Freitag, Juli 27, 2007

Was ich die letzten 9 Tage so erlebte...

Freitag, 20. Juli 2007
Es war mal wieder Zeit für den Friseur und so seh ich nun aus. Ich wollt halt mal was anderes. Im Regen bin ich dann zurück und hab nur gehofft, dass in Bissendorf die Sonne scheinen würde, da ich Wäsche aufgehangen hatte. Ich hatte Pech - und Glück zugleich: Meine Nachbarn waren so nett, sie abzuhängen und somit das "Schlimmste" zu verhindern. Anschließend war ich fast den kompletten "Eiskalte Engel"-Film mit Bügeln beschäftigt Gut, dass meine Mama inzwischen wieder da ist...

Samstag, 21. Juli 2007
Pyjama-Party oder auch: Girly-Abend. Der den wir nie hatten, aber noch nachholen mussten ehe wir (Julia und ich) 20 werden. Jenny, die das stolze Alter bereits erreicht hat, ließ es sich jedoch nicht nehmen uns Gesellschaft zu leisten. Und das haben wir gemacht:
Pizza essen. Gesichtsmasken mit Gurken. Mädchenzeitschriften lesen (inklusive versauter Fotostories, Horoskopen, Psychotests) Kissenschlacht. Haare stylen und färben. Marshmellows naschen. Dickmänner in Brötchen essen. Mädchenfilm ("Girls Club") gucken.

Sonntag, 22. Juli 2007
Treffen mit Marco. War nett. Sehr angenehm. Trotz einiger Gesprächspausen. Irgendwie fühlte ich mich wohl, nicht fremd - aber vertraut ist vielleicht ein bisschen zu hochgegriffen. Ich weiß nicht. Im Nachhinein ist es schon ein wenig merkwürdig, dass man sich nach zwei Stunden schon nichts mehr Großartig zu erzählen hat, wo man sich doch über ein Jahr schon nicht mehr gesehen hat, aber es hat nun mal (aus-)gereicht. Außerdem bin ich ja eh nicht die Stimmungskanone oder das Unterhaltungstalent. Trotzdem würd' ich es wieder tun - er ist einfach ein wirklich netter Mensch. Ich mag ihn - mögen anderen über ihn denken, was sie wollen.

Montag, 23. Juli 2007
Telefonrekord mit Julia. Nicht mal mit meiner "Zwei Schweinchen sehen fern"-Gute-Nacht-Geschichte konnte ich sie abwimmeln. Tja, vielleicht bin ich ja doch ein Unterhaltungstalent...

Dienstag, 24. Juli 2007
Abendessen mit Mama im Block-House. Sehr lecker. Aber das interessiert wohl keinen.
Manchmal frag ich mich wie es manche Frauen schaffen, Kerle bei sich zu halten. Ich hätte der Dame vom Nachbartisch längst den Laufpass gegeben. Aber er gehorchte ihr auf's Wort. Sie hatte ihn voll im Griff. Hat nur noch die Hundeleine gefehlt. Den imaginären Maulkorb hatte er offensichtlich schon...
Danach in die Oper: Porgy and Bess. Leider hinderte mich die enorme Hitze daran mich entsprechend zu konzentrieren. Aber abgesehen davon war es dennoch sehr schön. "Come what may, I'm on my way."

Mittwoch, 25. Juli 2007
"Zusammen ist man weniger allein" in der Ladies Night. Inklusive Gala und einem Glas Sekt. Siehe vorletzten Eintrag. Maschsee-Feuerwerk von der S-bahn aus.

Donnerstag, 26. Juli 2007
Entweder/Oder-Spielchen mit Julia am Telefon. Eigentlich hasse ich sowas, aber nun wurde ich angesteckt und mir fallen ständig neue Sachen ein, wenn ich durch die Stadt oder sonst wo langlaufe. "Acapella oder Instrumental", "PC oder Laptop"... na ja, mehr grad nicht.

Freitag, 27. Juli 2007
Die Erkenntnis, dass das Flatrate-Problem nicht an der Fritzbox sondern in der Leitung lag. Klasse. Hätte man mir auch mal früher sagen können, während ich tagelang auf die neue Fritzbox gewartet hat...

Samstag, 28. Juli 2007
Um 04:45 aufstehen, meine Eltern zum Flughafen bringen. Um sieben wieder ins Bett. "Wenn der Postmann zweimal klingelt" bringt er kurz nach 11 das langerwartete Handy vorbei. Danach konnt ich nicht mehr schlafen. Es ist so toll.
Abends stand dann nach langer Zeit mal wieder das "Fire" an.

Kleine Traumerfüllung

Die Eltern meiner ehemaligen, langjährigen besten Freundin sind sie Samstag besuchen gefahren und konnten mir somit indirekt einen Traum erfüllen: Sechs Tage lang durfte ich mich um ihre Katze Micky kümmern.
Kenne sie seit etwa dreizehn Jahren ("Da war sie noch so.") als die scheuste Katze überhaupt. Rennt weg, sobald man nur in ihre Nähe kommt. Und was machte sie nun seit Samstag? Jedes Mal, wenn ich komme, um ihren Hunger zu stillen? Sie schnurrt, schwirrt um mich herum, lässt sich kraulen und schmiegt sich an meine Beine. Das Ganze natürlich nicht so ausgiebig wie ich es von meinen Katzen früher gewohnt bin, aber es war trotzdem schön - auch wenn sie des Öfteren immer noch sehr schreckhaft war.
Es war ein schönes Gefühl gebraucht und erwartet zu werden. Das bestärkte mich einerseits zwar in meinem Wunsch mich um eine eigene Katze kümmern zu dürfen. Zumal sich Micky zu 95 % auch nur im Haus aufhielt - womit das Problem Stadt und Hauskatze nicht zwingend im Vordergrund steht. Andererseits: Das Katzenklo stinkt bestialisch. Nein, natürlich würde mich da nicht davon abhalten, mir ein Haustier anzuschaffen. Es ist vielmehr das Problem, dass man ein Stück Unabhängigkeit und Flexibilität verliert.
Man muss sich stets darum bemühen, dass sich jemand um das Tier kümmert, wenn man ein paar Tage wegfährt oder man muss eben zu Hause bleiben. Klar könnte ich meine Mutter diesbezüglich um Hilfe bitten. Doch erstens ist diese auch nicht 365 Tage im Jahr zu Hause und zweitens würde ich ihr ja beweisen wollen, dass ich das alleine schaffe - ohne fremde beziehungsweise ihre Hilfe.
Bis ich mir also diesen Wunsch erfülle, wird wohl noch einige Zeit vergehen - währendessen hoffe ich darauf, dass man noch öfter mit solch kleinen "Ferienjobs" an mich herantritt.

Donnerstag, Juli 26, 2007

Zusammen ist man weniger allein

"Was die Leute davon abhält, zusammenzuleben, ist ihre Dummheit, nicht ihre Verschiedenheit."

In den letzten Tagen hab ich es verschlungen, obwohl es letzten Endes doch nur "ganz nett" zu lesen war. Besser als Cecelia Aherns, aber nicht schöner als "Die fabelhafte Welter der Amélie" wie der Klappentext verspricht.

"Sie gaben sich die Hand und tauchten gemeinsam wieder auf. Die Hand ist nicht schlecht. Sie bringt keine Verpflichtung für den, der sie gibt, und beruhigt den, der sie nimmt."

Das letzte Kapitel war wohl das Schönste. Kitsch ohne Ende. Aber soooo schön.

"Bestimmt erlebst du gerade eine hyperromantische Szene. Bestimmt stehst du allein auf dem Bahnsteig, wie in einem Film, und heulst deiner Liebe nach, die sich in einer weißen Rauchwolke verliert."
Sie lächelte unter Tränen. "Ü... Überhaupt nicht", brachte sie heraus, "ich... ich wollte gerade den Bahnhof verlassen."
"Du Lügnerin", sagte eine Stimme hinter ihr. Sie fiel ihm in die Arme und drückte ihn fest fest fest fest. Bis die Naht platzte. Sie weinte.
Öffnete die Schleusentore, schneuzte sich in sein Hemd, heulte noch mehr, entließ 27 Jahre Einsamkeit, Kummer [...]!

Im Film, der in drei Wochen erst in die Kinos kommt, aber gestern schon in der "Ladies Night" zu sehen war, wurde diese Szene bei weitem nicht so romantisch (wie in meiner Phantasie) dargestellt. Dennoch eine wirklich gelungene Romanverfilmung meiner Meinung nach - wobei ich zugeben muss, dass ich keine hohen Erwartungen hatte und die nicht detailgenaue Umsetzung dementsprechend als nicht so schlimm empfand. Außerdem spielte Audrey Tautou eine der vier Hauptrollen - das machte alles wett.

Dienstag, Juli 24, 2007

Giovanni L - Statistik

Dienstag, 19. Dezember 2006
Chilli-Schokolade *****

Dienstag, 06. Februar 2007
Mozartkugel *****

Donnerstag, 08. Februar 2007
Kinder-Schokolade ****

Freitag, 09. Februar 2007
Rocher ***

Samstag, 10. Februar 2007
Lion ***

Mittwoch, 14. Februar 2007
Melone *

Donnerstag, 15. Februar 2007
Crema Catalana ****

Freitag, 16. Februar 2007
Quark-Orange ***

Freitag, 23. Februar 2007
Stracciatella **

Sonntag, 20. Mai 2007
Nutella ***

Sonntag, 20. Mai 2007
Erdbeer-Joghurt ***

Dienstag, 10. Juli 2007
Ingwer ***

Dienstag, 10. Juli 2007
Sellerie ***

Sonntag, 22. Juli 2007
Smarties ***

Sonntag, 22. Juli 2007
Tiramisu ****

Mittwoch, 25. Juli 2007
Giotto ***

Mittwoch, 25. Juli 2007
Duplo ****

Samstag, 28. Juli 2007
Kirsch-Banane **

Montag, 06. August 2007
Baileys ***

Donnerstag, Juli 19, 2007

Ich bin grad so hyper...

... dass ich die perfekte Karaoke-Kandidatin wäre. Ohne Alkohol. Nur Lidl-Wasser. Die Frage ist, was schlimmer ist.
Ich hatte grad so ein nettes Gespräch. Ich konnte jemandem helfen. Zumindest kam ein "Dankeschön" rüber. Am Ende musste ich mir dann zwar noch das hier anhören "man muss sich einfach darauf einstellen, dass man irgendwann denjenigen finden wird und man auf keinen fall alleine bleiben wird.. denn schließlich gibt es doch so viele deckel", aber das war gar nicht schlimm. Es hat mir gar nichts ausgemacht. Weil es nämlich Menschen gibt, denen es ähnlich geht wie mir. Nicht was den Deckel angeht, sondern überhaupt. Was die Kommunikation mit Mitmenschen geht.
Und dann kam auch noch so ein nettes Kompliment (auch wenn man es zweideutig verstehen kann) von Julia: "bei dir frag ich mich eh, wieso du nich mit angeboten überschüttet wirst. in dieser oberflächlichen gesellschaft, passt du genau ins aussehensmuster." Ja, vielleicht hat man(n) mir ähnliches schon mal mitgeteilt, doch:

"Ich brauch ein Kompliment von einer anderen Frau.
Und ein Glück mit diesem Trick,
glaub ich fast wieder an alles."
(Mia. - Hoffnung/Mit diesem Trick)

Die Dom-V.I.P.'s

Endlich Ferien! Meine letzten Sommerferien - als wenn ich nicht schon seit zwei Monaten frei hätte...! Aber seit heute gilt nun wieder das Ferienticket. Grund für Lena und mich Niedersachsen den Rücken zu kehren und das nordrhein-westfälische Minden an der Weser zu erkunden.
Zunächst (ver-)liefen wir (uns) durch die Altstadt bis wir endlich den Dom erblickten - und oben drauf - ihr werdet es nicht glauben, aber: Dort oben befanden sich tatsächlich Menschen! Grund für uns ebenfalls den Domturm zu besteigen. Ein Aufstieg war jedoch nirgends zu finden. Also fragten wir den älteren Herren an dem Souvenirstand.
Er: "Och Mensch, Mädchen, das tut mir leid. Aber dort kann ich euch nicht allein rauf lassen. Ich habe auch gar keinen Schlüssel. Das geht jetzt nicht mehr. Das tut mir leid."
Ich: "Kein Problem. Wir wollten nur fragen..."
Er: "Das tut mir wirklich leid. Wie lange sind sie denn noch da? [...] Eigentlich kommt man da nicht so einfach hoch."
Lena: "Wir wollten nur fragen, weil wir von draußen Leute dort oben stehen sehen haben."
Er: "Da waren Leute? Moment. Dann... dann warten wir mal bis die wiederkommen und dann frag ich die Frau [...] ob sie mit euch hochgeht."
Die Dame kam nicht. Dafür eine kleine Reisegruppe. Die musste den Schlüssel zum Turm jedoch um 17 Uhr abgeben. Es war kurz nach halb. Da kam dem Herrn die zündende Idee. Er rief bei der Domverwaltung (?) an und fragte, ob es möglich sei, dass wir den Turm noch eben besteigen könnten.
"Wie ein Löwe hat er gekämpft" und gemeinsam bestiegen wir den Turm. Ich vorne weg. Lena hinterher. Doch wo blieb der gute Herr?! Alles was unsere Ohren vernehmen konnten war ein angestrengtes Schniefen. Als er oben ankam, hielt er sich am Herzen. Später erzählte er uns von seinem Krebsverdacht. Wir hatten wirklich Bedenken, wir müssten den armen Herren am Ende noch den Turm hinunter tragen. Doch er hielt sich wacker.
Der Blick über Minden war das viele Treppensteigen wirklich wert. Zudem wurden uns die Gebäude noch erläutert. In den Genuss des Glockenläutens kamen wir auch noch. Eins, zwei, drei. Doch, es hat sich allemal gelohnt.
Das war so unglaublich nett, dass er das gemacht hat. Als wir fragten, gingen wir ja davon aus, dass das öffentlich sei. Wenn wir gewusst hätten, dass das nicht ohne weiteres geht, dann wären wir doch gar nicht auf die Idee gekommen. Doch "den hübschen, jungen Damen" konnte er die Anfrage ja nicht abschlagen - "die haben ja beinahe geweint als sie erfuhren, dass es nicht ginge." Das ihm keine lange Nase gewachsen ist, ist ein Wunder. So ein lieber Mensch. Steigt nur für uns nach oben, obwohl es ihm so große Mühe und Anstrengung bereitet.
Unten wieder angekommen, stand schon der nächste "Redner" für uns bereit. Nachdem er uns die Bedeutung der Fenstermalerei (3x4 macht 12, die acht ist die Zahl der Ewigkeit, 10, 40, ...) erläutert hatte, schaffte er uns Zutritt zu dem abgesperrten Bereich hinter dem Altar um uns detaillierte Ausführungen zur Goldenen Tafel zu liefern. War schon irgendwie interessant - nur werde ich mir davon nichts merken können, weil ich mich nie wirklich mit Kirche und dem ganzen Sch... schönen Bibelinhalt beschäftigt habe. Trotzdem mal eine sehr nette Begegnung mit den Mindenern Domwächtern...

Mittwoch, Juli 18, 2007

Ich glaub, ich bin ein Wok...

... denn offenbar gibt es zu jedem Topf den passenden Deckel.
Ist mir soeben mal wieder verdeutlicht worden.

2 Kilo...

... hab ich im Urlaub zugenommen. Ist das ein Grund weniger zu essen?! Nicht doch. Im Gegenteil. Ich kann gar nicht aufhören. Das Mittagessen von morgen, habe ich bereits zum Abendbrot gegessen. Was es war?! Gefüllte Kartoffeltaschen mit Schnitzel und (!) Fischstäbchen (ich konnt mich nicht entscheiden) an Champignonrahmsauce (und Ketchup, Süss-saurer Sauce, Mango-Orangen-Sauce - das volle Programm). Kompott gab's natürlich auch. Wenn schon, denn schon. Vanillejoghurt mit Unmengen Rohrzucker und Himbeeren. Na wenn aus den 2 nächste Woche nicht 4 Kilo geworden sind, weiß ich auch nicht...

Ahlbeck 2007

Da bin ich wieder. Zurück aus dem Ort, den ich wohl in zehn Jahren meinen Zweitwohnsitz nennen werde. Na gut, vielleicht übertreib' ich ein wenig. Aber ich bin gern dort. Dieses Gefühl dort anzukommen und sich in dieser vertrauten Umgebung (fast) wie zu Hause zu fühlen. Das vierte Jahr fahr ich dort nun schon hin und es war definitiv nicht das letzte. Wer weiß, vielleicht steht sogar dieses Jahr noch ein Kurztrip an.
Diese Ostseeluft tut so gut. Nicht gut genug, denn meine Erkältung (?) ist immer noch nicht abgeklungen. Dennoch habe ich sie ganz tief eingeatmet, in der Hoffnung meine Nase würde dadurch frei werden. Erfolglos.
Was meinen vorherigen optimistischen "Glück mit dem Wetter"-Eintrag angeht: Da hab ich mich wohl zu früh gefreut. Klar, es war schön. Zu schön. Denn meine beste Feindin hat sich nach fast zehn Jahren wieder zurückgemeldet. Ihr Name lautet Sonnenallergie. Meine Füße sind immer noch rot gepunktet...
Dafür war das Wasser genial. Vor allem am Montag. Richtig hohe Wellen (nicht so hoch wie in Marokko), in die wir uns reinwerfen konnten. Ich liebe die Ostsee. Es war zwar kalt und kostete Überwindung, aber somit war es wenigstens eine Abkühlung. Letztendlich bin ich auch immer recht schnell reingestürmt. Wenn ich zu lange gezögert hätte, hätte ich einen Rückzieher gemacht.

Die Zugfahrt

06:27 pünktliche Abfahrt in Bissendorf - hatte ja schon Angst, dass es am Freitag, den 13., zu (spontanen) Streiks kommt - in Hannover noch das nötige Frühstück eingekauft und dann auf nach Berlin. Dort zog es mich trotz Regen nach draußen. Der Grund? Beachvolleyball-Turnier. Das war so toll! Leider hatte ich nur kurz Aufenthalt, sodass kaum Zeit blieb dem Spiel gespannt zuzuschauen. In Züssow innerhalb von einer Minute umgestiegen. Eineinhalb Stunden mit der Usedomer Bäderbahn. Zwar ein Bummelzug, doch klimatisiert, was die Fahrt durchaus angenehm machte - angenehmer als im IC von Hannover nach Berlin. Der war nämlich überklimatisiert...

Die Ankunft

Wider Erwarten wartete niemand auf mich. Im ersten Moment stimmte mich dies traurig, weil ich so damit gerechnet hätte, meine Eltern auf dem Bahnhof in die Arme schließen zu können, aber dann genoss ich es zu Fuss zu unserem trauten Heim in der Wyker Straße 13 zu trotten.
Dort wurde gleich Badezeug angezogen und schon ging's zu den anderen an den Strand. Erstmal ein Fischbrötchen schlemmen, später Volleyball spielen. Ich bin aus der Übung. Das war nicht zu übersehen.
Ins Meer traute ich mich am Freitag leider nicht mehr. Ich wollte, doch in dem Moment war die Sonne hinter den Wolken und ich wollte nicht aus dem kalten Wasser kommen und immer noch frieren. War eine gute Entscheidung, denn zehn Minuten später fing es an zu regnen.

Der Geburtstag

Für Matthias' 50. mussten noch allerlei Vorkehrungen getroffen werden. Für mich sah das so aus: "Heute kann es regnen, stürmen oder schnei'n, denn du strahlst ja selber wie der Sonnenschein [...]" Ich war die ganze Zeit dabei, dieses Lied auswendig zu lernen und zwar das ganze! Alle Strophen! Wurde ganz böse, wenn meine Mama mich ständig unterbrach, weil ich es wenigstens einmal in einem durch singen wollte und dann immer wieder von vorne anfangen musste.
Reingefeiert wurde in "Mikes Bar". Jedoch ohne Mike, sondern mit seiner Freundin Simone. Bis halb elf waren wir leider nicht alleine in der Kneipe. Die Ahlbecker Jugend spielte Dart. Und was macht die Ahlbecker Jugend beruflich? Eine Lehre zum Koch. Wie überraschend. Scheint dort wohl Standard zu sein. Der Koch war zum Glück (?) nicht da...
Um Mitternacht war es dann so weit. Unser "Matzel" nullte. Wir sangen gemeinsam "Zum Geburtstag viel Glück" und später den Refrain von "Happy Birthday to you" ehe ich meinen großen Auftritt hatte. Wie sollte es anders sein: Ich wurde unterbrochen - ein Anruf für das Geburtstagskind. Aber ich durfte noch einmal beginnen - sieht aus als würde ich gleich anfangen zu weinen, aber ich war einfach nur hochkonzentriert.
Meine Nummer Eins äußerte noch am nächsten Tag, dass er sich sehr über dieses Ständchen gefreut hätte. Sogar meine Mama lobte, dass ich diesmal auch den Ton getroffen hätte. Das Gefühl hatte ich nicht. Zudem habe ich auch beinahe meinen Text vergessen, sodass es zu ungewollten Pausen kam, aber ich hab von vorn bis hinten durchgehalten! Das ist soooo ein schönes Geburtstagslied. Will nur nie jemand mit mir singen - aber Matthias war mir ein Solo wert.
Gegen Eins gingen wir dann zurück zur Wohnung, wo die Geschenke ausgepackt wurden. Aber er weiß immer noch nicht, wohin die Flugreise geht! Ich bin ja so neidisch auf ihn...
Am nächsten Morgen gab es ein ausgezeichnetes Frühstück am Strand, inklusive einer viel zu großen und fettigen Fischplatte. Sehr lecker - also das Frühstück - nicht der Fisch. Da hab ich mich doch eher zurückgehalten am frühen Morgen.

Die Begegnungen

Simone: Mikes Freundin. Kümmert sich um die Kneipe, wenn Mike mal für einen Abend eine Auszeit braucht. Gesellte sich um Mitternacht noch zu uns, um gemeinsam auf das Geburtstagskind anzustoßen. Erzählte. Ich hörte ihr zu und wünschte mir, sie würde nicht mehr aufhören zu erzählen. Von Ahlbeck, von den Touristen, den Köchen, der schönsten Reisezeit, um sich wirklich zu erholen: Oktober.
Während sie so redete und ich nichts erwiderte, bemerkte ich, dass ich - auch wenn das manchmal nicht so wirkt - viel lieber zuhöre. Wenn man zu Zweit ist, ist das natürlich schlecht, da niemand gerne Alleinunterhalter ist, aber an diesem Abend waren ja genug andere da, die Kommentare abgeben konnte, sodass ich mich einzig auf das Zuhören konzentrieren konnte.

Ines: Das letzte Mal vor über zehn Jahren gesehen. Ich wartete vor dem "Haus Pommern" auf sie. Starrte minutenlang auf die Tür. Es war ein komisches Gefühl. Darauf zu warten, dass sich diese Tür öffnet und jemand herauskommt, den man solange nicht gesehen hat, der sich rein äußerlich vielleicht kaum verändert hat, aber plötzlich in einer völlig anderen Konstellation aus der Tür tritt.
Damals war sie noch mit Olaf zusammen. Die erste Assoziation zu Ines war immer Olaf gewesen. Dabei sind die beiden schon seit Jahren auseinander. Heute ist sie mit Mario verheiratet und hat zwei Kinder, Fabienne (9 Jahre) und Lucienne (3 Jahre).
Ich stellte mich also darauf ein, dass sie aus der Tür kommen würde, mit einem anderen Mann und zwei kleinen Kindern. Nein, mit einem Kind. Dass es inzwischen auch eine Lucienne gab, war mir nicht mehr so bewusst. Aber jedes Mal, wenn sich die Haustür öffnete, blickte ich nur Fremden ins Gesicht.
Schließlich kam jemand vom Parkplatz. Ines?! Ja, das könnte sein. Doch ein blondes Mädchen?! Wo ist die Dunkelhaarige?! Und der Mann?! Letztendlich lag Fabienne krank im Bett und Mario kümmerte sich um sie. Also begrüßte ich Ines und Lucy, die etwas schüchtern schien.

Fabienne: Samstag abend kam sie zum Abendessen ins "Haus Pommern". Ich erwartete ein kleines Mädchen mit kurzen, braunen Haaren. So hatte ich sie dunkel von einem Foto in Erinnerung. Doch das war lange her. Es ist doch komisch, dass sich so ein Bild so sehr einprägt, dass man die Möglichkeit völlig ausschließt, dass das Mädchen inzwischen auch gewachsen sein könnte und sich verändert hat...
Ich saß am Anfang der Tafel, sie am Ende. Gegenüber also. So dass ich nicht umher kam, mir ständig zu denken: "Was für ein hübsches Mädchen."
Am nächsten Tag lief ich zur Promenade als mir schon Lucy und Fabi entgegen kamen. Am Strand angekommen, legte ich mich erstmal hin, las und döste ein bisschen. Genervt von den vielen Fliegen, entschied ich mich dann, am Wasser entlang zum Beachvolleyballplatz entlang zu spazieren, wo meine Eltern gerade spielten.
Während ich so lief, bemerkte ich plötzlich, dass mir jemand gefolgt war: Fabienne! Sie begann zu erzählen. Ich hörte zu - was sonst. Ich lief nicht zum Beachvolleyballplatz, sondern weiter. Sie auch. Ich hob eine Muschel auf. Sie auch. Sie gab sie mir. Sie sammelte Muscheln für mich. Sie hätte schon genug.
Mal erzählte sie, mal gab ich einen Kommentar ab, dann schwiegen wir wieder. Es fällt mir einfach nach wie vor schwer Gesprächsthemen zu finden, vor allem bei Kindern. Ich bekam auch irgendwie keinen Ton raus. Ich überlegte, ob ich fragen sollte, ob sie ihren Eltern Bescheid gesagt hätte, dass sie mit mir hier lang läuft. Doch ich schwieg. Ich überlegte, ob ich sie fragen sollte, ob wir wieder umkehren sollten. Doch ich schwieg. Und wartete darauf, dass sie es sagte.
Wieder zurück meinte ihr Vater, sie müsse Bescheid sagen, wenn sie weggehen würde, sie würden sich sonst große Sorgen machen. Er schimpfte nicht. Er sprach ganz ruhig, sorgenvoll, aber auch verständnisvoll.
Ich fühlte mich ein wenig schuldig. Hätte ich meine Frage gleich zu Anfang ausgesprochen, hätten wir gleich umkehren und Bescheid sagen können. So hatten sich ihre Eltern minutenlang ungeheure Sorgen gemacht. Das konnte ich nur all zu gut nachvollziehen. Denn auch ich ging vor vielen Jahren am Strand "verloren".
Wir blieben weiterhin am Strand. Spielten Ball, bauten eine Klecksburg, später eine Sandburg, sammelten Muscheln, setzten/legten uns ins warme Wasser, schwammen (weiter als sie durfte, aber sie wollte es so), buddelten im Sand/Wasser. Taten das, was man als Kind eben tut. Es war schön. Auch wenn ich oft nicht so recht wusste, was ich erzählen/fragen sollte, genoss ich ihre Gesellschaft.
Wovon sie so redete?! Von allem möglichen. Wie sie ihr Kind später nennen würde, wenn es ein Mädchen würde, von ihren Mitschülern und Freunden, sowie was sie wogen, von der Schule, ihren Hobbies, der Sommerfeier der Firma ihrer Mama, von der Nachbarskatze. Und sie zeichnete. Sie zeichnete einen Pferdekopf in den Sand. Auf Papier könne sie das besser, sie könne mir ja eines malen und es mir dann schicken. Außerdem lehrte sie mir wie man Sterne zeichnet. Und wenn sie mal nichts zu erzählen oder zu malen hatte, dann schlug sie unentwegt Räder, führte mir einen Spagat vor oder einen Handstand. Und was kann ich?! Nichts (als zuhören).

Lucienne: Blond, ein wenig bockig, was aber daran lag, dass sie krank war. Dennoch unheimlich süß. Beim (Abend-)Essen rannte sie immer um den Tisch. Pausenlos. Sie lächelte mich nicht so oft an, sondern eher mit Skepsis würd ich sagen. Beim Eisessen meinte Fabi zu ihr, sie solle nochmal "Happy Birthday" singen, da ich da schon verschwunden war als sie es einen Abend zuvor zum Besten gab. Als sie fertig war, meinte Fabi "ein bisschen lauter", weil Lucy es nur in sich hinein gemurmelt hatte. Das nahm sie dann wörtlich und schrie lauthals: "Happy Birthday to you, Marmelade im Schuh [...]"! Das war soooo süß! Erst das kleine, schüchterne Mäuschen und dann schmettert sie dieses Lied plötzlich runter.

Klaus: Erinnert mich an einen Hund. Oder einen Kater. So einen rundlichen Trickfilm-Kater. Meine Cousine Franzi hatte recht, es ist oft schwer, zu beurteilen, ob er einen Spaß macht oder etwas ernst meint. Wenn man mit dieser Art nicht zurecht kommt, hat man ein Problem (mit ihm). Aber ich geb' mein Bestes. Er ist so ein lieber, manchmal schon ein kleiner "Lüstling", wie ihn meine Tante bezeichnete, aber ich kann ihn gut leiden - auch wenn er mich ständig "Franzi" nannte. Anfangs korrigierte ich ihn noch, später hatte ich mich dran gewöhnt und gehorchte auch auf den Namen derer, die leider nicht dabei war. Der erste Ahlbeck-Urlaub ohne mein Rehlein... Dafür hab ich ihren den Kellner im "Calypso" gesehen. Hoffentlich hat er nicht gemerkt wie ich ihn angestarrt hab...

Niemand: Ist es komisch unter "Begegnungen" zu schreiben, dass man "Niemandem" begegnet ist? Als ich Samstag abend alleine zur Seebrücke ging, an Jugendlichen vorbeikam, dachte ich die ganze Zeit, was wäre, wenn unter diesen auch "Litze" sein würde. Ob er mich erkennen würde. Ich fragte mich nicht nur, was wäre, wenn er mir plötzlich begegnen würde, sondern auch ob dieser Gedanke daran, der heimliche Wunsch ist, ihn zu sehen?! Und ich mir nur einrede, dass ich ihm nicht begegnen will? Schwachsinn, ich will ihn nicht sehen. Definitiv nicht. Oder...?!

Das Essen

In Mikes Strandbar aß ich eine oberleckere feurige Soljanka. Im "Haus Pommern" hat es mir dagegen so gar nicht geschmeckt. Dafür gab es am Sonntag leckeres Eis: Chocolate Brownies, Champagner Trüffel und Nougat Krokant.
Am Abend ging es dann mit Klaus & Monika zum Spanier. Zunächst eine Tomaten-Paprika-Suppe, anschließend eine Schinken-Käse-Salami-Oliven-Platte sowie eine Backpflaume im Speckmantel.
Montag gab es zu Hause Tomate-Mozzarella, Ciabatta und Scampi-Spieße. Lecker!!!
Das Fischbrötchen vom ersten Tag sollte übrigens das letzte für mich sein, obwohl noch zwei weitere für mich bestellt worden. An dem einen Tag hatte ich keinen Hunger beziehungsweise war mit Fabi und der Sandburg beschäftigt. Am nächsten... tja, da kam mir was dazwischen... In beiden Fällen musste Klaus sich erbarmen. Der Arme!

Das Trinken

Zum Geburtstag trank ich den Abend über KiBa und Bananensaft. Zum Anstoßen nippte ich am Sekt - für den Rest opferte sich Lutz.
Dass ich am Strand hier und da mal ein Wasser, in Restaurants 'ne Cola getrunken habe, muss hier ja nicht detailliert beschrieben werden. Umso mehr aber der Drink auf der Seebühne. Ich wollte Erdbeersaft. Hatten sie nicht. Aber Erdbeersirup. Also bekam ich einen leckeren alkoholfreien Cocktail, der zwar mehr nach Banane als Erdbeere schmeckte, aber dennoch sehr lecker war.
Zum Abschluss trafen wir am letzten Abend in unserer eigentlichen Stammkneipe "Schneiders Bar" ein. Gemeinsam tranken wir einen Wodka. Bäh. Aber dann... ja dann kam er: Mein heißgeliebter Erdbeersaft. Ein Urlaub in Ahlbeck ohne Erdbeersaft wäre nicht vollkommen gewesen.

Die Spaziergänge

Samstag abend als das Gewitter abgeklungen war, lief ich gegen zehn noch einmal zur Promenade und auf die Seebrücke. Auf dem Rückweg begegnete mir eine Katze. Weiß. Nicht so schön wie Getigerte oder Schwarze, aber dafür zahm. Hat ein bisschen mit mir gespielt. Zumindest hoffe ich, dass es spielen und nicht kämpfen war - weh getan hat sie mir jedenfalls nicht, als sie ihre Pfoten/Krallen um meinen Arm geschlungen hat.
Montag war im Grunde mein letzter Tag. Es war Zeit für den langersehnten Strandspaziergang. Doch Montag war auch der heißeste Tag. Ich lief barfuss bis nach Heringsdorf. Dann dachte ich, ich könne ja auch noch bis Bansin. Es war heiß. Verdammt heiß. Den Rückweg wollte ich an der Promenade entlang gehen. Doch auch dort war die Sonne. Und Asphalt. Ich barfuss. Wie jeden Tag. Aua. Aber es ging. Irgendwie.
Drei Stunden war ich unterwegs als ich endlich wieder in Ahlbeck eintraf. Dort holte ich mir was zu trinken, um dann weiter zur Fischbude zu gehen, wo Klaus und Monika auf mich warteten. Über heißen Asphalt & Sand. Ich konnte nicht mehr.
Endlich erreichte ich vollkommen erschöpft die Fischerstube. Setzte mich zu den beiden. Dann gingen wir rein, um uns Fischbrötchen auszusuchen. Ich musste mich setzen. Ich sagte Klaus, was ich haben wolle, dann setzte ich mich wieder. Er nahm die Fischbrötchen, ich schnappte mir meine Cola.
Da passierte es. Du musst dich setzen, hämmerte es in meinem Kopf. Aber wo ist der Stuhl? Ich tastete mit meinen Händen den Untergrund ab, um mit meinem Gesäß den Stuhl und nicht den Fussboden zu treffen. Sehen konnte ich nichts mehr. Ich saß. Zum Glück. Durst. Du musst was trinken. Ich versuchte das Cola-Glas an meinen Mund zu führen. Ich zitterte. Mehr und mehr. Solange bis die Cola über meiner Hose verteilt war. Ich traf meinen Mund. Doch die Cola lief an den Mundwinkeln runter. Ich kam mir so behindert vor. Ich war behindert. Ich stand total neben mir.
Monika hatte das Geschehen von draußen beobachtet, stürmte rein, stützte mich beim Hinausgehen, wischte mir mit nassen Servietten Stirn und Nacken ab, Klaus kippte einfach ein bisschen was über die Brust - sehr charmant...
Ich hatte so ein Glück, dass es dort passiert ist und nicht auf dem Weg. Dass ich es bis dahin geschafft hab... Oh mann. Aber ich bin auch so stur: Wenn ich spazieren will, dann richtig. Dann lass ich mich auch nicht abbringen, nicht mal von unerträglich heißem Wetter.
Wurde anschließend gezwungen inklusive Hose ins Wasser zu gehen, zumindest bis zu den Knien, um mich abzukühlen. Das Wasser und die Ostseeluft machen die enormen Temperaturen wirklich erträglich - aber man läuft Gefahr, dass man den Sonnenstich erst zu spät realisiert...
Am Abend haben wir Klaus dann die Promenade gezeigt. Zunächst beobachteten wir noch den Sonnenuntergang ehe es auf die Seebrücke ging, auf der eine Band spielte. Eher Schlager. Ein kleiner Junge war ordentlich dabei, "Ich hab dich tausendmal betrogen" mitzusingen und sich dazu im Takt zu bewegen. Unter der Seebrücke waren einige Jugendliche, die es sich dort mit einem Radio und Alkohol gemütlich gemacht hatten. Würd' auch gern mal mit einigen lieben Menschen abends am Strand sitzen. Dennoch schlug ich das Angebot meiner Tante, dass sie mich ja dort lassen könne, aus. Hatte schon die Durchsage im Ohr "Die kleine Maria möchte aus dem Spielparadies abgeholt werden". Nee, nee, nee, ich setz mich doch nicht zu wildfremden, betrunkenen Leuten, um Rammi Dammi zu machen.
Dienstag morgen klingelt um fünf Uhr mein Wecker. Das Zeichen dafür, mich schnell anzuziehen, meine Kamera zu verarzten und das Haus zu verlassen, um den Sonnenaufgang am Strand zu erleben. Wunderschön. Im Nachbarort gewitterte es, konnte man richtig die Blitze sehen. Aber um den Ahlbecker Strand machte das Gewitter einen Bogen. Dafür regnete es ein bisschen.
Ich spazierte am Strand entlang, auf die Seebrücke, auf der Promenade und durch's Dorf. Zweieinhalb Stunden lang. Kaum Touristen. Höchstens welche, die im Auto schliefen und ihre Käsefüße aus dem Fenster hängen ließen. Sollte man mal drüber nachdenken, wenn man mal keine günstige Übernachtungsmöglichkeit findet... Oder eben im Schlafsack am Strand - hat auch einer gemacht.

Die Rückfahrt

War etwa eine halbe Stunde zu früh am Ahlbecker Bahnhof - aber sieben Minuten zu spät am entsprechenden Briefkasten (also noch einen Tag Geduld, bitte) - der Postbote offensichtlich wohl noch später. In Berlin trank ich meinen ersten Starbucks-Kakao. War ok. Hat mich aber auch nicht überwältigt.
In Hannover kam ich 20:37 auf Gleis 12 an. Laut Reiseverbindungsplan hätte ich die 21:11-Bahn nehmen sollen. Stattdessen stürmte ich durch den Bahnhof, rammte Fussballfans und schaffte tatsächlich noch meine Bahn, in der ich dann mit Anka und Nicole zusammen saß. Letztere geht nächsten Monat für ein halbes Jahr nach Australien - Martin & Peter dürften inzwischen auch schon in Neuseeland angekommen sein. Schön für sie...

Extremely old and incredibly thoughtful

Ich hab's ausgelesen. Es fiel mir schwer die Tränen zurückzuhalten. Es war so schön/traurig.
Ich versteh nicht, warum beide meiner Lieblingsbücher auf Englisch sind, wo ich diese Sprache doch eigentlich nicht ausstehen kann. Aber Charlies ("The Perks of being a wallflower") und Oskars ("Extremely loud & incredibly close) Ausdrucksweisen sind einfach so wunderschön/einzigartig/fesselnd.
Zu guter letzt nun noch ein paar Äußerungen seiner Grandma und seines Grandpa's. Vielleicht teilweise nicht so verständlich, wenn man den Zusammenhang nicht kennt. Aber ich kenn' ihn, das reicht - ist ja mein Blog.

"You cannot protect yourself from sadness without protecting yourself from happiness."

"I am the one who broke the rule."
"But I am the one who made the rule you couldn't live with."

He promised us that everything would be OK. I was a child, but I knew that everything would not be OK. That did not make my father a liar. It made him my father.

I'm so afraid of losing something I love that I refuse to love anything.

"It's better to lose than never to have had."
"I lost something I never had."

Abschließend noch eine Feststellung Oskars. Es ist zwar nichts neues, dass jeder Mensch eines Tages sterben wird, doch so wie er es (in den 9/11 Zusammenhang) verpackt, komm ich nicht drum herum, es zu zitieren:

"Everything that's born has to die, which means our lives are like skyscrapers. The smoke rises at different speeds, but they are all on fire, and we are all trapped."

Donnerstag, Juli 12, 2007

Sonnige Aussichten

Hat schon mal jemand geguckt wie das Wetter die nächsten fünf Tage an der Ostsee ist?! Braucht ihr nicht, hab ich ja schon gemacht:
  • Freitag (Anreise): 20 °C und Regen.
  • Samstag: 28°C und Sonne.
  • Sonntag: 29°C und Sonne.
  • Montag: 33°C und Sonne.
  • Dienstag (Abreise): 31°C und Sonne.
  • Mittwoch: 22°C und Regen.
In der Nacht sind es auch immer so 17 bis 24°C.
Jahaaa, auch im "glückfreien Leben eines Schafes" scheint mal die Sonne. Was hab ich nur für ein Glück momentan!

Onkel Walter :)

Anfang dieser Woche hatte ich Karten mit Fotos vom Abiball an verschiedene Bekannte und Verwandte geschickt, u.a. auch an Onkel Walter (der mich zum bestandenen Abi reich beschenkt hat). Eben gerade klingelte das Telefon. Seine Stimme hab ich sofort erkannt. Er hat sich bedankt. Und noch ein paar Sätze gesagt. Das klang ungefähr so [denkt euch Ruhrpott-Dialekt dazu]:
"Also an deiner Stelle würd' ich mir das mit der Ausbildung überlegen und als Model über den Laufsteg gehen! Du bist schlank und groß [ähm... nein?!] - das passt alles. [...] Ich habe mir die Bilder gestern angeguckt und heute noch einmal. Morgen fahre ich zu Marktkauf und kaufe einen Rahmen. Dann wirst du an meiner Wand verewigt. [...] Also soooo schöne Fotos."
(Anmerkung: Er ist etwa 80 bis 85 Jahre jung.)

Für nichts und wieder nichts...

Halb drei Uhr morgens ins Bett, sechseinhalb Stunden später wieder raus. Warum? Ich hatte Erledigungen zu machen. Für nichts und wieder nichts. Fehlanzeigen ohne Ende:
  1. Schule. Schülerbescheinigung? Fehlanzeige #1. Ich bin entlassen. "Ihr seid jetzt in einem tiefen Loch" - was auch immer mir die Sekretärin damit sagen wollte... Na dann hol ich mir wenigstens die angekündigte DVD. Fehlanzeige #2. Frühestens nach den Ferien. Aber versprechen könne man es mir nicht. Warum gehen dann Mails rum (die ich nie erhalten habe), in denen steht, dass sie seit gestern zur Verfügung steht?!
  2. Lidl. Wasser gab's. Sehr schön. Und Brötchen?! Fehlanzeige #3. Bei Lidl gibt es keine frischen Brötchen.
  3. Copyshop. "Drucken Sie auch aus?" Fehlanzeige #4. Aber kopieren tun sie. Sehr schön. Folglich wurde der Antrag für das neue Handy heute verschickt. Na mann nur gut, dass die Post auch Briefmarken hatte...
  4. Zahnarzt. Wusstet ihr, dass man für die Vorsorge keine Praxisgebühr zahlen muss?! Na ja, ich muss es ja nicht wissen (Fehlanzeige #5), denn ich habe ja so ein hübsches Erbstück meines Vaters, das meinen Vorderzahn schmückt und ab und zu mal einer Hochglanzpolitur bedarf. Somit wird aus der Vorsorge eine halbstündige Behandlung und Maria darf doch noch die 10 €uro blechen. Aber immerhin musste ich auch heute nicht im Wartezimmer Platz nehmen - und das obwohl ich einen Termin hatte. Momentan meinen es die Ärzte aber auch nur zu gut mit mir. Jedoch nicht gut genug. Zahnarzt: "Das ist richtig gut geworden." Fehlanzeige #6, denn Karl-Heinz' Spiegel sagt: "Und wo ist jetzt der Unterschied?"
  5. Penny-Markt. Hier gibt es zum Glück frische Brötchen, doch - Oh Schreck - was ist das?! Kein Panini mehr?! (Fehlanzeige #7) Aber, aber... ich wollt Fleischsalat auf Panini... Na gut, dann muss eben das Weltmeister-Brötchen herhalten - auch wenn ich noch eins (reserviert für Erdbeermarmelade) zu Hause hatte...

Mittwoch, Juli 11, 2007

Great inventions, dialogues and thoughts

Oscar is nine years old and inventor (at least inside his brain). His father died in 9/11. And there are so many great inventions, dialogues and thoughts in this novel:

Isn't it so weird how the number of dead people is increasing even though the earth stays the same size, so that one day there isn't going to be room to bury anyone anymore? [...] So what about a skyscraper for dead people that were built down? They could be underneath the skyscrapers for living people that are built up. [...] Sometimes I think it would be weird if there were a skysraper that moved up and down while its elevator stayed in place. So if you wanted to go to the ninety-fifth floor, you'd just press the 95 button and the ninety-fifth floor would come to you. Also, that could be extremely useful, because if you're on the ninety-fifth floor, and a plane hits below you, the building could take you to the ground, and everyone could be safe, even if you left your birdseed shirt at home that day.

Dialogue between Oscar and his father:
Oscar: "Can't you even tell me if I'm on the right track? [...] But if you don't tell me anything, how can I ever be right?"
Father: "Another way of looking at it would be, how could you ever be wrong?"

I felt, that night, [...] incredibly close to everything in the universe, but also extremely alone. I wondered, for the first time in my life, if life was worth all the work it took to live. What exactly made it worth it? What's so horrible about being dead forever, and not feeling anything, and not even dreaming? What's so great about feeling and dreaming?

Mr. Black: "So many people enter and leave your life! Hundreds of thousands of people! You have to keep the door open so they can come in. But it also means you have to let them go."

("Extremely loud & incredibly close" by Jonathan Safran Foer)

Dienstag, Juli 10, 2007

Merkwürdig

Vorhin war ich in der Stadt, um mir endlich mal einen neuen funktionstüchtigen mp3-Player auszusuchen! Als einzige von uns "Hochprozentigen" hab' ich natürlich den iPod abbekommen, der schon nach 1-2 Jahren schlapp gemacht hat. Merkwürdig...
Apropos. Ich habe gestern nacht im studivz mal nach den Leuten gesucht, mit denen ich/unser Team mehr oder weniger zu tun hatte/n. Und siehe da: vier von acht Schulbanker-Kollegen haben bereits sehr nette Nachrichten zurückgeschrieben. Das ist doch wirklich mal ein Grund zur Freude
Wo wir schon beim Suchen sind: Suchen tu' ich momentan mein Brötchen, das ich mir vor etwa einer halben Stunde geschmiert habe. Ich habe die ganze Wohnung abgesucht, aber ich finde es nicht. Natürlich kam mir schon der Gedanke, dass ich es vielleicht doch schon verzehrt haben könnte - doch ich kann mich nicht daran erinnern wie es geschmeckt hat. Ich weiß, dass es total lecker aussah, aber wenn ich es gegessen hätte, wüsste ich doch auch, ob es geschmacklich genauso gut wie optisch war. Sehr merkwürdig.

Nicht schon wieder...

... jetzt geht das schon wieder los! Dass ich in der Wohnung rumwusel bis die Vög'lein draußen die ersten Töne von sich geben. Dabei wollt' ich "morgen" zeitig aufstehen. Was soll's, so habe ich immerhin Fotoalbum # 1 fertig, das Zweite folgt, wenn ich wieder über einen Pritt-Stift verfüge - mit Flüssigkleber bin ich heut' Nacht zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis gekommen. War nicht anders zu erwarten. Außerdem habe ich "Kingston" (Speicherkarte) wiedergefunden - mitten auf dem Schreibtisch, nachdem ich zwei Müllsäcke durchgewühlt hatte... Ganz toll.
Apropos wiederfinden. Ich beginne nun endlich das studivz zu schätzen. Mit zwei ehemaligen Mitschülerinnen aus der Sekundarschule habe ich bereits Kontakt aufgenommen. Ich freu mich so!
So, und nun wünsche ich euch allen einen wunderschönen "Guten Morgen"! Lasst es euch nicht einfallen, mich anzurufen! Handy mach ich lieber aus. Sicher ist sicher...

Montag, Juli 09, 2007

I would do anything for love...

Auf dem Weg vom Einkaufen nach Hause lief "I would do anything for love" (Meat Loaf) auf Radio 21. Während ich mein heutiges Abendessen zubereitete lief es in Dauerschleife. Immer noch. Ich kann mich einfach nicht losreißen...

Maybe I'm lonely and that's all I'm qualified to be
There's just one and only, the one and only promise I can keep

As long as the wheels are turning, as long as the fires are burning
As long as your prayers are coming true, you better believe it

That I would do anything for love, and you know it's true and that's a fact
I would do anything for love, and there'll never be no turning back

But I'll never do it better than I do it with you [...]

Mein Wochenende

Freitag, 06. Juli 2007
Gegen 20 Uhr ging's mit Sack & Pack nach Schwarmstedt! Erstmal in den Keller, später in die Spielhalle Billard spielen. Vielleicht sollte mir noch mal jemand die Regeln erklären... Immerhin traf ich die schwarze Kugel - ja, nachdem alle unsere Halben eingelocht waren! Gewonnen haben wir dennoch nicht. Es war das falsche Loch... Erbsenzähler!
Bevor wir wieder zurück zu Julia fuhren, machten wir nochmal bei "Dal Cin" Halt, um "Cookies"-Eis zu schlemmen - ich hatte die meiste Schokolade... Oh mann, war das lecker! Im Keller quatschten wir noch über dies & das, unter anderem auch über meine "Schüttel"-Künste.
Als Lena & Steff dann die Heimfahrt antraten, saßen Julia & ich noch bis halb drei vor'm PC (keine Ahnung, was wir da noch so ewig gemacht haben) bis ich mich dann auf das böse, böse IKEA-Sofa fallen ließ.

Samstag, 07. Juli 2007
Hab prima geschlafen - aber bestimmt nicht so gut wie auf dem WM-Sofa... Gegen 10 Uhr hab ich mich dann aus der Kellertür getraut, wo mir gleich ein "Ach neee, da lebt ja auch noch wer" oder so ähnlich von Julias Vater entgegen kam. Als ich von der Toilette kam, erblickte ich auch Julia im Flur, die sich jedoch erst einmal orientieren musste. Nachdem sie ihr Augenlicht wiedererlangt hatte, gab es dann Frühstück.
Danach langweilten wir uns. Bis irgendwer auf die glorreiche Idee kam, das schöne Wetter zu nutzen und Minigolf zu spielen. Zum letzten Mal war ich mit meinem Cousin Ali auf so'nem Platz in Sellin (Rügen) vor etwa 10 Jahren, glaub ich. Oder war's doch am Tegernsee?! Egal. Damals hatte Ali minütlich in einer übelst hohen Stimme darauf gedrängt: "Spiel'n wir Miniiigolf?" Ich merk' schon, das kommt geschrieben nicht so rüber wie aus seinem Kindermund damals.
Jedenfalls hat es sehr sehr viel Spaß gemacht. In Runde 16 (von 18) fing's dann an wie aus Eimern zu gießen. Aber wir sind ja bekanntlich nicht aus Zucker - also haben wir das Spiel auch beendet wie es sich gehört. Was dabei rauskam: Gleichstand! 82:82! Da hat sich aber wer gefreut!
Als Belohnung gab es für jeden noch ein Balla mit Erdbeere. Davon hat Julia die ganze Zeit geschwärmt, weil sie es früher immer gegessen hatte. Für mich war es total neu. Ich dachte, die ganze Zeit sie würde das rote mit dem blauen Kaugummi-Stengel meinen. Wie auch immer das heißt.
Zurück zu Hause aßen wir die zwei übrig gebliebenen Monte und machten uns schließlich auf zu Penny, um für das Mittagessen einzukaufen. Was es feines gab?! Um es mit den Worten von Julias Vater auszudrücken: Kartoffelklöße mit Schnitzel an einer Champignon-Rahm-Sauce. Vorzüglich. Das mit den Klößen müssen wir nochmal üben, aber hauptsache es hat allen geschmeckt - das Auge hat nichts mitzuessen!
Abends kamen dann Lena & Micha zum Spieleabend. Die Beiden wollten unbedingt "Siedler" spielen. Dabei wäre ich - angesichts der nicht mal sieben Stunden Schlaf - früher oder später eingeschlafen, Julia ebenfalls. Also mussten Alternativen gesucht werden. War nicht schwer bei diesem Millionen Spielen, die sich in Jungs Regal befinden.
Zum Aufwärmen spielten wir das "Zoo-Spiel" - kenn ich noch aus dem Kindergarten/Hort! Es folgte "Avanti Spaghetti!", "Wer hat die Kokosnuss geklaut" und "Schlaumeier". Langsam machte sich Müdigkeit breit - der musste entgegen gewirkt werden. "Tabu" war unsere Rettung. Micha & ich gegen Julia & Lena. Es glich einem Kopf-an-Kopf-Rennen, zumindest war es spannend bis zum Schluss. Haben uns gut geschlagen, find ich, das Rennen hat aber dann doch das Mädelsteam gemacht.
Mal ein paar Beispiele für Begriffserklärungen:
Ich: "Halten manche Leute für eine Geschlechtskrankheit."
Micha: "Gregor Gysi."
Micha: "Mini!"
Ich: "Golf!"
Manchmal sind Insider wirklich sehr hilfreich. Was mich überraschte war, dass ich immer die Lösung wusste, wenn Micha auf einen Schauspieler [Til Schweiger/Will Smith] hinauswollte - ohne genannte Filme [Manta, Manta/Bad Boys] jemals gesehen zu haben.
Apropos Filme. Nachdem Micha von seinem Acht-Filme-Tag berichtet hatte, brannte ich natürlich darauf, zu erfahren, welche. Sehr zum Leidwesen der anderen beiden Damen, die ihn ständig stoppen wollten, wenn er erneut zu einer mehr oder weniger umfangreichen Inhaltsangabe ausholen wollte.
Ich weiß nicht mehr, was es war, ob der schlechte Witz aus "Stirb Langsam" oder die "Mögt ihr auch kein Slawisch?"-Frage, die mal wieder - typisch für Micha - total aus dem Nichts kam, aber mit einem Mal bekam ich wieder so einen heftigen, langanhaltenden Lachflash, sodass ich mal wieder Angst bekam, mein Hals würde abbrechen.
Das Risiko war uns dann doch zu groß und gegen Eins verabschiedeten wir uns, um uns in den tiefen, tiefen Wald zu begeben. Auch diesmal kam mir dort kein Tier entgegen, dafür musste ich für "Meister Lampe" in Bissendorf bremsen.

Sonntag, 08. Juli 2007
Nichts besonderes. Außer dass ich mit dem Rad nach Mellendorf zu Franzi gefahren bin, um mir "Der König der Löwen" auf Video zu schnappen ehe es auf dem Sperrmüll oder sonst wo landet.
Zurück zu Hause, habe ich ein Ciabatta-Brot gebacken. Es ist mir nicht gelungen. Noch nie! Der Teig wird in den angegebenen 25 Minuten einfach nicht durch. Auch nicht in 40! Ärgerlich. Trotzdem gab es zwei Scheibchen mit Tomate-Mozzarella (einmal frisch, einmal überbacken) sowie leckere mit Ricotta gefüllte Tortellini zum Abendbrot.
Natürlich bestand mein Sonntag nicht nur aus Essen. Gestern begann ich die Fotos von Silvester an in mein neues Fotoalbum zu kleben. Wenn ich Glück hab passen noch die aus Rom & vom Abiball rein - aber dann ist es schon wieder voll... tja, so spannend wie die vorherigen zwei Tage war der Sonntag nun wirklich nicht...

Sonntag, Juli 08, 2007

Fernweh

Meine Mama rief vorhin von der Ostsee an. War ziemlich laut im Hintergrund, sodass ich gerade noch "Spanier - Heringsdorf - Musik" verstehen konnte ehe der Hörer mitten in die sommerliche Geräuschkulisse gehalten wurde. "Volare oh oh Cantare oh oh oh oh..." Ich liebe es - liegt wohl an den Genen. Trotz schlechter Qualität über unsere Handys, war es wunderschön - hätte beinahe Gänsehaut bekommen, wäre die Verbindung nicht vorzeitig abgebrochen... Daraufhin habe ich sofort Mamas "Gipsy King"-CD aus dem Regal genommen und hör sie seit mindestens zwei Stunden rauf und runter, um wenigstens einen Teil dieses Urlaubsgefühls in meine kleine Bruchbude zu lassen. Ich wünschte mir, ich würde jetzt mit Ihnen beim Spanier sitzen - nicht nur weil es dort den leckersten Melonen-Cocktail überhaupt gibt... Doch da muss ich mich noch fünf Nächte gedulden. Was im Grunde gar nicht so schlecht ist, denn erst ab Sonntag soll es richtig schön werden. Hoffentlich.
... noch eine tolle Nachricht, die mir heute per Handy übermittelt wurde: In dem Paket, das gestern angekommen ist, sind Leipziger Lerchen für mich. Vier Stück (waren es). Matthias meinte, ich könnte den Nachbarn ja auch welche geben, wenn ich sie nicht alleine schaffe. Für wen halten die mich?! Nur weil ich aufgrund meiner "Ich kann nicht Nein sagen"-Attitude schon wieder ohne Abi-Zeitung dastehe, heißt das noch lange nicht, dass ich auch dieses feine Gebäck nachbarschaftlich teile. Soweit kommt's noch.

Samstag, Juli 07, 2007

In Memoriam

Heute wäre er 19 Jahre jung geworden,
doch es hat nicht sollen sein...

Freitag, Juli 06, 2007

Incredibly beautiful

Zwar bin ich gerade mal auf Seite 93 von "Extremely loud & incredibly close" (by Jonathan Safran Foer), aber ich denke, ich kann trotzdem schon sagen, dass ich momentan ein wunderschönes Buch lese. Und weil es gut möglich ist, dass ich noch auf so einige zitierwürdige Textstellen aufmerksam werde, fang ich heute schon mal an:

"Hi." "Hello." "Are you Abby Black?" "Yes." "I'm Oskar Schell." "Hello." "Hi." I told her, "I'm sure people tell you this constantly, but if you looked up 'incredibly beautiful" in the dictionary there would be a picture of you." She cracked up a bit and said, "People never tell me that." "I bet they do." She cracked up a bit more. "They don't." "Then you hang out with the wrong people." "You might be right about that." "Because you're incredibly beautiful."

Kabuki

Nach einem "anstrengenden" Tag in Hannover traf ich mich kurz nach halb fünf noch mit meinem Rehlein und Philipp im Kabuki. Dort musste ich letzterem erst einmal erklären, was es mit der "Else" auf sich hatte, denn daran konnte er sich gar nicht mehr erinnern. Na ja, immerhin war er gestern nüchtern - also bevor er seine zwei "Long Island Ice Tea" hintergekippt hatte - wenn auch sehr geschafft von der Arbeit. Diesmal wurde ich nicht zu Alkohol verleitet, sondern durfte genüsslich meine zwei alkoholfreien Cocktails schlürfen. Mmmh...lecker.
Ein paar Bilder schauten wir uns auch noch an - auch wenn Philipp die meisten lieber nicht gesehen hätte... Inspiriert von den "Rom"-Fotos begannen Franzi & ich uns an unseren tollen Urlaub in Kroatien zu erinnern, worauf ich sie gleich noch meine übrig gebliebenen Telefonaufnahmen anhören ließ.
Während wir die Bilder vom Abiball anguckten, speziell die "Ostseeauge"/"Rehauge", spekulierten wir darüber, ob es nicht möglich sei, dass wir tatsächlich (Halb-)Geschwister sind. Schließlich waren ihr Papa und meine Mama zur entsprechenden Zeit beide in Leipzig. Schlimm fänden wir das jedenfalls nicht, wenn dieser "Seitensprung" ans Licht käme...
Zum Ende hin wurde Philipp ein bisschen gnazig (schreibt man das so?!). Hatte auch allen Grund dazu. Franzis Raucherei... Wirklich schlimm. Hat uns die ganze Zeit nur angelogen. Wir haben nachgegeben. Sie war auch schon angeheitert, aber das ist keine Entschuldigung.
Zum Schluss wollte sie, dass ich ihrem Freund sage, dass sie eigentlich ganz lieb ist, aber ich meinte, dass ich das nur machen würde, wenn sie heute keine mehr rauchen würde und da sie mir darauf eh antworten würde, dass sie keine mehr raucht, damit aber lügen würde, werde ich es ihm folglich nicht ausrichten. Man muss ja auch mal konsequent sein. Und weil ich das gestern war, hab ich mich auch nicht mehr zum Schützenfest überreden lassen - da war wohl Jürgen Drews oder so. Aber mir war meine Mutti wichtiger, da ich sie nun erst wieder in sieben Tagen an der Ostsee sehen werde... Endlich!

Wenn ich mal shoppen gehe...

  • stelle ich fest, dass Saturn doch dieses (französische) Scanner-System für CDs hat
  • merke ich, dass alle aktuellen Handys scheiße/protzig aussehen... ich will mein Sony behalten - nur ohne Dellen, Kratzer, Macken...
  • kaufe ich im "Ich muss mein Öko-Image loswerden"- und "SSV"-Wahn Sachen, die mir farblich gar nicht steh'n
  • Bleib ich mir selbst doch ein wenig treu und zähle nun ein graues Shirt zu meinen Reichtümern... (Ich konnt' nicht widerstehen: Da sind schwarze Katzen drauf!)
  • Find' ich am Ende doch noch meine Farbe!
  • ... aber nicht meine Größe zum weißen Pulli, den ich gern gehabt hätte :(
  • Wird mir erst zu Hause klar, dass ich weder für knappe Tops noch für Hot-Pants geschaffen bin
  • Ist das am Ende alles, was von der dicken Einkaufstüte (eine sehr schöne übrigens), übrig bleibt

Himmlisch...

Mittwoch abend fuhr ich zur "Franziline", meiner Cousine. Trafen uns unter'm Schwanz - zufälligerweise gesellte sich auch meine Mutter noch kurz zu uns - und fuhren dann gemeinsam in die List. Nachdem wir noch ein Sixpack Becks Green Lemon eingesackt hatten, liefen wir schnurstracks zu ihrer Wohnung, um unser Abendessen zuzubereiten:

Tomate-Mozzarella mit Balsamico-Creme: himmlisch...
Gefüllte Champignons: himmlisch...
Oliven-Ciabatta-Brötchen: himmlisch...

Dazu unser Becks - dass ich momentan Antibiotika nehme, fiel mir erst am nächsten Morgen ein, na ja, macht ja nüscht! Die Gesprächsthemen wanderten von "Vätern" über "neue Männer an der Seite der Mama" zu "Oma". Waren uns da beide einig, dass die zur Zeit wohl sehr mürrisch ist und ihre Umwelt mit ihrem Verhalten ziemlich verletzt. Ich erlebe sie ja nur alle drei Monate, wenn überhaupt. Sie jedoch jedes Wochenende. Ali, Monika und Klaus sogar täglich. Die haben es schon alle nicht leicht.
Nach dem Essen schauten wir uns zunächst die Fotos von Rom, Paris und Abiball (wenn schon, denn schon) und später ihr neues Baby "Wicky" an - nein, es gibt keinen menschlichen Nachwuchs in der Familie. Es handelt sich lediglich um so'n Apple-Laptop (Mac oder wie auch immer man sowas bezeichnet). Sehr lustig, was man damit so alles anstellen kann. Aber wer braucht das schon...
Zwischendurch genossen wir noch einen kräftigen Regenbogen sowie einen etwas schwächeren direkt über dem anderen. Ein sehr schöner Anblick.
Während Franzi bereits ihr drittes Bier öffnete, war ich mit meinem Zweiten immer noch nicht bei der Hälfte, was sie dazu veranlasste, sich ein wenig über mich lustig zu machen. Mir egal - mehr hätte ich eh nicht geschafft. Anzumerken wäre vielleicht noch, dass Franzi ihr halbes zweites Bier auf meiner Hose verteilt hat - von daher ist es nicht verwunderlich, dass sie mit solchen hinterhältigen Methoden schneller war als ich...
Völlig fertig, fielen wir gegen halb ... weiß gar nicht mehr, ob elf oder zwölf, jedenfalls lief noch Stern TV - ins Bett.
So gut habe ich schon lange nicht mehr geschlafen! Ich will diese Matratze haben! Eigentlich hatte ich vorgehabt um sieben mit ihr aufzustehen und mit ihr das Haus zu verlassen, obwohl sie meinte, ich könne ausschlafen. Letzten Endes bevorzugte ich ihren Vorschlag und schlief bis etwa halb 10 fast durch. Himmlisch...
Geträumt habe ich auch viel. Kann mich aber nur noch an einen Schul-Traum erinnern. Vor allem Enno und Frau Heidrich waren ständig im Bild. Für einen kurzen Moment dachte ich sowas in der Art wie "Du hast verschlafen, du musst zur Schule", dann "Ist ja Wochenende, Montag wieder" und am Ende "Ach! Du hast Abi! Du musst da nie wieder hin"! Das war schon ein komisches Gefühl, konnte ich gar nicht so schnell realisieren. Auf der einen Seite hatte ich durch den Traum das Gefühl, dass ich jederzeit wieder zur Schule könnte oder müsste. Und auf der anderen Seite dann diese Erkenntnis, dass diese Zeit ein für allemal der Vergangenheit angehört. Ist schon schlimm, wenn man sich plötzlich bewusst wird, dass man sogar so Leute wie Enno ein wenig vermisst - auch wenn ich ihn am Montag erst wieder gesehen hab. Wir hatten fünf Stunden Politik pro Woche zusammen. Er hat mich dermaßen angekotzt, aber auf der anderen Seite war es auch oft sehr amüsant. Ich glaub, ich hör mal lieber auf in Erinnernungen an eine längst vergangene Zeit zu schwelgen, sonst kommt mir noch ein "Eigentlich ist er ja ganz nett" über die Lippen. Soweit wollen wir es mal nicht treiben.
Kurz vor Zehn stand ich also auf, geh in die Küche und was entdeck ich da: Cini Minis! Julia bekommt - "wie damals" - Fischstäbchen auf den Tisch gestellt und ich Cini Minis! Himmlisch...

Mittwoch, Juli 04, 2007

Schlimmer als gedacht

Bin vorhin zu meiner Ärztin gefahren. Eigentlich nur um mir mein Rezept für meine Schilddrüsenhormone abzuholen. Aber als ich rein kam und im Wartezimmer keinen Patienten erblickte, erkundigte ich mich, ob es möglich sei, dass ich auch nochmal zur Ärztin könnte. Keine zwei Minuten später saß ich in ihrem Sprechzimmer. Zwar musste ich dort auch noch einige Minuten warten, aber im Vergleich zu meinen festen Terminen, bei denen ich immer eine halbe bis Stunde im Wartezimmer verbringen musste, ging das wirklich zügig.
Irgendwann kam sie dann. Ich schilderte ihr mein Problem. Husten, Schnupfen, Heiserkeit. Und das seit März!!!! Also brav "Aaaaaah" gemacht (wie früher - um die Nostalgie auch an dieser Stelle am Leben zu halten) und ein "Oh das ist aber sehr rot und angeschwollen" vernommen. Immerhin war die Lunge frei. Aber trotzdem: Jetzt muss ich eine Woche Antibiotika [ohne Zuzahlung, obwohl ich schon sooo alt bin!] nehmen und gaaaaanz viel trinken! So wie ich das rausgehört habe, war es alle höchste Zeit für diesen Besuch... aber ich dachte halt die ganze Zeit "Das wird schon wieder."
Danach fuhr ich noch nach Mellendorf: Meine Fotos sind da! Endlich! Lustigerweise lief auf der Rückfahrt schon wieder "Forever yours" von Sunrise Avenue! Seit dem Montag, an dem wir unsere Noten bekommen haben, läuft jedes Mal, wenn ich mit Karl-Heinz von Mellendorf nach Hause fahre dieses Lied!

Dienstag, Juli 03, 2007

Eidechse

Vor ein paar Wochen behauptete ich, dass Autoren besser schreiben können als ihre weibliche Konkurrenz. Ich muss mich berichtigen. Mit "Eidechse" hat nun das dritte Buch von Banana Yoshimoto einen Platz in meinem Regal gefunden und damit hat sie es erneut geschafft mich in ihren Bann zu ziehen.

"Es wäre doch schön, wenn es jemanden gäbe, so jemanden wie Gott, der die Regeln für unsere Welt festlegen würde. Der darauf achtgeben würde, dass ein Mensch nur so weit geht, wie es ihm erlaubt ist. Der beurteilen könnte, wann es genug ist und man absolut nich weitermachen sollte - so jemanden gibt es aber nicht. Es wäre doch schön, wenn jemand den Lauf der Dinge aufhalten würde, das tut aber keiner. Das müssen wir selbst erledigen. Egal, wie schlimm es auch ist, was man erlebt, es lässt sich nicht ändern und es bleibt einem nur der Gedanke, dass alles mögliche passieren kann."

Womöglich waren es gar nicht meine Grübeleien und Überlegungen, die den Lauf der Welt bestimmten, vielleicht brauchten [...] wir alle uns gar nicht groß zu quälen, und die Köpfe zu zerbrechen, weil wir uns nämlich in einem riesigen Strudel befanden, der uns immer weiter mit fortriss bis wir sowieso irgendwann an den richtigen Platz gespült würden. Das war der Augenblick, in dem ich mich einen ersten, winzigen Schritt von der Vorstellung löste, ich sei der Nabel der Welt. Ich verspürte weder Freude noch Enttäuschung, sondern ein seltsam gelöstes Gefühl der Unruhe, der Ungewissheit, so als hätte ich endlich einen Muskel locker gelassen, den ich bis dahin immer unnötig angespannt hatte.

"Du hattest immer schon ein Talent, das mir fehlt. [...] Für die Kunst zu leben, das Leben auszuschöpfen. Das Talent zu meinen, alles habe seine Zeit und zu merken, wann es Zeit ist weiterzuziehen. Das Talent, immer nach vorne zu schauen. Das Talent, der Illusion aufzusitzen, dass man imstande sei, sich in einer Sache zu perfektionieren, bis man ihrer überdrüssig wird, um dann damit abzuschließen, sich etwas anderem zu widmen. Obwohl der Mensch sich doch in Wiklichkeit sein Leben lang immer nur im Kreise dreht."

Der Abschied war so traurig. Dass dieser Tag irgendwann kommen musste, war klar, doch die Zeit, die wir gemeinsam verbracht hatten, war zu perfekt gewesen, als dass wir uns [...] einfach hätten wiedersehen können [...] Das gibt es dann wohl auch [...] Dass etwas perfekt ist und deshalb zu Ende gehen muss.

Womit ich den Tag über beschäftigt war...

Da meine Mutter heute wegen des Streiks mit dem Auto zur Arbeit fahren musste, blieb mir nichts anderes übrig als mich nach Mellendorf abzustrampeln, um mal wieder festzustellen, dass die bestellten Fotos doch noch nicht abholbereit sind - ebenso wenig die Entlassungs-DVD. Auf dem Rückweg bekam ich dann die ersten Regentropfen ab, schaffte es aber noch gerade so rechtzeitig nach Hause, um mein Zimmer auf den Kopf zu stellen.
Während Julia sich Seifenblasen, Wendy & Bravo kauft, um der Nostalgie zu verfallen, miste ich lieber meinen alten Schulkram aus und schwelge in Erinnerungen an schöne und weniger schöne Zeiten. Wie immer habe ich es natürlich nicht über's Herz gebracht alle meine alten Schulsachen (von Grundschule bis Abitur) für das geplante Feuer bereitzustellen. Von den meisten Sachen kann ich mich einfach nicht trennen. Zum einen steckt viel Arbeit und Erinnerung darin, zum anderen denk ich mir immer: "Das wirste bestimmt irgendwann nochmal brauchen". Ich glaube, ich hab noch nicht begriffen, dass die Schulzeit ein für allemal vorbei ist und ich vermutlich nie wieder das Bedürfnis verspüren werde einen Blick in meine alten Physik- und Biohefter zu werfen. Aber immerhin habe ich die Ordneranzahl von neun auf sechs reduziert.
Ihr könnt' wirklich alle froh sein, dass ihr mich heute nachmittag nicht beobachten musstet. Ich habe nämlich auch alte Liedertexte aus dem Musikunterricht gefunden. Und wenn ich nicht gerade damit beschäftigt war den alten Holzmichel wieder ins Leben zu rufen, dann versuchte ich eben diese Texte vor mich hin zu trällern. An die Melodie konnte ich mich des Öfteren leider nicht mehr erinnern...
Das produktive Ausmisten wurde fast minütlich unterbrochen. Der Grund?! Momentan geht wieder diese "Ich könnt die ganze Zeit nur essen"-Phase wieder los. Während andere sich womöglich eine Kippe nach der anderen anstecken würden, renne ich ständig in die Küche oder ins Wohnzimmer (Schokolade), um nach irgendwas Essbaren zu suchen, was so wenig wie möglich Aufwand benötigt. Dabei habe ich gar keinen großartigen Hunger. Hoffentlich geht das bald wieder vorbei...

Freundschaft bis in alle Ewigkeit

Mit der Abientlassung und dem anschließenden Abiball gilt meine Schulzeit offiziell als beendet. Auch wenn ich nicht alle meine Mitschüler mochte, ist es schon komisch, dass man all die Leute, mit denen man die letzten sieben Jahre verbracht hat, nun kaum bis nie mehr wieder sieht.
Ich werde es verkraften. Denn ich gehe mal ganz stark davon aus, dass ich meine wirklichen Freunde nicht aus den Augen verliere. Die Chancen, das unsere Freundschaft auch nach Beendigung der gemeinsamen Schulzeit weiterhin besteht, stehen gut, denn mindestens sechs davon werden ebenfalls ab August/September nach Hannover arbeiten fahren. Da wird man sich sicher öfter mal in der S-Bahn treffen. Und hier sind sie - meine Freunde:



"Freundschaft, das heißt Träume teilen, gemeinsam etwas glauben und in ettwas vertrauen, davon ausgehen, dass es bis in alle Ewigkeit erhalten bleibt."
(Raymond Carver)

Montag, Juli 02, 2007

Der Kuss des Skorpion

Diesmal hat er mich ganz lieb umarmt und mir einen dicken Kuss gegeben. Per E-Mail. Fünf Zeilen. Glückwünsche, väterlicher Stolz und nette Worte.
Ich will keine netten Worte. Ich will auch keine "ganz, ganz liebe Umarmung". Und ich will auch keinen "dicken Kuss". Ich will ihn verletzen. Und ich will doch eigentlich niemanden verletzen. Ich versuch' es auf die verletzende, aber rücksichtsvolle Art. Ein "Danke" und Bilder von diesem wunderschönen Abend. Diesem Abend, der mir so viel bedeutete, aber an dem er nicht teilhaben durfte. Bilder von dem "beaux brebis" [hat Anne gestern nachgeschlagen - klingt schöner als das "schöne Schaf" find ich], an dessen Seite er nicht stehen durfte. Was daran rücksichtsvoll ist?! Ich verzichte auf die Fotos, die uns glücklich an der Seite des "neuen" Mannes zeigen. Die kann er sich dann bei meiner Oma ansehen.
Vermutlich werde ich ihn damit aber eh nicht treffen können. Warum sollte jemand, der seine Tochter per E-Mail, eine Woche nachdem er vom bestandenen Abitur erfahren hat, beglückwünscht, durch sowas einen Stich versetzt bekommen?! Jemand, dem offensichtlich sowieso nie etwas an Familie(-nfeiern) gelegen hat?!

Nachtrag: Ich hab's geschafft! Ich glaube, ich habe noch nie eine so kurze, oberflächliche, unpersönliche Mail verfasst. Weder ein "Papa" noch ein "deine" kam mir über die Lippen!

Sonntag, Juli 01, 2007

Abiball '07

Frisch von meiner mehr als unzufriedenen, persönlichen Stylistin Madame Julie (Zitat: "Das hättest du auch selbst machen können.") zurecht gemacht und nochmal auf die widerspenstige Haarpracht angestoßen, ging es kurz nach fünf Richtung Langenhagen zum Abiball.
Nach dem Sektempfang mit O-Saft nahmen wir an unserem Tisch Nummer 23 Platz, zu dem sich auch bald Familie Kotulla gesellte. Dann wurden Einzelfotos von den Tanzpaaren gemacht sowie ein Gruppenfoto ehe das Büffet eröffnet wurde, welches solala war. Ich freute mich einen Keks auf die Mousse au chocolat, aber wurde ganz schön enttäuscht. Das war keine. Die sah nur so aus. Und zur Schokoladencreme war geschmacklich kein Unterschied zu erkennen.
Kurz nach halb zehn versammelten wir Abiturienten uns draußen, um während der "Let's dance"-Melodie den Saal zu betreten und schließlich zum Paso Doble einzumarschieren. Auf der Bühne angekommen erklang dann der Langsame Walzer. Wunderschön. Unser Einsatz war jedoch erst beim Tango. Wir haben sie alle weggedrängt! Besser als wieder irgendwo gegenzulaufen oder von der Bühne zu fallen. Stattdessen haben wir uns vorher abgesprochen, dass wir immer 'ne schöne Linkskurve nehmen, um diesen Missgeschicken, die uns aus den Proben bekannt waren, vorzubeugen. "Hat eigentlich ganz gut geklappt, oder?" "Wir sind immerhin nicht von der Bühne gefallen", stimmte ich meinem Tanzpartner zu.
Nach dem Jive & Disco Fox, tanzten dann alle den Wiener Walzer. Ging eigentlich auch. Schließlich wurde die Musik leiser und somit war es Zeit meine Nummer Eins zum Tanz aufzufordern. Wir haben im Grunde einfach "irgendwas" gemacht und das hat so einen Spaß gemacht, obwohl - oder gerade weil - es so gar nicht hingehauen hat.
Wider Erwarten war meine Mutter begeistert von unserer Tango-Darbietung. "Ihr habt das um einiges besser als manch andere gemacht." Hätte ich ehrlich gesagt nicht mit gerechnet. Meine Tante ergänzte: "Hat super übereingestimmt. Auch von der Größe und allem." Oh ja von der Größe hat es wirklich gepasst - im Gegensatz zu manch anderen... [tut mir leid, Janine, das konnt' ich mir jetzt nicht verkneifen]
Von diesem Zeitpunkt an galt die Tanzfläche als eröffnet. Das ließen sich vor allem die Lehrer nicht zweimal sagen. Auch nicht Herr Rödiger.
Ich: "Katrin! Herr Rödiger tanzt! Oh wie toll!"
Kot-Ulla: "Ich dachte, du magst ihn nicht mehr."
Ich [niedergeschlagen]: "Ach ja... iiiihhh... Herr Rödiger tanzt. Ich mag ihn nicht. [anhimmelt] Ich mag ihn so... [erbost] Aber er tanzt mit seiner Frau! [...] Ich mag ihn nicht. [...] Ich hasse ihn. [...] Ich li... Ich mag ihn." Na sowas, da hätte ich mich doch beinahe versprochen...
Es folgte die erste Showeinlage. Rock'n'Roll-Auftritt, unter anderem mit Patze und Dennis [Na, Julia - hätten sich die 6 € Eintritt für den "American Gladiator" vielleicht doch gelohnt?!] Das war so richtig geil! Zur Grease-Musik! Etwas später traten sie nochmal auf. Diesmal wurde modern getanzt. Ersteres gefiel mir, allein schon von der Musik her, besser. Außerdem wurden Herr Kowahl und Herr Heicke ("Mein Mit-Geburtstagskind") von den Rock'n'Rollern hochgeworfen oder irgendwie sowas, weiß nicht wie ich das beschreiben soll.
Als ich wieder zu unserem Platz zurückkehrte, erspähte ich Überraschungsgäste!!! Mein Rehlein mit ihrem Philipp! Ich kann gar hier gar nicht ausdrücken wie sehr ich mich gefreut habe! Ich hatte sie zwar herzlich ab 22:30 Uhr eingeladen, doch hatte kaum noch mit ihnen gerechnet - ich kenn ja meine Franzi... umso mehr hab ich mich gefreut als sie dann doch vor mir standen. Der gute Philipp gesellte sich zu mir und zwang mir ein Gespräch auf.
Er: "Und wie hast du nun abgeschnitten?"
Ich: "Zwei Sechs."
Er: "Hm... joa... also eine Drei."
Ich [entsetzt]: "Bei sowas rundet man doch nicht auf!"
Er: "Arbeitgeber schon."
Ich: "Ich freu mich, dass ich eine Zwei vor dem Komma hab und du erzählst mir, dass ich mit einer guten Drei abgeschlossen habe?"
Man muss dazu sagen, dass er seit 9 Uhr bei einem Umzug geholfen hatte und demzufolge auch schon ein wenig angetrunken war. Trotzdem: Klugscheißer! Er redete dann noch den ganzen Abend davon, wie wichtig heutzutage Abitur ist und das früher alles leichter war und und und... es fällt so schwer, ihm zuzuhören, wenn er angetrunken ist und vorwiegend rumlallt. Hab die meiste Zeit immer nur zustimmend genickt.
Als "Like Ice in the Sunshine" erklang, konnte sich meine Tante nicht mehr halten. Statt aber alleine auf die Tanzfläche zu gehen, flehte sie mich an sie zu begleiten. "Nee, ich will nicht. Ich kann nicht tanzen. [...] Ich kann nicht alleine tanzen." Gut, dann eben zusammen. "Aber du darfst mich nicht loslachen, ja? Du musst mich immer an der Hand halten." Wie so'n kleines Kind hab ich mich angestellt, aber allein geht es nun mal wirklich nicht. Sah dann ungefähr so aus...
Zurück am Tisch stellte ich fest, dass Mama & Philipp fehlten. Aha! Die tanzen zusammen [zu "Upside down"! Das wollte ich mir nicht entgehen lassen und fotografisch festhalten! Ein fataler Fehler! Sie erwischten mich, Mama flüchtete und Philipp riss mich an sich! Alter Schwede! Der kann tanzen! Und wie! Ich hatte kein Plan, aber irgendwie ging es dann, er hat Unmengen diverser Drehungen gemacht, Eindrehen, Ausdrehen. Fürchterlich! Aber er hat mich an der Hand gehalten - das ist die Hauptsache. Spätestens nach diesem Tanz stand für mich fest: Nie wieder trägerlos! Man ist ständig nur am Hochziehen und Rumzuppeln - vor allem, wenn man so durch die Gegend gewirbelt wird wie ich von Philipp.
Halb Eins brachten meine Eltern dann Oma weg. Währenddessen kam Herr Stegemann an unseren Tisch [zu meiner Tante]: "Und sie sind Frau Wachsmuth?" Das übliche Missverständnis. Saß noch recht lange da. Hat sich vorwiegend mit meiner Tante unterhalten, die von meinen "Skikünsten" schwärmte, die ich in seinem Kurs erworben hatte, und später Werbung für die Skifreizeit gemacht, die nun auch Ehemaligen abgeboten werden soll. Er war übrigens der einzige Lehrer, der auf mich zu kam - abgesehen von Frau Heidrich, die ich auf der Toilette begrüßte. Ich ärgere mich ein wenig, dass ich nicht noch mal auf die Wichtigsten, also Herrn Rödiger und Frau Heidrich zugegangen bin, mich verabschiedet habe. Zumindest zu letzterer sollte ich vielleicht noch einmal gehen, denn schließlich geht sie in ein paar Wochen nach Belgien. Andererseits wäre mir das auch zu blöd gewesen an deren Tisch zu kommen, wäre vermutlich nur auf Small-Talk hinausgelaufen. Außerdem war die Musik zu laut.
Als meine Eltern wiederkamen, ertönte "Kiss" von Prince, worauf Mama und Monika sofort begeistert zur Tanzfläche stürmten und Philipp ihnen wie so'n Hund seinem Frauchen nachlief. So blieben nur noch Franzi & ich [Kot-Ulla, Katrin S., Jenny, Tina und Janine hatten sich inzwischen auch verabschiedet] Doch als "I don't feel like dancing" aus den Boxen dröhnte, konnte auch Franzi sich nicht mehr auf ihrem Stuhl halten und zog mich automatisch mit. Und so tanzten wir - händchenhaltend - immer drei Schritte vor und drei zurück! Sehr simpel! Perfekt für mich. Wir strahlten uns an.
Ich [glücklich]: "Deine Rehaugen strahlen so!"
Rehlein: "Deine Ostseeaugen auch!" Ostseeaugen! Ich glaub eine schönere Bezeichnung gibt es nicht! Da strahlten die blauen Äuglein gleich noch mal so viel.
Eigentlich wollt ich sofort wieder zum Tisch verschwinden, doch Franzi wollte noch warten, was als nächstes käme. Und was kam?! Zum Teufel! "Follow the leader" (einigen noch vom Abi-Gag bekannt)! Der ganze Jahrgang auf der Bühne - von meinen Freunden, die sich bereits verdrückt hatten, abgesehen - nichtsdestotrotz gesellte ich mich dazu. Blieb mir ja nichts anderes übrig - sonst hätten mich Philipp & Co mit Gewalt darauf geschleppt. Als dann auch noch
"Cowboy und Indianer" (ebenfalls grausame Abi-Gag-Erinnerung) folgte, verdrückte ich mich jedoch - was meiner Tante nicht entging, die es sich nicht nehmen ließ mich weiter vor der Bühne zu "foltern"...
Meine Mutter musste mich natürlich auch noch nerven: "Warum gehst du nicht rauf? Das ist dein Jahrgang! Deine Abschlussfeier!" Da war ich dann leicht gereizt. Erstens wurde zu dem Zeitpunkt Techno gespielt - wie bitte kann man sich zu so etwas bewegen?! - und Zweitens stand da vorne zwar mein Jahrgang, aber nicht mehr die Leute, die mir was bedeuten, mit denen ich die Schulzeit gemeinsam gemeistert habe, die ich stolz "meine Freunde" nennen darf, sondern die ganzen Typen & Tussen, die zu 80% sicher eh schon hackedicht waren. Was soll ich da oben?
Ich beruhigte mich aber schnell wieder und stimmte mit meiner Tante überein, dass die Musik [immer noch Techno] scheiße sei und wir wohl bald gehen sollten, wenn die Musik nicht bald besser würde. Wurde sie aber. Nicht viel besser, aber angenehmer und teilweise zum Mitgröhlen ["Ich will zurück! Ich will zurück! Ich will zurüüüück nach Weeeeeesteeerlaaaaand!"] Franzi & ich hatten zumindest Spaß und ich wurde sogar mit einer kleinen Massage belohnt nach dem ich ihr zuvor freiwillig eine angeboten hatte.
Philipp [entrüstet]: "Ey! Das ist mein Job!"
Ich: "Ja, aber das machste bestimmt nie!" Franzis Zustimmung war mir sicher.
Nichtsdestotrotz siegte doch am Ende die Müdigkeit, sodass wir viertel drei aufbrachen. Ehe wir das Forum aber endgültig verließen, mussten wir noch Fotos mit der von Franzi "geklauten" Tischdeko machen. Philipp war so dicht, dass er den Fotoapparat kaum noch gerade halten konnte, und ich konnte es mir nicht nehmen lassen ihm zum Abschied folgendes mitzuteilen: "Ich hab mich wirklich sehr gefreut, dass ihr gekommen seid! Aber ich würd' mich auch freuen, dich mal nüchtern kennenzulernen." Sein Kommentar ist echt der Hammer [lallend]: "Ey! Du bist 'ne Else, weißte das! 'ne richtige Else." Nur weil ich den ganzen Abend nüchtern geblieben bin?! Ich hatte ihm ja angeboten ein Alster mit ihm zu trinken - trotz 0,0 Promille Grenze - aber das hat er nur belächelt. Dabei hätte ich gar nicht nüchtern bleiben müssen, da Matthias sich überraschenderweise doch noch in der Lage sah, Auto zu fahren. Aber selbst wenn ich das früher gewusst hätte, wäre das kein Grund gewesen, mich abfüllen zu lassen. So habe ich zumindest alles, was an diesem einzigartigen Abend geschehen ist, mit einem klaren Kopf "begießen... ähhh... genießen" können. Ich glaub, man hat mich noch nie nüchtern zum Tanzen gekriegt...
Abschließend muss ich noch mal etwas loswerden. Letztes Jahr hat es einen sehr unschönen Vorfall gegeben für den ich die Verantwortug trug. Ich sag nur "Gummibärchen". Auch wenn das einige GoMler vielleicht ungern hören, aber ich verlasse diese Schule ohne jegliche Hassgefühle gegen diese Person. Ich bin ihr sogar dankbar. Dankbar, dass sie sich mit mir ausgesprochen hat und dafür dass sie bereit war zu verzeihen - zumindest habe ich ihre freundlichen Begrüßungen und Gesten in den letzten Wochen so gedeutet. Wir werden uns sicher nie mehr so verstehen wie vor einigen Jahren als wir noch gemeinsame Unternehmungen in den Sommerferien planten, aber es tut trotzdem gut, das Gefühl zu haben, dass diese Sache nicht mehr zwischen uns steht. Ja, das musste ich nochmal loswerden, denn das wurde mir am gestrigen Abend bewusst.
Und diesbezüglich kann man den Jahrgang auch als etwas ganz "besonderes" bezeichnen. Zwar gab es einige Leute, die eine regelrechte Hetzkampagne starteten, die mich zwei Nächte kaum schlafen ließ, doch nahm die Allgemeinheit meine Entschuldigung an, hörte mir zu, was ich zu der Sache zu sagen hatte und schätze es auch, dass ich das Gespräch zu betreffender Person suchte. Auch sie haben verziehen statt mir das letzte Schuljahr schwer zu machen.
Ich habe nicht nur gute Erinnerungen an den Jahrgang und manch einen kann ich bis heute auf den Tod nicht ausstehen - was aber meist auf Gegenseitigkeit beruht, wie die meisten wissen - aber es gab eben auch die positiven Seiten, die ich in Erinnerung behalten werde.
Mal schau'n was für erinnerungswürdige Momente die Zukunft birgt...

Abi-Entlassung '07

Im strömendem Regen kam ich am Samstag gegen 10:27 Uhr am Schulzentrum an. Dummerweise gab es weder auf dem Schülerparkplatz noch auf der Ortsriede Parkplätze. Also musste ich in einer Nebenstraße parken und dann noch das ganze Stück bei dem Regen zum Schulgebäude hetzen. Immerhin war ich nicht die letzte. Dauerte dann noch ewig bis wir endlich in die Agora einmarschieren durften. Aber dann stimmte das Orchester die ersten Töne [The Muppet Show Theme] an und der offizielle Akt der Entlassung begann.
Unsere Schulleiterin begrüßte uns, der stellvertretene Bürgermeister sowie der Vorsitzende des Fördervereins hielten ein Grußwort ehe der Chor zwei Stücke präsentierte. Die Ansprache des Elternvertreters war... na ja, also es suchten viele Abiturienten Augenkontakt zu anderen, um Bestätigung zu finden, dass sich jeder fragte: "Hä? Wovon redet der da?" So schwer war es aber auch nicht. Im Grunde wollte er uns nur darin bestärken unsere Talente ausfindig zu machen, etwas aus unserem Leben zu machen, Chancen zu nutzen - so würde ich das Ganze zumindest übertragen. Es war sehr offensichtlich, dass sein Sohn den Vortragsstil seines Vaters übernommen hat. Das war das, was mir richtig gut an der Rede gefiel, weil es mich so zum Schmunzeln brachte, wenn ich immer wieder dieselbe Betonung aufschnappte.
Im Anschluss spielte das Blockflötenensemble. Also so richtig kann ich mich für diese Instrumente nicht begeistern. Daher war ich froh als Gerrit und Irene nach vorne kamen, um die Abiturienten-Rede zu halten. Damit konnte man sich indentifizieren, verstand die Andeutungen. Haben die Zwei super gemacht. Sehr schön war auch das Dankeschön an die Lehrerschaft, die so freundlich war sich mit uns ein Jahr lang die Toiletten zu teilen.
Die wichtigsten Personen der Schule erhielten zum Dank auch noch ein Geschenk - auch Frau Krettek, worauf Tobi und ich beinahe in Lachen ausbrachen, weil wir an ihre blauen Hände denken mussten. Das war damals eine der amüsantesten Chemiestunden. Ach ja, gibt doch viele schöne Erinnerungen, die ich von der Schule behalten werde.
"That's what friends are for" trällerten anschließend die Abiturienten, die im Chor waren. Am Klavier: Franzi! Später auch noch einmal mit dem Orchester zusammen. Sie hat es wirklich drauf! Ich beneide sie so um ihr musikalisches Talent. Ob Klavier oder Gesang - ich könnte ihr stundenlang zuhören.
Meine "geliebte" Englischlehrerin hielt die Lehrerrede. War in Ordnung. Erinner mich nicht mehr hundertprozentig daran, was sie genau geschwafelt hat. Viel interessanter war dann doch die Zeugnisvergabe. Frau Klapper ließ es sich nicht nehmen noch einmal unseren Jahrgang zu loben. "Ein besonderer Jahrgang." Warum? Weil wir es alle geschafft haben und davon 25% die Eins vor dem Komma erreicht haben.
Letztere wurden für ihre besonderen Leistungen gewürdigt wie auch die Mitglieder des Chors und Orchesters. Die "Unwürdigen" wurden dann alphabetisch aufgerufen. Jeder, der sein Zeugnis erhalten hatte, musste - nachdem er im Goldenen Buch unterschrieben hatte - vorne stehenbleiben, sodass ich am Ende ganz allein in der Reihe saß. Mäh! Aber Frau Klapper ließ es sich nicht nehmen mich ein klein wenig aufzumuntern: "Sie werden sicher gemerkt haben, dass es hier nicht nach Leistung geht, sondern nach Alphabet, daher darf ich jetzt Maria Wachsmuth zum bestandenen Abitur gratulieren." "We can't rewind" in meinen Ohren stolzierte ich dann strahlend nach vorne, um mein Zeugnis entgegenzunehmen sowie eine Rose von Dr. Do.
Abschließend wurde das Denkmal im Innenhof enthüllt. "13 Stufen zum Erfolg." Mögen andere darüber denken, was sie wollen: Mir gefällt's. Nachdem ich mir die Abi-Zeitung geschnappt hatte, wollte ich eigentlich schnurstraks zur Kunstausstellung. Aber dann kam Ribana auf mich zu, gleich darauf Frau Sieger. Hat mich gefragt, wie es weitergeht, ob ich noch Kontakt zu den anderen habe - "Stefanie, Melissa,...." Welche Stefanie fragte ich mich bis - zum Glück - doch noch der Groschen fiel: Steff! Meine Chance meinen Stolz über Steffs tolle Leistungen an unsere ehemalige Klassenlehrerin heranzutragen. Kaum hatte sie sich verabschiedet, kam Frau Hippel auf mich zu.
Nach kurzem "Small-Talk" konnte ich mir endlich einen Weg zur Kunstausstellung bahnen. Unsere drei LKler haben wirklich Talent. Hat sich gelohnt diesen Umweg in Kauf zu nehmen. Dann musste ich aber doch langsam nach Hause, schließlich wartete meine "Stylistin" auf meinen Anruf. Also verließ ich das Schulgebäude mit einem mir unbekannten Herrn, der mir gratulierte, mich fragte, wie man sich so fühle und mir zum Abschied viel Erfolg wünschte. Und was mach ich?! Ich entgegne: "Ihnen auch." Ich war gestern wirklich neben der Spur. Zum Beispiel ging ich auf Imkes Mama mit den Worten "Herzlichen Glückwunsch" zu - sie nahm es mit Humor.

Gäul'sche Unsensibilität

Ehe ich von der Abientlassung und dem sehr sehr schönen Abiball berichte, muss ich noch mal ein wenig Frust loswerden, um zu verhindern, dass die folgenden Beiträge einen negativen Beigeschmack erhalten.
Meine Oma... Ich hab mich sehr gefreut, dass sie zu meinem Abiball gekommen ist. Doch leider spürte ich sehr wenig davon, dass es ihr ähnlich erging. Freitag haben wir uns von Frühstück bis Mittag eigentlich ganz gut unterhalten bis sie dann ihre Talkshows guckte - da hab ich mich in mein Zimmer verkrümelt. Der Hammer war ja noch, dass sie meinte, sie gucke das jeden Tag und: "Da kann man was lernen." Und ich hatte nicht das Gefühl, dass sie das ironisch meinte oder dass sie damit meinte, dass man lernen kann wie dämlich so manche Leute sind.
Nachmittags brachte ich sie zu unserer ehemaligen Nachbarin. Ich erschrak als sie die Tür öffnete, aber ließ mir nichts anmerken. Sie ist alt geworden... und blass. Das ist so traurig. Kurz vor dem Abigottesdienst holte ich meine Oma wieder ab.
Meine Oma zur ehemaligen Nachbarin: "Na mal sehen, ob wir uns überhaupt noch wieder sehen. Abiball hat sie schließlich nur einmal."
Das ist sowas, was ich leider von meiner Oma vererbt bekommen habe: Unüberlegt Sätze raushauen, die den Gegenüber (in ihrer Doppeldeutigkeit) wirklich sehr verletzen können.
Wenn man will, kann man das nämlich so verstehen, dass sie zum Abiball kommt, weil es ja ein feierlicher Anlass ist oder sogar ihre Pflicht. Aber ohne Anlass, sprich einen Besuch nur um mir und meiner Mama eine Freude zu machen, scheint sich die Reise wohl nicht zu lohnen?!
Beim gestrigen Anstoßen (mit meinem Lieblings-Kindersekt) kam dann von ihr - im unpassensten Moment - der Kommentar: "Zieh dir aber noch deine Socken aus." Darüber konnte ich zum Glück noch lachen. Als wenn ich mit Hausschuhen zum Abiball gehen würde... aber na ja so ist sie halt.
In Langenhagen angekommen, erfuhr sie dann, mit wem ich tanzen würde. "Mit wem tanzt du? Mit dem mit dem Zopf da?" Selbstverständlich bejahte ich. Von ihr kam ein abwertendes Lachen. "Du lieber Gott." Ich find das so unverschämt.
Nach dem Tanzen wollten wir dann ein professionelles Foto auf der Bühne machen lassen. Es lag mir viel daran eines von allen (Mama, Matthias, Monika, mir und Oma) zu haben. Aber wer wehrt sich mit Händen und Füßen?! Oma natürlich. Monika war schon kurz davor sie mit Gewalt vom Stuhl zu ziehen, doch ich schritt dann ein: "Wenn sie nicht will, lass sie." Ich war wirklich enttäuscht. Ein Weltuntergang war es auch nicht, aber ... ich hab einmal Abiball und da wäre ein Foto mit allen, die mich begleitet haben, schön gewesen. Wer nicht will, der hat schon.
Von da an war sie mehr als zickig. Davon bekam ich zum Glück nicht all zu viel mit, aber mit Monika sprach sie kein Wort mehr. Gegen halb eins erbarmte man sich dann und sie wurde von Matthias & Mama nach Hause gebracht.
Und heute interessierte sie sich auch mehr für "Let's dance" als für die Abifotos. Wenn ich in Ottersleben bin, kann ich größtenteils über die Gäul'schen Wortgefechte lachen. Aber das sicherlich nur, weil sie für mich nicht zum Alltag gehören. Leicht haben es meine Tante, Klaus und mein Cousin mit Sicherheit nicht. Eigentlich fühl ich mich jetzt schon wieder schlecht so über sie zu reden, aber das musste einfach mal raus...