Freitag, August 31, 2007

Es nützt ja alles nichts...

... ich will schreiben, also mach ich das eben. Zumindest wage ich einen (ersten) Versuch:

Letzte Woche schaute ich mehrmals das "Weihnachten 1995"-Video. Es fing eigentlich recht lustig an - auch wenn es mich nun - zwölf Jahre später - ein wenig traurig stimmte:
Mein Vater: "Heute ist also Heilig Abend. Und darum geht es dir gut?"
Ich [selbstverständlich]: "Eigentlich geht es mir immer gut."
Ach ja, und kennt ihr den?! "Hi." "Wooo?" [Eigentlich unlustig, aber ihr hättet meinen Gesichtsausdruck sehen müssen.]
Dann kullerten mit einem Mal nach und nach klitzekleine Tränen meine Wange hinunter. Ich hörte meinen Opa im Hintergrund herzlich lachen. Und ab diesem Zeitpunkt richtete ich meine Aufmerksamkeit nur noch auf ihn.
Wir spielten Kniffel. Ich saß neben ihm. Es war so offensichtlich wie sehr ich an ihm hing. Ich wusste zwar noch wie traurig ich über seinen Tod war, wie verzweifelt und geistesabwesend ich in Leipzig saß und nicht mehr ein noch aus wusste. Doch nach sieben Jahren war es mir gar nicht mehr so bewusst wie unser Verhältnis (vor seiner Krankheit) zueinander war.
Aber als ich ihn dort sitzen sah, wie ich an ihm hing, wie ich mit ihm erzählte, für ihn die Daumen drückte - vorausgesetzt er würde es für mich auch tun, da spürte ich wieder [...] <- wie gesagt, ich kann es einfach nicht in Worte fassen.
In dem Moment musste ich an diese Aussage denken, dass man einem Menschen zeigen sollte wie sehr man ihn mag solange man es noch die Möglichkeit hat, weil es morgen schon vorbei sein kann. Ich fragte mich, ob ich ihm je gesagt hatte, dass ich ihn liebe. Aber selbst wenn ich dies nicht ausgesprochen habe, so haben wir es uns wenigstens gegenseitig gezeigt. Ich erinner mich noch daran, wie ich an seinem Krankenbett saß und spürte, dass er sich freute mich zu sehen. Ich glaube sogar, er hielt meine Hand.
Seine beruhigende Art zu sprechen, seine Äußeres - das rief in mir zudem die Assoziation zu Klaus hervor. Beide haben dieses "Kuschelbär"-Wesen. Ich glaub' ich kroch morgens [mittags, abends] lieber unter seine Decke als unter Omas. Ich schaute lieber mit ihm im Wohnzimmer Fussball statt einen Spielfilm mit meiner Oma in der Küche. Ich naschte lieber mit ihm Herrenschokolade als Vollmilch.
"Das Beste" (Silbermond) wurde ja für den verstorbenen Vater der Sängerin geschrieben. Wenn man den Text hört, kann man das manches Mal gar nicht nachvollziehen. Aber nachdem die Erinnerung an ihn nun durch das Video wieder so lebendig geworden ist, trifft all das, was dieser Text aussagt, auch auf meinen Opa zu - auch wenn mir das "damals" vielleicht gar nicht so bewusst war, weil ich es für selbstverständlich hielt, dass er (für uns) da war:

Ich habe einen Schatz gefunden,
und er trägt deinen Namen.
So wunderschön und wertvoll
und mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.
[...]
Hast es wieder mal geschafft,
mir den Atem zu rauben.
Wenn du neben mir liegst
dann kann ich es kaum glauben.
Dass jemand wie ich
sowas schönes wie dich verdient hat.

Dein Lachen macht süchtig,
fast so als wär' es nicht von dieser Erde.
Auch wenn deine Nähe Gift wär',
ich würd' bei dir sein so lange bis ich sterbe.
Dein Verlassen würde Welten zertör'n,
doch daran will ich nicht denken.
Viel zu schön ist es mit dir
wenn wir uns gegenseitig Liebe schenken.
[...]

Du bist das Beste was mir je passiert ist.
Es tut so gut wie du mich liebst.
Vergess' den Rest der Welt,
wenn du bei mir bist.

Du bist das Beste was mir je passiert ist.
Es tut so gut wie du mich liebst.
Ich sag's dir viel zu selten:
Es ist schön dass es dich gibt.

Wenn sich mein Leben überschlägt
bist du die Ruhe und die Zuflucht.
Weil alles was du mir gibst
einfach so unendlich gut tut.
Wenn ich rastlos bin,
bist du die Reise ohne Ende.
Deshalb leg' ich meine kleine große Welt
in deine schützenden Hände.

2 Kommentare:

Robby hat gesagt…

:/
Das mit dem Lied wusste ich gar nicht.

Anonym hat gesagt…

Er fehlt mir auch ganz furchtbar. Ich wünsche mir immer so sehr, das er an allen wichtigen Dingen in unserem Leben teil haben würde, aber das muss wohl warten, bis wir ihn wieder sehen. Und daran glaube ich fest. Worauf soll man sich sonst freuen?

Ach ja, es tut mir ganz doll Leid, dass es erst jetzt kommt, aber ich wünsche dir alles alles Gute zu deinem Geburtstag!! Auch von der Familie!Viel Glück an deinem 1. Ausbildungstag und zeig denen was du auf dem Kasten hast.
Warst schließlich immer die intelente Cousine!;)
Liebe Grüße, Antje