Nein, hier geht es nicht um Kot-Ulla, sondern um normalerweise allwöchentliche ("Pflicht-")Telefonate. Mit wem? Mit der Verwandschaft. Bei mir sind die in der letzten Zeit weniger geworden. Normalerweise geb ich mein Bestes einmal pro Woche meine Oma väterlicherseits anzurufen. Normalerweise geschieht dies aber auch gegenseitig. Sprich ich müsste normalerweise nur alle 14 Tage. Nun hatte ich natürlich viel Stress in der Schule und habe mich seit Ende der Ferien nicht mehr gemeldet. Sie auch nicht, aber was soll's: Ich kenn das ja selbst, man nimmt es sich vor und dann schiebt man es doch immer auf. Von daher möchte ich hier niemandem etwas vorwerfen.
Heute habe ich den Hörer also in die Hand genommen. Klingeln lassen - lange! Wie immer (so gehört sich das, Lena/Julia/Kot-Ulla)! Keiner ging ran. Also rief ich bei meiner Tante an. Das Telefonat gab diesem Eintrag den Titel. Nicht dass wir uns nicht mögen oder so, aber irgendwie lässt es sich trotz gelegentlicher Besuche nicht verleugnen, dass eine gewaltige Distanz herrscht. Im Gegensatz zu mir und meiner Tante mütterlicherseits.
Außerdem bekam ich dann noch zu hören, dass meine Oma ja schon mehrfach geäußert hat, dass ich mich so lange nicht mehr gemeldet hab.
Also wie gesagt - ich mache ihr keine Vorwürfe. Aber wenn ich sowas höre... Kann sie dann nicht auch mal den Hörer in die Hand nehmen? Wenn sie schon Anlass hat, sich drüber zu wundern - oder sogar zu beschweren - dass ich mich nicht melde, dann kann sie doch auch mal nachdenken, wann sie sich zuletzt gemeldet hat. Bin grad ein klein wenig geladen. Klar, wenn ich gleich nochmal einen Versuch starte, sie zu erreichen, werde ich mich wieder beruhigt haben, weil ich dann sowas höre: "Gestern wollt ich anrufen, aber da war es schon 21 Uhr und das war dann zu spät." (wobei ich eigentlich Grund hätte, mich über solch einen Satz noch viel mehr aufzuregen).
Weiterer Aufreger: "Warum bist du denn nur so kurz da?"
Ehrliche Antwort: "Ich habe 6 Wochen Ferien, davon habe ich 3 Wochen gearbeitet, davon möchte ich auch noch in den Urlaub fahren, Zeit mit meinen Freunden verbringen, mich auf die Schule vorbereiten und ich habe noch andere Verwandte. Ich hab es gerade so zeitlich geschafft, überhaupt zu kommen."
Wie soll das denn erst werden, wenn ich arbeite? Dann hab ich noch weniger Urlaub.
Noch ehrlichere Antwort: "Freu dich doch, dass ich überhaupt komme."
Wirklich. Ich mache es gerne, auch wenn ich nicht immer die Zeit und das Geld habe.
Aber ich mache es. Einmal pro Ferien. Mal ein Tag, mal zwei, mal drei. Die Zeiten der "Ferienwoche bei Oma und Opa" sind nun vorbei. Leider. Zudem habe ich ja nun auch noch eine Oma - und drei weitere ältere Herrschaften. Im Vergleich zu denen, hat die Oma väterlicherseits 'nen riesigen Vorsprung. Ich weiß auch nicht woran das liegt. Vermutlich an der "Ferienwoche bei Oma und Opa". Man hat die ganze Kindheit bei ihnen verbracht, mehr als bei den anderen. War ich in den Herbstferien in Leipzig? Nein. Wie viel Minuten habe ich meine Oma mütterlicherseits in den Herbstferien gesehen? 30. Wie viel Zeit habe ich bei meiner Oma väterlicherseits verbracht? Rund zwei Tage.
Gut, in den Sommerferien waren es nur ca. 6 Stunden. Aber das war nun mal nicht zu ändern. Die Leipziger wollen mich ja auch mal sehn.
Was laber ich eigentlich?
Na ja. Sie ist jedenfalls verhältnismäßig selten hier. Habe ich allgemein auch Verständnis für.
Aber das letzte Mal als sie nach langem mal hier war, habe ich sie nur gesehen, weil ICH mich selbstständig mit meiner Tante in Verbindung gesetzt habe und ein Treffen ausgemacht hab.
Die anderen Enkelinnen wurden erst gar nicht benachrichtigt.
Und dann soll ich mich schuldig fühlen, wenn ich die insgesamt vierstündige Bahnreise auf mich nehme, um sie gerade mal (meiner Meinung nach: immerhin) sechs Stunden zu besuchen!?
Kotzt mich gerade übelst an. Ich weiß nicht, woher das kommt. Aber gerade hat sich so einiges aufgestapelt. Mir wurde grad bewusst, wie viel ich ihr eigentlich von meiner Zeit gebe - im Vergleich zu den anderen Omas. Und wenn es dann mal weniger ist, wird gleich getratscht. Oder wenn ich mich mal zwei Wochen nach dem letzten Anruf meinerseits nicht melde.
Merwürdig, dass ich gerade von meiner Oma rede. Wenn ich jetzt einmal auflisten würde, wie viele Treffen/Telefonate pro Jahr mit meinem Vater üblich sind - ich wäre nach zwei Zeilen fertig.
Eigentlich sollte dieser Eintrag von der Oberflächlichkeit der Telefongespräche mit Verwandten (väterlicherseits) handeln. Aber das "Bla bla - bla bla" könnte jetzt auch für mein Gelabere stehen. Wie dem auch sei. Ich ruf jetzt nochmal an.
Dienstag, November 14, 2006
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