Zweifel sein lassen, die Vernunft ruhen lassen. Einfach mal an sich denken. Das habe ich dieses Wochenende gemacht. Man machte mir Angebote, die ich unmöglich ausschlagen konnte, denn ich musste einfach raus, unter Leute. Bloß nicht allein sein. So fragte mich Steff Freitag abend, ob ich Lust hätte mit ihr und Katrin zum Maschsee zu fahren. Vernunft sagte "Nein, denn du musst morgen arbeiten." Ich sagte "Ja, aber nicht so lange." Gegen Acht wurde ich dann abgeholt. Bevor die Fahrt losging, teilte ich Steff mit "Heute ist mir aber nicht so nach Baumbegegnung." Denn man weiß ja nie, was sie vorhat, wenn sie unbedingt darauf besteht mit dem Auto statt mit der Bahn in die Stadt zu fahren. Zwischenstop bei Mäcce, Frappé beim lahmarschigen Kellner geholt [Wir warteten bestimmt 'ne halbe Stunde], weitergefahren. Auf Anhieb Parkplatz direkt am See gefunden und schon konnte der "Verdauungsspaziergang" beginnen. Die imaginäre Treppe hinunter direkt in den Schlamm, wieder hoch, durch den tiefsten Wald, der Scharfschütze dicht auf unseren Fersen. Die Vögel flüchteten vor uns aus ihren Nestern, (Horror-)Filmreif. Die Sterne waren blau, blinkten, bewegten sich aber nicht, Flugzeuge, die keine waren, kreisten am Himmel entlang. Ja war schon lustig. Und diesmal habe ich mich, soweit ich mich erinnere, nicht einmal wirklich erschreckt, sondern täuschte es nur einmal vor als ich unsere Schatten sah, die uns auf Schritt und Tritt verfolgten! Schlimm war Katrin. Sobald sie das Stadion erblickte, verfiel sie in Babysprache ["mimimimi"] und gestikulierte wild mit den Armen als wolle sie sagen "Haben Haben Haben". Als sie sich dann wieder ein wenig beruhigt hatte, wollte sie auch noch tatsächlich die Weltherrschaft an sich reißen. Schlimm! Auf dem Rückweg ging es dann zweimal mit mindestens 170 Sachen [Man wird ja wohl noch ein bisschen übertreiben dürfen] durch die Straße durch, die sicher auch den Zweitnamen "30er Zone" trägt. Klar, wenn wir keine Lust auf Baumbegegnung haben, suchen wir uns halt Autos, Häuser... der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Warum nicht. Zwischenstop erneut bei Mäcce. Diesmal McDrive ["Zum Mitnehmen?"]. Wirklich schöner Abend. Darf gerne wiederholt werden.
Samstag, nach der Arbeit, kam dann meine Cousine mit ihrem Freund zum Kaffee & Kuchen, um die Umzugskartons, die sie sich ausgeliehen hatte, zurückzubringen. Schließlich wurde ich gefragt, was ich denn heute abend vorhätte. "Bisher noch nichts." Und schon wurde mir der Vorschlag gemacht mit nach Hannover zu kommen, um was Leckeres zu kochen und anschließend noch was zu unternehmen. Vernunft: "Eigentlich solltest du was für die Schule machen." Ich: "Ja, gerne. Aber ich fahr dann abends wieder, weil ich morgen Lernen muss." Frei nach dem Motto "Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe ruhig auf morgen!!!" Also ging es in die List, zunächst tranken wir gemütlich Tee und dann verschwanden Franzi und ich in die Küche, um Schnitzel, Erben-Möhren-Gemüse und Kartoffel zuzubereiten. Oma-Essen eben! War sooooooo lecker!!! Danach wäre ich am liebsten auf der Couch eingeschlafen, aber nix da: Auf ging's zu Mr. Q! Nach 'ner Stunde an der Bar hocken, fand sich schließlich auch ein Tisch für uns drei und man konnte perfekt die Leute beobachten. Wobei ich es sehr viel interessanter fand meine Tischnachbarn zu beobachten wie sie andere beobachteten. Wie die Blicke wanderten, sich die Mimik veränderte. War schon lustig. Aber natürlich beobachtete ich auch andere. Zum Beispiel die Leute, die aus dem Kino kamen und sich als allererstes eine Zigarette anzündeten. Traf tatsächlich auf die Mehrheit zu. Des Weiteren hatte ich die Türken (?) am Tisch gegenüber in mein Visier genommen, kritisierte ihr Verhalten gegenüber anderen Gästen stark, was mir ein lobendes "Du läufst mit offenen Augen durch die Welt" seitens Mark einbrachte. Aber ob das nun ein Lob ist, dass man alles nur negativ sieht, nur an das Schlechte im Menschen glaubt...
Zum Schluss noch Auszüge aus einer Unterhaltung mit einer sehr sehr netten Stammkundin (Tankstelle), die mich (in)direkt zu Spontanität aufforderte. Sie fragte mich, was ich nach dem Abi vorhätte. Vollkommen beeindruckt nahm sie die Nachricht auf, dass ich einen Ausbildungsplatz bei Siemens erhalten habe. Als ich ihr mitteilte, dass der Beginn erst am 01. September sei, meinte sie sehr überzeugend: "Und vorher Urlaub? [...] Bloß weg! Bloß weg aus Deutschland! Die Zeit hast du nie wieder! [...] Bloß weg! Du ärgerst dich sonst nur hinterher!" Sie hat so recht! Sie hat gesagt, was ich mir die ganze Zeit denke. Aber ich bin schon wieder so weit weg von Neuseeland. Ich spiele mit dem Gedanken in Deutschland (Ahlbeck/Potsdam/Leipzig/Chemnitz/Magdeburg/...) und Europa (Amsterdam/Paris/Prag/...) meine freie Zeit zu verbringen. Doch all diese "Träume" könnte ich auch nach und nach während der Ausbildung mal eben auf einem Wochenendtrip erfüllen. Für Neuseeland bräuchte ich genau die Zeit, die ich jetzt und danach nicht so schnell wieder habe. Aber es ist so teuer, so weit, so ungewiss. Will ich wirklich dort hin? Oder will ich einfach nur weg? Weit weg?
Je ne sais pas. Auf der Heimfahrt habe ich übrigens Charlies letzten Brief gelesen. Spürte schon wieder wie die Tränen in mir hochkamen, aber auch dieses Mal war ich in der S-Bahn, was mich am Losheulen hinderte. The perks of being a wallflower... unbeschreiblich berührend. "But even if we don't have the power to choose where we come from, we can still choose where we go from there. We can still do things. And we can try to feel okay about them." Wie passend. Wenn man das beste Zitat raussuchen wollte, müsste man das ganze Buch zitieren. Steckt voller kleiner "Schätze"...
Samstag, nach der Arbeit, kam dann meine Cousine mit ihrem Freund zum Kaffee & Kuchen, um die Umzugskartons, die sie sich ausgeliehen hatte, zurückzubringen. Schließlich wurde ich gefragt, was ich denn heute abend vorhätte. "Bisher noch nichts." Und schon wurde mir der Vorschlag gemacht mit nach Hannover zu kommen, um was Leckeres zu kochen und anschließend noch was zu unternehmen. Vernunft: "Eigentlich solltest du was für die Schule machen." Ich: "Ja, gerne. Aber ich fahr dann abends wieder, weil ich morgen Lernen muss." Frei nach dem Motto "Was du heute kannst besorgen, dass verschiebe ruhig auf morgen!!!" Also ging es in die List, zunächst tranken wir gemütlich Tee und dann verschwanden Franzi und ich in die Küche, um Schnitzel, Erben-Möhren-Gemüse und Kartoffel zuzubereiten. Oma-Essen eben! War sooooooo lecker!!! Danach wäre ich am liebsten auf der Couch eingeschlafen, aber nix da: Auf ging's zu Mr. Q! Nach 'ner Stunde an der Bar hocken, fand sich schließlich auch ein Tisch für uns drei und man konnte perfekt die Leute beobachten. Wobei ich es sehr viel interessanter fand meine Tischnachbarn zu beobachten wie sie andere beobachteten. Wie die Blicke wanderten, sich die Mimik veränderte. War schon lustig. Aber natürlich beobachtete ich auch andere. Zum Beispiel die Leute, die aus dem Kino kamen und sich als allererstes eine Zigarette anzündeten. Traf tatsächlich auf die Mehrheit zu. Des Weiteren hatte ich die Türken (?) am Tisch gegenüber in mein Visier genommen, kritisierte ihr Verhalten gegenüber anderen Gästen stark, was mir ein lobendes "Du läufst mit offenen Augen durch die Welt" seitens Mark einbrachte. Aber ob das nun ein Lob ist, dass man alles nur negativ sieht, nur an das Schlechte im Menschen glaubt...
Zum Schluss noch Auszüge aus einer Unterhaltung mit einer sehr sehr netten Stammkundin (Tankstelle), die mich (in)direkt zu Spontanität aufforderte. Sie fragte mich, was ich nach dem Abi vorhätte. Vollkommen beeindruckt nahm sie die Nachricht auf, dass ich einen Ausbildungsplatz bei Siemens erhalten habe. Als ich ihr mitteilte, dass der Beginn erst am 01. September sei, meinte sie sehr überzeugend: "Und vorher Urlaub? [...] Bloß weg! Bloß weg aus Deutschland! Die Zeit hast du nie wieder! [...] Bloß weg! Du ärgerst dich sonst nur hinterher!" Sie hat so recht! Sie hat gesagt, was ich mir die ganze Zeit denke. Aber ich bin schon wieder so weit weg von Neuseeland. Ich spiele mit dem Gedanken in Deutschland (Ahlbeck/Potsdam/Leipzig/Chemnitz/Magdeburg/...) und Europa (Amsterdam/Paris/Prag/...) meine freie Zeit zu verbringen. Doch all diese "Träume" könnte ich auch nach und nach während der Ausbildung mal eben auf einem Wochenendtrip erfüllen. Für Neuseeland bräuchte ich genau die Zeit, die ich jetzt und danach nicht so schnell wieder habe. Aber es ist so teuer, so weit, so ungewiss. Will ich wirklich dort hin? Oder will ich einfach nur weg? Weit weg?
Je ne sais pas. Auf der Heimfahrt habe ich übrigens Charlies letzten Brief gelesen. Spürte schon wieder wie die Tränen in mir hochkamen, aber auch dieses Mal war ich in der S-Bahn, was mich am Losheulen hinderte. The perks of being a wallflower... unbeschreiblich berührend. "But even if we don't have the power to choose where we come from, we can still choose where we go from there. We can still do things. And we can try to feel okay about them." Wie passend. Wenn man das beste Zitat raussuchen wollte, müsste man das ganze Buch zitieren. Steckt voller kleiner "Schätze"...


3 Kommentare:
mit dem letzten satz hast du so recht. das buch ist fantastique. ich glaub ich muss mir von dem autor mal noch ein buch holen.
Sehr schön zusammengefasst. War echt ein lustiger Abend und das wiederholen wir auf jeden Fall mal wieder.
Die McDonalds Tante war echt lustig. Eigentlich wollte ich ja McDrive machen und mich dann reinsetzen, aber in letzter Minute hatte ich mich umentschieden.
Ich fahr doch nicht 170 in ner 30iger-Zone!!!
Das Buch klingt toll. Mimimimi, haben haben haben!
:)
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