Dieser Satz beschreibt wohl am besten, wie ich mich gerade fühle.
Nachdem ich eine Stunde mit meiner Mutter telefoniert hab (davor 2 mit Lena) bin ich zwar jetzt extrem heiser, aber ich fühl mich auch extrem gut :)
Heute war Gruppengespräch/Rollenspiel/Interview in der NORD/LB angesagt. Für welchen Beruf? Auch wenn es mir keiner glauben mag: Informatikkauffrau!
Im Gruppengespräch mussten wir einen Computer auf den Markt bringen. Zunächst mussten wir die Zielgruppe (Spieler/Business/Hobby) bestimmen, Ausstattung zusammenstellen und Slogan entwickeln. Ich hab mich bestmöglich eingebracht, nicht all zu intensiv, aber ich wollte nicht riskieren, dass die Zuhörer meine nicht vorhandenen Kenntnisse (Linux, Grafikkarten-Qualität etc.) feststellen. Also hab ich nur an den Stellen, was gesagt, wo ich sicher war, dass ich kein Schwachsinn laber. Auch wenn meine Argumente nicht immer von den anderen geteilt wurden.
Anschließend mussten wir ein Protokoll über die Gruppendiskussion schreiben und wurden dann in ein Einzelgespräch gerufen. Dort mussten wir die Ergebnisse aus der Gruppenarbeit vor zwei Personal- und IT-Spezialisten präsentieren. Zusammenfassend würde ich sagen: "Ich hab mich verdammt gut verkauft!"
Das war aber noch lange nicht alles. Als nächstes wurde ich als Erste zum Interview aufgerufen. Diesmal vor der Personalchefin und einem von der NORD/IT. Der Kerl hat so grimmig und desinteressiert geguckt, dass ich echt hätte rausrennen können. Aber statt dies zu tun, entschied ich mich für die Alternative: Freundlich lächeln. Es folgten zwei Fragebögen. Einer zur Lernbereitschaft und einer zur Leistungsbereitschaft.
Meine Fresse! Ich hab mich nicht wieder erkannt. Meine Deutschlehrerin hatte mir heute früh noch gesagt - wie meine Mutter auch: "Sei du selbst. Gib dich so wie du bist. Du hast Ausstrahlung!" Daran hab ich mich gehalten. Ich war Ich. Niemand anders. So offen, ehrlich, persönlich, wie ich es mir nie hätte zugetraut.
Sowie auch im Rollenspiel, kamen auch hier meine Antworten oft promt, aber wohl überlegt.
Dennoch gab es so einige Fragen, wo ich echt erstmal überlegen musste und das konnte ich ja auch nicht verheimlichen. "Nennen Sie ihre Stärken und Schwächen?", "Was war Ihr nachhaltigster Erfolg?"
Das sind schon Fragen bei den man erstmal ins Grübeln kommt.
Außerdem wurde ich auch noch mit so etwas konfrontiert: "Wie kommt Ihre Leistungsbereitschaft bei anderen an?" "Wie bewerten Sie Ehrgeiz?"
Die letzte Frage war dann ziemlich mies, ich weiß nicht mal mehr, was ich geantwortet hab, aber ich glaube, es war doch passend, ehrlich und zufriedenstellend: "Sie sind ja nun im Interview überaschenderweise sehr redselig gewesen. Wie kommt es, dass man dies im Gruppengespräch nicht beobachten konnte? Lag Ihnen das Thema nicht?"
Das tragische Ende war dann doch noch ein Test: Schätzen, Mathe, Wortschatz.
War natürlich nicht in der Zeit zu schaffen, aber darauf war es ausgelegt. Von daher hab ich noch Hoffnung.
Ich bin unglaublich stolz auf mich, dass ich heute so viel geben konnte - vom Test abgesehen.
Ich kann es gar nicht in Worte fassen. Ich hab meine Mutter gerade so vollgeschwaffelt - und die Bänker heute auch. Hab ganz schön aus dem Nähkästchen geplaudert, würde ich sagen. Habe keine kurzen Antworten gegeben, sondern auch Beispiele gegeben, bevor andere überhaupt nachfragen konnten. Als ich rauskam, meinte die eine: "Sag mal, wie lange brauchst du denn?" Die war mindestens 5 Minuten vor mir fertig. Da der Fragenkatalog ziemlich lang war, könnte man also annehmen, dass die gute Brandenburgerin kurze, unpersönliche Antworten gegeben hat. Aber heutzutage kommt es auf die Persönlichkeit an. Und die habe ich mehr denn je unter Beweis gestellt.
Eine kleine Lüge habe ich allerdings auch eingebaut. Ich konnte nicht anders. Sonst wäre ich glaube ich in Lachen ausgebrochen. Der NORD/IT-Miesepeter fragte mich, ob ich denn nicht in Discos gehe. Ich meinte, dass ich eher in Bars gehe, da es mir wichtig ist, dass man sich auch unterhalten kann. Darauf fragte er: "Welche Bars denn zum Beispiel?"
Und ja, meine liebe GOMler. Ich habe meine Lieblingsbar verleugnet. Ich hatte dann doch etwas Bedenken, was das FIRE unter den Bänkern für einen Ruf hat und hab mich dann für Henrys und Backstreet entschieden, obwohl ich da schon ewig nicht mehr war. Ich war echt kurz davor, aber hab es dann doch nicht über die Lippen gekriegt. Tut mir leid.
Nun wollen wir mal abwarten, wie sich der Rest der Bewerber (heute 6) geschlagen hat. Mit viel Glück bekomme ich in 2-3 Wochen schon ein Ausbildungsangebot, mit etwas weniger zumindest die Nachricht, dass ich noch in der Auswahl bin, falls einer abspringt, und wenn ich gar kein Glück habe eben die Absage. 2-3 Wochen. Das ist so lang hin. Und morgen will ich - zum Henker nochmal - einen lieben Brief im Briefkasten haben und keinen DIN A 4 Umschlag mit meinen Bewerbunsunterlagen von Bahlsen!
"Ich bin ein toller Hirsch!"
(Sorry, aber gerade fühl ich mich echt wahnsinnig motiviert. Das ist nicht oft so, von daher muss ich das jetzt alles rauslassen :) )
Montag, November 20, 2006
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)


3 Kommentare:
Wow, ist ja klasse, dass das so gut gelaufen ist.
Du solltest sonst auch mal so redselig sein und morgen ist da BESTIMMT ein Brief im Briefkasten, wo Bahlsen dir die ganze Firma schenkt, weil du so toll warst.
(Faszinierend, als ich angefangen hab zu lesen, hat das kleine Luder angefangen und jetzt, wo ich fast mit meinem Comment fertig bin, ist das Lied auch zuende. *Willst du mich nicht ganz tief in dir spüren?*)
Hey, na Maria das hört sich doch super an! Ich drück dir ganz fest die Daumen, dass es mit dem Ausbildungsplatz klappt.
Dann mal Gratulation :)
Kommentar veröffentlichen