Die Eltern meiner ehemaligen, langjährigen besten Freundin sind sie Samstag besuchen gefahren und konnten mir somit indirekt einen Traum erfüllen: Sechs Tage lang durfte ich mich um ihre Katze Micky kümmern.
Kenne sie seit etwa dreizehn Jahren ("Da war sie noch so.") als die scheuste Katze überhaupt. Rennt weg, sobald man nur in ihre Nähe kommt. Und was machte sie nun seit Samstag? Jedes Mal, wenn ich komme, um ihren Hunger zu stillen? Sie schnurrt, schwirrt um mich herum, lässt sich kraulen und schmiegt sich an meine Beine. Das Ganze natürlich nicht so ausgiebig wie ich es von meinen Katzen früher gewohnt bin, aber es war trotzdem schön - auch wenn sie des Öfteren immer noch sehr schreckhaft war.
Es war ein schönes Gefühl gebraucht und erwartet zu werden. Das bestärkte mich einerseits zwar in meinem Wunsch mich um eine eigene Katze kümmern zu dürfen. Zumal sich Micky zu 95 % auch nur im Haus aufhielt - womit das Problem Stadt und Hauskatze nicht zwingend im Vordergrund steht. Andererseits: Das Katzenklo stinkt bestialisch. Nein, natürlich würde mich da nicht davon abhalten, mir ein Haustier anzuschaffen. Es ist vielmehr das Problem, dass man ein Stück Unabhängigkeit und Flexibilität verliert.
Man muss sich stets darum bemühen, dass sich jemand um das Tier kümmert, wenn man ein paar Tage wegfährt oder man muss eben zu Hause bleiben. Klar könnte ich meine Mutter diesbezüglich um Hilfe bitten. Doch erstens ist diese auch nicht 365 Tage im Jahr zu Hause und zweitens würde ich ihr ja beweisen wollen, dass ich das alleine schaffe - ohne fremde beziehungsweise ihre Hilfe.
Bis ich mir also diesen Wunsch erfülle, wird wohl noch einige Zeit vergehen - währendessen hoffe ich darauf, dass man noch öfter mit solch kleinen "Ferienjobs" an mich herantritt.


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