Sonntag, Mai 21, 2006

Nord, Süd und Ost

Nachdem wir in Deutschland gestern - mitten im Mai - einen plötzlichen Wintereinbruch miterleben mussten, fanden sich doch gegen 19 Uhr vier Persönchen bei mir ein, nachdem sie sich tapfer durch Wind, Hagel, Donner und Blitz geschlagen hatten.
Eigentlich sollte der Abend ja in Schwarmstedt verbracht werden, aber Julia hatte sicher ihre Gründe, doch die Fahrt nach Beschissendorf in Kauf zu nehmen... denn es ist wirklich NICHT einfach als Gastgeberin: Man wird beobachtet, beleidigt und einfach diskriminiert ("Ihr macht das ja nur, weil ich aus dem Osten komm.")
Nach langem - naja eher kurzem - Hin und Her, einigten Julia und ich uns das Raclette-Essen bei mir zu veranstalten.
Gemeinsam fuhren wir dann zu Mini Mal (wo uns leider nicht der verkartoffelte Kassierer erwartete) und Penny (wo ich kurz vor 20 Uhr mal ganz aus Versehen den Milchreis zwischen dem Süßigkeitenregal fallen ließ).
Die Hin- und Rückfahrt gestaltete sich für meine Beifahrer zu einer wahren Horrorfahrt. Kann ich mir gar nicht erklären... denn ich fuhr eigentlich wie immer und - um der Bezeichnung meines Karl-Heinz' gerecht zu werden - sehr schwungvoll ("Swing")!
Am meisten Spaß machte es mir mit 60 auf die Schranken zu zu fahren (bergab) und dann kurz da vor schön leicht abzubremsen - ich fühlte mich leicht an Collossos erinnert. ;)
Zurück im Uhlenhorst kam uns dann auch schon gleich Steff entgegen, die Julia im ICQ doch tatsächlich hat überreden können, ihren Arsch zu uns zu bewegen! Brav!
Nun konnte das große Fressen beginnen.
Nicht ganz, vorher musste noch geschnippelt und gehackt werden! Nachdem sich hinter mir eine Reihe bestehend aus Katrin K., Steff, Julia, Lena und Micha aufgebaut hatte, während ich damit beschäftigt war Dosen zu öffnen und den Inhalt in Schüsseln zu kippen, konnte ich doch noch die ein oder andere überreden, Paprika, Tomaten o.ä. zu schneiden.
Ein Teil des dumm rumstehenden Restes versammelte sich zu Zweit im Wohnzimmer, wo sie nix Besseres zu tun hatten, als das frische Kräuterbaguette vom Tisch zu schmeißen. Die Aufräumarbeiten blieben natürlich - wie sollte es anders sein - an mir hängen.
Aber dann ging es los!
Die Teller wurden gefüllt und es wurde spekuliert, warum ich Bananen für das Raclette gekauft hatte. Letzten Endes waren aber alle begeistert von meinen süßen gebackenen Bananen und jeder hat mindestens ein Pfännchen probiert!
Aufgrund Julias Leidenschaft für Zucker und Honig kamen wir schließlich auf "Sugar...[...] Oh Honey Honey", doch leider konnten wir sie nicht davon überzeugen mit Honig und Zucker in den Händen zu Sugar Sugar vor der Kamera zu tanzen.
Der gute alte Michi ausm Süden klärte wieder über das Nord-Süd-Gefälle auf.
So sind die im Süden viel ernster, wenn sie was sagen und kennen keine Ironie. Und außerdem denken die Norddeutschen stets nur an sich selbst! Äh... äh... gut, dass ich von "drüben" komm...! An Einzigste kamen wir auch nicht vorbei - eigentlich zog sich das Thema sogar bis in den frühen Sonntagmorgen hinein. Irgendwie ging es Michi darum, dass man seinen Dialekt für andere verstellt und er das schade findet oder irgendwie sowas. Ganz verstanden hab ich es nicht, da für mich Einzigste nicht mit dem Dialekt zu tun hat. Schließlich sagen es gewisse Leute im Westen, wieder andere im Osten und eben die "Südländer". Sprich es handelt sich meiner Meinung nach nur um ein grammatikalisches Defizit und nicht um den Erhalt des Dialektes, wenn man Einzigste sagt.
Wie dem auch sei.
Fasziniert schien Michi (ja, er hat irgendwie am meisten geredet, deswegen kann ich auch nicht soviel von den anderen erzählen ;)) von Julia zu sein! Denn er sah sie vermutlich schon an der Seite seines guten Freundes Heiko und so geschah es, dass Julia mitten im gemeinschaftlichen Gespräch so zusammenhanglose Sachen gefragt wurde, wie: "Was ist dein Lieblingstier?", "Was hörst du für Musik?", "Kennst du dich mit Szenen [Zähnen] aus?", "Würdest du dich aus dem Fenster stürzen, wenn Sharuh Khan seine Schauspielkarriere beenden würde?"oder "Du spielst auch gern Brettspiele, oder?".
Aber die einzige Frage, die Julia interessierte war eigentlich: "Trägt Heiko karierte Turnschuhe?"
Des Weiteren kamen wir auf Synapsen, den Begriff "Literaturgattungen" und den Unterschied zwischen Germanist, Nazi und Odeonist zu sprechen.
Auf der Suche nach dem für uns unbekannten Begriff "Odeonist" fanden wir ironicherweise nur türkische Seiten... handelt es sich also vielleicht um einen Deutsch-Türken!? Man weißes nisch.

Am Ende des Abends oder dem Beginn des Morgens, als Steff sich schon laaaange verabschiedet hatte, fanden wir uns alle auf dem Teppich wieder auf dem wir dann mit unseren Fingern Herzen, Häuser oder einfach nur Striche malten.

Ja, ja... das war der Raclette-Abend Nummer Zwei! Wieder sehr lustig und unterhaltsam. Wir konnten sogar vollkommen auf Musik (von Sugar Sugar und einer kurzen Ostrock-Einführung abgesehen) und Fernsehen verzichten, da die interessanten, zusammenhanglosen Gespräche einfach ganz allein die Stunden füllten.

Nächste Woche folgt dann: ICE AGE*!
Denn wir müssen die übriggebliebenen Getränke irgendwie loswerden ... wir haben echt zu viel eingekauft! ;)


Es läuft: Sugar Sugar (was sonst)

8 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

der burner man, ich freu mich schon aufs nächste wochenende :)

Robby hat gesagt…

hehe - nett :D

Samina hat gesagt…

Huhu.

Na hört sich ja wieder gut an.;)

Ich freu mich schon auf Vatertag!*g*

Steff hat gesagt…

Das haste aber fein zusammen gefasst.
Ich möchte noch mal betonen, dass ICH nicht das Baguette runtergeschmissen habe. ;-)

Was habt ihr denn Vaddertach vor?

Anonym hat gesagt…

das bild is unscharf...

Samina hat gesagt…

Wir wollen eine Vatertagstour machen, kannst gerne mitkommen. Wollen so gegen 13 Uhr in Mellendorf starten.

Steff hat gesagt…

Aha. Wer kommt alles mit und wo solls hingehen?

Anonym hat gesagt…

ach! uhrzeit steht schon fest?
okay, gut zu wissen.
bis wann wird die gehen?