Das kann man jetzt zweideutig verstehen. Zum einen brach ich gestern nach der Arbeit auf, um mit meiner Cousine Antje zu ihren Eltern nach Oldenburg/Moorhausen zu fahren. Da mein Onkel eine Deichschäferei unterhält, war - zum anderen - auch ein Besuch bei meinen Seelenverwandten (Kose-)Namensvettern, den Schafen, eingeschlossen.
Dass es durchaus Parallelen zwischen ihnen und mir gibt, konnte ich heute bei einer Radtour feststellen. Die machen den ganzen Tag nichts anderes als Fressen! Ständig sind die am Kauen. Wie ich! Entweder sie laufen kauend rum oder sie liegen im Gras, weil sie total fertig vom stressigen Fressen sind - und selbst dann kauen sie noch. Unglaublich!
Na ja, vielleicht sollte ich doch mal chronologisch anfangen, sonst wird das hier noch ein einziges Chaos. Gegen halb sechs kamen wir in Oldenburg an und wurden von meinem Onkel Fred abgeholt. Nachdem er mich mit "Oh! Die Zahnspange ist weg!" begrüßte (fiel ihm auf, weil ich/meine Zähne so strahlte/n), erzählte er mir zunächst, was für eine tolle Altstadt Oldenburg hätte, weil sie im Krieg verschont blieb. Sobald wir die Stadt verlassen hatten, fing er an von seinem Deich, seinem Haus (ein Bushäuschen) seinen Kühen, seinem Misthaufen, seinem Briefkasten etc. zu reden. Sehr amüsant.
Schließlich erreichten wir die Schäferei und ich wurde erst einmal durch Haus und Hof geführt. Wirklich schön da. Ferienwohnung gibt's auch - falls jemand Interesse hat (*Werbung mach*)!
Irgendwann kam dann auch meine Tante Kerstin vom Kuhmilch-Holen zurück, womit sogleich die Tuckerlämmchen (?) "gefüttert" werden konnten, sprich die Lämmer, für die das Mutterschaf nicht genug Milch hat und die demzufolge mit der Flasche aufgezogen werden müssen. Die einen stürmten regelrecht an den großen Eimer mit den "Nuckeln", bei anderen widerum hatte man große Mühe sie zum Trinken zu bewegen.
Abends gab's dann "Stulle mit Brot" und es wurde Rommé gespielt. Nachdem ich die ersten zwei Spiele gewonnen hatte, schaffte ich es mit 444 (!) Punkten nur auf den 2. von drei Plätzen. Übrigens hatte ich ja vor der Abreise leichte Bedenken - von wegen Familie väterlicherseits und so. Aber abgesehen davon, dass wir uns lange nicht mehr gesehen haben, war diese Barriere recht schnell überwunden nachdem wir uns alle darauf einigten, dass Herr W. (aus MD) ein absolutes Ar... - Lügengesicht ist.
Ach ja, der Vorteil, dass wir uns länger nicht gesehen haben, war noch, dass mir natürlich ganz viele Fragen (über ehemalige Nachbarn, Familie mütterlicherseits etc.) gestellt werden konnten. Die meisten schon im Zug von Antje, womit ich am Abend dann alles noch mal doppelt erzählen konnte. Missverständnisse wurden auch beigelegt, z.B. dass Matthias Zahnarzt ist. Hoffentlich haben die nicht gedacht, dass meine Mama ihrer bestern Freundin den Mann ausgespannt hat. Das wär's ja noch. Reicht ja schon, dass sie ihren - ihn halt - während des gemeinsamen Sommerurlaubs vergrault hat.
Ach verdammt, ich seh schon, das mit der Chronologie wird hier nix. Mir fällt nämlich grad ein, dass die Zugfahrt wirklich sehr unterhaltsam war, da wir Antje und ich feststellten, dass wir so ziemlich alles Schlechte von der Familie väterlicherseits vererbt bekommen haben. Schilddrüse, Cholesterin, Sehschwäche, Neigung zum fetten Arsch. Letzteres führt die Gedanken unweigerlich weiter zu unserer Oma, die montags ihren freien Tag hat, was uns widerum Spekulationen zuließ, was sie wohl an den anderen Tagen zu tun hätte. Was auch immer sie plant, ich plane nächste Woche zu ihr zu fahren. Eigentlich verbunden mit einem Wiedersehen mit Herrn W., doch ein wenig ist mir die Laune vergangen. Ich hab die Schnauze voll von den Lügen und dem "Die Anderen sind schuld. Die Anderen reden Unsinn. Die Anderen haben mich verarscht."-Geschwätz. Aber um eine "Ich bin am Vatertag bei Oma. Wenn du Zeit und Lust hast, würd' ich mich freuen, wenn du vorbeikommen würdest"-SMS werde ich aufgrund meiner Naivität und was weiß ich was wohl nicht rumkommen.
Zurück zum Besuch. Spätestens um 11 - ich hab nicht genau auf die Uhr geguckt - verschwanden wir dann in die Betten. Gegen 10 Uhr am nächsten Morgen gab es dann Frühstück. Anschließend holten wir Paula, die Hündin, vom Tierarzt ab. Sie wurde sterilisiert und war dementsprechend ganztägig benommen. Apropos, ich hab ja die anderen beiden noch gar nicht erwähnt. Sam, Vater von Paula, und Bob (Bob!!!), Sohn von Paula. Letzterer kam gleich angesprungen, einer der anderen beiden - oder war es doch ein Schaf ?! - musterte mich ein paar Sekunden aus sicherer Entfernung ("Hä? Wer bist du denn?").
Vor dem Mittagessen (Kartoffelsuppe mit Hackklößchen :)) unternahmen Antje und ich die bereits oben erwähnte Radtour um den Deich. Viele Schafe und noch viel mehr Wind. So viel, dass wir irgendwann abstiegen und vermutlich mit Schieben schneller vorankamen als mit Abstrampeln. War total toll da zwischen den Schafen langzufahren, die einfach neben oder vor einem lang liefen, faulenzten - und in jedem Fall Gras fraßen. Die kamen mir alle viel kontaktfreudiger vor als die im Serengeti-Park, die ständig vor mir weggelaufen sind.
Nach dem Mittag spielten wir erneut Rommé - mit dem Unterschied, dass ich diesmal gewann. Zwischendurch rief Fred, der mit dem Trecker Düngen war, an, dass Antje ein Lamm einfangen solle, das lahmte. Sie nahm mich mit dem Quad mit (Ja, Julia, ich hab während der Fahrt an dich gedacht :P) und auf der Rückfahrt durfte ich das Kleine (98) im Arm halten, da das mit dem Fahren/Lenken vermutlich bisschen schwierig gewesen wär. Hat ganz still gehalten und ab und zu ein zaghaftes "Mäh" von sich gegeben. Danach hat meine Tante ihr/ihm dann noch die Flasche gegeben, während es immer noch in meinen Armen lag.
Irgendwann beeilte sich die Zeit dann sehr - wo wir schon dabei sind: Ich hatte seit gestern früh bis heute einen Ohrwurm von Olli ("Du warst mir mal wichtig, genau wie dieses Lied. Wärst du eine Melodie, wär' ich ein stumpfer Beat. Wir machten kleine Skizzen, alle ziemlich einfach. Und alles, was uns wichtig war, lag sicher im Geheimfach"). Wohl Entzugserscheinungen oder so. Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass der Abschied nahte und ich zum 18:35er-Zug gebracht wurde.
Das kann als Zeichen dafür gesehen werden, dass es mir doch sehr gut gefallen hat (Abfahrt hatte ich ursprünglich auf spätestens 16:35 angesetzt). Klar ist es erst mal komisch, weil der Kontakt seit Jahren so ziemlich abgebrochen war, aber irgendwann muss man ja wieder einen Schritt aufeinander zugehen. Schritt für Schritt. Halte es demnach nicht für völlig unmöglich, den Beiden vielleicht (bald) nochmal einen Besuch abzustatten. Wurde mir zumindest angeboten. Mal schau'n.
20:40 kam der Zug in Hannover an, Gleis 10. 20:41 fuhr die S-Bahn, Gleis 2. Versuchen wollt' ich es - wollt ganz schnell zu meiner Mami! Also hochgerannt, Zeiger war noch nicht auf der 41, ich höre das böse S-Bahn-Geräusch und siehe da: Es ist die S5! So ein Glück hat ich noch nie, dass die S-Bahn genau dann Verspätung hat, wenn ich es gebrauchen kann. Das Glück liegt wohl auf den Gleisen. 20 Minuten später war ich dann endlich bei meiner Mama, die so freundlich war, mich vom Bahnhof abzuholen. Zuhause angekommen, kam es mir vor als ob ich eine Woche - mindestens drei Tage - weggewesen wäre. Dabei lief ich 30 Stunden zuvor noch in der Wohnung rum. Merkwürdiges Gefühl.
Dass es durchaus Parallelen zwischen ihnen und mir gibt, konnte ich heute bei einer Radtour feststellen. Die machen den ganzen Tag nichts anderes als Fressen! Ständig sind die am Kauen. Wie ich! Entweder sie laufen kauend rum oder sie liegen im Gras, weil sie total fertig vom stressigen Fressen sind - und selbst dann kauen sie noch. Unglaublich!
Na ja, vielleicht sollte ich doch mal chronologisch anfangen, sonst wird das hier noch ein einziges Chaos. Gegen halb sechs kamen wir in Oldenburg an und wurden von meinem Onkel Fred abgeholt. Nachdem er mich mit "Oh! Die Zahnspange ist weg!" begrüßte (fiel ihm auf, weil ich/meine Zähne so strahlte/n), erzählte er mir zunächst, was für eine tolle Altstadt Oldenburg hätte, weil sie im Krieg verschont blieb. Sobald wir die Stadt verlassen hatten, fing er an von seinem Deich, seinem Haus (ein Bushäuschen) seinen Kühen, seinem Misthaufen, seinem Briefkasten etc. zu reden. Sehr amüsant.
Schließlich erreichten wir die Schäferei und ich wurde erst einmal durch Haus und Hof geführt. Wirklich schön da. Ferienwohnung gibt's auch - falls jemand Interesse hat (*Werbung mach*)!
Irgendwann kam dann auch meine Tante Kerstin vom Kuhmilch-Holen zurück, womit sogleich die Tuckerlämmchen (?) "gefüttert" werden konnten, sprich die Lämmer, für die das Mutterschaf nicht genug Milch hat und die demzufolge mit der Flasche aufgezogen werden müssen. Die einen stürmten regelrecht an den großen Eimer mit den "Nuckeln", bei anderen widerum hatte man große Mühe sie zum Trinken zu bewegen.
Abends gab's dann "Stulle mit Brot" und es wurde Rommé gespielt. Nachdem ich die ersten zwei Spiele gewonnen hatte, schaffte ich es mit 444 (!) Punkten nur auf den 2. von drei Plätzen. Übrigens hatte ich ja vor der Abreise leichte Bedenken - von wegen Familie väterlicherseits und so. Aber abgesehen davon, dass wir uns lange nicht mehr gesehen haben, war diese Barriere recht schnell überwunden nachdem wir uns alle darauf einigten, dass Herr W. (aus MD) ein absolutes Ar... - Lügengesicht ist.
Ach ja, der Vorteil, dass wir uns länger nicht gesehen haben, war noch, dass mir natürlich ganz viele Fragen (über ehemalige Nachbarn, Familie mütterlicherseits etc.) gestellt werden konnten. Die meisten schon im Zug von Antje, womit ich am Abend dann alles noch mal doppelt erzählen konnte. Missverständnisse wurden auch beigelegt, z.B. dass Matthias Zahnarzt ist. Hoffentlich haben die nicht gedacht, dass meine Mama ihrer bestern Freundin den Mann ausgespannt hat. Das wär's ja noch. Reicht ja schon, dass sie ihren - ihn halt - während des gemeinsamen Sommerurlaubs vergrault hat.
Ach verdammt, ich seh schon, das mit der Chronologie wird hier nix. Mir fällt nämlich grad ein, dass die Zugfahrt wirklich sehr unterhaltsam war, da wir Antje und ich feststellten, dass wir so ziemlich alles Schlechte von der Familie väterlicherseits vererbt bekommen haben. Schilddrüse, Cholesterin, Sehschwäche, Neigung zum fetten Arsch. Letzteres führt die Gedanken unweigerlich weiter zu unserer Oma, die montags ihren freien Tag hat, was uns widerum Spekulationen zuließ, was sie wohl an den anderen Tagen zu tun hätte. Was auch immer sie plant, ich plane nächste Woche zu ihr zu fahren. Eigentlich verbunden mit einem Wiedersehen mit Herrn W., doch ein wenig ist mir die Laune vergangen. Ich hab die Schnauze voll von den Lügen und dem "Die Anderen sind schuld. Die Anderen reden Unsinn. Die Anderen haben mich verarscht."-Geschwätz. Aber um eine "Ich bin am Vatertag bei Oma. Wenn du Zeit und Lust hast, würd' ich mich freuen, wenn du vorbeikommen würdest"-SMS werde ich aufgrund meiner Naivität und was weiß ich was wohl nicht rumkommen.
Zurück zum Besuch. Spätestens um 11 - ich hab nicht genau auf die Uhr geguckt - verschwanden wir dann in die Betten. Gegen 10 Uhr am nächsten Morgen gab es dann Frühstück. Anschließend holten wir Paula, die Hündin, vom Tierarzt ab. Sie wurde sterilisiert und war dementsprechend ganztägig benommen. Apropos, ich hab ja die anderen beiden noch gar nicht erwähnt. Sam, Vater von Paula, und Bob (Bob!!!), Sohn von Paula. Letzterer kam gleich angesprungen, einer der anderen beiden - oder war es doch ein Schaf ?! - musterte mich ein paar Sekunden aus sicherer Entfernung ("Hä? Wer bist du denn?").
Vor dem Mittagessen (Kartoffelsuppe mit Hackklößchen :)) unternahmen Antje und ich die bereits oben erwähnte Radtour um den Deich. Viele Schafe und noch viel mehr Wind. So viel, dass wir irgendwann abstiegen und vermutlich mit Schieben schneller vorankamen als mit Abstrampeln. War total toll da zwischen den Schafen langzufahren, die einfach neben oder vor einem lang liefen, faulenzten - und in jedem Fall Gras fraßen. Die kamen mir alle viel kontaktfreudiger vor als die im Serengeti-Park, die ständig vor mir weggelaufen sind.
Nach dem Mittag spielten wir erneut Rommé - mit dem Unterschied, dass ich diesmal gewann. Zwischendurch rief Fred, der mit dem Trecker Düngen war, an, dass Antje ein Lamm einfangen solle, das lahmte. Sie nahm mich mit dem Quad mit (Ja, Julia, ich hab während der Fahrt an dich gedacht :P) und auf der Rückfahrt durfte ich das Kleine (98) im Arm halten, da das mit dem Fahren/Lenken vermutlich bisschen schwierig gewesen wär. Hat ganz still gehalten und ab und zu ein zaghaftes "Mäh" von sich gegeben. Danach hat meine Tante ihr/ihm dann noch die Flasche gegeben, während es immer noch in meinen Armen lag.
Irgendwann beeilte sich die Zeit dann sehr - wo wir schon dabei sind: Ich hatte seit gestern früh bis heute einen Ohrwurm von Olli ("Du warst mir mal wichtig, genau wie dieses Lied. Wärst du eine Melodie, wär' ich ein stumpfer Beat. Wir machten kleine Skizzen, alle ziemlich einfach. Und alles, was uns wichtig war, lag sicher im Geheimfach"). Wohl Entzugserscheinungen oder so. Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass der Abschied nahte und ich zum 18:35er-Zug gebracht wurde.
Das kann als Zeichen dafür gesehen werden, dass es mir doch sehr gut gefallen hat (Abfahrt hatte ich ursprünglich auf spätestens 16:35 angesetzt). Klar ist es erst mal komisch, weil der Kontakt seit Jahren so ziemlich abgebrochen war, aber irgendwann muss man ja wieder einen Schritt aufeinander zugehen. Schritt für Schritt. Halte es demnach nicht für völlig unmöglich, den Beiden vielleicht (bald) nochmal einen Besuch abzustatten. Wurde mir zumindest angeboten. Mal schau'n.
20:40 kam der Zug in Hannover an, Gleis 10. 20:41 fuhr die S-Bahn, Gleis 2. Versuchen wollt' ich es - wollt ganz schnell zu meiner Mami! Also hochgerannt, Zeiger war noch nicht auf der 41, ich höre das böse S-Bahn-Geräusch und siehe da: Es ist die S5! So ein Glück hat ich noch nie, dass die S-Bahn genau dann Verspätung hat, wenn ich es gebrauchen kann. Das Glück liegt wohl auf den Gleisen. 20 Minuten später war ich dann endlich bei meiner Mama, die so freundlich war, mich vom Bahnhof abzuholen. Zuhause angekommen, kam es mir vor als ob ich eine Woche - mindestens drei Tage - weggewesen wäre. Dabei lief ich 30 Stunden zuvor noch in der Wohnung rum. Merkwürdiges Gefühl.


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