"Ich kenne diese Tage
Jetzt seit Jahr’n schon zu Genüge
Und es ist schon fast als ob ich mich selber gern bekriege
Ich kann nicht gut allein sein
Und unter Menschen fang ich an, durchzudrehen."
Jetzt seit Jahr’n schon zu Genüge
Und es ist schon fast als ob ich mich selber gern bekriege
Ich kann nicht gut allein sein
Und unter Menschen fang ich an, durchzudrehen."
Allein die Tatsache, dass ich in meinem Blog Revolverheld zitiere zeigt ja schon, dass ich tiefer eigentlich kaum noch sinken kann. Nachdem ich gestern noch bis 4 Uhr morgens gelesen hatte, wachte ich mal wieder kurz vor neun auf. Keine Chance wieder einzuschlafen. Aber eigentlich konnte ich auch unmöglich ausgeschlafen sein. Ich lag nur noch im Bett rum und spürte, dass ab heute wieder die Depri-Phase eingeläutet werden würde. Diese in der man sich so unheimlich einsam fühlt - auch wenn man ganz viele nette Menschen um sicher herum hat. Und in der man das Gefühl hat, dass dies noch auf Ewig so weitergehen wird. Ich glaube eine Katze würde mein Problem schon ein wenig lösen, doch es geht einfach nicht. Wie man es dreht und wendet, es wird nicht gehen. Nicht jetzt und schon gar nicht, wenn ich in die Stadt ziehen würde.
Hilft ja alles nichts im Selbstmitleid zu versinken und weiter im Bett rumzugammeln. Nachdem ich mit Lena telefoniert hatte und ihre ersten Knach&Back-Brötchen fertig waren, stand ich auf, frühstückte und zog mich an. Normalerweise hätte ich noch duschen und Haare waschen müssen, doch das ging mir an diesem Morgen mal sowas vom am Arsch vorbei. Schließlich wollte ich nur mal eben meine Schulbücher wegbringen und Wasser kaufen.
In der Schule merkte ich wie wieder diese Sensibilität in mir empor stieg. Jahrelang bin ich durch diese Gänge gelaufen und nun komm ich mir so fremd vor. Umso merkwürdiger war es dann an der Lehrerzimmer-Wand das Hochprozentigen-Foto zu sehen - ich werde noch ewig in diesem Flur zu sehen sein. Ach weiß auch nicht, war alles komisch. Auch an der einen Säule den Eifelturm zu sehen. Es gibt so Tage, da achtet man plötzlich viel mehr auf diese Kleinigkeiten, an denen man Tag für Tag achtlos vorbeigegangen ist. Schluss mit dem Rumgejammer.
Gegen 11 Uhr wollte ich Jenny schnell ihre Deutschsachen vorbeibringen. Aber wer öffnete mir die Tür?! Juliaaaaa! Plötzlich war der Tag gar nicht mehr so scheiße, denn die Sonne ging auf! Ich parkte Karl-Heinz, begrüßte Dolly (endlich hatte ich wen zum Knuddeln!) und verschwand mit Julia im Keller, um Harpe Kerkeling zu gucken - jetzt weiß ich, wonach ich bei youtube suchen muss, wenn ich mal wieder Lachen will. Schließlich kam Jenny vom Duschen runter und fing an mich bei Mellendorfs Next Flopmodel nachzumachen ("Jetzt denk doch mal nach! Was wollen die Leute sehen?! So ein Lolita-Gööörl?")
Da Jenny um halb 12 zu ihrer Oma musste, dauerte es nicht lang ehe mich Julia fragte, was ich denn nun noch vorhätte. Lidl (Wasser), Rossmann (Yogurette), Wittkopp (Muttertag). Und schon musste ich alle diese Erledigungen nicht mehr allein machen. Zunächst Pfandflaschen loswerden, wobei ich den 3 €-Bon verlor. Mäh! Dann rein in den Laden. Dank Julia konnte verhindert werden, dass ich mit dem Wagen gegen die Regale rammelte ("Du bist wie Janina früher." "Früher? Sprich sie hat sich weiterentwickelt und ich..."). Nach langem Hin- und Her entschieden wir uns dann noch unsere knurrenden Magen mit Pizza zu versorgen.
Anschließend ging's zu Rossmann. Yogurette für 2,49. Ich hatte 2,50 in meiner Hand. Nur leider zählte ich jedes Mal auf's Neue 2,48, worauf mir Julia großzügig aushalf. Ist das Mathe-Entzug? Dass ich nicht mal mehr bis 9 zählen kann? Peinlich.
Bei Wittkopp suchten wir Zwei dann erstmal nach potenziellen Muttertagsgeschenken. Nicolas Sparks war in der engeren Auswahl, doch da ich nicht genau weiß, was meine Mama schon hat und was nicht, entschied ich mich dann doch für "Zwischen Himmel und Liebe".
Dann konnte es endlich zurück nach Bissendorf gehen. Schnell die Pizzen in den Ofen, Klamotten vom Boden aufgehoben etc. Julia irrte durch die Wohnung. Im einen Moment malte sie noch auf dem Teppich in meinem Zimmer rum, im nächsten saß sie auf dem WM-Sofa und las die Fernsehzeitung von vorletzter Woche als hätte sie stundenlang nichts anderes gemacht.
Dann waren die Pizzen fertig, wir aßen, wir erzählten. Diesmal fast ohne Pause. Also von wegen wir hätten uns nichts mehr zu erzählen. Wir schienen über Gott und die Welt zu sprechen, denn plötzlich fing ich von meinem Cousin an, der mir mal vom Beckenrand springen beigebracht hatte - ohne Erfolg. Sie war total entsetzt, dass ich einen 19-Jährigen Cousin hab und sie ihn noch nie gesehen hat! Also holte ich meine Fotoalben raus, um zu schau'n, ob er da irgendwo zu finden ist. Erneut blankes Entsetzen: "Was? Du hast Fotoalben? Und ich hab die noch nie gesehen?" Folglich wurden diese gemütlich durchgeblättert, inklusive Peinlichkeiten ("Für wen hast du das Gedicht geschrieben?" "Ähm ähm... ich glaub, das war noch auf den Australier bezogen." "Hahahaha." "Wer ist das denn?" "Das... ähm... das war eine Urlaubsbekanntschaft... aber ich war total betrunken!!!" "Hahahahaha... Gott ist der hässlich.")
Irgendwann - wie sollte es anders sein, wenn wir zwei zusammenglucken - kamen wir natürlich auch wieder auf das Alter zu sprechen. Mir fiel auf, dass ich noch nicht in die 19 hineingewachsen bin, sprich: Ich bin mir gar nicht bewusst, dass ich 19 bin. Zumindest nicht sofort. Wenn ich nach meinem Alter gefragt werde, dauert meine Antwort einige Sekunden. Gedankengang sieht in etwa so aus: "Ich bin 18 - brauche also keine Zustimmung meiner Eltern mehr [bezüglich der Reisebuchungen]. Aber moment... da war noch was... ach ja, du hattest ja schon wieder Geburtstag. 19. 19???" Ich kann mich nicht an diese Zahl gewöhnen. Ich hab es nach 9 Monaten noch nicht geschafft und nun naht schon der nächste Geburtstag. Wenn ich schon so lange brauche mich an die 19 gewöhnen und ich ehe ich es geschafft habe 20 werde, wie soll das dann in der Zukunft aussehen. Ehe ich mich versehe bin ich... mal gucken, wie alt ich überhaupt werde.
Jedenfalls hat Julia meinen ganzen Plan durcheinander gebracht. Plötzlich guckte ich auf die Uhr und dachte nur "Oh gott! Schon halb drei! Du musst noch Wischen, Duschen, Steff holt dich bald ab, und Lesen wolltest du auch noch!" Aber so schlimm war das gar nicht. Ich habe schließlich alles geschafft - außer das Lesen - sogar noch diesen Eintrag. Und zudem hatte ich eine Menge Spaß. Danke Julia, dass du aus meinem scheinbaren Scheiß-Tag einen Schönen gemacht hast. :)
Hilft ja alles nichts im Selbstmitleid zu versinken und weiter im Bett rumzugammeln. Nachdem ich mit Lena telefoniert hatte und ihre ersten Knach&Back-Brötchen fertig waren, stand ich auf, frühstückte und zog mich an. Normalerweise hätte ich noch duschen und Haare waschen müssen, doch das ging mir an diesem Morgen mal sowas vom am Arsch vorbei. Schließlich wollte ich nur mal eben meine Schulbücher wegbringen und Wasser kaufen.
In der Schule merkte ich wie wieder diese Sensibilität in mir empor stieg. Jahrelang bin ich durch diese Gänge gelaufen und nun komm ich mir so fremd vor. Umso merkwürdiger war es dann an der Lehrerzimmer-Wand das Hochprozentigen-Foto zu sehen - ich werde noch ewig in diesem Flur zu sehen sein. Ach weiß auch nicht, war alles komisch. Auch an der einen Säule den Eifelturm zu sehen. Es gibt so Tage, da achtet man plötzlich viel mehr auf diese Kleinigkeiten, an denen man Tag für Tag achtlos vorbeigegangen ist. Schluss mit dem Rumgejammer.
Gegen 11 Uhr wollte ich Jenny schnell ihre Deutschsachen vorbeibringen. Aber wer öffnete mir die Tür?! Juliaaaaa! Plötzlich war der Tag gar nicht mehr so scheiße, denn die Sonne ging auf! Ich parkte Karl-Heinz, begrüßte Dolly (endlich hatte ich wen zum Knuddeln!) und verschwand mit Julia im Keller, um Harpe Kerkeling zu gucken - jetzt weiß ich, wonach ich bei youtube suchen muss, wenn ich mal wieder Lachen will. Schließlich kam Jenny vom Duschen runter und fing an mich bei Mellendorfs Next Flopmodel nachzumachen ("Jetzt denk doch mal nach! Was wollen die Leute sehen?! So ein Lolita-Gööörl?")
Da Jenny um halb 12 zu ihrer Oma musste, dauerte es nicht lang ehe mich Julia fragte, was ich denn nun noch vorhätte. Lidl (Wasser), Rossmann (Yogurette), Wittkopp (Muttertag). Und schon musste ich alle diese Erledigungen nicht mehr allein machen. Zunächst Pfandflaschen loswerden, wobei ich den 3 €-Bon verlor. Mäh! Dann rein in den Laden. Dank Julia konnte verhindert werden, dass ich mit dem Wagen gegen die Regale rammelte ("Du bist wie Janina früher." "Früher? Sprich sie hat sich weiterentwickelt und ich..."). Nach langem Hin- und Her entschieden wir uns dann noch unsere knurrenden Magen mit Pizza zu versorgen.
Anschließend ging's zu Rossmann. Yogurette für 2,49. Ich hatte 2,50 in meiner Hand. Nur leider zählte ich jedes Mal auf's Neue 2,48, worauf mir Julia großzügig aushalf. Ist das Mathe-Entzug? Dass ich nicht mal mehr bis 9 zählen kann? Peinlich.
Bei Wittkopp suchten wir Zwei dann erstmal nach potenziellen Muttertagsgeschenken. Nicolas Sparks war in der engeren Auswahl, doch da ich nicht genau weiß, was meine Mama schon hat und was nicht, entschied ich mich dann doch für "Zwischen Himmel und Liebe".
Dann konnte es endlich zurück nach Bissendorf gehen. Schnell die Pizzen in den Ofen, Klamotten vom Boden aufgehoben etc. Julia irrte durch die Wohnung. Im einen Moment malte sie noch auf dem Teppich in meinem Zimmer rum, im nächsten saß sie auf dem WM-Sofa und las die Fernsehzeitung von vorletzter Woche als hätte sie stundenlang nichts anderes gemacht.
Dann waren die Pizzen fertig, wir aßen, wir erzählten. Diesmal fast ohne Pause. Also von wegen wir hätten uns nichts mehr zu erzählen. Wir schienen über Gott und die Welt zu sprechen, denn plötzlich fing ich von meinem Cousin an, der mir mal vom Beckenrand springen beigebracht hatte - ohne Erfolg. Sie war total entsetzt, dass ich einen 19-Jährigen Cousin hab und sie ihn noch nie gesehen hat! Also holte ich meine Fotoalben raus, um zu schau'n, ob er da irgendwo zu finden ist. Erneut blankes Entsetzen: "Was? Du hast Fotoalben? Und ich hab die noch nie gesehen?" Folglich wurden diese gemütlich durchgeblättert, inklusive Peinlichkeiten ("Für wen hast du das Gedicht geschrieben?" "Ähm ähm... ich glaub, das war noch auf den Australier bezogen." "Hahahaha." "Wer ist das denn?" "Das... ähm... das war eine Urlaubsbekanntschaft... aber ich war total betrunken!!!" "Hahahahaha... Gott ist der hässlich.")
Irgendwann - wie sollte es anders sein, wenn wir zwei zusammenglucken - kamen wir natürlich auch wieder auf das Alter zu sprechen. Mir fiel auf, dass ich noch nicht in die 19 hineingewachsen bin, sprich: Ich bin mir gar nicht bewusst, dass ich 19 bin. Zumindest nicht sofort. Wenn ich nach meinem Alter gefragt werde, dauert meine Antwort einige Sekunden. Gedankengang sieht in etwa so aus: "Ich bin 18 - brauche also keine Zustimmung meiner Eltern mehr [bezüglich der Reisebuchungen]. Aber moment... da war noch was... ach ja, du hattest ja schon wieder Geburtstag. 19. 19???" Ich kann mich nicht an diese Zahl gewöhnen. Ich hab es nach 9 Monaten noch nicht geschafft und nun naht schon der nächste Geburtstag. Wenn ich schon so lange brauche mich an die 19 gewöhnen und ich ehe ich es geschafft habe 20 werde, wie soll das dann in der Zukunft aussehen. Ehe ich mich versehe bin ich... mal gucken, wie alt ich überhaupt werde.
Jedenfalls hat Julia meinen ganzen Plan durcheinander gebracht. Plötzlich guckte ich auf die Uhr und dachte nur "Oh gott! Schon halb drei! Du musst noch Wischen, Duschen, Steff holt dich bald ab, und Lesen wolltest du auch noch!" Aber so schlimm war das gar nicht. Ich habe schließlich alles geschafft - außer das Lesen - sogar noch diesen Eintrag. Und zudem hatte ich eine Menge Spaß. Danke Julia, dass du aus meinem scheinbaren Scheiß-Tag einen Schönen gemacht hast. :)


5 Kommentare:
Ich hab' doch keine Zeit :D
Viel zu viel :D
Ich kannte die Fotoalben übrigens schon, Julia :P also einige
große klasse -.- ich kannte nur das erste. das zweite, in dem ich auch drin bin, hat sie mir noch nie gezeigt...
und das war ja billig: 'Aber wer öffnete mir die Tür?! Juliaaaaa! Plötzlich war der Tag gar nicht mehr so scheiße, denn die Sonne ging auf!' XD erinnert mich an kurt krömer ;)
mir ist grad aufgefallen, dass ich den post nur zur hälfte gelesen habe, bevor ich den comment geschrieben hab :D
aber schön, dass ich dir nich auf die nerven gegangen bin, auch wenn sich das am ende so angehört hat 'wie waren nur 2 stunden? kam mir länger vor!'
@robby: Viel zu viel?
@jUjU: Wieso billig? War doch so. Und mich erinnert das weniger an Kurt Krömer als viel mehr an die Segeltour ums Ijsselmeer ("PETER! Die Sonne geht auf!"), aber das konntest du ja nicht wissen ;)
Wieso liest du den Eintrag nur zur Hälfte?! War DIR wohl AUCH zu viel! Pah!
Viel zu viel nur in dem Sinne, dass ich bei meinem Zeitmangel übelst den Streß hatte und deinen Eintrag nicht genußvoll lesen konnte, sondern runterhetzen musste ;)
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