Lächerlich waren heute die zwei Kerle, die mir den Tag versauten. Ich glaub Lena meinte letztens mal, dass Jungs total in Ordnung sind, wenn mehrere Mädels im Raum sind. Wenn nur noch eins anwesend ist, dann ist Benehmen ein Fremdwort und alles was sie sagen, ist unter der Gürtellinie. Sie hatte Recht. Aber darum soll es hier jetzt nicht mehr gehen. Auch wenn ich erst drüber bloggen wollte, aber das sind die nicht wert.
Gucke gerade "Hart aber fair". Thema: Amoklauf. Nein, stimmt gar nicht. Eigentlich lautet das Thema Ballerspiele. Und das ist doch echt lächerlich. Ich habe gerade den Abschiedsbrief, sowie einige LJ-und Foreneinträge von dem Kerl gelesen. Und kam im Brief Counterstrike vor? Nein! Wieso diskutieren die über so ein Verbot? Wieso lesen sie sich nicht erstmal alle den Brief durch? Wieso überlegen sie nicht, warum er so verzweifelt war?
Eigentlich ist es beängstigend, dass man so manchen Gedankengang eines Menschen, der so eine Tat begangen hat, nachvollziehen kann. Aber es ist so. Und ich bin nicht die Einzige. Natürlich ist so manches schon ziemlich extrem, aber dennoch: Hier ging es um die Gesellschaft, um die Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit - nicht darum, womit der Kerl sich nachmittags die Zeit vertrieben hat.
Was mich ebenfalls überrascht hat, war, dass der Brief an sich total gut geschrieben war. Man hatte also nicht das Gefühl, dass man da etwas von jemandem liest, der eher auf Hauptschulniveau oder so ist. Es klang total intelligent, in sich schlüssig, wohl überlegt, (gesellschafts-)kritisch, gut beobachtet.
"Das Leben hatte er vor sich. Er hat die Realität nicht erkannt.", meint gerade die Tussi, die so tut als hätte sie Ahnung. Ich wette, auch sie hat den Brief nicht gelesen. Jemand der so haargenau auf die Gesellschaft eingeht, Probleme aufzeigt, soll die Realität nicht erkannt haben? In manchen Punkten mag sie Recht haben - manche Denkweisen von ihm sind vielleicht hoch gegriffen - vorwiegend der "Rache"-Teil.
Der Typ, der gerade redet, geht echt mal auf die Person ein und auf die Probleme. Nicht nur auf die Computerspiele, sondern darauf, dass er in der Schule keine Unterstützung und Hilfe fand. Er hat auch den Begriff Schulzwang benutzt - der hat den Brief mit Sicherheit gelesen. Also endlich jemand, der in dieser Diskussionsrunde mal die Realität von sich gibt. Und was passiert? Er wird unterbrochen: "Übertreiben sie nicht." Ich fass es nicht.
Und derjenige, der ihn unterbricht, fängt natürlich wieder von Computerspielen an. "10% der Jungs, die diese Spiele spielen, bekommen schlechtere Noten"
Bevor mein Eintrag hier irgendwie falsch aufgefasst wird: Ich unterstütze in keinster Weise diesen oder andere Amokläufe und Racheakte. Ich wollte nur auf dieses Problem hinweisen, dass die Leute wieder nur die Schuld bei den Spielen suchen, statt sich mal Gedanken zu machen, was ihn wirklich in die Verzweiflung getrieben hat.
Ich denke, Teile seiner Gedankengänge sind für mehr Deutsche als wir denken nachvollziehbar. Dies führt lange nicht dazu, dass sie ebenfalls so eine Tat begehen. In meinem Bekanntenkreis höre ich öfter mal fremdenfeindliche Äußerungen. Und die, die sich dazu äußern, sind nicht etwa deprimierte Schüler, sondern intelligente Erwachsene. Vielleicht meinen die das nicht so, vielleicht würden sie es sogar leugnen, wenn man ihnen unterstellen würde, dass sie genauso denken wie der Amokläufer. Mit so einem will sich eigentlich niemand identifizieren. Eigentlich. Aber wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist, merkt man, dass sein Gerede gar nicht so dumm ist. Das macht uns nicht auch zu einem Amokläufer. Da spielen noch etliche andere Aspekte hinein. Und bei ihm war es wohl ein bisschen zu viel des Guten.
Das Entscheidende war letztendlich wohl die Waffe.
Gucke gerade "Hart aber fair". Thema: Amoklauf. Nein, stimmt gar nicht. Eigentlich lautet das Thema Ballerspiele. Und das ist doch echt lächerlich. Ich habe gerade den Abschiedsbrief, sowie einige LJ-und Foreneinträge von dem Kerl gelesen. Und kam im Brief Counterstrike vor? Nein! Wieso diskutieren die über so ein Verbot? Wieso lesen sie sich nicht erstmal alle den Brief durch? Wieso überlegen sie nicht, warum er so verzweifelt war?
Eigentlich ist es beängstigend, dass man so manchen Gedankengang eines Menschen, der so eine Tat begangen hat, nachvollziehen kann. Aber es ist so. Und ich bin nicht die Einzige. Natürlich ist so manches schon ziemlich extrem, aber dennoch: Hier ging es um die Gesellschaft, um die Hoffnungs- und Perspektivlosigkeit - nicht darum, womit der Kerl sich nachmittags die Zeit vertrieben hat.
Was mich ebenfalls überrascht hat, war, dass der Brief an sich total gut geschrieben war. Man hatte also nicht das Gefühl, dass man da etwas von jemandem liest, der eher auf Hauptschulniveau oder so ist. Es klang total intelligent, in sich schlüssig, wohl überlegt, (gesellschafts-)kritisch, gut beobachtet.
"Das Leben hatte er vor sich. Er hat die Realität nicht erkannt.", meint gerade die Tussi, die so tut als hätte sie Ahnung. Ich wette, auch sie hat den Brief nicht gelesen. Jemand der so haargenau auf die Gesellschaft eingeht, Probleme aufzeigt, soll die Realität nicht erkannt haben? In manchen Punkten mag sie Recht haben - manche Denkweisen von ihm sind vielleicht hoch gegriffen - vorwiegend der "Rache"-Teil.
Der Typ, der gerade redet, geht echt mal auf die Person ein und auf die Probleme. Nicht nur auf die Computerspiele, sondern darauf, dass er in der Schule keine Unterstützung und Hilfe fand. Er hat auch den Begriff Schulzwang benutzt - der hat den Brief mit Sicherheit gelesen. Also endlich jemand, der in dieser Diskussionsrunde mal die Realität von sich gibt. Und was passiert? Er wird unterbrochen: "Übertreiben sie nicht." Ich fass es nicht.
Und derjenige, der ihn unterbricht, fängt natürlich wieder von Computerspielen an. "10% der Jungs, die diese Spiele spielen, bekommen schlechtere Noten"
Bevor mein Eintrag hier irgendwie falsch aufgefasst wird: Ich unterstütze in keinster Weise diesen oder andere Amokläufe und Racheakte. Ich wollte nur auf dieses Problem hinweisen, dass die Leute wieder nur die Schuld bei den Spielen suchen, statt sich mal Gedanken zu machen, was ihn wirklich in die Verzweiflung getrieben hat.
Ich denke, Teile seiner Gedankengänge sind für mehr Deutsche als wir denken nachvollziehbar. Dies führt lange nicht dazu, dass sie ebenfalls so eine Tat begehen. In meinem Bekanntenkreis höre ich öfter mal fremdenfeindliche Äußerungen. Und die, die sich dazu äußern, sind nicht etwa deprimierte Schüler, sondern intelligente Erwachsene. Vielleicht meinen die das nicht so, vielleicht würden sie es sogar leugnen, wenn man ihnen unterstellen würde, dass sie genauso denken wie der Amokläufer. Mit so einem will sich eigentlich niemand identifizieren. Eigentlich. Aber wenn man mal ehrlich zu sich selbst ist, merkt man, dass sein Gerede gar nicht so dumm ist. Das macht uns nicht auch zu einem Amokläufer. Da spielen noch etliche andere Aspekte hinein. Und bei ihm war es wohl ein bisschen zu viel des Guten.
Das Entscheidende war letztendlich wohl die Waffe.


2 Kommentare:
ich war überrascht, dass ich mich mit vielem, ja nahezu allem was er aufgeschrieben hat, identifizieren konnte. jetzt mal ungeachtet dessen, was er da über rache und so geschrieben hat. der rest war wirklich irgendwie mitreißen und so unglaublich und erschreckend wahr.
/sign
Im Großen und Ganzen war die Erkenntnis nix neues, lediglich die "Umsetzung"/Konsequenz...
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