Donnerstag, Juli 19, 2007

Die Dom-V.I.P.'s

Endlich Ferien! Meine letzten Sommerferien - als wenn ich nicht schon seit zwei Monaten frei hätte...! Aber seit heute gilt nun wieder das Ferienticket. Grund für Lena und mich Niedersachsen den Rücken zu kehren und das nordrhein-westfälische Minden an der Weser zu erkunden.
Zunächst (ver-)liefen wir (uns) durch die Altstadt bis wir endlich den Dom erblickten - und oben drauf - ihr werdet es nicht glauben, aber: Dort oben befanden sich tatsächlich Menschen! Grund für uns ebenfalls den Domturm zu besteigen. Ein Aufstieg war jedoch nirgends zu finden. Also fragten wir den älteren Herren an dem Souvenirstand.
Er: "Och Mensch, Mädchen, das tut mir leid. Aber dort kann ich euch nicht allein rauf lassen. Ich habe auch gar keinen Schlüssel. Das geht jetzt nicht mehr. Das tut mir leid."
Ich: "Kein Problem. Wir wollten nur fragen..."
Er: "Das tut mir wirklich leid. Wie lange sind sie denn noch da? [...] Eigentlich kommt man da nicht so einfach hoch."
Lena: "Wir wollten nur fragen, weil wir von draußen Leute dort oben stehen sehen haben."
Er: "Da waren Leute? Moment. Dann... dann warten wir mal bis die wiederkommen und dann frag ich die Frau [...] ob sie mit euch hochgeht."
Die Dame kam nicht. Dafür eine kleine Reisegruppe. Die musste den Schlüssel zum Turm jedoch um 17 Uhr abgeben. Es war kurz nach halb. Da kam dem Herrn die zündende Idee. Er rief bei der Domverwaltung (?) an und fragte, ob es möglich sei, dass wir den Turm noch eben besteigen könnten.
"Wie ein Löwe hat er gekämpft" und gemeinsam bestiegen wir den Turm. Ich vorne weg. Lena hinterher. Doch wo blieb der gute Herr?! Alles was unsere Ohren vernehmen konnten war ein angestrengtes Schniefen. Als er oben ankam, hielt er sich am Herzen. Später erzählte er uns von seinem Krebsverdacht. Wir hatten wirklich Bedenken, wir müssten den armen Herren am Ende noch den Turm hinunter tragen. Doch er hielt sich wacker.
Der Blick über Minden war das viele Treppensteigen wirklich wert. Zudem wurden uns die Gebäude noch erläutert. In den Genuss des Glockenläutens kamen wir auch noch. Eins, zwei, drei. Doch, es hat sich allemal gelohnt.
Das war so unglaublich nett, dass er das gemacht hat. Als wir fragten, gingen wir ja davon aus, dass das öffentlich sei. Wenn wir gewusst hätten, dass das nicht ohne weiteres geht, dann wären wir doch gar nicht auf die Idee gekommen. Doch "den hübschen, jungen Damen" konnte er die Anfrage ja nicht abschlagen - "die haben ja beinahe geweint als sie erfuhren, dass es nicht ginge." Das ihm keine lange Nase gewachsen ist, ist ein Wunder. So ein lieber Mensch. Steigt nur für uns nach oben, obwohl es ihm so große Mühe und Anstrengung bereitet.
Unten wieder angekommen, stand schon der nächste "Redner" für uns bereit. Nachdem er uns die Bedeutung der Fenstermalerei (3x4 macht 12, die acht ist die Zahl der Ewigkeit, 10, 40, ...) erläutert hatte, schaffte er uns Zutritt zu dem abgesperrten Bereich hinter dem Altar um uns detaillierte Ausführungen zur Goldenen Tafel zu liefern. War schon irgendwie interessant - nur werde ich mir davon nichts merken können, weil ich mich nie wirklich mit Kirche und dem ganzen Sch... schönen Bibelinhalt beschäftigt habe. Trotzdem mal eine sehr nette Begegnung mit den Mindenern Domwächtern...

1 Kommentar:

Robby hat gesagt…

:D

Und Kirche != Religion.