Freitag, August 31, 2007

Nur zur Info

Ich liste einfach mal so ein paar Neuigkeiten auf:
  • Meine Mama hat einen neuen Job! Kein Wunder - schließlich trug ich gestern den ganzen Tag nur Grün (wie die Hoffnung) für sie!
  • Das Abiballkleid gehört nun offiziell mir! Matthias hat's mir zum 20. geschenkt.
  • Apropos Geburtstag - hab mir mal die Mühe gemacht 'ne kleine "Rechenaufgabe" zu stellen. Mit anderen Worten: Mir war langweilig.
  • Matthias hat mir auch Erdbeersaft besorgt. Hab mich total gefreut! Hoffe trotzdem, dass das bei dieser Flasche bleibt, weil es sonst eben nichts Besonderes mehr wäre. Wie der Barkeeper vom La Playa es schon (so in etwa) ausdrückte.
  • Beim Geschenke aufräumen fiel mir heute auf, dass man vielleicht doch lieber Geld oder gar nichts schenken sollte, wenn man jemanden und seine Interessen nicht (mehr) so wirklich kennt. Nichtsdestotrotz bejahte ich die Frage: "Und kannst du was mit den Geschenken anfangen?" Selbst schuld. Aber ich will auch nicht undankbar sein...

Es nützt ja alles nichts...

... ich will schreiben, also mach ich das eben. Zumindest wage ich einen (ersten) Versuch:

Letzte Woche schaute ich mehrmals das "Weihnachten 1995"-Video. Es fing eigentlich recht lustig an - auch wenn es mich nun - zwölf Jahre später - ein wenig traurig stimmte:
Mein Vater: "Heute ist also Heilig Abend. Und darum geht es dir gut?"
Ich [selbstverständlich]: "Eigentlich geht es mir immer gut."
Ach ja, und kennt ihr den?! "Hi." "Wooo?" [Eigentlich unlustig, aber ihr hättet meinen Gesichtsausdruck sehen müssen.]
Dann kullerten mit einem Mal nach und nach klitzekleine Tränen meine Wange hinunter. Ich hörte meinen Opa im Hintergrund herzlich lachen. Und ab diesem Zeitpunkt richtete ich meine Aufmerksamkeit nur noch auf ihn.
Wir spielten Kniffel. Ich saß neben ihm. Es war so offensichtlich wie sehr ich an ihm hing. Ich wusste zwar noch wie traurig ich über seinen Tod war, wie verzweifelt und geistesabwesend ich in Leipzig saß und nicht mehr ein noch aus wusste. Doch nach sieben Jahren war es mir gar nicht mehr so bewusst wie unser Verhältnis (vor seiner Krankheit) zueinander war.
Aber als ich ihn dort sitzen sah, wie ich an ihm hing, wie ich mit ihm erzählte, für ihn die Daumen drückte - vorausgesetzt er würde es für mich auch tun, da spürte ich wieder [...] <- wie gesagt, ich kann es einfach nicht in Worte fassen.
In dem Moment musste ich an diese Aussage denken, dass man einem Menschen zeigen sollte wie sehr man ihn mag solange man es noch die Möglichkeit hat, weil es morgen schon vorbei sein kann. Ich fragte mich, ob ich ihm je gesagt hatte, dass ich ihn liebe. Aber selbst wenn ich dies nicht ausgesprochen habe, so haben wir es uns wenigstens gegenseitig gezeigt. Ich erinner mich noch daran, wie ich an seinem Krankenbett saß und spürte, dass er sich freute mich zu sehen. Ich glaube sogar, er hielt meine Hand.
Seine beruhigende Art zu sprechen, seine Äußeres - das rief in mir zudem die Assoziation zu Klaus hervor. Beide haben dieses "Kuschelbär"-Wesen. Ich glaub' ich kroch morgens [mittags, abends] lieber unter seine Decke als unter Omas. Ich schaute lieber mit ihm im Wohnzimmer Fussball statt einen Spielfilm mit meiner Oma in der Küche. Ich naschte lieber mit ihm Herrenschokolade als Vollmilch.
"Das Beste" (Silbermond) wurde ja für den verstorbenen Vater der Sängerin geschrieben. Wenn man den Text hört, kann man das manches Mal gar nicht nachvollziehen. Aber nachdem die Erinnerung an ihn nun durch das Video wieder so lebendig geworden ist, trifft all das, was dieser Text aussagt, auch auf meinen Opa zu - auch wenn mir das "damals" vielleicht gar nicht so bewusst war, weil ich es für selbstverständlich hielt, dass er (für uns) da war:

Ich habe einen Schatz gefunden,
und er trägt deinen Namen.
So wunderschön und wertvoll
und mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.
[...]
Hast es wieder mal geschafft,
mir den Atem zu rauben.
Wenn du neben mir liegst
dann kann ich es kaum glauben.
Dass jemand wie ich
sowas schönes wie dich verdient hat.

Dein Lachen macht süchtig,
fast so als wär' es nicht von dieser Erde.
Auch wenn deine Nähe Gift wär',
ich würd' bei dir sein so lange bis ich sterbe.
Dein Verlassen würde Welten zertör'n,
doch daran will ich nicht denken.
Viel zu schön ist es mit dir
wenn wir uns gegenseitig Liebe schenken.
[...]

Du bist das Beste was mir je passiert ist.
Es tut so gut wie du mich liebst.
Vergess' den Rest der Welt,
wenn du bei mir bist.

Du bist das Beste was mir je passiert ist.
Es tut so gut wie du mich liebst.
Ich sag's dir viel zu selten:
Es ist schön dass es dich gibt.

Wenn sich mein Leben überschlägt
bist du die Ruhe und die Zuflucht.
Weil alles was du mir gibst
einfach so unendlich gut tut.
Wenn ich rastlos bin,
bist du die Reise ohne Ende.
Deshalb leg' ich meine kleine große Welt
in deine schützenden Hände.

Donnerstag, August 30, 2007

Mäh.

Mäh. Und nochmal Mäh. Ich möchte gerne was schreiben. Aber es geht nicht. Das ist in den letzten sieben Tagen schon mindestens der fünfte Eintrag, den ich beginne und doch abbrechen muss, weil mir die Worte fehlen und was weiß ich noch alles. Vielleicht kann ich das mal eines Tages nachholen. Ansonsten bleiben die Gedanken eben wirr in meinem Kopf. Und an dieser Stelle bleibts bei einem "Mäh."

Wie die Zeit vergeht...

Letztens fuhr ich mit Lena und Julia an unserer alten Schule vorbei.
Lena: "Irgendwie komisch hier lang zu fahren."
Julia verneinte, ich brachte - wenn überhaupt - ein zustimmendes "Hmm" raus, weil ich zu sehr damit beschäftigt war, dieses Gefühl zu deuten, welches ich hatte, als wir die Ortsriede entlang fuhren. Ein komisches Gefühl. So endgültig.
Da ich heute morgen eh nach Mellendorf zum Arzt musste ("Sie haben eine hyperergische Rhinopathie. Das heißt also eine vasomotorische Rhinopathie." Alles klar...), entschied ich mich endlich das zu tun, was ich mir schon seit Wochen/Monaten/Jahren vornehme: Ich besuchte meine Hortnerin Claudia.
Ich parkte am Royeplatz, Blick zum Schulgebäude. Erster Schultag und ich bin nicht da. Ich gehör' nicht mehr dazu. Die, die gestern noch unter uns waren, treten nun ihr letztes Schuljahr an. Für mich und die 59 anderen Abiturienten 2007 gehört das Gymnasium Mellendorf der Vergangenheit an. Schwer zu begreifen. Natürlich bin ich froh bestanden zu haben - endlich das Abi in der Tasche. Und natürlich regten wir uns so oft über die Lehrer - und Mitschüler - auf, litten all die Jahre über, hatten jedoch auch stets viel zu lachen. Ich sollte also erleichtert und froh sein, aber es ist dennoch komisch, weil man immerhin sieben Jahre seines Lebens Tag für Tag dieses Gebäude (und andere) betreten hat - plus vier Jahre die schräg gegenüber liegende Grundschule.
Eigentlich wollt' ich von meinem Besuch berichten: Claudia war überrascht. Hat sich unheimlich gefreut. Sie fragte mich nach meiner Zukunft aus, wir dachten an die alten Zeiten. Angefangen beim Kindergarten bis hin zur Tabaluga-Aufführung.
Dann holte sie einen Ordner raus, wo ein altes Gruppenfoto eingeheftet war. Wir gingen die einzelnen "Kinder" durch - auch Jan H. ("Jan... tja, hm... der macht ja momentan 'Urlaub'") - und während ich in all diese jungen Gesichter blickte, schien es mir unbegreiflich, dass diese "Kinder" inzwischen auch an die 18, 19 Jahre alt sind. Wie die Zeit vergeht...

Mittwoch, August 29, 2007

Mein schönstes Geburtstagsgeschenk...

... kam wohl von mir selbst. Eigentlich wollte ich nicht darüber schreiben. Ich dachte, das, was ich die letzten knapp 40 Stunden erlebt habe, wäre unbeschreiblich. Ist es wohl auch. Zumindest die (Glücks-)Gefühle, die ich verspürte.

Ich könnte kotzen, weil ich weiß, dass alle Zeit der Welt nicht reicht.

Sonntag beginnt meine Ausbildung. Angst, Neugier, Aufregung - doch das Fernweh war immer noch das dominierende Gefühl. Hinzu kam mein Geburtstag. Ich wollte nicht. Ich wollte nicht zu Hause sein. Ich wollte allein sein. Ich wollte nachdenken. Ich wollte an einen Ort, an dem ich mich wohl fühle - mich jedoch niemand kennt.

Und ich weiß dass alles in mir schreit. Weil gar nichts von mir bleibt. Ich verschwinde.

Ich fuhr nach Hamburg. Alster. Speicherstadt. Fotos machen. Shoppen. Einkaufen. Verschwinden. Und an welchem Ort fühl ich mich wohl mitunter am wohlsten?! An der See. An der Ostsee. Meine Wahl fiel auf den Timmendorfer Strand - Ahlbeck wäre zeitlich und finanziell nicht möglich gewesen. Rumgeirrt. Pension gesucht. Sachen abgestellt. An den Strand. Mit Baguette, Frischkäse, Robby Bubble Erdbeere und einem noch in letzter Minute erworbenen Sektglas - bisschen Stil sollte zum entsprechendem Anlass schon gegeben sein.
In x Schichten eingemümmelt ("Eine Mumie!") - und trotzdem frierend - saß ich da, stand, trippelte rum, hörte Musik, lauschte dem Rauschen des Meeres, fürchtete mich vor plötzlich auftretenden undefinierbaren Schatten, starrte in den Himmel, auf eine Sternschnuppe hoffend und wartete bis es Zwölf wurde. Ganz einsam und verlassen.

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Dann passierte es. Zwei Typen liefen an mir vorbei. Wirklich vorbei, denn ich lag im Schatten des Strandkorbs 87 und war damit wohl so ziemlich unsichtbar. Dann: "Da sitzt ja jemand." Sie kamen näher. Ich erklärte, was ich so ganz allein am Strand trieb, weckte damit wohl Interesse - zumindest setzten sie sich dazu, um mir Gesellschaft zu leisten.
Es war so unheimlich schön. Die waren so nett. Und lustig. Dummerweise war ich so höflich, mich zu ihnen umzudrehen, während wir uns unterhielten - und damit verpasste ich die Sternschnuppen. Ich hatte mir so gewünscht in dieser Nacht eine Sternschnuppe zu sehen, aber stattdessen lief es so ab:
Der eine: "Da war wieder ein. Haste die gesehen?! [...] Ach warte ab. Du musst nur 5 Minuten lang in den Himmel starren - da kommt bestimmt gleich eine hinterher."
Um Mitternacht gratulierten sie mir. Dreiviertel Eins fröstelte einer der beiden, sodass sie sich entschlossen wieder die Heimfahrt anzutreten. Wir brachen gemeinsam auf und so bekam der eine nochmal die Chance mich im Licht zu sehen. "Wie Rumpelstilzchen" lautete das als Kompliment zu verstehende Urteil und er kniff mir in die Wange oder sonst wo ins Gesicht.

Ich bin gerade aufgewacht
Hab meine Augen aufgemacht
Für einen ersten Schritt ist es nie zu spät [...]
Ich will mein Leben, weil es sonst ein anderer lebt!

Um 05:20 Uhr klingelte der Wecker. Ich lass mir doch meinen Sonnenaufgang am Meer nicht entgehen. Dass ich Geburstag hatte, war mir gar nicht so bewusst. Ich genoss es einfach diesen neuen Tag auf diese Weise zu beginnen. Seifenblasen und Unmengen Fotos zu machen. Zu Lächeln, ohne Zwang, sondern völlig aus dem Bauch heraus. Glücklich. Einfach so. Allein. Aber glücklich. Trotz nicht einmal vier Stunden Schlaf. Hellwach. [Vorspulen]

Dann steig' ich in die Bahn und das tut weh
Ich seh' dass ich 'was ändern kann und dass ich auch was ändern will.

So weh tat es im Grunde gar nicht. Ich fühlte mich gut. Ich hatte keine Sternschnuppen gesehen, doch ich wusste, dass ich alles richtig gemacht hatte. Ich bereute nichts. Es war genauso wie ich es mir gewünscht hatte - nur besser.
In Lübeck wollte ich gemütlich meine Bilder anschauen als ein kleiner, schwarzer Junge versuchte das Fenster zu öffnen - ich half ihm. Damit tat ich, was ich vielleicht doch hätte lassen sollen: Ich schenkte ihm Aufmerksamkeit. Nur mal ein Auszug des Fragenkatalogs meines kleinen Reporters: "Wie alt bist du? [...] Was machst du? [...] Hast du schon mal mit einem Mann geschlafen? [...] Warst du schon mal am Strand? [...] Warst du schon mal verliebt? [...] Warst du schon mal in einen Mann verliebt? [...] Hatte er blonde Haare? [...] Erzähl mir alles. [...] Wie heißt du? [...] Wie alt bist du? 20. [...] Magst du Kinder? [...] Warst du schon mal in einem Puff? [...] Wo steigst du aus, Maria? [...] Ich kann deine Gedanken lesen. Du denkst, was ist das nur für ein Idiot." Möglich?!

Ein neues Jahr, es hat sich nichts verändert.
Alles beim alten und die Augen sind gerändert
Dieselben Ängste und dieselben Sorgen.
Gestern wie heute und bestimmt auch morgen.

Zu Hause angekommen hatte ich nochmal einen Grund mich zu freuen: Ein überfüllter Briefkasten. April, April... Ich hab mich trotzdem gefreut: Schaaafe! Die restlichen Geschenke mussten noch ein paar Minuten warten, denn ich wollte, dass meine Mama beim Auspacken dabei ist. Am meisten habe ich mich nicht etwa über neue Unterwäsche, eine Uhr und den Koffer gefreut, sondern hierüber: Eierwärmer (?!), welchen ich letztens noch erfolglos im Leipziger DDR-Laden gesucht hatte.

[...]Du musst heut' nichts entscheiden.
Na komm mein Mädchen komm einmal zur Ruh.
Sag was du brauchst es kommt auf dich zu.

Abends ging's ins Restaurant. Firenze. Italiener. Ich mag kein Italienisch - wie schon öfter erwähnt, doch damals waren wir oft dort und deshalb dachte ich es wäre schön - der alten, wenn auch vergangenen, Zeiten wegen.
In der "gemütlichen Ecke" unterhielten wir uns über Gott und die Welt. Vor allem aber über mich. Gestern, heute, morgen. Meine Mama war mehr als überrascht zu erfahren, dass ich später gerne Kinder haben würde. Ob diese Überraschung freudiger Natur war kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen.
Sie sprach Gedanken aus, mit denen ich mich bereits von selbst in den letzten zwei Tagen beschäftigt hatte. Zum Beispiel, dass ich meine Ausbildung als so einen Neuanfang sehen sollte wie den in Möser damals. Offen, locker, gesellig sein. Ich hoffe, das ich diesen Vorsatz erfüllen kann.

Heute kann es regnen, stürmen oder schneien.
Denn du strahlst ja selber wie der Sonnenschein.

Das Einzige, was mich ein wenig traurig stimmt, ist, dass mir niemand mein Lieblingsgeburtstagslied gesungen hat... doch das ist kein Grund zu weinen, denn:

Tränen gibt es schon genug auf dieser Welt.

Unschuldslamm

Wider Willen "musste" ich gerade meine Großtante (?) anrufen, um mich für ihre Geburtstagskarte zu bedanken - die bereits Samstag ankam. Und was hör ich sie sagen: "20 Jaaaahre! Und immer noch unschuldig!" Bitte, was haben sie und meine Oma für Gesprächsthemen während ihres Kaffeekränzchens... Immerhin klang es mehr verständnis- als vorwurfsvoll.

Letzte Nacht...

... hätte nicht viel gefehlt und ich hätte mich verliebt...
... habe ich wieder keine Sternschnuppe gesehen, aber er...
... verglich er mich mit "Rumpelstilzchen" - ein Kompliment...
... hat all meine (nicht vorhandenen) Erwartungen übertroffen...
... werd' ich so schnell nicht vergessen - unbeschreiblich...

Sonntag, August 26, 2007

Liebe Mitleser,

ab heute können nun auch wieder nicht registrierte Leser kommentieren. Bin gespannt, ob hier doch noch mehr als eine Person mitliest. Andernfalls wird "umgezogen".

Samstag, August 25, 2007

Meine Sommerhits

Kroatien 2003
Der erste unvergessliche Sommer mit meinem Rehlein. Wochenlang litten wir an diversen Ohrwürmern: "Listen up everybody in the music land [...] Everybody Cha Cha Shake Shake [...]" "ohoh ohoh", "Und ich sag heeeeeey ab in den Süden".
"Tour de France" und "Senorita" vermittelten uns - zurück in Deutschland - den südländischen Strandbar-Flair. "Jenny from the block" ließ uns an den Animateur Sascha zurückdenken - auf dessen Bekanntschaft wir beide wohl im Nachhinein gern verzichtet hätten -, der während des Beachvolleyballturniers immer mit sang, jedoch nicht ganz textsicher: "I'm still, I'm still Jenny from the rocks."
Zu den restlichen persönlichen Sommerhits gibt es keine wirklich Geschichte - wir hörten sie in diesem Sommer einfach gern oder kamen zumindest nicht drum herum.
  1. Cecil, Lauro & Johnny - Everybody Cha Cha
  2. Lumidee - Never leave you
  3. Kraftwerk - Tour de France
  4. Avril Lavigne - Losing Grip
  5. One T. feat. Cool T. - Magic Key
  6. Buddy feat. DJ the Wave - Ab in den Süden
  7. Justin Timerlake - Senorita
  8. The Love Committee - Love rules
  9. J.Lo - Jenny from the Block
  10. Boogie Pimps - Saltshaker
Ahlbeck 2004
Ebenfalls ein unvergesslicher Urlaub. Diese Musikauswahl war stark vom Alkohol beeinflusst. Strandparty. Monikas Nachbar Meier schüttete uns unentwegt echten russischen Wodka ins Bier. Die Freude war groß als der DJ "Kling Klang" spielte. Auf dem Heimweg sangen wir, mein Rehlein, Monika, Biggi und ich, ununterbrochen: "Lebt denn der alte Holzmichel noch? [...] Ja, er lebt noch, er lebt noch, stirbt nicht." Am nächsten Tag waren wir in ganz Ahlbeck bekannt. Nichts ahnend betraten wir "Schneiders Bar" und beim Anblick von Biggi meinte der Barkeeper gleich [entsetzt?]: "Ach ihr seid's - die von gestern abend." Aufgrund einer mit diesem Abend zusammenhängenden "Urlaubsbekanntschaft" stellte ich nach dem Urlaub fest wie schön "Durch die Nacht" doch ist, welchem ich zuvor noch abgeneigt war.
  1. De Randfichten - Lebt denn der alte Holzmichel noch?
  2. Keimzeit - Kling Klang
  3. Silbermond - Durch die Nacht
Nirgendwo 2005
Offenbar kein Urlaub - von drei Tagen Ahlbeck abgesehen. Keine Sommerhits. Auch Nachforschungen konnten mir nicht auf die Sprünge helfen.

Ahlbeck 2006
Nach einer langandauernden Funkstille fuhren mein Rehlein und ich Mitte August für ein paar Tage wieder an die See. Dort entdeckten wir gemeinsame musikalische Interessen oder ergänzten einander. Einig waren wir uns, dass "Mas que Nada" das Kroatien-Flair schlechthin vermittelt und die ganzen vier Tage nervten wir uns gegenseitig mit unserem Ohrwurm: "oooohaiiaiohhouhwaouhwahouuwah".
  1. Black Eyed Peas feat. Sergio Mendes - Mas Que Nada
  2. Mia. - Tanz der Moleküle
  3. Gnarls Barkley - Crazy
  4. Bob Sinclair feat. Goleo - Love Generation
  5. The Bodyrockers - I like the way you move
Ahlbeck 2007
Momentan bin ich noch ein wenig ratlos. Ich lief mit meinem mp3-Player am Strand entlang. Da liefen aber nicht wirklich aktuelle Sommerhits:
  1. 2raumwohnung - Nimm mich mit
  2. 2raumwohnung - Wir trafen uns in einem Garten
  3. Bobby Hepp - Sunny
  4. Donna Summer - Upside down
  5. Hansen Band - Strand
  6. Hund am Strand - Neues Lied
  7. Mia. - Hoffnung/Mit diesem Trick
  8. Mia. - Komm mein Mädchen
  9. Olli Schulz & der Hund Marie - Kleine Meise, Großes Herz
  10. Ray Collins Hot Club - Barefoot

Small World (1995)

Es gibt eine Welt, in der man der Realität entfliehen kann ohne in tiefen Schlaf verfallen zu müssen. In der man glückliche Tage verbringen kann ohne an das Morgen zu denken, wo alles schön und bunt ist.
Eine Welt, in der die einzigen Sorgen wohl daraus bestehen, den bösen Blicken von Dschafar oder Hook nicht entwischen zu können, oder sich beim Hoola Hop peinlich zu machen (Ich konnte es damals schon nicht und daran hat sich bis heute nichts geändert).
Eine Welt, in der Prinzen und andere Märchenfiguren zum Leben erweckt werden, in der der Wilde Westen direkt neben Entenhausen liegt.

"Traumreisen" II

[real]Ich stand heute schon auf dem Bahnhof. Ich habe sogar den Fahrplan studiert. Bremen, Hamburg, Hameln. Aber ich war müde und entschied mich doch lieber zu Hause in meinem Bettchen auf Reisen zu gehen: [/real]
[traum]Ich bin mir nicht sicher, wo ich war. Vermutlich Verona. Mit meinen Eltern und anderen Familienmitgliedern. Aus irgendwelchen Gründen musste ich einen Flieger eher zurücknehmen. Auf dem Hannoveraner Flughafen stand ich dann da, genauso verloren - nicht wissend, wohin ich nun gehen sollte, wie heute auf dem Bahnhof. Und so blieb ich einfach stehen. Zunächst beim Abflug. Später unten bei der Ankunft. Und ich weinte. Weil es so schön war all die glücklichen Menschen zu sehen, die sich in die Arme schlossen - und dann diese, die sich für längere Zeit verabschiedeten, ebenfalls Tränen in den Augen. Und dann lief ich nur noch wirr umher, schlief ein, wachte auf, blickte auf die Uhr, in der Annahme ich wäre bereits in der Realität angekommen.[/traum]
[real]Doch als ich dann tatsächlich von einem Klingeln aus dem Bett geholt wurde, war es nicht etwa halb zwei, sondern kurz vor 12. Das bringt mich immer total durcheinander, wenn es plötzlich doch viel früher - oder später - ist als ich die ganze Zeit angenommen habe. Wenn der Laptop eben noch an war - es mir total realistisch vorkam - aber er in Wirklichkeit schon seit Stunden abgeschaltet ist.[/real]

Hirngespinste II

Kopfschmerzen sind immer noch da. Verstopfte Nase gibt meiner Stimme den letzten Schliff. Und die ach so netten Halsschmerzen haben mir vor zwei Tagen auch noch einen Besuch abgestattet - als wäre der Husten nicht schon genug.
Nun aber gibt es endlich Bilder von mir und meinen verehrten Nasennebenhöhlen - diese Aufnahmen sind wohl der eindeutige Beweis, das wir Menschen vom Affen abstammen...
Der Befund lässt noch auf sich warten. Ein paar Tage Zeit mein Leben zu genießen bleiben mir also noch. Maximal vier - denn dann geht's bergab mit der noch 19 Jahre und 361 Tage alten Else.

Freitag, August 24, 2007

Apathisch warten.

Ich hasse es mit dem Essen (warm) auf jemanden zu warten...
Das Warten hat sich gelohnt. Das Essen war auch noch warm und hat sogar geschmeckt.

Gern Gelesen. (2007)

Gelesen
William Shakespeare - Romeo and Juliet ***
Antoine de Saint-Exupéry - Der kleine Prinz *****
Franz Kafka - Die Verwandlung ****
Franz Kafka - Brief an den Vater *****
Urs Widmer - Top Dogs ****
Kazuo Ishiguro - The Remains of the Day ***
Franz Kafka - Die Erzählungen (teilweise) ***
Cecelia Aherns - Für immer vielleicht ****
Cecelia Aherns - P.S. Ich liebe dich ***
Bernhard Schlink - Liebesfluchten *****
Guillaume Apollinaire - Die Großtaten des jungen Don Juan **
Wolfgang Welsch - Der Stich des Skorpion *****
Nicholas Sparks - Du bist nie allein ***
Dale Carnegie - Freu dich des Lebens **
Banana Yoshimoto - Eidechse ****
Jonathan Safran Foer - Extremly loud and incredibly close ******
Anna Gavalda - Zusammen ist man weniger allein ****
Thierry Lenain - Un pacte avec le diable ***
Gloria D. Miklowitz - The War between the classes **
Nick Hornby - About a boy *****
Lisa Jewell - Ralphs Party *****
Morton Rhue - Give a boy a gun *****
Banana Yoshimoto - Dornröschenschlaf *****
Arnon Grünberg - Statisten **
Nicholas Sparks - Zeit im Wind ****
Jean-Paul Sartre - Das Spiel ist aus ****
Leonie Swann - Glennkill ***
Banana Yoshimoto - Hard boiled, Hard Luck *****
Kai Hermann - Engel und Joe ****
Mark Haddon - The curious incident of the dog in [...] ***
Sasha Cagen - Singles aus Leidenschaft ****
Stefan Frädrich - Günter lernt verkaufen ***
Paulo Coelho - Like the flowing river ***
Lisa Jewell - Vince & Joy *****

Miau.

Meine erste Katze bekam ich mit sieben Jahren. Meiner Mama beschrieb ich diesen schönen Augenblick in einem Heftchen, das ich ihr zum 34. Geburtstag schenkte [ich zitiere ohne Korrekturen vorzunehmen]:
"Der erste schöne Augenblick bei mir mit Shelly war als ich sie bekam. Es war abends ich schlief schon doch ich stand noch einmal auf, da hörte ich das Papa schon zu Hause war. Schließlich ging ich zu ihm. Auf einmal kratzte mich etwas am Fuß, es war Shelly."
Und weil es so schön ist, mache ich gleich weiter: "Puschel [Zwergkaninchen] hatten wir schon vor Shelly gehabt. Später spielten sie immer miteinander, doch wenn Shelly mal ihre Ruhe brauchte, ging sie immer zu einer ihrer Lieblingsplätzen, z.B. auf meinem Kleiderschrank, auf meinem Bett, unter dem Bett, im Schlafzimmerschrank oder auf dem Sofa.
Weißt du noch? Als Shelly weg war. Na ja, eigentlich war sie gar nicht weg. Du hast sie überall gesucht, aber nicht gefunden. Schließlich war sie im Kleiderschrank im Schlafzimmer.
Eines Tages wollten wir drei spazieren gehen. Ich glaube Shelly war gerade mal zwei Jahre alt. Doch Shelly kam uns hinterher. Natürlich guckten wir immer ob sie noch da war. Papa meinte: "Komm wir gehen wieder nach Hause sie wird schon kommen."
Als wir wieder zu Hause waren sagte ich entschloßen: "Ich fahre den Weg mit dem Fahrrad noch mal ab. Schließlich fand ich Shelly in einem Hof wo sie sozusagen "gefangen" war. Ich befreite sie wieder und alles war wieder gut.
Nun weißt Du das Shelly viele schöne Augenblicke und schließlich ein schönes aber kurzes Leben geführt hat."
Da waren natürlich noch etliche weitere schöne Momente. Das Ende kam dann am 27. Mai 1998. Wir wollten zum Tierarzt. Eigentlich sollte sie nur geimpft werden. Aufgrund des geplanten Umzugs war unsere Transportkiste bereits in Magdeburg, weshalb wir uns eine Leine von Katharina [Micky] ausgeliehen hatten. Wir stiegen ins Auto. Shelly war unruhig, sie wollte raus, ich konnte die Leine nicht mehr halten, sie sprang aus dem Auto - und das war's. Ein Auto kam, erfasste sie. Wir fuhren zum Tierarzt, doch der war zu einem anderen Notfall gefahren. In Stöckers Garten beerdigten wir sie dann...
Als wir dann in Möser wohnten, jungte die Katze meiner Oma. Wir bekamen eine [oder mehr] davon und diese jungte dann auch. An alle Einzelheiten ihres Lebens kann ich mich nur dunkel erinnern. Doch die Geburt habe ich noch genau vor Augen:
Wir wollten zu Oma aus Magdeburg, da miaute Cassy ständig und folgte mir auf Schritt und Tritt. Wir ahnten was los war und bereiteten ihren Korb vor. Doch sie wollte nicht in ihren Korb, sondern auf mein Bett. Ich wuselte weiter in der Wohnung rum, aber sobald ich aus dem Raum ging, folgte sie mir wieder miauend. Es war so ein unvergesslicher Moment. Schließlich war es dann soweit. Detailierte Beschreibung zur Geburt möchte und kann ich nicht mehr liefern.
Anschließend brachten wir alle Kätzchen in den Keller, wo Cassy ihr Körbchen und Katzenklo hatte. Aber was machte Cassy? Sie trug sie nacheinander wieder in mein Zimmer. Sie wollte in meiner Nähe sein. Das muss wahre Liebe (gewesen) sein.
Letztendlich hatte ich kein Glück mit Katzen. Die eine überfahren, die anderen meist spurlos verschwunden. Dabei waren sie allesamt so knuffig, wie man hier sehen kann.

Let's dance [kiss, jump]

Das Dumme an diesen Familienvideos ist, dass irgendwelche Idioten vergessen haben auf "Stop" zu drücken. Auf diese Weise sind Unterhaltungen aufgenommen worden, die ich gar nicht hören wollte: "Und dann hat sie ihn geküsst. Maria hat ihn geküsst." Ich hab keine Ahnung wen, aber es ging um den Türkei-Urlaub ("Hands up, Baby Hands up, Gimme gimme your heart, gimme gimme...") und die Animation, daher befürchte ich beinahe, dass es sich um den Animateur handelt. Denn kennengelernt habe ich dort sonst nur ein kleines Mädchen. Ich glaub, sie hieß auch Maria.
Anfangs war der Geburstag vom 10. August 1993 wirklich schön/traurig anzusehen. Schön/traurig weil mein Opa oft zu sehen war, mein Opa, der Hirte. Und Norbert. Beide starben 2000/2001 an einem Gehirntumor. Zeit, deswegen Tränen zu vergießen, blieb mir jedoch nicht, die Tanzfläche wurde eröffnet:
Mein Opa tanzte mit Mama. Und er machte das gut. Besser als mein Vater, der seine Unfähigkeit vermutlich damit zu vertuschen versuchte, dass er sie abknutschte und total abartig betatschte. Das war wirklich... bäh! Und zu guter letzt mein Cousin, inzwischen etwa 29 Jahre alt. Das war so lustig. Das ist der Grund, warum ich nie tanze. Weil man sich tatsächlich so dermaßen peinlich machen kann. Immerhin hatte ich meinen Spaß.
Ebenso beim nächsten Video: Serengeti-Park April 1994. Hab mich beim Trampolinspringen ständig hingelegt, weil Daria so heftig gesprungen ist. Joa... viel mehr gibt's zu diesem Ausflug auch nicht zu sagen.
Dass diese Videos einen angenehmeres Gefühl verbreiten, ist kein Wunder. Schließlich waren die Anlässe genau richtig um den Schein zu wahren. Beim Geburtstag ist alles Friede, Freude, Eierkuchen - man spielt den Gästen das perfekte Ehepaar vor. Und im Serengeti-Park möchte man seinen Kindern eben auch einen sorgenfreien Nachmittag bieten.
Eigentlich will ich nicht alles schlecht reden, aber dieses Rumgemache der Beiden beim Tanzen war wirklich abstoßend...

Donnerstag, August 23, 2007

Der Schein trügt

Während Robby seine Kindheit hier vor kurzem als glücklich bezeichnete, habe ich vorhin das Gefühl bekommen, dass ich mir all die Jahre was vorgemacht habe. Alles nur Schein.
Vielleicht hätte ich nicht mit dem Einschulungsvideo beginnen sollen. Der 03. September 1994 war einer der schrecklichsten (Vormit-)Tage meiner Kindheit. Ich hab geheult. Weiß nicht warum. Als mein Name aufgerufen worde, musste meine Mama mich nach vorne begleiten. Auch sie musste sich ihre Tränen wegwischen und wurde von einer anderen Mutter mitfühlend angesprochen: "Na, auch so nah am Wasser gebaut?!"
Nicht nur die Einschulung war schlimm. Die gesamte Grundschulzeit schien mich nicht wirklich glücklich gemacht zu haben. Es gibt kein Foto von damals, das mich glücklich mit meiner Klasse zeigt. Im Hort war das wieder anders - und zu Hause, bei Janine war ich auch ein ganz anderes, glückliches Kind.
Das Video war schlimm. All die Namen wurden aufgerufen. Namen, die mich bis zum Abitur begleiteten. Sarah Standvoss, Ramon Kreutzer, Janine Gieseler,... sowie Namen, die mir völlig fremd vorkamen. Und dann fiel plötzlich folgender Name: Jan Hertrampf. Ich glaubte, ich hör' nicht richtig. Wir waren also nicht nur vier Jahre gemeinsam im Hort, sondern wurden auch gemeinsam eingeschult. Janine, Kot-Ulla - ward ihr euch dessen bewusst?!
Ich war sowas von bockig. Bin mir eben richtig unsympatisch geworden. Offensichtlich auch ein Aufmerksamkeitsdefizit - hab ich das etwa immer noch?! Nur weil ich gelegentlich um mich schlage?! Wenn ich meinen Willen nicht bekam, wurde erst einmal 'ne Runde rumgezickt. Wenn ich mal so drüber nachdenke... vielleicht habe ich mich gar nicht so sehr verändert?! Ich hoffe doch, denn wenn ich immer noch so bin wie damals...
Warum ich glaube, dass der Schein trügt?! Warum ich mir was vorgemacht habe?! Wenn ich mich bisher an früher erinnern wollte, nahm ich meist Fotos zur Hand. Auch heute (nebenbei). Dort sind wirklich ein paar glücklich aussehende Fotos dabei. Aber das sind ja nur Momentaufnahmen und man weiß nicht, was vor und danach passierte.
In den Videos ist das anders. Mein Vater filmte einfach. Er hatte eine neue Kamera und die musste genutzt werden. Ob die, die vor der Kamera standen, es nun wollten oder nicht. Meine Mama wollte es nicht. Sie war genervt. Den Eindruck, dass sie glückliche Eheleute waren, machten sie nicht.
Und er... Er war damals schon so wie jetzt. Man sieht seiner Schwester an wie sehr sie sich über ihren Bruder ärgerte. Immer noch. Das allerschlimmste an der Sache ist, dass mich eben das Gefühl beschlich, dass ich ihm ähnlich bin. Erschreckend ähnlich.
Es gibt eine Szene (klingt wie so'n richtig professioneller Film) da telefoniert meine Mutter. Er filmt. Sie bemerkt es, regt sich auf, lacht. Lacht, weil er sich über sie lustig macht, dass sie nun schon zum weiß-nicht-wie-vielten-Mal erzählt wie der Urlaub war. Er macht die "Blablabla"-Handbewegung.
Manchmal denk' ich mir die auch, wenn meine Mama telefoniert oder erzählt und sich zum x-ten Mal wiederholt. Moment... wirklich?! Habe ich es nicht vor kurzem noch genossen, ihr zuzuhören wie sie zum x-ten Mal von Verona erzählt? Ja. Und sie erzählte damals schon mit der selben Begeisterung wie heute.
Dann nehmen wir eben eine andere Szene zum Vergleich: Wir sind gerade aus Gran Canaria zurück. Man erkennt daran übrigens sehr gut, dass es sich womöglich damals schon abzeichnete, dass die Ehe unter keinem guten Stern steht. Im Wohnzimmer unterhält man sich:
Seine Schwester: "Hat es dir auch mal gut getan, Lutz?"
Er: "Mir?"
Mama: "Lutz ist wieder zu Hause. Gib nicht soviel auf die Reaktion, die er jetzt von sich gibt."
Schwester: "Na, ob es dir gut getan hat - der Urlaub."
Er: "Doch, war ganz gut."
Schwester: "Verplauder dich nicht..."
Er [gereizt]: "Kannst du deine Frage nochmal stellen?"
Schwester: "Wie war's?"
Er: "Sehr schön."
Schwester: "Hat dir der Urlaub gut getan?"
Er: "Er war fantastisch, der Urlaub."
Schwester: "Na bitte. Musst du immer erst üben?"
Gelegentlich kann ich auch ganz schön mundfaul sein. Und dann, wenn andere darauf aufmerksam werden, beginne ich übertriebene Sätze zu bilden, um ihnen vor Augen zu führen wie lächerlich dieses ganze Gelaber ist. Oder?! Stelle ich mich vielleicht gerade (absichtlich) in einem schlechten Licht dar?!
Im Grunde geht es doch bei meinem Vater darum, dass er diese Familientreffen hasste. Später - in Möser - verschwand er sogar im Schlafzimmer, um fernzusehen, während die Familie beisammen saß. Ich dagegen genieße es, mit der Familie zusammen zu sein. Zumal das nicht so oft vorkommt.
Bin ich also doch nicht ganz so schlimm?! Während des Videoguckens war ich mir fast sicher. Und diese Bockigkeit?! Vielleicht ist die ja doch von meiner Mama. Ich kenn' keinen Menschen, der so zickig sein kann wie sie. Nicht, dass ich nun alles schlechte von meiner Mama habe. Im Gegenteil. Aber es ist mir dennoch lieber, ein paar mehr schlechte Eigenschaften von ihr als von meinem Vater zu haben.
Offensichtlich war ich damals schon genervt von ihm. Nicht in diesem Ausmaß wie heute, aber ich ließ mich nicht (immer) von ihm unterkriegen (Er: "Können Sie spanisch sprechen?" Ich: "Ja, aber ich mach es nicht [...] weil ich's nicht möchte.") und durchschaute ihn: "Och mann Papi - du spielst nur so."
Fünf von insgesamt sieben Videos liegen nun noch vor mir. Bin gespannt, was für (un-)glückliche Gefühle währenddessen noch so aufkommen...

Zu guter letzt noch 'ne Frage: Besitzt jemand unter euch "Hands up" von Ottawan?! Musste das im Türkei-Urlaub 1993 auf 'ner Bühne mittanzen und hab mich da grad dran erinnert als mir die Fotos von damals in die Hände fielen. Daria und ich nahmen nachmittags immer an so'nem Kinderclub teil. Der Animateur war toll!

Unglaubliche Vorahnung

Montag fuhr ich in die Clara-Wiek-Straße in Leipzig, um das Haus zu suchen, in welchem ich von 1987 bis 1989 gelebt hatte. Ich hab keine Ahnung wie ich mir das vorgestellt hatte. Wie sollte ich ein Haus finden und wiedererkennen, an das ich keinerlei Erinnerungen hatte?! Nicht einmal meine Mutter konnte sich noch an die Hausnummer erinnern.
Nichtsdestotrotz schritt ich mit meiner Kamera durch die Straßen und blieb an einem ganz bestimmten Eingang stehen. Es ist nicht verwunderlich, dass gerade dieser mir ins Auge fiel, denn die Tür war kaputt, sodass man einen Blick in den Hinterhof werfen konnte. Ich dachte mir nichts weiter dabei, während ich eben diesen Eingang fotografierte.
In dem Moment rief meine Mama an. Ich erzählte ihr, wo ich war und sie versuchte mir zu erklären, wo sich das Haus ungefähr befand und fügte hinzu, dass es runde Fenster hätte. Mit diesen Informationen suchte ich weiter und blieb erneut vor selbigem Hauseingang stehen.
Meiner Mama schickte ich am nächsten Tag die Bilder und erkundigte mich, ob es sich um das Haus handelte. Sie bejahte. Ich find das unglaublich. Dass es genau das Haus war, dass mir bereits ins Auge gefallen war ehe ich Näheres wusste.

(Nicht) Spontan genug

Wäre ich heute spontan genug gewesen, würde ich - mit etwas Glück - in etwa 3,5 Stunden auf der Queen Mary II am Hamburger Hafen ausfahren. Wäre ich überhaupt nicht spontan gewesen, hätte ich niemals von meinem möglichen Glück erfahren. Aber zurück zum Anfang:
05:00 Uhr. Mein Wecker klingelt. Ich mache das Handy an. "Meine Freundin ist ein Handyfetischist". Gleich zwei SMS. Kot-Ulla sagt ab und auch Lena teilt mit, dass sie nicht um halb sieben mit Micha nach Hamburg fahren wird. Mäh... bin eh viel zu müde, also passt mir das ganz gut und ich schlafe bis kurz nach halb 10 weiter.
Ich bin müde. Lustlos. Google nach der "Queen Mary II" und frag mich: "Wegen so'nem dummen Schiff fährst du doch jetzt nicht 2,5 Stunden nach Hamburg." Doch. Denn eine innere Stimme spricht zu mir: "Wenn du jetzt nicht fährst, wirst du bis zum nachmittag im Schlafanzug rumhängen und nichts, aber auch gar nichts, aus diesem grauen Tag machen."
10:27 Uhr geht's los. 13:01 Uhr Ankunft. Bereits vom metronom aus, kann man einen Blick auf das große Kreuzfahrtschiff erhaschen. Ich banne mir einen Weg durch Hamburgs Straßen bis zur Queen Mary II. Es ist warm. Zu warm. Den Wetterbericht kann man doch echt in die Tonne hauen. Gewitter und Regen haben sie gesagt. Und jetzt läuft mir mein eigener Schweiß den Rücken runter.
Wie dem auch sei. Einen kurzen Augenblick überlege ich bis halb zehn in Hamburg zu verweilen, da das Schiff dann ablegen wird und ein Feuerwerk stattfindet. Letztendlich entscheide ich mich aber doch nur noch eben ein Fischbrötchen zu essen und mich dann wieder auf den Weg zum Bahnhof zu machen, zumal ich bezweifel, dass ich gegen Mitternacht überhaupt noch mit der Bahn nach Hause kommen würde.
Ein Moderator geht durch die Mengen, und interviewt die Leute bezüglich ihrer Anreise. Zu dem Österreicher meint er dann erklärend: "Das ist ein Schiff." Der hat mich so zum Schmunzeln gebracht, obwohl es echt so dumme Sprüche waren, aber manchmal bin ich da sehr empfänglich für. Und dann warb er noch für das Gewinnspiel: Wer einen Reisepass dabei hätte, hätte die Chance heute abend auf der Queen Mary II einzuchecken. Das wär's gewesen...
Im Anschluss spielte eine spanische Band. Rief ich natürlich gleich meine Mama an als "Baila me" erklang. Doch langsam wurde es Zeit den Rückweg anzutreten - da half auch kein "Maria, Maria, Maria".
Die Zugfahrt verlief unspektakulär. Zu lesen hatte ich auch nichts mehr, weil ich "Dornrösschenschlaf" bereits auf der Hinfahrt ausgelesen hatte und mir ja nicht zwei Bücher mitschleppe.
In Langenhagen traf ich Fiete mit seiner Freundin. Ich treffe ungern alte Mitschüler [von meinen Freunden wie zum Beispiel Jenny und Katrin S., die mit derselben S-Bahn fuhren, abgesehen]. Manchmal hab ich nichts dagegen, mich dazu zu stellen und die üblichen Fragen wie "Wie geht's?" und "Was machst du jetzt so?" zu stellen, doch heute war mir nicht danach. Ein "Hallo" ließ ich mir noch entlocken, aber dann lief ich den Bahnsteig entlang, nur um nicht dort stehen bleiben zu müssen und womöglich noch in ein Gespräch verwickelt zu werden. Ist mir doch egal, was der jetzt von mir denkt.

Alles doof.

Mein Pony ist (viel) zu kurz.
Meine Stirn zu hoch.
Und das Schokomüsli von Penny schmeckt pappig.