Montag, November 27, 2006

Das Falsche richtig gemacht

Statt in den Freistunden mit Katrin Mathe zu machen, ließen wir uns von Janine und Tina überreden ins DLRG-Heim zu kommen. Als frau sich dann zur Raucherpause nach draußen begab, kam ich mal wieder auf die Blitzidee zum Ice-House zu gehen. Ich, das kleine, dumme, naive Blondchen, machte also mal wieder das, was ich mir jedes Mal auf's Neue vornehme nicht zu tun.
Letztendlich war es aber gar keine so schlechte Idee. Zwar wurde ich natürlich als dumm hingestellt, weil ich doch tatsächlich auf die Idee kam, der Herr W. würde sich nicht von seiner Tochter verabschieden. Schnell wurde ich aber aufgeklärt: Ich darf mich vorerst weiter über die Anwesenheit des zukünftigen Hartz-IV-Empfängers freuen, der ab morgen alle Zeit der Welt für seine Tochter hat. Wer's glaubt.
A. war auch da. Und von ihr hörte ich wohl das Schönste, was mir am heutigen Tag überhaupt wer gesagt hat. Sie erzählte mir, dass Sydney ganz begeistert war, wie ich mich um ihn gekümmert habe, wie ich ihm beim Jacke anziehen und allem geholfen hab. Trotz allem hat er ihr gestanden, dass er mit mir nicht Kuscheln konnte.
Daran erkennt man wohl, dass wir (Halb-)Geschwister sind ;) Denn diese Argumentation erinnerte mich total an meine Gefühle ihm gegenüber. Dieser Gegensatz von Nähe und Distanz.
Aus dem wird mal ein ganz Schlauer - zumindest hoffe ich nicht, dass er nach seinem Bruder kommt, denn der macht meinem Ex-Klassenlehrer nur Probleme.
Weiteres Positives, was ich aus diesem Kurzbesuch ziehen konnte: Ich brauch mir um Gläser etc. keine Sorgen machen, wenn ich irgendwann mal in eine eigene Wohnung ziehe: Darf gleich vorbeikommen und Karl-Heinz mit allem bepacken, was ich gebrauchen kann. Normalerweise würde ich da ja nicht sofort "Ja" sagen, da unser Keller nun auch nicht der Größte ist, aber sobald man mir androht, dass sonst alles weggeschmissen wird, kann ich auch nicht mehr "Nein" sagen. Bier, Kaugummis, Bonbons, Chips (seit 10/06 abgelaufen) werden jetzt irgendwo gebunkert und verschenkt - was soll ich auch mit so viel? Also sagt an, wenn ihr was braucht. Aber die nützlichen Sachen (Gläser, Tassen) gehören mir :P.

Das war das Positive.
Nun kommt das Negative.
Zum einen habe ich 7 Punkte in Deutsch zurückbekommen. Man könnte sich drüber freuen, aber wenn man ein so gutes Gefühl hatte, bleibt einem das Lachen im Halse stecken. Warum trügt mich mein gutes Gefühl zur Zeit so oft? NORD/LB, Deutsch - was wird nun aus Mathe/Bahlsen? Kann ich mich doch noch auf mein gutes Gefühl verlassen? Nicht mal auf das schlechte ist Verlass. 6 Punkte mündlich in Englisch von erwarteten 3 Punkten. Liegt aber auch an den (meiner Meinung nach unregelmäßig) abgegebenen Extra-Hausaufgaben.
Des Weiteren glaube ich nun doch, dass ich mich wirklich verändert habe. Ich weiß nicht genau wann, aber auf jeden Fall wird es mir so langsam bewusst. Und ich weiß nicht, ob es nun positiv oder negativ zu bewerten ist. Ich glaub, ich scheitere daran, dass Mittelding zu finden.
Inwiefern verändert? Im Reden. Ich kann zwar immer noch ab und zu sehr gesprächig sein, wobei sich dies dann auf totalen Schwachsinn und "Blabla" beschränkt, aber alles in allem bin ich doch schweigsamer geworden. Wurde mir u.a. heute früh klar, als meine Tante sich mit den Worten verabschiedete: "War schön dich mal wieder zu sehen, auch wenn du nicht wirklich viel erzählt hast." Wenn ich nicht gerade mit Gurgeln beschäftigt gewesen wäre, hätte ich ihr eigentlich entgegnen müssen: "Wie denn? Jedes Mal, wenn ich einen Satz angefangen habe, wurde doch mein Gerede von eurem unterbrochen." Und so war es. Früher habe ich weitergeredet bzw. solange genervt bis ich meine Rede wieder aufnehmen durfte. Aber darauf hab ich einfach keinen Bock mehr. Ich hab noch auf ein "Was wolltest du sagen?" gewartet. Aber nein, sie haben einfach weiter geredet. Da verliert man einfach die Lust.
Aber warum regen sie sich auf? Früher - nachdem ich mit 3 endlich angefangen habe zu reden und einiges aufzuholen hatte - wurde ständig nur gemeckert, weil ich mein Plappermaul nicht zugekriegt hab. Dann müssen sie sich doch nicht wundern, dass es bei mir irgendwann Klick macht und ich mich entscheide, dies einzuschränken. Wer möchte schon sein Leben lang angemeckert werden?
Negatives Verhalten ist auch Lena, Katrin und Jenny aufgefallen. Während Rödi in Hörweite war, kritisierten sie mein ständiges Rumgepöbel. Außerdem, dass ich ewig um mich schlage - und das auch nicht gerade zaghaft und total unbegründet. Vermutlich liegt es daran, dass ich so klein bin und versuche Aufmerksamkeit zu erzeugen, indem ich den Leuten mit einem "leichten Anstoß" klar zu machen versuche, dass ich ihnen was zu sagen habe. Vielleicht bin ich auch einfach von Natur aus gewalttätig -
Tja, es scheint mir, als hätte ich mit meinen 19 Jahren nun mit zig Kindheitstraumen zu kämpfen. "Du bist aber klein.", "Halt doch mal den Schnabel", scheinen sich wohl tief verankert zu haben...
... nun liegt es wohl an mir, das Mittelmaß zwischen Schweigen und Plappermaul zu finden...

5 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

na endlich... hats dir endlich auch mal wer anderes als ich gesagt, dass du zuviel pöbelst und grundlos um dich schlägst...

Robby hat gesagt…

Du brauchst nur jemanden, der dir zuhört :yes: ;) :)

Steff hat gesagt…

Ich kann mir richtig vorstellen, wie du früher immer losgeplappert und erst aufgehört hast, wenn du fertig warst mit dem, was du erzählen wolltest. ;-)
So sollte es eigentlich auch sein, man sollte sich nicht "unterdrücken" lassen. Leider passiert das aber zu oft...

Katrin, die Liste würde mich mal echt interessieren. :-)

Samina hat gesagt…

Katrin die Liste musst du mal mitbringen.:)

Anonym hat gesagt…

ich hab diese geschichte mit den 'freistunden' jetzt aus 3 verschiedenen sichtweisen mitbekommen (janine, tina, du), das ist ungemein interessant ;)