Mittwoch, April 04, 2007

Zum weinen...

... war mir vorhin als ich mich spontan entschied am Mellendorfer Friedhof Halt zu machen und nach Monaten mal wieder Fabian zu besuchen. Diesmal konnte ich die Tränen nicht zurückhalten. 4 Jahre ist es her. 4 Jahre! Und ich bereue so, dass ich mich nicht anders verhalten habe. Aber hatte ich überhaupt eine Wahl, eine andere Möglichkeit? Nun ist es eh zu spät. War es ein Zeichen von Stärke, dass ich am Totensonntag 2003 den Schritt gewagt habe, seine Familie zu besuchen? Oder wollte ich schlicht und einfach mein Gewissen beruhigen? Ist es nicht viel mehr ein Zeichen von Schwäche, dass ich es in all den Jahren, in denen er gelitten hat, erst zwei Wochen vor seinem Tod geschafft habe, bei seiner Familie anzurufen? Und dass ich mit ihm sprach und das Einzige, was ich rausbekommen habe, die Frage war, ob ich seine Mutter sprechen könnte? Er wollte mich nicht sehen. Verständlich. "Fabian fühlte sich nicht gern wie ein Affe im Zoo", schrieb sie mir im Juni, nachdem ich ihr einen "außerordentlich gefühlvollen Brief" geschrieben hatte. "Es hatten nur Menschen Zutritt, die ihm während seiner zweijährigen Krankheit treu die Freundschaft hielten [...]" Wir hatten lange kein Kontakt mehr zu ihm und seiner Familie gehabt. Dennoch war der Besuch vor etwa dreieinhalb Jahren so voller Vertrautheit. Es war so schön, weil sich kaum was verändert hatte. Aber mein Versprechen oder meinen Vorsatz, einen solchen Besuch zu wiederholen, habe ich wieder hinausgeschoben. Es blieb bei unregelmäßigen Weihnachtskarten- und Pralinen. Ich weiß nicht, ob mehr überhaupt drin ist, weil erneut soviel Zeit verstrichen ist und weil es doch immer wieder Überwindung kostet. Die Zeit vergeht, Menschen kommen und gehen, und die Fehler werden doch nicht weniger. Wir werden älter und wie schon des Öfteren in der letzten Zeit bemerke ich, dass die Erinnerung verblasst. Ich bin mir plötzlich unsicher, ob das woran ich mich erinnere, wirklich das ist, was ich erlebt habe, oder nur das, was ich glaube oder mir wünsche, erlebt zu haben. War es wirklich Fabian, der sich auf der anderen Leitung meldete, oder war dies nur mein erster Gedanke, und stellte sich der Gesprächspartner dann als seine kleine Schwester heraus? Wünsche ich mir, dass ich noch ein letztes Mal mit Fabian gesprochen habe und halte deshalb an dem ersten Gedanken fest? Vielleicht stimmt es auch. Ich weiß nicht.

2 Kommentare:

Robby hat gesagt…

:( :/

Steff hat gesagt…

Ich wusste gar nicht, dass du ihn so gut kanntest...