Montag, September 25, 2006

Daten des Erinnerns

Jedes Jahr, jeden Monat, jede Woche blickt man in den Kalender und wird an bestimmte Ereignisse aus der Vergangenheit erinnert. Meist handelt es sich um Geburtstage, Todestage oder eben andere einschneidende Erlebnisse. Um ersteres geht es mir in diesem Eintrag.
Aufgrund des heutigen Eignungstestes war ich ganze 4x dazu aufgefordert, das heutige Datum auf vier verschiedene Lösungsbögen zu notieren (das erinnert mich wieder an die 40 Textaufgaben, die ich in 120 Minuten lösen musste).
"25.09.2006" - hm... ist das nicht Alexandras (Cousine) Geburtstag? Wie dem auch sei, hatte keine Zeit weiter drüber nachzudenken - hatte ja schließlich zu rechnen, zu raten, anzukreuzen.
Vorhin kam dann meine Mutter ins Wohnzimmer geplatzt und meinte "Alexandra ist heut' übrigens 30 geworden." Hatte ich also doch recht - gut, das Alter wusste ich jetzt nicht, aber ich bin trotzdem überrascht, dass ich an den Geburtstag einer Person denke, die sich nach einigen Jahren nicht mehr bei uns gemeldet hat. Kontaktabbruch sozusagen. Man könnte jetzt fragen, warum ich mich nicht gemeldet habe. Hab ich. Habe ihr letztes Jahr auf gut Glück eine Weihnachtskarte jn die USA geschickt. Auf gut Glück deshalb, weil ich ahnte, dass sie inzwischen sicher umgezogen sei. Ich behielt recht. Nach ein paar Wochen kam der Brief unbeantwortet zurück. Möglichkeit, die Adresse ausfindig zu machen, gibt es kaum. Ihre Eltern, die noch in D leben, vermeiden ebenfalls jeden Kontakt zu meiner Familie.
Dann kam meine noch ein weiteres Mal ins Wohnzimmer geplatzt: "Und sie ist auch in Deutschland!" "Waaaaaaas?" Konnt es mal wieder nicht glauben. Da ist sie mal nach 3 Jahren wieder in D und wir wissen von nix. Ich meine, ich bin "nur" ihre Cousine, war die Einzige, die noch regelmäßig Kontakt gehalten hat als sie ausgewandert ist - habe ihr also nix getan. Auf meine Mails damals hat sie nie geantwortet und so kam schließlich das inzwischen dreijährige Stillschweigen zustande.Die Erinnerung an sie ließ mich auch beim Fernsehgucken vorhin nicht los. Habe die erste halbe Stunde von "Helden wie wir" - mal wieder so 'ne Ossikomödie - angefangen und da schrieb der Hauptdarsteller doch tatsächlich in genau so ein Heft wie das, was ihr auf dem Bild da unten sehen könnt, hinein. (daneben der zurückgesandte Brief)
Dieses Heft habe ich von Alex bekommen - hatte sie noch übrig und es steht sogar noch ihr Name und "Diktate" drauf. Außerdem habe ich - glaube ich - auch noch eines, wo TÜ draufsteht. Weiß nicht, ob man das im Westen kennt. Ich habe es ja auch erst 1998 kennengelernt, aber "drüben" (zumindest in Sa-A.) schreibt man in Mathe täglich bis wöchentlich Tägliche Übungen. Sollte man hier auch mal einführen. Hier lernt man ja nur für Klausuren, aber dort in "Burg" geht's richtig hart zur Sache mit wöchentlichen Tests und so ;)
In dem Film wurde ich noch eine weitere Besonderheit der Schulzeit "im Osten" erinnert: Den Sportunterricht. "SPORT - FREI" wurde dort nämlich immer am Anfang einer Stunde oder zumindest vor dem Sportfest gerufen! Das war für mich damals total neu - genauso wie die Tatsache, dass wir zum Anfang einer jeden Unterrichtsstunde aufstehen mussten und uns erst wieder setzen durften, wenn der Lehrer uns begrüßt hat. Tjaha... dort wurden noch Manieren gelehrt - gebracht hats nix: Die Jungs in der 5./6. waren echt unmöglich. So wurde der eine besoffen an einer Straßenecke gefunden nachdem er von zuhause ausgerissen ist und wieder ein anderer wurde noch am ersten Abend der Klassenfahrt nach Hause geschickt, da er beim Rauchen erwischt wurde... Ich erinnere nochmal: 5./6. Klasse!

So. Nun habe ich meine Erinnerung an Alex gleich mal mit den (Schul-)Erfahrungen in den Neuen Bundesländern verbunden ;) Hoffe die Wessis sind jetzt nicht gelangweilt...

1 Kommentar:

Robby hat gesagt…

Hach ja - TÜs, Sport-Frei und hinter'm Stuhl vor'm Hinsetzen kenn ich auch noch, wobei letzteres glaube ich nur 5. und 6. Klasse war, oder auch danach noch?! hmm :)