Samstag, Februar 17, 2007

Auch schön...

19:16 Uhr, Treppenaufgang Gleis 1. Ich warte. Neben mir ein Vater mit seinen zwei Kindern.
Kinder: "Da sind Polizisten. [...] Siehst du die? [...] Da! Hast du sie gesehen? [...] Da laufen Polizisten."
Vater [entnervt]: "Ja! Ich bin ja nicht blind!"
Ich dreh mich zu ihm um. Blickkontakt. Ich grinse. Ich dreh mich weg. Ich muss mich zusammenreißen, um nicht laut loszulachen. Ich dreh mich noch weiter weg und grinse breit über das ganze Gesicht. Eigentlich schon eher lachen, weil sein Spruch einfach so geil kam! Aber ich konnte mich halbwegs zusammenreißen. Zum Glück kamen dann auch schon die Mädels die Treppe hinabstolziert. Viel Zeit, um mich von meinem Lachflash zu erholen, ließen sie mir allerdings nicht. Lena, einen Passant kritisch begutachtend: "Kann der etwa nicht richtig laufen? [...] Wo hat der seinen Rollstuhl gelassen?" Uns vor Lachen kringelt, schritten wir Richtung Ausgang, wo ich es mir nicht nehmen ließ noch zwei Mädels anzurempeln - die haben mir einfach die Vorfahrt genommen! Voller Freude stellten Lena und ich fest, dass der "Singende Gulli" wieder in Betrieb ist. Während Katrin K. und Steff sich (bewusst) von uns entfernten, blieben wir vor dem Gulli stehen, um den ersten Tönen zu lauschen.
Ich: "Verstehste was der da singt?"
Lena: "Nö."
Ich: "Ich auch nicht."
Dann ertönte doch ein verständliches "Liebe mich", worauf ich natürlich mitsingen wollte. Dummerweise kamen uns gleich so ein paar Kerle entgegen und ich bemerkte, dass es vielleicht unpassend ist mit diesem Ohrwurm durch die Fussgängerzone von Hannover zu schlendern...
Mit unserem Giovanni-L-Eis in der Hand ging es dann zum Fire, welches zu unserer Überraschung recht voll war, aber natürlich gab es für uns noch ein feines Plätzchen direkt an der Treppe, sodass sowohl (Wo)Men als auch Das Dritte Geschlecht stets an uns vorbei mussten. Welche Folge dies hatte, werde ich später noch einmal erwähnen...
Unser Kellner des heutigen Abends war kein geringer als Jannis. Niedlich irgendwie. Aber so richtig "süß" kam er mir diesmal ehrlich gesagt nicht mehr vor.
Mahlzeit des Abends - unser Knabberteller. Der erste bestand aus Tortilla Chips, Käse und maximal fünf durchgebrochenen Salzstangen. Für den zweiten forderten wir, auf die Salzstangen-Reste zu verzichten und mehr von den anderen Sachen auszuwählen. Stattdessen bekamen wir nun weniger Käse und genauso viele Tortilla Chips. Das konnten wir so nicht durchgehen lassen. Also noch eine dritte Bestellung: "Bitte ein bisschen mehr von allem! [...] Aber zum selben Preis." Und Simsalabim: Schon befanden sich auf unserem Tisch ganze zwei Schüsseln mit Tortillas, Käse und die verschollenen Salzstangen - Männer brauchen wohl drei Anläufe ehe sie verstehen, was wir wollen! Und zumindest Steff weiß ganz genau, was sie will!
Wie auch schon beim letzten Fire-Besuch wurden wir erneut von Promotion-Damen belästigt. Die Erste bot ein Gewinnspiel an. Die Massage klang verlockend und überzeugte immerhin drei von uns. Alle zutreffenden Aussagen sollten angekreuzt werden. Ich: "Hohe Qualität zu feiren Preisen? Geht's hier auch nach Rechtschreibung?" Am nächsten Tisch wurde die Dame dann von einer anderen gefragt, ob sie denn die Massage machen würde. Wusste gar nicht, dass Frauen auch gute Anmachsprüche haben. Über das "gut" lässt sich streiten, aber sie hat Aufmerksamkeit erzeugt und darum geht es ja schließlich. Etwa eine Stunde später trat die nächste an unseren Tisch. Sie brauchte gar nicht lange reden - ich sah das "Fitness Company"-Logo und brachte ein entschlossenes "NEIN!" hervor.
Sie [enttäuscht]: "Warum denn nicht? [...] Es gibt was zu gewinnen! [...] Einen Alfa Romeo!"
Ich: "Oh... Na dann. Haben Sie ein Foto?"
Sie: "Nein, leider nicht. Aber ich habe ihn heute gesehen! Der steht an der Hildesheimer Straße, falls ihr da heute noch vorbei geht. [...] Der sieht richtig gut aus. Ich stand heute vier Stunden davor [...]"
Die Aussicht darauf, ein Auto 400 km lang an einem Wochenende zu testen, überzeugte mich und so füllte ich brav alles aus.
Ich: "Aber geht das denn überhaupt, wenn ich 19 bin? Mietwagen sind doch auch immer erst ab 21 Jahren zugelassen."
Sie: "Das kann ich dir nicht sagen, aber du kannst dann ja deinen Bruder mitnehmen."
Ich [als sie am nächsten Tisch ist]: "Ja, klar! Wenn der seinen imaginären Führerschein dabei hat..."
Aus welchen Gründen auch immer ging es irgendwann um unsere Geburtsjahre.
Ich: "Ich bin auch 1987 geboren."
Lena: "Dann bist du ja ein Kannkind."
Ich: "Was bin ich?"
Lena: "Haha! Sie weiß nich, was ein Kannkind ist."
Steff und Lena machten sich lustig, Katrin versuchte mitzumachen, doch ich ertappte sie.
Ich [leise]: "Du hast auch keine Ahnung, was die meinen, oder?"
Sie gab mir ein "Ja" zu verstehen. Ich war erleichtert, tat so als würde ich ganz genau wissen was sie meinen: "Ein Kantkind ist ein Kind, das 87 geboren ist, da Immanuel Kant ebenfalls im Jahre 87 geboren wurde."
Noch mehr Gelächter.
Die Tatsache, dass auch Katrin keinen Schimmer hatte, erweckte in mir die Hoffnung, dass wir zwei nicht die Einzigen waren.
Ich: "Wetten, dass die Leute, die hier sind, das auch nicht alle wissen? Den nächsten, der die Treppe hochkommt, fragen wir."
Und da kam unser Opfer auch schon.
Steff: "Entschuldige. Weißt du was ein Kannkind ist?"
Er verzog das Gesicht, zögerte, guckte halbverzweifelt in eine andere Richtung, lächelte und meinte: "Ja klar." Ich vermutete, dass jetzt wieder so eine ausgedachte Antwort käme, ähnlich meiner "Kant"-Antwort, freute mich, wollte mich schon bedanken - und was macht der Kerl? Der gibt die richtige Antwort. Idiot!
Als endlich alle Fliegen, Kackerlaken und Mehlwürmer verdaut waren, bezahlten wir und brachen zu einem Verdauungsspaziergang in die Calenberger Neustadt auf.
Steff: "Habt ihr alles, Kinnas?"
Gast: "Ach, ist Mutti heute mit ihren Kindern weg, ja!?"
[...]
Spaziergang war lustig, wenn auch sehr windig. Details fehlen mir gerade. Da niemand mehr Hunger hatte, verzichteten wir auf Mäcce und gingen direkt Richtung Bahnhof. S-bahn hatte Verspätung, also warteten wir... und beobachten die männliche Version der GoMler. Zwei Kerle, Anfang 20, standen vor dem Fahrstuhl. Dieser kam nicht. Aber Malte wollte unbedingt mit diesem fahren. Der andere versuchte ihn mit aller Kraft zur Treppe zu bewegen. Jeder wollte seinen Willen durchsetzen. Und dann kam doch der Fahrstuhl. Die Tür blieb allerdings verschlossen. Ich fands so lustig. Vermutlich wirklich deshalb, weil die genauso bescheuert und albern waren, wie wir so oft. Schließlich wurde Malte überredet und sie gingen Richtung Treppe. An uns vorbei - die wir lachten. Sie hielten inne, Malte fragte uns, ob wir sie auslachen würden, aber wir verneinten "Wir lachen mit euch." Und das stimmte. Zumindest was mich betraf. Der andere erzählte Steff irgendwas von wegen "Lachen sei nicht richtig."
In der S-Bahn studierten wir einen Gähn-Kanon ein. Ganz klappte es nicht mit uns. Teilweise wurde auch gleichzeitig gegähnt - "Bruder!"
Ein weiterer "F(e)i(e)re-Abend", ein Lachflash nach dem anderen, die ich hier gar nicht alle aufzählen kann, da ich meinen Hals festhalten musste, damit er nicht abbricht, und somit verhindert war mir Notizen zu machen. Auch schön...

5 Kommentare:

Steff hat gesagt…

Ja, auch schön.
Ich fands heute wieder extrem lustig.
Ich bin so froh, dass wir alles so viel Spaß verstehen und wirklich durchgehend lachen können. Auch schön!
Gut, ich geh jetzt endlich mal ins Bett, denn morgen früh ist die Nacht vorbei...

Robby hat gesagt…

Und was ist jetzt ein Kannkind? *auch eins bin*

Und zwei Typen, wo jeder was anderes will - hmm, das kenn ich :D

Anonym hat gesagt…

oh man maria, du wusstest nicht, was ein kannkind ist? :D
dabei bist du noch eher eins als ich ;)
katrin DARF das nicht wissen, die ist ja keins :P

Schaf hat gesagt…

Ich denke, ich wusste es nicht, da ich im Gegensatz zu dir kein Gebrauch davon gemacht habe und durch ein zusätzliches Kindergartenjahr schließlich auch zum "Musskind" wurde ;)

Samina hat gesagt…

Ich b in auch lieber noch n Jahr im Kindergarten geblieben.