkennen, dass meine anfänglichen Zweifel berechtigt waren. Eigentlich hätte ich es wissen müssen, und doch traf es mich unerwartet. Weil ich Hoffnung hatte. Weil ich glaubte, es [er] sei etwas Besonderes. Weil ich ihm (blind) vertraute. Ohne zu wissen, was er wirklich für ein Mensch ist.

"Ich seh dich, wenn ich meine Augen schließe.
Ich hör' dich und der Rest wird stumm.
Ich hätte dir so viel zu sagen.
Bitte dreh' dich jetzt nicht um. [...]
Ein Augenblick, nur ein kurzes Lächeln bleibt von dir zurück."
(Ton - Dreh' dich jetzt nicht um)

Montag, Dezember 17, 2007

Sinnlose Kleinigkeiten.

"Der Abschied war so traurig. Dass dieser Tag irgendwann kommen musste, war klar, doch die Zeit, die wir gemeinsam verbracht hatten, war zu perfekt gewesen, als dass wir uns [...] einfach hätten wiedersehen können [...] Das gibt es dann wohl auch [...] Dass etwas perfekt ist und deshalb zu Ende gehen muss." (aus "Eidechse" von Banana Yoshimoto)

Zitate. Aus Liedern. Aus Büchern. Ich komm gar nicht drum herum, nicht an ihn zu denken. Eigentlich nahm ich an, mich längst mit dem "Verlust" abgefunden zu haben. Doch Erinnerungen kann man nicht einfach so löschen. Es sind Kleinigkeiten, die mir auffallen, und die mich an eine Unterhaltung mit ihm erinnern. "Langohraffen", Musik, der singende Gulli. Ich muss lächeln. Weil es so schön war.
Mir geht so viel durch den Kopf. Ich habe das Bedürfnis, es ihm mitzuteilen. Es hat sich schon so viel angesammelt, was ich ihm gerne erzählen würde. Für Sekundenbruchteile vergesse ich, dass wir keinen Kontakt mehr haben. Denke, dass ich ihm "nachher" schreiben werde. Doch dann werde ich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt und erkenne: Es geht nicht.
Ich hab so viele Fragen. Nicht mehr (nur) nach dem "Warum?". Viel mehr fallen mir im Alltag Dinge ein, die ich loswerden möchte. Und dann wird mir klar, dass eh alles sinnlos ist. Und schließlich geht es dann doch wieder um das "Warum?". Warum kann ich nicht einfach ohne Bedenken schreiben, was mir gerade durch den Kopf geht? Weil es sinnlos ist, ihm zu schreiben, wenn doch keine Reaktion kommt...

"Und [ich] kann nicht verstehen,
dass [er] gekommen [ist], um zu gehen."
(Der Schöne Lutz - Sandra hat gemeint)

Der Stich des Skorpion IV

Und wieder hat er zugestochen. Wie immer unerwartet. Nicht, dass ich ihn vergessen hätte. Erst heute morgen hatte ich an ihn gedacht. Der dumme Gedanken, ihm um Weihnachten rum einen Besuch abzustatten, war schnell wieder verworfen. Denn nach meinem 20. Geburtstag fasste ich den Entschluss einen Schlussstrich zu ziehen. Bisher lief alles gut. Kein Kontakt.
Als ich von der Schule wiederkam: Ein Brief. An mich adressiert. Zunächst freute ich mich. Ich liebe es (persönliche) Post zu bekommen. Ich sah die Schrift. Wusste, dass sie mir bekannt vorkam, konnte sie dennoch nicht einordnen. Alain, Robby, Matthias - oder doch ein "Engerl"?! Nichts von alledem. Ich nahm den Brief aus dem Umschlag, blätterte zur dritten Seite, suchte den Namen. Schock! Damit hatte ich beim besten Willen nicht gerechnet. Ich scheine mich in all den Jahren so von ihm entfernt zu haben, dass ich nicht mal seine unverwechselbare Handschrift auf Anhieb mit ihm in Verbindung brachte.
Der Brief an sich war schön zu lesen. Wie ein Tagebucheintrag. Einfache Sätze. So einfach, dass man sie schon beinahe als Kunst bezeichnen könnte. Vielleicht nicht Kunst. Aber mir kam der Gedanke, dass dies ein typischer Brief wäre, den man im Deutschunterricht bis auf's kleinste Detail interpretieren könnte, würde er von einem bedeutenden Schriftsteller stammen.
Auf eine gewisse Art und Weise berührten seine Zeilen, seine Beschreibungen, seine Empfindungen. Gerade weil sie so einfach, (teilweise) so unverblümt beschrieben sind. Seine Erinnerungen (an mich) beschreibt er als den einzigen Schatz, den er noch besitzt.

Und was nun?! Ich will nicht mehr. Ich möchte mich ihm nicht wieder annähern, um dann doch wieder enttäuscht zu werden. Ich möchte mich nicht immer und immer über mich selbst ärgern, weil ich so dumm war, auf ihn reinzufallen.
Und doch - mit den paar Zeilen erreichte er, dass ich mich fragte, ob es nun an der Zeit wäre, dass ich mich wieder melde (ganz davon abgesehen, dass er keinen Absender hinterlassen hat). Würde ich mich nicht melden, wäre ich die "böse Tochter", die ihren Vater, der sich ja ach so um sie bemüht, ignoriert.
Ehe ich diesen Gedanken weiterstricken konnte, wurde ich von meinen Freunden wachgerüttelt. Die erste Frage, die sie mir stellten: "Hat er nach dir gefragt?" Ich musste nicht lange überlegen. Nein. Und das geht seit Jahren so. Es hat sich nichts geändert. Nehme ich diesen Brief also reaktionslos zur Kenntnis, wie auch den nächsten, den er mir versprochen hat?!
Ach verdammt. Ich fühl mich trotzdem schlecht. Ich mag es ja auch nicht, wenn ich mich bei jemandem melde und keine Reaktion kommt... aber... ich hab ihm nichts mehr zu sagen. Absolut nichts. Mein Leben geht ohne ihn weiter. Über sieben Jahre schon. Ich brauch' ihn nicht.

"Ich bin sehr stark geworden.
Auch ohne deine Hand."
(Olli Schulz & der Hund Marie - Armer Vater)

Mittwoch, Dezember 05, 2007

Fragwürdiger Triumph.

Und ich kämpf' mich durch die Nacht.
Bin unter Tränen wieder aufgewacht.
Ich krieg' dich nicht aus meinem Kopf
Und dabei muss ich doch.


Die letzten Nächte konnt' ich schlafen wie ein Stein. Das tat gut. Tränen gab es auch keine mehr. Für wen auch?
Ich denke mit einem Lächeln an einige Momente mit ihm zurück. Es ist als wäre es nur ein Traum gewesen. Ein Traum aus dem ich nie aufwachen wollte. Unfreiwillig wurde ich wachgerüttelt und nach kurzzeitigen Orientierungsschwierigkeiten fühle ich mich (wieder) richtig gut.
Ich sehe mich nicht als Verliererin, sondern als Gewinnerin. Seine Feigheit lässt mich triumphieren und ich verspüre ein unheimliches Verlangen ihm überlegen in die Augen zu blicken.
Auch wenn ich zu behaupten wage, ihm nicht hinterher zu trauern: Ich kann nicht aufhören an ihn zu denken. Vor allem während der endlos scheinenden Bahnfahrt stellt sich mir immer wieder die Frage: "Warum?" Ich kann es einfach nicht verstehen. In meinem Unterbewusstsein erwarte ich immer noch eine Nachricht. Aber nichts. Er ist einfach gegangen. Ohne ein Wort. Warum?

Es fällt mir schwer, es zu kapier'n,
doch irgendwie wird es schon geh'n.
Alles würde sich verändern.
Wenn wir uns nicht mehr wiedersehen.

Montag, Dezember 03, 2007

Eisige Kälte.

Dieses Mal hat es mich erwischt.
Man kann nicht immer nur gewinnen.
Ich verliere mein Gleichgewicht.
Das war's. Du dachtest, ich wär stark.
Bis zu diesem Tag
an dem meine kleine Welt zerbricht.
(Madsen - Der Moment)

Die letzte Nacht war die Beschissenste überhaupt. Zweieinhalb Stunden Schlaf. Wenn überhaupt. S-Bahn hatte auch noch Verspätung. Zudem nur ein Wagen. Das bedeutete "Stehen". Drei Stationen vor dem Ziel drängelte ich mich an den anderen Fahrgästen vorbei. Richtung Ausgang. Ich hätte sonst 'nen Kreislaufkollaps bekommen. Stattdessen wollte ich die weniger überfüllte S5 nehmen. Da meine S4 jedoch Verspätung hatte, war diese schon weg und somit stieg ich dann nach zwanzig Minuten in der Kälte stehen erneut in eine (andere) überfüllte S4.
In dem Moment schrieb mir Steff, dass ich mir keine Sorgen mehr machen müsse. Es sei nichts passiert. Schlagartig ging es mir besser. Zumindest ein wenig. Zum einen war ich erleichtert, zum anderen stieg ungeheure Wut in mir auf. Auch auf mich selbst. Weil ich so dumm war, mir von irgendwelchen unbegründeten Horrorszenarien den Schlaf rauben zu lassen.

Es hat gerade erst begonn'
Jetzt ist es schon vorbei.
Es ging alles viel zu schnell.
Das kann nicht das Ende sein.
(Madsen - Happy End)

Nach Jahren hatt ich endlich (wieder) das Gefühl aufzutauen. Glaubte jemanden gefunden zu haben, für den ich Schritt für Schritt meine Blockade abbauen könnte. Und alles, was mir am Ende geblieben ist, sind Unmengen Fragezeichen. Erneut komme ich zu der Erkenntnis, dass ich auf diese ganze Gefühlsscheiße keinen Bock hab. Weil es so unglaublich schmerzvoll ist, verletzlich zu sein. Ich spüre wieder eisige Kälte in mir aufsteigen. Noch nie hat es sich besser angefühlt...

Sonntag, Dezember 02, 2007

Am Ende nichts.

In meinem Kopf ist eine Tür
Der Notausstieg für den Passagier.
Der in mir lebt, der in mir lacht.
Und bei Bedarf das Tor zumacht.
Am Ende nichts.
Nur Momente, die du nie vergisst.
(The Wohlstandskinder - Am Ende nichts)

Keine Antwort ist wohl auch eine Antwort. Ich könnt heulen. Ich möchte mich in mein Bett verkriechen. Wo ist meine Gefühlskälte?