Montag, Dezember 18, 2006

Liebe und Hass - Traum und Realität

Realität. Montag, nach der 0. Stunde.
Ich [zu Dr. Do]: "Guten Morgen, kann ich Sie mal eben kurz sprechen?"
Er: "Ich hab auch gleich Unterricht."
Ich: "Na gut, dann komme ich später nochmal."
Er: "Was ist denn?"
Ich: "Ich wollte fragen, ob Sie mir sagen können, wie lange wir am letztem Schultag im März Unterricht haben."
Er: "Solche Fragen kann ich gar nicht leiden."
Ich: "Meine Mutter muss es nur wissen, damit wir wissen, welchen Zug wir nehmen können."
Er: "Vermutlich ist die Besprechung um 12. Ich kann Frau K. fragen, ob sie es auf 11 vorverlegen kann. Aber ehrlich gesagt halte ich nix von solchen Einzelwünschen."
Ich: "Ich habe einen solchen Wunsch nicht geäußert, ich habe lediglich um eine Information gebeten, damit meine Mutter dementsprechend die Zugfahrt buchen kann."
Schülerlärm auf dem Flur. Er labert, meckert. Ich krieg nur die Hälfte mit. Will abhauen, aber er labert weiter. Ich hätte ihn erschlagen können. Hass.

Danach vier Freistunden, die ich frierend in meinem Bett verbrachte. Selbst die Liebe, die mich im Traum durchfloss, konnte meinen Körper nicht wärmen. Aber es war zu schön, als dass ich aufstehen wollte, um noch eine Decke zu holen, die Heizung anzumachen oder ähnliches. Wann friert man? Wenn man Angst hat? Würde zum ersten Traum passen. Ein Virus in Gestalt eines grünen Engels besuchte meine Festplatte und die von Freunden. Alles futsch.
Im zweiten Traum war ich mit noch ein paar anderen Leuten zusammen. Erst im Bus und dann in einer Jugendherberge. Ich war nicht Ich. Ich war im Körper einer wunderschönen, gelockten Braunhaarigen, schön gebräunt. Und ich war verliebt. Auf Gegenseitigkeit. Doch das ganze hatte einen Haken. Er hatte noch seine Blondine. Die war auch mit und somit mussten wir unsere Liebe verheimlichen. Aber seine Blicke verrieten alles, die flüchtigen Berührungen, wenn andere in der Nähe waren, und die sanften, wenn wir kurzzeitig allein waren. Die Liebe war so echt, so deutlich zu spüren, so schön, aber dennoch ohne Hoffnung, ohne Zukunft.
Ich frag mich, wie ich den Traum verstehen soll? Zum Beispiel die Tatsache, dass ich in einem anderem Körper war. Soll das etwa heißen, dass ich - so wie ich (jetzt) bin - nie so eine Liebe erfahren werde? Und die Tatsache, dass er vergeben war, dass meine große Liebe, die die auf Gegenseitigkeit beruht, unerreichbar bleibt? Dass ich mein Glück auf Ewig (mit einer anderen) teilen muss? So schön Träume doch sein mögen, sobald man aufwacht, hasst man sie. Weil man das, was man dort empfunden hat, in der Realität noch nie kennengelernt hat und vielleicht nie kennenlernen wird. Auf der anderen Seite hätte ich das Weckerklingeln am liebsten ignoriert, um diese Liebe, die ich offensichtlich nur im Traum spüren kann, festzuhalten.
Stattdessen schleppte ich mich zu Deutsch: "Ein Brief" von Hoffmannsthal, der davon spricht "mit dem Herzen zu denken"...

Wie dem auch sei. Dr. Do war mir schon wieder auf der Lauer. Ich geh rein, er geht raus. Ich richte meinen Blick geradeaus, versuche ihn zu ignorieren. Er ist vorbei. Ich hör seine Stimme.
Er: "Ach. In der Pause hattest du wohl keine Zeit?"
Ich: "Ich war gar nicht da, ich hatte Freistunden."
Er: "Aber hauptsache ich hab immer Zeit."
Nochmal Hass. Ich hab ihm angeboten, dass ich später nochmal vorbeikomm, aber wenn er mich dann doch "festhält"!? Und das Gespräch am frühen Morgen hat mir gereicht. Hat er wirklich erwartet, dass ich in der Pause nochmal angekrochen komme um ihn erneut auf das Thema anzusprechen!? Er hatte heute eh seinen schlechten Tag. Hätte ich mir auch denken können: Montag. Kaum einer, den er heute nicht angeschnautzt hat. Ob Schüler oder Lehrer. Hauptsache andere verantwortlich machen...

3 Kommentare:

Steff hat gesagt…

Ey mach dir nicht immer so viele Gedanken über irgendwelche Träume. Es sind Träume und nicht irgendwelche Zukunftsvoraussichten.

Schaf hat gesagt…

Ja, stimmt schon. Aber nachdenklich machen die einen schon - zumindest unmittelbar danach. Morgen ist das vergessen ;)

Samina hat gesagt…

Oha Günni hat mir auch grad erzählt, dass Dr.Do heude schlechte Laune hatte.