An diesem wunderschönen - moment, ich schau mal eben aus dem Fenster - leicht bewölkten Freitag hat kein Geringerer als Herr W. das 44. Lebensjahr beschritten. Und dem dummen Blondchen Maria, das gestern so guter Laune war, fiel nichts besseres ein als Punkt 00:00 Uhr das Handy in die Hand zu nehmen und die Nummer zu wählen, die sie offensichtlich auch noch in 50 Jahren auswendig können wird.
Kaum hatte ich die Wähltaste gedrückt, erklang auch schon ein: "ICH." Das ging mir ein wenig zu schnell, doch ich brachte dann doch noch ein: "Ich wollte dir nur alles Gute wünschen." raus. Anschließend fragte er mich, wie es mir denn ginge, ob ich im Urlaub war, mit wem ("Hast du gar nicht deinen Tanzpartner mitgenommen?") und so weiter. Na ja, dann wollte ich irgendwie erklären, dass ich die ersten Tage mit meinen Eltern und die letzten zwei dann mit Monika und Klaus oben war. Und dummerweise drückte ich es auch (fast) genauso aus, bekam aber noch gerade so die Kurve. Trotzdem hoffe ich, dass er mitbekommen hat, was ich eigentlich sagen wollte: "Ich war die ersten Tage mit meinen E... mit Mama und Matthias oben [...]"
Sieben Minuten haben wir miteinander geredet. Ich war überzeugt davon, dass es nach dem Auflegen mit der guten Laune vorbei wäre, dass ich mir wieder Vorwürfe machen würde, wie ich so dämlich sein kann, ihn tatsächlich anzurufen, wo ich doch auf Distanz gehen will, aber ich wurde überrascht: Ich fühlte mich richtig gut danach. Ich muss auch dazu sagen, dass er ganz (oberflächlich) nett war, was aber nicht heißt, dass ich meine Meinung über ihn geändert habe.
Und es war allemal besser ihn anzurufen als ihm eine Mail, SMS oder überhaupt nichts zu schreiben. Denn damit hätte ich mich selbst nur auf sein Niveau runtergezogen und mich würde noch eher ein schlechtes Gewissen plagen, wenn meine Oma mich dann fragen würde, ob ich ihm gratuliert hätte.
Das war nun gestern Nacht. Beim Geburtstag gestern erzählte meine Mutter etwas von der Rückfahrt Kroatien-Leipzig. Das war genau vor vier Jahren und ein paar Stunden. Wir fuhren am 09. August 2004 gegen drei los. Franzi und ich hatten durchgemacht - die "Kulmbacher" (ein Mädel, zwei Jungs - alle drei sympathisch), Daria und "unser" Rezeptionist Ivan leisteten uns Gesellschaft.
Jedenfalls musste ich etwa 17 Stunden später in Magdeburg sein, wo mein werter Herr Vater in seinen 40. reinfeierte. Doch wie sollt' es anders sein: Wir standen im Stau. Meine Eltern waren total fertig und hatten nicht mehr wirklich die Motivation weiterzufahren als sie neben sich ein Auto mit dem Kennzeichen MD erblickten. Sofort kamen sie auf die Idee, die Fahrerin zu fragen, ob sie mich mitnehmen könnte. Eine Wildfremde! Sie steckten mich in das Auto einer Wildfremden - die hätte ja sonst eine Verrückte sein können. War sie aber nicht. Sie hieß Andrea, war 30+, sehr sympathisch, hatte einen Sohn (zu Hause), und kam gerade von einem Urlaub in den Bergen zurück. War eine angenehme Autofahrt - nicht so wie die gestern beim polnischen Autowerkstatt-Typen, wo die Fahrt gar nicht enden wollte, weil so eine peinliche Stille herrschte.
Jedenfalls kam ich vor Mitternacht in der Kirche Sankt Immanuel (sein Restaurant damals) an, duschte mich, zog mich um, und mischte mich unter das "Partyvolk". Ich hab mich so scheiße gefühlt. Ich wollte nur noch zurück nach Kroatien oder wenigstens nach Leipzig. Damals hatte ich halt noch weniger Kontakt und Bezug zu meiner Familie väterlicherseits. Nur zu meiner Oma ein bisschen. Ich vermisste meine Familie so, weil ich spürte, dass ich zu denen nicht mehr gehörte. Außerdem waren alle Cousinen und Cousins (na ja, einer) mit ihren Partnern da und Maria, gut ich war auch erst 15, stand da wieder rum wie bestellt und nicht abgeholt.
Bin dann auch irgendwann in die Pension gegangen - allein - weil ich sowieso total fertig von der Fahrt war. Schlief sogar bis kurz nach 12 durch (was ich noch alles weiß) - hatte offenbar einiges nachzuholen - oder wollt einfach solang wie möglich allein sein, den anderen nicht nochmal begegnen?! War so froh als ich wieder - ja wo war ich eigentlich danach?! - in Ottersleben/Leipzig/Hannover war.
Kaum hatte ich die Wähltaste gedrückt, erklang auch schon ein: "ICH." Das ging mir ein wenig zu schnell, doch ich brachte dann doch noch ein: "Ich wollte dir nur alles Gute wünschen." raus. Anschließend fragte er mich, wie es mir denn ginge, ob ich im Urlaub war, mit wem ("Hast du gar nicht deinen Tanzpartner mitgenommen?") und so weiter. Na ja, dann wollte ich irgendwie erklären, dass ich die ersten Tage mit meinen Eltern und die letzten zwei dann mit Monika und Klaus oben war. Und dummerweise drückte ich es auch (fast) genauso aus, bekam aber noch gerade so die Kurve. Trotzdem hoffe ich, dass er mitbekommen hat, was ich eigentlich sagen wollte: "Ich war die ersten Tage mit meinen E... mit Mama und Matthias oben [...]"
Sieben Minuten haben wir miteinander geredet. Ich war überzeugt davon, dass es nach dem Auflegen mit der guten Laune vorbei wäre, dass ich mir wieder Vorwürfe machen würde, wie ich so dämlich sein kann, ihn tatsächlich anzurufen, wo ich doch auf Distanz gehen will, aber ich wurde überrascht: Ich fühlte mich richtig gut danach. Ich muss auch dazu sagen, dass er ganz (oberflächlich) nett war, was aber nicht heißt, dass ich meine Meinung über ihn geändert habe.
Und es war allemal besser ihn anzurufen als ihm eine Mail, SMS oder überhaupt nichts zu schreiben. Denn damit hätte ich mich selbst nur auf sein Niveau runtergezogen und mich würde noch eher ein schlechtes Gewissen plagen, wenn meine Oma mich dann fragen würde, ob ich ihm gratuliert hätte.
Das war nun gestern Nacht. Beim Geburtstag gestern erzählte meine Mutter etwas von der Rückfahrt Kroatien-Leipzig. Das war genau vor vier Jahren und ein paar Stunden. Wir fuhren am 09. August 2004 gegen drei los. Franzi und ich hatten durchgemacht - die "Kulmbacher" (ein Mädel, zwei Jungs - alle drei sympathisch), Daria und "unser" Rezeptionist Ivan leisteten uns Gesellschaft.
Jedenfalls musste ich etwa 17 Stunden später in Magdeburg sein, wo mein werter Herr Vater in seinen 40. reinfeierte. Doch wie sollt' es anders sein: Wir standen im Stau. Meine Eltern waren total fertig und hatten nicht mehr wirklich die Motivation weiterzufahren als sie neben sich ein Auto mit dem Kennzeichen MD erblickten. Sofort kamen sie auf die Idee, die Fahrerin zu fragen, ob sie mich mitnehmen könnte. Eine Wildfremde! Sie steckten mich in das Auto einer Wildfremden - die hätte ja sonst eine Verrückte sein können. War sie aber nicht. Sie hieß Andrea, war 30+, sehr sympathisch, hatte einen Sohn (zu Hause), und kam gerade von einem Urlaub in den Bergen zurück. War eine angenehme Autofahrt - nicht so wie die gestern beim polnischen Autowerkstatt-Typen, wo die Fahrt gar nicht enden wollte, weil so eine peinliche Stille herrschte.
Jedenfalls kam ich vor Mitternacht in der Kirche Sankt Immanuel (sein Restaurant damals) an, duschte mich, zog mich um, und mischte mich unter das "Partyvolk". Ich hab mich so scheiße gefühlt. Ich wollte nur noch zurück nach Kroatien oder wenigstens nach Leipzig. Damals hatte ich halt noch weniger Kontakt und Bezug zu meiner Familie väterlicherseits. Nur zu meiner Oma ein bisschen. Ich vermisste meine Familie so, weil ich spürte, dass ich zu denen nicht mehr gehörte. Außerdem waren alle Cousinen und Cousins (na ja, einer) mit ihren Partnern da und Maria, gut ich war auch erst 15, stand da wieder rum wie bestellt und nicht abgeholt.
Bin dann auch irgendwann in die Pension gegangen - allein - weil ich sowieso total fertig von der Fahrt war. Schlief sogar bis kurz nach 12 durch (was ich noch alles weiß) - hatte offenbar einiges nachzuholen - oder wollt einfach solang wie möglich allein sein, den anderen nicht nochmal begegnen?! War so froh als ich wieder - ja wo war ich eigentlich danach?! - in Ottersleben/Leipzig/Hannover war.


1 Kommentar:
*lach* - das mit dem "ins Auto packen" ist geil :D
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