Donnerstag, August 23, 2007

(Nicht) Spontan genug

Wäre ich heute spontan genug gewesen, würde ich - mit etwas Glück - in etwa 3,5 Stunden auf der Queen Mary II am Hamburger Hafen ausfahren. Wäre ich überhaupt nicht spontan gewesen, hätte ich niemals von meinem möglichen Glück erfahren. Aber zurück zum Anfang:
05:00 Uhr. Mein Wecker klingelt. Ich mache das Handy an. "Meine Freundin ist ein Handyfetischist". Gleich zwei SMS. Kot-Ulla sagt ab und auch Lena teilt mit, dass sie nicht um halb sieben mit Micha nach Hamburg fahren wird. Mäh... bin eh viel zu müde, also passt mir das ganz gut und ich schlafe bis kurz nach halb 10 weiter.
Ich bin müde. Lustlos. Google nach der "Queen Mary II" und frag mich: "Wegen so'nem dummen Schiff fährst du doch jetzt nicht 2,5 Stunden nach Hamburg." Doch. Denn eine innere Stimme spricht zu mir: "Wenn du jetzt nicht fährst, wirst du bis zum nachmittag im Schlafanzug rumhängen und nichts, aber auch gar nichts, aus diesem grauen Tag machen."
10:27 Uhr geht's los. 13:01 Uhr Ankunft. Bereits vom metronom aus, kann man einen Blick auf das große Kreuzfahrtschiff erhaschen. Ich banne mir einen Weg durch Hamburgs Straßen bis zur Queen Mary II. Es ist warm. Zu warm. Den Wetterbericht kann man doch echt in die Tonne hauen. Gewitter und Regen haben sie gesagt. Und jetzt läuft mir mein eigener Schweiß den Rücken runter.
Wie dem auch sei. Einen kurzen Augenblick überlege ich bis halb zehn in Hamburg zu verweilen, da das Schiff dann ablegen wird und ein Feuerwerk stattfindet. Letztendlich entscheide ich mich aber doch nur noch eben ein Fischbrötchen zu essen und mich dann wieder auf den Weg zum Bahnhof zu machen, zumal ich bezweifel, dass ich gegen Mitternacht überhaupt noch mit der Bahn nach Hause kommen würde.
Ein Moderator geht durch die Mengen, und interviewt die Leute bezüglich ihrer Anreise. Zu dem Österreicher meint er dann erklärend: "Das ist ein Schiff." Der hat mich so zum Schmunzeln gebracht, obwohl es echt so dumme Sprüche waren, aber manchmal bin ich da sehr empfänglich für. Und dann warb er noch für das Gewinnspiel: Wer einen Reisepass dabei hätte, hätte die Chance heute abend auf der Queen Mary II einzuchecken. Das wär's gewesen...
Im Anschluss spielte eine spanische Band. Rief ich natürlich gleich meine Mama an als "Baila me" erklang. Doch langsam wurde es Zeit den Rückweg anzutreten - da half auch kein "Maria, Maria, Maria".
Die Zugfahrt verlief unspektakulär. Zu lesen hatte ich auch nichts mehr, weil ich "Dornrösschenschlaf" bereits auf der Hinfahrt ausgelesen hatte und mir ja nicht zwei Bücher mitschleppe.
In Langenhagen traf ich Fiete mit seiner Freundin. Ich treffe ungern alte Mitschüler [von meinen Freunden wie zum Beispiel Jenny und Katrin S., die mit derselben S-Bahn fuhren, abgesehen]. Manchmal hab ich nichts dagegen, mich dazu zu stellen und die üblichen Fragen wie "Wie geht's?" und "Was machst du jetzt so?" zu stellen, doch heute war mir nicht danach. Ein "Hallo" ließ ich mir noch entlocken, aber dann lief ich den Bahnsteig entlang, nur um nicht dort stehen bleiben zu müssen und womöglich noch in ein Gespräch verwickelt zu werden. Ist mir doch egal, was der jetzt von mir denkt.

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